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01-08-02

Satan will Sie verschlingen

Von David Wilkerson, 27. Dezember 1999
(Originaltitel: Satan seeks to devour you)


Seid nüchtern und wacht; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge. Dem widersteht, fest
im Glauben, und wisst, dass eben dieselben Leiden über eure Brüder in der
Welt gehen (1. Petrus 5,8-9).


Wenn Sie zum Leib Christi gehören, dann seien Sie darauf vorbereitet,
einem wütenden Teufel zu begegnen. Vielleicht möchten Sie nicht daran denken
oder es auch nur akzeptieren aber wenn Sie entschlossen sind, Jesus von
ganzem Herzen nachzufolgen, hat Satan Sie im Blick, um Sie zu vernichten.
Und er wird Ihr Leben mit allen möglichen Schwierigkeiten unter Beschuss
nehmen.

Der Apostel Petrus warnt: Es ist aber nahe gekommen das Ende aller Dinge.
So seid nun besonnen und nüchtern zum Gebet (1. Petrus 4,7). Er sagt hier
mit anderen Worten: Es gibt keine Zeit, die Sache leicht zu nehmen. Ihr
müsst in geistlichen Dingen nüchtern werden. Es ist eine Frage von Leben
oder Tod.

Warum ist ein solcher Ernst nötig? Das Ende der Zeit ist nahe und unser
Feind hat die Glut der Hitze verstärkt. Er lauert uns auf wie ein Löwe, der
sich ins Gras duckt und auf eine Gelegenheit wartet, zuzuschlagen. Er möchte
uns verschlingen unseren Glauben an Christus völlig vernichten.

Manche Christen behaupten, wir sollten über den Teufel nicht einmal
reden, sondern täten besser daran, ihn einfach zu ignorieren. Andere
versuchen, ihn wegzuargumentieren. Liberale Theologen behaupten zum
Beispiel, dass es weder Teufel, noch Hölle, noch Himmel gibt.

Doch der Feind unserer Seelen wird nicht einfach weggehen. Nur wenige
biblische Personen werden so klar und umfassend identifiziert. Er wird
beschrieben als Luzifer, Satan, Teufel, Betrüger, Hinderer, Böser,
Usurpator, Hochstapler, Ankläger, Verschlinger, Gott dieser Welt, Herrscher
der Finsternis und alte Schlange.

Diese nachdrücklichen Beschreibungen sagen mir, dass der Teufel real ist.
Und wir wissen aus der Schrift, dass er eine sehr reale Macht ausübt. Auch
jetzt treibt er sein Werk auf der Erde in unseren Nationen, Städten,
Gemeinden, Familien und in unserem persönlichen Leben. Und wir sollten es
nicht wagen, über seine Methoden und Kriegsstrategien gegen uns im Unklaren
zu sein.

Der Apostel Johannes zeigt uns, dass der Teufel dreimal in der Geschichte
den Krieg erklärt hat.

In der Offenbarung werden drei Fälle beschrieben, in denen Satan den
Krieg erklärt hat:

1. Zuerst erklärte er den Krieg gegen den allmächtigen Gott selbst.
Johannes schreibt:

Und es entbrannte ein Kampf im Himmel: Michael und seine Engel kämpften
gegen den Drachen. Und der Drache kämpfte und seine Engel, und sie siegten
nicht, und ihre Stätte wurde nicht mehr gefunden im Himmel. Und es wurde
hinausgeworfen der große Drache, die alte Schlange, die da heißt: Teufel und
Satan, der die ganze Welt verführt, und er wurde auf die Erde geworfen, und
seine Engel wurden mit ihm dahin geworfen (Offenbarung 12,7-9).

Dieser Abschnitt erinnert an den Augenblick im Himmel, als Satan sich
erhob und gegen die höchste Autorität Gottes rebellierte. Damals war er
unter dem Namen Luzifer bekannt als ein Engel, der große Autorität besaß.
Aber Luzifer wollte wie Gott sein; deshalb sammelte er ein Drittel der Engel
um sich und erhob sich gegen den Allmächtigen.

Aber Gott warf Luzifer zusammen mit den anderen rebellierenden Engeln aus
dem Himmel und der ganze Himmel freute sich über den Sieg. Diesen Krieg hat
der Teufel verloren und damit zugleich seinen Platz im Himmel.

2. Der besiegte Satan erklärte dann seinen zweiten Krieg diesmal gegen
Gottes Sohn, Jesus Christus. Johannes schrieb:

Und es erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne
bekleidet, und der Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt eine Krone von
zwölf Sternen. Und sie war schwanger und schrie in Kindsnöten und hatte
große Qual bei der Geburt.

Und es erschien ein anderes Zeichen am Himmel, und siehe, ein großer,
roter Drache, der hatte sieben Häupter und zehn Hörner und auf seinen
Häuptern sieben Kronen, und sein Schwanz fegte den dritten Teil der Sterne
des Himmels hinweg und warf sie auf die Erde. Und der Drache trat vor die
Frau, die gebären sollte, damit er, wenn sie geboren hätte, ihr Kind fräße
(Offenbarung 12,1-4).

Satan wusste, dass eine unglaubliche Kirche aus dem alttestamentlichen
Überrest geboren werden sollte. Es würde ein herrlicher, mit der Sonne der
Gerechtigkeit bekleideter Leib sein. Deshalb erklärte der Teufel erneut den
Krieg, diesmal unter der Voraussetzung, auf seinem eigenen Territorium, der
Erde, kämpfen zu können.

Dieser Abschnitt lässt vermuten, dass Satan wusste, dass er das Kind in
Marias Leib nicht würde antasten können. Deshalb beschloss er, Christus
unmittelbar nach der Geburt zu töten. Er versammelte seine dämonischen
Mächte um Bethlehem und sandte betrügerische Geister aus, um die
Schriftgelehrten, Priester und Pharisäer blind zu machen. Dann nahm sein
eigener Geist von König Herodes Besitz. Wenn Satan Christus nicht selbst
töten konnte, würde er dafür sorgen, dass ein Mann bereit stand, dies für
ihn zu erledigen.

Aber die Heerscharen der Engel Gottes hielten Wache über dem Kind, sodass
Satan es nicht antasten konnte. Der Teufel musste weitere dreißig Jahre
warten, bis er erneut versuchen konnte, Christus zu verschlingen.

Seine nächste Gelegenheit sah er zu Beginn des irdischen Dienstes Jesu
gekommen, als der Heilige Geist ihn als den Messias bestätigte. An diesem
Punkt wurde Christus in die Wüste geführt, wo Satan ihn versuchte. Aber
Jesus besiegte ihn auch in dieser Schlacht. Wieder schützte Gott Seinen Sohn
und sandte ihm Engel, die ihm in dem Augenblick der körperlichen Schwäche
dienten.

Ein drittes Mal versuchte Satan, Christus zu verschlingen. Dieses Mal
versuchte er durch sein Manöver, Jesus durch Kreuzigung zu töten und ins
Grab zu werfen. Er schickte dämonische Geister, um die Menge aufzuwiegeln
und in die Körper von Priestern, Soldaten, politischen Führern und falschen
Zeugen zu fahren. Zum Schluss dachte Satan schon, seine Stunde der
Machtübernahme sei gekommen. Jetzt wollte er einen totalen Krieg führen.

Doch Sie kennen den Rest der Geschichte: Der Tag der Auferstehung Jesu
war die demütigendste Niederlage Satans. Als Jesus in den Himmel auffuhr,
war er der Reichweite Satans ein für allemal entzogen. Und ihr Kind wurde
entrückt zu Gott und seinem Thron (Offenbarung 12,5). Die gesamte Hölle
erbebte, weil Satan erneut verloren hatte. Selbst unter Aufbietung aller
seiner Macht konnte er den Sohn Gottes nicht besiegen.

3. Der Teufel erklärte darauf seinen dritten und letzten Krieg gegen den
Samen Christi. Dies bedeutet, dass er gegen jeden wahren Gläubigen auf der
Erde Krieg führt. Johannes schreibt:

Und als der Drache sah, dass er auf die Erde geworfen war, verfolgte er
die Frau, die den Knaben geboren hatte (Vers 13). Und der Drache wurde
zornig über die Frau und ging hin, zu kämpfen gegen die übrigen von ihrem
Geschlecht, die Gottes Gebote halten und haben das Zeugnis Jesu (Offenbarun
g 12,17).

Satan hat seinen Zorn gegen die Gemeinde Jesu Christi gewandt. Und seine
schlim mste Wut gilt den Gläubigen, die Gottes Gebote halten und Ihm
vertrauen.

Der Teufel weiß, dass dieser Krieg seine letzte Chance ist, weil ihm nur
noch eine kurze Zeit bleibt, bis Christus zurückkommt, um Seine Braut zu
holen: . ..Denn der Teufel ... weiß, dass er wenig Zeit hat (Vers 12).
Deshalb ist dieser Kampf Satans der intensivste. Er möchte den Boden
zurückerobern, den er an Christus verloren hat, und wird daher nichts
auslassen, um den Glauben Seiner Braut zu zerstören. Der Teufel wird also
sein gesamtes Waffenarsenal gegen uns aufbieten: alle Schliche, Betrügereien
und Täuschungen.

Ich habe beharrlich um eine Offenbarung über den enormen geistlichen
Kampf gebetet, den wir gegen unseren Feind führen müssen.

Als junger Prediger habe ich kaum über geistliche Kampfführung
nachgedacht. Ich ging davon aus, dass jeder, der im Sieg lebt, überhaupt
keine Probleme mit dem Teufel haben würde. Für mich ging es einfach darum,
ihm zu widerstehen. Aber bald stellte ich fest, dass ein brüllender Löwe auf
meine Schwächen lauerte und mit aller Macht gegen mich kämpfte und ich
fühlte mich hilflos, den Kampf gegen ihn aufzunehmen.

Nur zu oft sehe ich, wie der Teufel es bei anderen aufrichtigen Christen
genauso macht. Ich kenne viele gottesfürchtige Diener des Herrn Menschen mit
reinen Herzen, die aus der Gnade Gottes leben , die plötzlich von
dämonischen Angriffen der Verwirrung und Verzweiflung überwältigt werden.

Solche Christen arbeiten manchmal jahrelang treu für den Herrn. Dann
beschießt Satan sie eines Tages mit anklagenden Gedanken und sie geraten von
heute auf morgen in schlimme Bedrängnis durch unerwartete Versuchungen,
Begierden und Niedergeschlagenheit. Ihre Anfechtungen sind so tiefgreifend,
seltsam und unbegreiflich, dass diese Heiligen keine Ahnung haben, woher sie
stammen.

Ich glaube, es gibt dafür nur eine Erklärung: Ihre Nöte sind ein
dämonischer Angriff. Immer wieder habe ich das bei Christen erlebt, deren
Wachstum in jähen Sprüngen verläuft. Gerade auf dem Gipfel ihres geistlichen
Wachstums legt Satan ihnen eine alte Versuchung in den Weg: eine alte
Begierde, etwas, das sie schon seit Jahren überwunden zu haben glaubten.
Aber nun, nach Jahren eines Lebens im Sieg, geraten sie in einen
Drahtseilakt stehen kurz davor, einer Versuchung nachzugeben, die sie in
eine schlimme Gebundenheit zurückführen könnte.

Vor einiger Zeit erhielt ich einen herzzerreißenden Brief von einem
Pastor und Gemeindeleiter. Er schrieb: Ich bin 65 Jahre alt und die Menschen
meiner Gemeinde kennen mich als einen Mann des Gebets. Aber jetzt werde ich
ganz unerwartet von bösen Gedanken geplagt. Eine Begierde hat sich
eingestellt, die ich in meinem ganzen Leben nie erlebt habe.

Ich habe der Versuchung zwar nicht nachgegeben, aber seit Monaten stehe
ich kurz davor. Ich weiß, dass es ein Angriff des Feindes ist. Er möchte den
Dienst zerstören, den Gott hier gedeihen ließ. Bitte beten Sie für mich.
Das, so glaube ich, war ein Versuch Satans, diesen geschätzten Mann Gottes
zu verschlingen.

Christliche Ehen stehen heute unter Beschuss wie nie zuvor. Ehepartner
können einander jahrelang innig lieben und sich dann plötzlich in einen
schrecklichen Konflikt verstricken, den sie selbst nicht begreifen. Eine
treue Ehefrau kann sagen: Ich liebe meinen Mann und schon in der nächsten
Minute ausrufen: Ich kann diesen Mann nicht ausstehen. Ich will nicht einmal
in seiner Nähe sein. Was kann das sein, wenn nicht ein satanischer Versuch,
eine Gott wohlgefällige Ehe zu zerstören?

Tag für Tag wächst die Entmutigung, Versuchung und Verzweiflung solcher
Ehepaare. Und es dauert nicht lange, bis Satan sie mit weiteren anklagenden
Gedanken überflutet: Du hast in deiner elterlichen Verantwortung versagt. Du
machst einfach gar nichts richtig. Und du kennst Gott nicht wirklich innig.
Du bist doch ein Scheinheiliger, ein Heuchler. Du bist nicht das, wofür die
Leute dich halten. Als christlicher Ehepartner gibst du ein erbärmliches
Beispiel ab.

Geliebte Mitchristen, was in dieser Beziehung geschieht, lässt sich nicht
durch einen Seelsorger, Pastor oder Psychologen diagnostizieren. Niemand
kann den zerstörerischen Geist zu fassen bekommen, der diese Ehe angreift.
Warum? Weil er übernatürlich, dämonisch ist es ist ein Angriff direkt aus
der Hölle. Satan nimmt jede Ehe und Familie unter Beschuss, in der Jesus
Herr ist. Und er wird nicht ruhen, bis er jede Machenschaft erschöpft hat,
um zu verschlingen, zu zerstören und ins Chaos zu stürzen.

All diese Anfechtungen, Schwierigkeiten und Versuchungen werden als Flut
des Teufels beschrieben. Johannes schreibt: Und die Schlange stieß aus ihrem
Rachen Wasser aus wie einen Strom hinter der Frau her, um sie zu ersäufen.
Aber die Erde half der Frau und tat ihren Mund auf und verschlang den Strom,
den der Drache ausstieß aus seinem Rachen (Offenbarung 12,15-16). Auch
Jesaja warnt vor einer Flut Satans gegen alle, die den Namen des Herrn
fürchten (siehe Jesaja 59,19).

Einen solchen Strom habe ich erlebt. Und Scharen von Christen stecken
gerade mitten drin. Sie werden mit Verfolgung, körperlichen Angriffen,
geistigen Bedrängnissen, heftigen Versuchungen, Begierden der Hölle und
Freunden, die zu Feinden werden, geradezu überflutet. Satan hat eine totale
endzeitliche Angriffswelle vom Zaun gebrochen, die uns in äußerster
Verzweiflung wegreißen s oll.

Warum greift der Teufel die Gerechten mit solcher Heftigkeit an?

Der Schlüssel zum Verständnis, wie Satan gegen die Gemeinde vorgeht,
liegt in dem Wort Rebellion. Einfach ausgedrückt bedeutet Rebellion, gegen
die Herrschaft und Autorität des Wortes Gottes zu handeln. Als Luzifer Gott
den Krieg erklärte, rebellierte er gegen das Wort des Allmächtigen.

Sie müssen verstehen: Gottes Wort ist Seine Macht. Durch Sein Wort rief
Er die Welten in Existenz und durch Sein Wort hält Er Sonne, Mond und Sterne
auf ihrer Bahn. Sein Wort brachte alle Dinge in Existenz und bringt auch
weiter Leben hervor. Und es ist Sein Wort, durch das Gott Könige absetzt und
Nationen aufrichtet, segnet und rettet, richtet und vernichtet.

Satan verfolgt immer das Ziel, Gottes Volk zur Rebellion gegen Sein Wort
zu versuchen. So säte er rebellische Gedanken in Adam und Eva und verführte
sie zu der Überlegung: Ich weiß, was Gott gesagt hat. Aber ich werde nach
meinem eigenen Willen handeln. Diese Gedanken verursachten den Fall der
Menschheit.

Es gelang Satan außerdem, eine Saat der Rebellion in Gottes auserwähltes
Volk Israel zu pflanzen. Der Psalmist beschreibt Israel als ein abtrünniges
und ungehorsames Geschlecht, dessen Herz nicht fest war und dessen Geist
sich nicht treu an Gott hielt (Psalm 78,8). Außerdem wirft die Bibel Israel
vor: Ab er ihr wolltet nicht hinaufziehen und wurdet ungehorsam dem Munde
des Herrn, eures Gottes (5. Mose 1,26).

Bitte beachten Sie, dass Gott all diesen Menschen Sein Wort klar
offenbarte. Trotzdem rebellierten sie dagegen. Warum? Sie wurden durch den
Bösen verführt.

Satan wird auch bei Ihnen versuchen, Sie zur Rebellion gegen Gottes Wort
zu verführen. Er weiß, dass er mit offenkundigen Versuchungen bei Ihnen
nicht durchkommt. Deshalb streut er subtile Verführungen in Ihr Denken,
indem er Ihr Leben mit Schmerzen, Anfechtungen und Schwierigkeiten
überhäuft. Und er wird versuchen, Gottes Segen in Ihrem Leben zu blockieren,
genauso wie er Paulus in seinem Dienst zu behindern versuchte.

Viele sind den subtilen Verführungen Satans zum Opfer gefallen. Der
Psalmist sagt, dass solche Gläubige sitzen mussten in Finsternis und Dunkel,
gefangen in Zwang und Eisen, weil sie Gottes Geboten ungehorsam waren und
den Ratschluss des Höchsten verachtet hatten (Psalm 107,10-11).

Der Teufel sucht nach einem Bereich unseres Lebens, den wir Gottes Wort
nicht untergeordnet haben

Satan ist nicht einmal darauf aus, Sie in einen gesetzlosen Taugenichts
zu verwandeln. Es genügt ihm, wenn Sie in nur einem Bereich Ihres Lebens
rebellier en, weil er dann genug Raum bekommt, sich in Ihrem Leben
einzunisten.

Ständig halten seine Fürsten und Mächte Wache, um ihm Informationen über
unser Leben zu liefern. Diese dämonischen Wesen beobachten unser Verhalten
und hören unsere Gespräche. Und wenn sie dabei auf eine fleischliche
Schwäche in uns stoßen, zielen sie mit ihrer ganzen höllischen Versuchung
auf diesen Schwachpunkt.

Jesus sagte Seinen Jüngern: Es kommt der Fürst dieser Welt. Er hat keine
Macht über mich (Johannes 14,30). Damit gab Er zu verstehen: Wenn Satan
gegen mich ankommt, wird er keinen Anhaltspunkt finden, an dem er ansetzen
kann. Ich stehe völlig unter der Autorität meines Vaters.

Genauso kann Satan nicht den Körper oder Geist eines Gläubigen in Besitz
nehmen, der Gottes Wort völlig untergeordnet ist. Der Teufel muss einen
Anhaltspunkt erhalten, an dem er ansetzen kann. Und einen solchen
Anhaltspunkt bekommt er nur, wenn ein Christ einen Teil des Preises
zurückhält. Lassen Sie mich das erklären.

In Apostelgeschichte 5 wird berichtet, dass ein Ehepaar namens Hananias
und Saphira ein Grundstück verkauften und der Gemeinde in Jerusalem den
Erlös gaben. Doch als Hananias Petrus das Geld überbrachte, reagierte der
Apostel betroffen und fragte: Warum hat der Satan dein Herz erfüllt, dass du
den heiligen Geist belogen und etwas vom Geld für den Acker zurückbehalten
hast? (Apostelgeschichte 5,3). Sobald Petrus diese Worte ausgesprochen
hatte, fiel Hananias tot um, und kurz darauf wiederholte sich diese Szene
mit seiner Frau Saphira.

Was wollte Gott die Gemeinde dadurch lehren? Ich glaube nicht, dass es
etwas mit dem Grundstück von Hananias und Saphira zu tun hatte. Es ging
vielmehr um das innere Territorium ihrer Herzen.

Die beiden glaubten, sie könnten Gott nur zu 95 Prozent gehorchen, aber
in einem kleinen Bereich ihres Leben ungehorsam bleiben. Sie hatten die
Predigt des reinen Wortes Gottes gehört aber gegen das rebelliert, was sie
als wahr erkannt hatten. Sie hatten sich selbst eingeredet: Wir können dem
Herrn dienen, aber diese eine Sache zurückhalten. Das aber war eine Lüge
gegen den Heiligen Geist.

Der Teil des Preises, den sie zurückhielten, hatte nichts mit Geld zu
tun, sondern mit dem kleinen Territorium der Habgier in ihren Herzen. Es war
eine Parzelle, die gerade groß genug war, dass Satan sich festsetzen konnte.
Und mit ihrem hartnäckigen Ungehorsam gaben sie Satan Raum, ihr Herz zu
erfüllen.

Deshalb warnte Paulus: Gebt nicht Raum dem Teufel (Epheser 4,27). Das
Beispiel von Hananias und Saphira ist eindeutig: Der Preis für ein
überwindendes Leben ist nicht gering. Es geht darum, unser Leben vollständig
dem Wort Gottes unterzuordnen, sodass keine dunklen Winkel verborgener Lust
oder Rebellion übrigbleiben. Überlassen Sie Satan auch nicht einen Fußbreit,
denn das genügt ihm, um sich Zugang zu verschaffen und eine Machtbasis zu
errichten.

Ich möchte Ihnen vier Beispiele geben, wie Satan in unserem Leben Boden
beanspruchen kann:

1. Der Schreiber des Hebräerbriefs sagt, wir sollen nicht verlassen unsre
Ve rsammlungen, wie einige zu tun pflegen, sondern einander ermahnen, und
das um so mehr, als ihr seht, dass sich der Tag naht (Hebräer 10,25).

Sie mögen ein großartiger Mensch sein freundlich, rücksichtsvoll und
freigebig. Aber wenn Sie dieses Wort im Hebräerbrief lesen und es
willentlich ignorieren, geben Sie Satan Raum. Wenn Sie Woche für Woche am
Sonntagmorgen im Bett bleiben, statt in Gottes Haus zu gehen, um zur
Gerechtigkeit angehalten zu werden, geben Sie dem Betrüger Raum in Ihrem
Herzen. Wie Hananias und Saphira halten Sie einen Teil des Preises zurück.

Schon der nächste Vers beschreibt das Gericht, das wir auf uns ziehen,
wenn wir das Wort Gottes in einem einzigen Bereich unberücksichtigt lassen:
Denn wenn wir mutwillig sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit
empfangen haben, haben wir hinfort kein andres Opfer mehr für die Sünden,
sondern nichts als ein schreckliches Warten auf das Gericht und das gierige
Feuer, das die Widersacher verzehren wird (Verse 26-27).

2. Jesus sagt uns: Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt,
so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. Wenn ihr aber den
Menschen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht
vergeben (Matthäus 6,14-15).

Christus warnt uns hier: In anderen Bereichen mögt ihr gehorsam sein
fromm, hingegeben und treu. Aber wenn ihr irgendeinem Menschen nicht
vergebt, werden eure Sünden gegen euch aufgerechnet werden und beim Vater
keine Vergebung finden.

Nicht zu vergeben macht Sie zu einem größeren Schuldner als die Person,
die gegen Sie gesündigt hat. Diese Person hat vielleicht schon Buße getan
und vom Herrn Vergebung empfangen. Und wenn Sie an Ihrer Verletzung
festhalten, fordern Sie einen Preis von ihr, den der Herr längst bezahlt
hat. Solche Forderungen können Sie an keinen Menschen stellen.

Doch die wahre Gefahr der Unversöhnlichkeit besteht darin, dass Sie Ihr
Herz für satanische Einflüsse öffnen. Der Feind nimmt diesen kleinen Bereich
zum Anlass, setzt sich darin fest und beginnt mit seinen Machenschaften, um
Sie zu verschlingen. Und Sie haben es selbst zugelassen, indem Sie den Preis
zurückhielten.

3. Jakobus sagt uns: Habt ihr aber bittern Neid und Streit in eurem
Herzen, so rühmt euch nicht und lügt nicht der Wahrheit zuwider. Das ist
nicht die Weisheit, die von oben herabkommt, sondern sie ist irdisch,
niedrig und teuflisch. Denn wo Neid und Streit ist, da sind Unordnung und
lauter böse Dinge (Jakobus 3,14-16).

Beachten Sie, wen Jakobus hier anspricht. In Vers 13 fragt er: Wer ist
weise und klug unter euch? Er gibt uns in diesen Versen zu verstehen: Ihr
mögt große geistliche Weisheit und Erkenntnis besitzen, aber wenn es noch
Bitterkeit in eurer Familie, Groll in euren Herzen und Neid an eurem
Arbeitsplatz gibt, dann haltet euch überhaupt nicht für geistlich, denn
sonst betrügt ihr euch selbst.

Jakobus spricht von Neid und Streit, es geht um Kritik und spitzfindige
Vorwürfe. Und er bezeichnet solche Dinge als teuflisch, irdisch und niedrig.
Wer also an Bitterkeit und Unversöhnlichkeit festhält, verursacht Streit und
was noch schlimmer ist öffnet sein Herz für dämonische Übergriffe.

Kennen Sie Menschen, deren Bitterkeit zu einer satanischen Besessenheit
geführt hat? Mit der Zeit kommt die Finsternis, die sie innerlich
festhalten, auch äußerlich zum Vorschein. Irgendwann setzt dann ein
körperlicher Verfall ein; ihr Körper wird krank und siech und auch geistige
Beeinträchtigungen machen sich bemerkbar. Wann immer der Teufel so an Boden
gewinnt, arbeitet er auf eine völlige Vernichtung hin.

Machen Sie also nur weiter so halten Sie an Ihrem Groll fest. Beharren
Sie auf Ihrer Bitterkeit. Lassen Sie nicht nach, zu streiten. Wenn Sie das
tun, werden Sie in völliger Rebellion gegen Gott und Sein Wort enden. Und
Sie öffnen Satan eine Tür. Sie werden geistlich blind werden und ein
verhärtetes Herz bekommen.

Wenn Sie dagegen geistlich reagieren und Gottes Wort bereitwillig
gehorchen, dann werden Sie wie schwer Ihre Verletzung auch gewesen sein mag
die friedvolle Weisheit der Sanftmut durch Vergebung zeigen.

4. Bei einer kürzlichen Reise nach Jerusalem sah ich ein eindringliches
Beispiel dafür, wie Satan selbst das kleinste Stück Land zu einer
dämonischen Festung machen kann. Als ich vom Ölberg die Heilige Stadt
überblickte, sah ich den Platz, auf dem sich der muslimische Felsendom
befindet; es ist vielleicht weniger als ein Morgen Land.

Und doch hat Satan hier Fuß gefasst und sich einen Tempel errichtet. Und
nun ist es ein Greuel der Verwüstung geworden, wie die Schrift sagt. Es ist
dem Teu fel gelungen, seine Kräfte mitten in Israel, dem einst erwählten
Volk, zu konzentrieren. Und das nur, weil er einen kleinen Ansatzpunkt
erhält. Dies ist ein sehr markantes Beispiel für das, was Satan tut, wenn
man ihm auch nur das kleinste Stück Land überlässt.

Welche Verteidigungsmittel haben wir gegen den Teufel, der uns
verschlingen will?

Wenn Sie irgendeinen Christen fragen, wie man gegen den Teufel kämpft,
wird er vermutlich Jakobus 4,7 zitieren: So seid nun Gott untertan.
Widersteht dem Teufel, so flieht er von euch. Aber was meint Jakobus mit
widerstehen? Wie widerstehen wir der Macht Satans?

Johannes gibt uns in Offenbarung 12 die Antwort: Und sie haben ihn
überwunden durch des Lammes Blut und durch das Wort ihres Zeugnisses
(Offenbarung 12,11). Wenn Sie das Brüllen des Löwen hören wenn die Flut
hereinbricht und Sie überwältigt werden , laufen Sie einfach in das
Allerheiligste. Treten Sie im Glauben in die Gegenwart Gottes in Seinem
Thronsaal, denn das Lamm hat durch Sein Blut den Weg für Sie bereitet.

Weil wir denn nun, liebe Brüder, durch das Blut Jesu die Freiheit haben
zum Eingang in das Heiligtum, den er uns aufgetan hat als neuen und
lebendigen Weg durch den Vorhang, das ist: durch das Opfer seines Leibes...
(Hebräer 10,19-20).

Wenn Sie im Gebet mit Gott allein sind, sind Sie völlig immun gegen die
Schliche des Teufels. Laufen Sie also im Glauben zu Seinem Thron, rufen Sie
Ihn an und stehen Sie fest in der Macht des Blutes Christi.

Johannes schreibt weiter: Und es wurden der Frau gegeben die zwei Flügel
des großen Adlers, dass sie in die Wüste flöge an ihren Ort, wo sie ernährt
werden sollte eine Zeit (Offenbarung 12,14). Ich glaube, dass die beiden
Adlerflügel, die hier erwähnt werden, das Alte und das Neue Testament des
Wortes Gottes sind. Er hat sie uns gegeben als einen Ort, an dem wir Nahrung
finden, damit wir uns, wenn der Teufel angreift, auf den Flügeln des Wortes
Gottes zu Ihm aufschwingen können.

Auch der Apostel Paulus benutzt das Bild der Nahrung, wenn er schreibt:
... der sich nährt durch die Worte des Glaubens und der guten Lehre
(1. Timotheus 4,6; Elberfelder). Das griechische Wort für nähren bedeutet
aufziehen, erziehen. Paulus spricht von einer Erziehung durch die Schrift
und von der Kenntnis des Wortes Gottes.

Jesus ist darin unser Vorbild. Als Er der Versuchung durch Gottes Wort
widerstand, floh der Teufel. Warum? Die Wahrheit entlarvte Satan und stellte
ihn bloß. Und im Hebräerbrief steht: Alle, die auf Gottes Wort vertrauten,
haben durch den Glauben Königreiche bezwungen, Gerechtigkeit geübt,
Verheißungen erlangt, Löwen den Rachen gestopft (Hebräer 11,33). Wir bringen
die Mächte der Hölle zum Schweigen, wenn wir uns auf Gottes Wort stellen.

Wenn Sie also das Brüllen des Löwen hören, dann gehen Sie auf die Knie,
suchen Sie das Angesicht des Vaters und vertiefen Sie sich in Sein Wort.
Seine Adlerflügel werden Sie über jede überwältigende Flut der Versuchung
hinwegtragen.

Bibelstellen soweit nicht anders angegeben nach der Lutherübersetzung.

© 1999 by World Challenge, P.O. Box 260, Lindale, TX 75771, USA

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(Die Gemeinde in New York, wo David Wilkerson dient, heißt "Times
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