Siegfried Müller: Jesus Christus hilft in grosser Not

Die Bibel berichtet in Matthäus 14,25-29: In der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen und ging auf dem See. Als ihn die Jünger auf dem Wasser gehen sahen, erschraken sie sehr und meinten, es sei ein Gespenst. Sie schrien laut vor Angst. Sofort rief Jesus ihnen zu: „Seid nur ganz ruhig! Ich bin es! Fürchtet euch nicht!“ Petrus aber erwiderte ihm: „Herr, wenn du es bist, so befiehl mir, auf dem Wasser zu dir zu kommen!“ Er sprach: „Komm!“ Und Petrus stieg aus dem Schiff, trat auf das Wasser und ging auf Jesus zu.
Hier haben die Jünger geradezu vor Furcht geschrien. Und doch ist uns Jesus oft näher, als wir denken und wissen. Er half durch sein Wort: Ich bin es! Wer seine Bibel kennt, weiß, dass solche Personen, welche bereit waren, für Jesus etwas zu wagen und im Vertrauen auf ihn „ein Risiko“ einzugehen, Wunder Gottes erlebt haben. Bei Petrus ging es hier in der Tat um Leben oder Tod.
Wir dürfen uns nicht wundern, wenn harte Prüfungen kommen, nachdem wir gerade einen großen Sieg errungen haben oder wenn Gott dabei ist, für uns große Tore für noch größere Segnungen zu öffnen.
Unmittelbar nachdem Jesus 5000 Männer samt ihren Frauen und Kindern mit nur fünf Broten und zwei Fischen gespeist hatte, bat er seine Jünger, ins Boot zu steigen und auf die andere Seite zu fahren. – Er aber zog sich auf einen Berg zurück, damit er allein zu seinem Vater beten konnte. Es ist anzunehmen, dass er sich bei ihm für das große Wunder bedankt hat, welches er einige Stunden zuvor durch ihn tun konnte.
Nachdem die Jünger gerade das Speisungswunder mit Jesus erlebt hatten, kam schon eine neue Glaubensprüfung auf sie zu, die für sie jedoch zu einem regelrechten Problem wurde. – Ein heftiger Sturm kam auf und bedrohte sie samt ihrem Boot. Inmitten dieser gefährlichen Situation kam aber Jesus auf den stürmischen Wellen auf sie zu, um sie zu retten. Die Jünger aber erkannten ihn in jener finsteren Nacht jedoch nicht. Sie meinten, es sei ein Gespenst und waren voller Furcht.
Aus seelsorgerlichen Gesprächen ist mir bekannt, dass es in der Nachfolge Jesu Christi nicht selten Situationen gibt, die ebenfalls wie „regelrechte Stürme“ hereinbrechen, man sich ähnlich wie die Jünger „auf stürmischer See“ befindet und sich von Jesus alleingelassen fühlt. Doch inmitten von Krisen, in denen alles um uns herum finster sein mag, kommt Jesus den Seinen, die ihm treu nachfolgen, entgegen und sagt: „Seid nur ganz ruhig! Ich bin es! Fürchtet euch nicht!“
Weil Petrus nicht sicher war, ob es wirklich Jesus ist, steht geschrieben: „Petrus aber erwiderte ihm: „Herr, wenn du es bist, so befiehl mir, auf dem Wasser zu dir zu kommen!“ Petrus bat den Herrn für etwas vollkommen Unmögliches, aber er wollte es nur auf Jesu Wort hin tun. Ohne ein persönliches Wort des Herrn ist es auch für uns unmöglich, „auf dem Wasser“ zu gehen. Wenn wir jedoch ein sicheres Wort (d. h. ein Rhema) von ihm haben, können wir alles tun. Sicher haben die Jünger im schwankenden Boot vor Furcht geschrien, während Petrus auf das Wort des Herrn
hörte, über die Bordwand stieg und auf den Wellen Jesus entgegenging.
Die Schrift sagt, dass dieser Jünger ein entschlossener Mann war, denn er redete nicht nur, sondern er fing an, nach dem Wort des Herrn zu handeln und tat das, was Jesus ihm befahl. Wohl all denen, die mitten in großen Stürmen, wenn alles aussichtslos scheint, dem Herrn dennoch vertrauen und nicht auf die drohenden Wellen sehen. Petrus marschierte nicht einfach los, als er Jesus auf dem Wasser sah, sondern stieg erst dann aus dem Boot und begann, auf dem Unmöglichen zu gehen, als er vom Herrn das deutliche Wort vernahm: „Komm!“
Um sein Leben zu retten, war dieser Jünger entschlossen, Jesu Ruf zu befolgen und das zu tun, wovor sich die anderen Jünger fürchteten. Gewiss, als Petrus begann, auf dem Wasser zu gehen, gingen die vom Sturm aufgepeitschten Wellen sehr hoch. Kaum war eine Welle vorbei, kam schon die nächste auf ihn zu.
Nun aber ist zu beachten, dass er nur sicher auf den Wellen gehen konnte, wenn er auf Jesus sah. Doch als auf einmal eine so hohe Welle auf ihn zukam, dass er für einen Augenblick den Herrn nicht mehr sehen konnte, begann er zu sinken. Doch da ergriff ihn die Hand Jesu und rettete ihn.
Als Petrus nicht mehr auf die Ratschläge der verzagten Glaubensbrüder hörte, sondern das tat, was Jesus ihm befahl, konnte er auf dem Unmöglichen sicheren Schrittes ihm entgegenlaufen. Das Wort des Herrn befähigte ihn, auf dem Problem zu gehen. Bei jedem Schritt, den er ging, sah er nicht auf die aufgepeitschten Wellen, sondern nur auf Jesus. Er ließ keinen Blick von ihm ab. Diese wunderbare Erfahrung, wie Petrus durch das Wort des Herrn auf dem Wasser gehen konnte, machten allerdings die anderen Jünger, welche ängstlich im Boot verharrten, nicht.
Wer die Stimme des Herrn erkennt und darauf eingeht, darf Wunder über Wunder erleben. Ich ermutige alle Gotteskinder, die vom Herrn ein Rhema (ein deutliches
Wort) bekommen, das zu tun, wovor sich andere fürchten, „und über die Bordwand zu steigen“, damit sich Jesus durch sie verherrlichen kann.
Nicht wenige Christen erleben auch in unseren Tagen, wie gewisse „Wellen“ auf sie zukommen, z. B. Kündigungswellen, Krankheitswellen, Verleumdungswellen, Armutswellen, Verlustwellen, Angstwellen usw.
Wenn es auch in unserer Zeit viele Probleme und Risiken gibt, die zu bewältigen sind, so wagen Sie es doch, den Willen des Herrn zu erfüllen, denn er achtet sehr darauf, dass Sie das Werk in seiner Kraft vollenden. Betrachten wir Petrus: Er begann zu gehen, obwohl er keine Kraft mehr hatte, aber Jesus half ihm auf.
Inmitten des Sturms haben wir des Herrn Stimme zu hören und das zu tun, was er befiehlt. Jesu rettende Hand ist jetzt auch nach Ihnen ausgestreckt. Ergreifen Sie diese im Glauben, dann werden auch Sie nicht untergehen. Ich ermutige Sie, geben Sie nicht auf, denn Jesus ist größer als Ihr Problem.
Sagen Sie nicht zu Gott: „Wie groß ist mein Problem!“, sondern erheben Sie Ihre Stimme und sprechen Sie zum Problem: „Wie groß ist mein Gott!“ Eine Welle kommt und geht, Jesus Christus aber bleibt für immer.
Siegfried Müller
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Ein Artikel von Glaube.de mit freundlicher Genehmigung vom Missionswerk Karlsruhe www.missionswerk.de
Textbearbeitung: Jürgen Motzkus, ehrenamtlicher Redakteur bei www.glaube.de
Foto: Siegfried Müller
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