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30-08-10

Siegfried Müller: Lieben Sie Jesus mehr als alles andere?

Die Liebe zu Jesus Christus ist das Wichtigste in der Nachfolge des Herrn; ja, sie ist das Fundament unseres Glaubens. Jesus stellte Petrus drei Mal die Frage, ob er ihn auch wirklich liebe.


Damit unterstrich er die gewaltige Bedeutung der völligen Hingabe an den Sohn Gottes. Jeder Christ, der dem Herrn nachfolgen möchte, sollte sich deshalb daraufhin prüfen und eine gründliche Nachforschung im Blick auf die echte und bedingungslose Liebe zum Herrn Jesus vornehmen.

Haben Sie Jesus wirklich von Herzen lieb? Wenn der Herr diese äußerst wichtige Frage drei Mal stellte, dann um deutlich zu machen, dass sie von außerordentlicher Bedeutung ist. Diese Frage war wie ein Pfahl, der fest eingeschlagen werden sollte. Jeder Schlag traf mitten ins Zentrum. Wiederholt fragte der Heiland: „Liebst du mich?“ – „Hast du mich lieb?" – Was würden wir denken, wenn der Herr Jesus jetzt vor uns stünde und dieselbe Frage an uns richten würde? Wissen Sie, Jesus nimmt jeden Einzelnen aus der Menge heraus, schaut ihn fest an und fragt: „Hast du mich wirklich lieb?“ Diese Frage muss doch jedes aufrichtige Menschenherz durchbohren. Nur wer Jesus und sein Wort mit ungeteiltem Herzen liebt, bekommt auch seinen ganzen Segen.

Mir tut es von Herzen leid, dass der allgemeine Trend des kirchlichen Lebens heute zu sehr auf äußerliche Dinge und Traditionen gerichtet ist und zu wenig die tiefe, brennende Liebe zu Jesus zum Ausdruck bringt. Tote Theologieformen und Dogmen vermitteln uns keinen Segen von Gott, sondern nur die innige Liebe zu unserem Herrn Jesus Christus. Was die Welt heute mehr denn je braucht, ist Jesus. Unsere Errettung liegt nicht in einem Dogma oder in einer Lebensweise, sondern allein in der Person JESU. Sie können der renommiertesten Kirche angehören, ein vorbildliches Leben führen, regelmäßig am Gottesdienst teilnehmen, geachtet sein und Geld für die Armen geben; dadurch allein wird Ihnen die Erlösung nicht zuteil. Richten Sie sich stattdessen lieber danach, was der Herr in Matthäus 11,28-30 gesagt hat: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht."

Wenn Sie diese Verse aufmerksam lesen, werden Sie feststellen, dass Jesus darin sieben Mal von sich selbst spricht. Nur in seiner Person finden Sie alles, was Sie brauchen – Ruhe, Frieden und Rettung; er allein ist der Weg, die Wahrheit und das Leben.

Im 1. Johannesbrief steht geschrieben, dass uns Gott das ewige Leben gegeben hat und der Apostel fügte deutlich hinzu: „... und solches Leben ist in seinem Sohn. Wer den Sohn Gottes hat, der hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht“ (1 Joh 5,11-12). Die Erlösung liegt also allein in der Person Jesu. Deshalb sollten wir ihn auch mehr lieben als alles andere.

Es gibt heute leider viele Menschen, die ihre Kirche und die Äußerlichkeiten toter Religionsformen mehr lieben als Jesus Christus. Es wird viel über das Christentum gesprochen, aber zu wenig über Christus. Glauben Sie mir, es wird beispielsweise vergebens sein, den Sabbat zu ehren, wenn man den Herrn des Sabbats dabei vergisst; wenn man Jesus, den Hohen Priester, außer Acht lässt. Ebenso vergebens ist es, das Hochzeitsfest zu lieben, doch den Bräutigam nicht. Der Bräutigam aber heißt Jesus Christus und er fragt Sie höchstpersönlich, ob Sie ihn auch von ganzem Herzen lieben. Lieben Sie ihn auch mehr als Ihre Hobbys, Ihre Freizeit, Ihr Auto, Ihr Bankkonto? – „Hast du mich wirklich lieber als alles auf dieser Erde?“ fragt Jesus Sie höchstpersönlich. „Liebst du mich?“ Kein christlicher Dienst schließt aus, dass diese Frage gestellt wird. Petrus war ein Apostel und doch musste er es sich gefallen lassen, dass ihn Jesus sogar drei Mal danach fragte, ob er ihn auch tatsächlich liebe. Wir können Titel, Würden, akademische Auszeichnungen der besten theologischen Fakultäten haben, unsere Namen können in der Liste der angesehensten Kirche oder Gemeinde stehen, aber im Lebensbuch des Lammes dennoch nicht eingeschrieben sein. Es hilft Ihnen auch nicht, wenn Sie da oder dort als zahlendes Mitglied eingetragen sind. Ihr Name muss im Buch des Lebens stehen, sonst sind Sie für ewig verloren. Nur wenn Sie Jesu Eigentum sind und ihn von ganzem Herzen lieben, haben Sie ewiges Leben – andernfalls nicht!

Petrus, Jakobus und Johannes waren drei wichtige Apostel. Sie waren Zeugen einiger Wunder unseres Herrn, die im Geheimen geschahen und von keinem anderen menschlichen Auge gesehen wurden. Sie sahen Jesus auf dem Berg der Verklärung, als Mose und Elia dort erschienen sind und mit dem Herrn redeten. Ja, sie sahen Jesu Herrlichkeit. Sie sahen ihn auch im Garten Gethsemane, als er in Todesangst war. Und nun beachten Sie bitte – auch wenn sie noch so bevorzugt waren, hielt es der Herr doch für wichtig, Petrus zu fragen: „Hast du mich lieb?“ Petrus konnte sagen: „Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt“ (Mt 19,27). Petrus gab sogar seinen Beruf auf und folgte dem Herrn nach, als er ihn rief.

Andererseits sollten wir aber auch wissen, dass der Ruf des Herrn deutlich vernehmbar sein muss, wenn wir um seinetwillen alles verlassen. Ich habe leider schon viele Menschen kennengelernt, die ebenfalls um Jesu willen ihren Beruf aufgaben, aber der Herr hatte sie gar nicht in seinen Dienst berufen. Oh, wenn man doch besser auf die Stimme des Herrn achten würde, dann blieben manchen Christen viele Enttäuschungen erspart. Petrus war bereits drei Jahre ein Jünger des Herrn und dennoch fragte ihn der Herr ganz eindringlich, ob er ihn auch wirklich liebe. Auch Sie mögen vielleicht schon lange dem Herrn nachfolgen. Ebenso mag es sein, dass Sie sich als guten Christen betrachten, der Sonntag für Sonntag treu in seine Kirche geht und dort sogar einen beachtenswerten Dienst tut. Aber trotzdem müssen auch Sie sich von Jesus die Frage stellen lassen: „Hast du mich von Herzen lieb?“ Mit deutlichen Worten sagt Jesus in Mt 6,33: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.“

Geben Sie dem Herrn, der jetzt vor Ihrer Herzenstür steht, selbst die Antwort. Nur wer Jesus Christus von ganzem Herzen bedingungslos liebt, wird auch seine große Liebe erfahren. Er selbst hat es gesagt: „Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren“ (Joh 15, Vers 7).

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Ein Artikel von Glaube.de mit freundlicher Genehmigung vom Missionswerk Karlsruhe www.missionswerk.de
Textbearbeitung: Jürgen Motzkus, ehrenamtlicher Redakteur bei www.glaube.de
Foto: Siegfried Müller
Dieser Artikel ist in der Zeitschrift "Der Weg zur Freude" Ausgabe vom Juli 2010 erscheinen.
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