Siegfried Müller: Auffahren mit Flügeln wie Adler

Dies ist eine sogenannte Kraftverheißung Gottes und läuft mit Apostelgeschichte 1,8 parallel, wo Jesus sagt: „Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird..." Wir alle sehnen uns nach dieser Kraft aus der Höhe. Gott verheißt sie all denen, die auf ihn harren. Wie wunderbar, wenn man läuft und läuft und nicht müde wird! Das hat nichts mit natürlichen Kräften zu tun, die ja schnell verschleißen, sondern hier geht es um göttliche Energie und Ausdauer.
Das Wort „kriegen neue Kraft“ bedeutet im Hebräischen so viel wie „umkleiden“ oder Kleider auswechseln. Neue Kraft vom Herrn bekommen heißt demnach, dass er uns neue Kleider oder ein neues Kraftkleid anziehen will. Alte Segnungen mögen abgetan und verbraucht sein. Man kann ja nicht ständig von Erfahrungen und bisherigen Segnungen leben, die vergangenen Jahren angehören. Nein, heute hat der Herr ein ganz neues Erleben für diejenigen, welche ihm treu nachfolgen und gewillt sind, auf dem Glaubensweg mit Jesus Christus zu pilgern. Er hat für einen jeglichen seiner Nachfolgerinnen und Nachfolger ein passendes Gewand.
In Psalm 25,3 sagt Gottes Wort: „Keiner wird zuschanden, der auf dich harret.“ Nein, absolut keiner wird zuschanden, der sich von ganzem Herzen auf den Herrn verlässt und seiner harrt. Auch Sie, liebe(r) Leser(in), bekommen gerade jetzt beim Lesen neue Kraft vom Herrn. Er gibt Ihnen die Kraft, die Sie ganz dringend benötigen. Täglich dürfen wir neue Kraft von unserem Herrn und Meister erwarten. Er will uns mit einem Gewand aus seiner Kollektion bekleiden, maßgeschneidert und genau das, was wir unbedingt haben müssen. Es ist das Gebet und der Wunsch meines Herzens, dass er jede aufrichtige Person, die ihm treu nachfolgt, ganz neu einkleiden und mit seiner göttlichen Kraft ausrüsten kann.
Der Herr verheißt auch, dass die, welche auf ihn harren, wie ein Adler mit Flügeln auffahren werden. Nicht umsonst gebraucht hier der Heilige Geist das Beispiel des Adlers. Man sagt, dass der Adler bis zu 2 000 Meter hoch fliegen und dann die Position für lange Zeit halten kann. Gott sei Lob und Dank, dass wir mit und in Christus ebenfalls in höheren Gefilden, ich meine damit in himmlischen Höhen, weilen dürfen. Das Leben im Glauben an den Sohn Gottes ist ein Leben in Kraft und Vollmacht über den höchsten Berggipfeln der Verzagtheit und der Sünde. Diese geistliche Höhenluft tut der menschlichen Seele sowie dem Geist so gut. Schließlich wurden wir ja für diese Gemeinschaft mit dem Herrn geschaffen. Gemeinschaft mit Jesus ist die höchste Seligkeit auf Erden sowie auch die höchste Form des Gottesdienstes. Preis und Dank sei Gott dafür.
Dem Adler sagt man nach, dass er der einsamste Vogel der Welt sei. Niemals sieht man ihn in Schwärmen. Ganz allein zieht er seine Bahnen. Die schnatternden Gänse und lärmenden Spatzen hingegen können nicht allein sein, sie brauchen jemanden zur Unterhaltung. Papageien sind da, um andere zu amüsieren und nachzuplappern, doch ein Adler zieht seine Bahn allein. Gott hat ihn so geschaffen.
Ich wundere mich nicht, dass Gott in unserem obigen Text den Adler als Beispiel nimmt, denn schließlich ist es auch bei all den gottesfürchtigen Christen so, die von seiner Kraft erfüllt sind. Möge der Herr auch allen seinen Nachfolgern helfen, solche „Adlermänner“ und solche „Adlerfrauen“ zu werden.
Wenn man im vollkommenen Gotteswillen sein will, dann heißt es nicht, dass man immer in Gesellschaft sein wird. Im Alten und auch im Neuen Testament lesen wir von großen Gottesmännern, die von Gott anders geführt wurden als in großen Menschenmassen. Paulus war zehn Jahre in der arabischen Wüste allein mit Gott. Mose diente sogar vierzig Jahre in der einsamen Wüste, doch Gott sei Lob und Dank, dass diese Einsamkeit oft die Zubereitungsstätte Gottes für einen großen Dienst war und auch heute noch so ist. Sie alle, die großen Männer Gottes, harrten in ihrer Einsamkeit auf den Herrn und so bekamen sie von ihm auch neue Kraft. Gewiss, sie erhielten eine neue Kraftausrüstung vom Herrn, dass Sie auffahren konnten wie mit Flügeln des Adlers, dass sie liefen und nicht müde wurden. – Sollten auch Sie sich, liebe(r) Leser(in), derzeit in so einer gewissen Einsamkeit befinden, dann verzagen Sie nicht, sondern harren auf den Herrn, denn er wird in der Tat alles, aber auch alles, wohl machen. Der Herr gibt Ihnen die Kraft aus der Höhe, die Sie brauchen.
Jemand hat einmal gesagt, dass ein Adler es immer mit großen Dingen zu tun hat und das ist auch wahr. Hohe Berge, tiefe Täler sowie der endlose blaue Himmel sind sein weites Revier.
Auch wir haben es mit einem mächtigen Gott und seinem großen Heilsplan zu tun. Weil das so ist, sagt die Schrift: „Lasst uns aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens“ (Hiob 12,2). Lasst uns also in Nöten und bei Schwierigkeiten „aufsehen zu Jesus“, denn er ist Herr über all die Dinge, vor denen wir uns sonst fürchten müssten. – Ein Hase, der vor einem hohen Berg steht, mag denken, dass er ihn nie überwinden kann, doch der Adler fliegt einfach in die Höhe und löst damit alle Probleme.
Die Lösung aller Schwierigkeiten liegt also im Aufsehen auf Jesus und im Auffahren wie ein Adler in die Höhen Gottes. Es ist der Herr, der heute auch zu Ihnen redet.
In meinem Dienst, der mir von Christus verordnet ist, spreche ich mit Menschen, die meinen, dass ihre Probleme unlösbar für sie wären. Nun, das ist deshalb so, weil diese Personen die Berge von unten betrachten. Wir sind nicht dazu berufem wie ein Hase oder gar wie ein Maulwurf zu leben, sondern wie die Adler Gottes.
Wer seine Bibel kennt, weiß, dass auch Jesus, als er auf dieser Erde wandelte, mit furchtbaren Angriffen des Teufels und mit geistlichen und körperlichen Anfechtungen zu tun hatte. Auch er wurde hart geprüft. Gott erlaubt diese Kämpfe, weil wir uns zu bewähren haben. Wir müssen hin und wieder eine Prüfung vor Gott ablegen, damit wir wissen, wie weit wir im Glaubensleben gekommen sind.
Jesus Christus will auch Sie mit neuer Kraft, neuem Glaubensmut, neuer Freude und neuem Frieden ausrüsten. Er will auch die Krankheitsmacht in Ihrem Körper und in Ihrem Haus besiegen. „Dir geschehe, wie du geglaubt hast“ (Mt 8,13), sagt Jesus auch zu Ihnen in dieser Stunde.
Lasst uns beten. „Herr Jesus, Du kennst die Not und alle Dinge, die das Herz dieser Person hier bewegen. Du weißt um die ganze Vorgeschichte und Du siehst die große Furcht und die Verzweiflung im Herzen. Geliebter Herr Jesus Christus, lasse bitte ein Wunder geschehen. Heile Du den kranken Leib und löse alle Probleme. Lasse bitte Deine heilige Gotteskraft in den Körper dieser Person hineinströmen und heile alle Gebrechen. Ich danke Dir, Herr Jesus, dass Du dieses Gebet erhörst und alles wohl machst“
Amen
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Ein Artikel von Glaube.de mit freundlicher Genehmigung vom Missionswerk Karlsruhe www.missionswerk.de
Textbearbeitung: Jürgen Motzkus, ehrenamtlicher Redakteur bei www.glaube.de
Foto: sxc.hu
Dieser Artikel ist in der Zeitschrift "Der Weg zur Freude" Ausgabe vom September 2007 erscheinen.
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