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06-04-04

Ruth Weiß & Günter J. Matthia: Heiß oder kalt?

Immer häufiger wird die Wahrheit der Bibel in Frage gestellt. In manchen Köpfen hat sich eine Form des Humanismus eingenistet, die Gottes Wort immer dann liberalisiert, verfälscht und verwässert, wenn die biblischen Maßstäbe den eigenen Regeln und Vorstellungen entgegenstehen. So entgeht man einer Situation, in der das eigene Leben, im Licht der Bibel betrachtet, als nicht annehmbar für Gott entlarvt würde.


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Man muss doch mit der Zeit gehen

Muss man denn alles wörtlich nehmen? Wir leben schließlich in einer anderen, moderneren Zeit, ist es da nicht angebracht, die Bibel anders zu interpretieren? Wurde die Bibel nicht sowieso schon so oft übersetzt und willentlich gefälscht, dass sie eigentlich nur noch das Wort von Menschen sein kann?
Christen, die daran festhalten, dass die Bibel die göttliche Wahrheit enthält, an der man nichts zu verändern hat, werden leicht als Fanatiker oder Fundamentalisten bezeichnet. Wenn diese Bezeichnungen für jemanden gewählt werden, der nicht lau, sondern heiß ist, könnte man sie sogar als Ehrentitel verstehen.

Es ist eine Sackgasse, wenn man versucht, die Menschen mit einer verwässerten Bibelinterpretation in die Kirchen und Gemeinden zu locken. Vielleicht entstehen so religiöse Clubs, in denen von der Umweltpolitik bis zur Evolutionstheorie alle Themen gut aufgehoben sind, aber wo bleibt die Erlösung der Menschen? Das Wort, Gott selbst, wurde Mensch in Jesus. (Johannes 1) Daher können wir davon ausgehen, dass Jesus jedes Wort so meinte, wie er es gesagt hat. Wenn er von sich mit einem Absolutheistanspruch behauptet, der Weg, die Wahrheit und das Leben zu sein, dann kann man das entweder annehmen oder verwerfen. Aber verwässern, indem man daraus ein Weg, eine Wahrheit, eine Art des Lebens macht? Jesus ist absolut: Niemand kommt zum Vater, außer durch mich. (Johannes 14,6)

Das Evangelium hat die Kraft, Menschen zu retten, der Tod Jesu ist die Hoffnung auf Vergebung der Sünde - und nicht soziale Angebote, die das Ansehen der Kirche oder Gemeinde steigern sollen, weil es in christlichen Kreisen Menschen gibt, die nett sind und sich um Probleme kümmern. Wir haben ein kraftvolles Evangelium zu bringen, das Menschen befreit, ihnen ermöglicht, sich für Jesus zu entscheiden. Aus einem erneuerten Herzen heraus wird sich soziales Verhalten ganz natürlich entwickeln - die Reihenfolge ist entscheidend. Durch soziale Zirkel wird niemand gläubig - aber Gläubige werden durch die Liebe Gottes auf Not aufmerksam und dann zu helfenden Menschen.

Wenn wir unsere Türen dem religiös verpackten Humanismus öffnen, sollten wir uns nicht wundern, wenn wir geistlich unfruchtbar werden. Wenn wir sagen, dass Verhaltensweisen, welche die Bibel Sünde nennt, normal und kein Grund zur Beunruhigung seien, machen wir uns zum Freund der Welt - und somit zum Feind Gottes.

Gott liebt den Sünder, aber er haßt die Sünde

Als Jesus die Menschen, die sich selbst für sündlos hielten, aufforderte, den ersten Stein auf eine Ehebrecherin zu werfen, zeigte er deutlich, worum es ihm ging. (Johannes 8, 7) Er tolerierte nicht den Ehebruch, er sagte nicht: "Die Umstände waren es, die Verliebtheit war zu mächtig, die Frau ist nur ihren Gefühlen gefolgt, sie ist ja schließlich auch nur ein Mensch..." Nein, er nennt die Sünde beim Namen. Aber er liebt diese Frau, sieht ihr Herz, will ihr vergeben. Er sagt zu ihr: "So verurteile ich dich auch nicht. Gehe hin und sündige hinfort nicht mehr." (Johannes 8, 11)

Das Wesen der Bibel wird oft mißverstanden - und daher versucht man, sie den heutigen Umständen, den modernen Erkenntnissen und den gesellschaftlich akzeptierten Anschauungen anzupassen. Das Wort Gottes ist nicht dazu da, uns zu verurteilen, zu verdammen und einzuengen, sondern, um uns zu befreien. Indem wir Sünde als Sünde erkennen, sind wir überhaupt in der Lage, unsere Schuld einzugestehen und die Vergebung, die Jesus Christus so teuer erworben hat, zu erlangen. Wenn wir die Bibel so interpretieren, dass unsere Sünde plötzlich keine mehr ist, kann diese Erkenntnis gar nicht erst entstehen.

Wenn die Schuld nicht vergeben ist, gibt es keine Gemeinschaft mit Gott. Wenn wir den Menschen erklären, sie seien gar nicht schuldig, sondern Opfer der Umstände - oder gar völlig in Ordnung, weil ja jeder so sei - dann rauben wir ihnen im Endeffekt die Chance der Errettung.

Frucht wächst von selbst

Die Veränderung des Lebens, von der die Bibel spricht, soll (und kann, wie die Erfahrung zeigt) nicht durch das Halten von Geboten und Regeln geschehen. Es bringt überhaupt keine Veränderung, wenn man krampfhaft versucht, gegen die Früchte des unerlösten Geistes zu kämpfen: "...Ehebruch, Unzucht, Unreinigkeit, Ausschweifung, Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Hader, Eifersucht, Zorn, Ehrgeiz, Zwietracht, Spaltungen, Neid, Mord, Trunkenheit, Gelage und dergleichen, wovon ich euch voraussage, wie ich schon zuvor gesagt habe, daß die, welche solches tun, das Reich Gottes nicht ererben werden." (Galter 5, 19-21)

Es funktioniert nur anders herum: Wenn unser Geist erneuert wird durch den Geist Gottes, dann werden Früchte daraus wachsen, ganz ohne Krampf: "Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit. Gegen solche Dinge gibt es kein Gesetz." (Galater 5, 22-23)

Früchte, und Paulus hat dieses Bild bewußt gewählt, wachsen ganz natürlich. Kein Baum muß sich anstrengen, Äpfel zu tragen. Sie wachsen - das ist die Natur des Apfelbaumes. Wir können durch gute Düngung und fleißiges Bewässern dazu beitragen, dass die Früchte sich gesund entwickeln, aber wir können sie nicht erwarten, wenn unser Geist nicht erneuert ist. Dann werden wir unweigerlich die Früchte der gefallenen Natur wachsen sehen.

Die Liberalisierung des Wortes Gottes, die Verharmlosung des Zustandes eines Menschen ohne Erlösung, kostet diesen Menschen das ewige Leben, weil er nicht weiß, dass er zu Jesus umkehren muß. Kann sich irgend ein geistlicher Leiter leisten, die Erlösung der ihm anvertrauten Menschen zu gefährden, um des Ansehens in der Welt willen?

Geheiligt in der Wahrheit

Gottes Wesen ist Liebe, aber es ist auch furchtbar, dem lebendigen Gott als Sünder in die Hände zu fallen. Vor ihm kann man nichts verbergen. Alles wird offenbar sein vor dem Richterstuhl Christi. Keine soziale Aktivität, kein gelungenes Umweltschutzprojekt wird dort Bestand haben. Dort geht es allein um die Frage: Sind dir die Sünden vergeben?

Gott möchte für Jesus eine reine und heilige Braut zubereiten. So wie sie sich Jesus von ihm vor seinem Tod erbeten hat, möchte Gott ihm die Nationen zu Füßen legen: Heilige sie in deiner Wahrheit! Dein Wort ist Wahrheit. (Johannes 17,17) Eine Braut, die ihn liebt, ehrt und ihr Leben darauf ausrichtet, ihm zu gefallen, in der Wahrheit geheiligt zu sein. Eine Braut, die ihr ganzes Sein auf sein Kommen ausrichtet und die Hochzeit mit dem Lamm. Es soll ein Freudenfest für alle sein!

Ich denke, dass Jesus eine solche Braut verdient hat, wenn man die Höhe des Brautpreises in Betracht zieht. Jesus hat sich uns als Braut ausgesucht. Er liebt dich, was für ein unfassbares Geschenk! Durch Jesus können wir Gnade und Erlösung annehmen und umkehren. Er heilt und heiligt uns, wir müssen es ihn nur tun lassen, indem wir unsere Sünde erkennen und bekennen. Er führt uns in Güte zur Umkehr, aber dazu ist die Voraussetzung, ehrlich einzugestehen, dass wir diese Umkehr nötig haben.

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Ein Artikel von www.glaube.de
Autoren: Ruth Weiß (www.godchaser.de) & Günter J. Matthia (www.matthia.gmxhome.de)
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