Sigrid Baron: Mit Freuden werdet ihr Wasser schöpfen

Ein anderer Name für das biblische Laubhüttenfest - "Sukkot" - ist "Sman Simchateinu", "die Zeit unserer Freude". Dieser Name basiert auf Gottes Anordnung: Und du sollst dich an deinem Fest freuen, du und dein Sohn und deine Tochter und dein Sklave und deine Sklavin und der Levit und der Fremde und die Waise und die Witwe? (5.Mose 16,14)
Während der Sukkot-Festtage wurde zur Zeit Jesu eine interessante Tradition gepflegt: das "Wasseropfer", als eine an Gott gerichtete Bitte um den von der Jahreszeit her nun dringend erforderlichen Regen. In den frühen Morgenstunden, noch vor Sonnenaufgang, schöpfte ein Priester ein goldenes Gefäß voll normalen Wassers aus dem Teich Siloah und trug es in einer feierlichen Prozession zum Wassertor, das seinen Namen aufgrund dieser Zeremonie erhalten hatte. Am Tempeleingang wurde der Fackelzug mit drei Schofartönen begrüßt. Das Wasser wurde, gemeinsam mit dem Wein des morgendlichen Trankopfers, feierlich in zwei silberne Becken auf dem Altar ausgegossen und floss unterirdisch ab. Man sagt, dass das Volk dabei voller Freude jubilierend gesungen und getanzt haben soll. In den jüdischen Überlieferungen heißt es: "Wer die Freude beim Wasserziehen nicht erlebt hat, hat sein ganzes Leben lang keine wirkliche Freude gesehen."
Beides - Wasser wie Wein - sind Bilder für den heiligen Geist, der ausgegossen wird. Absolute jubilierende, ausgelassene Freude ist die direkt daraus resultierende Folge.
Das Wasseropfer basiert auf der bekannten Aussage in Jesaja, die ebenfalls das Thema Freude aufgreift: Siehe, Gott ist mein Heil ? der HERR, ist meine Stärke und mein Loblied, und er ist mir zum Heil geworden. Und mit Freuden werdet ihr Wasser schöpfen aus den Quellen des Heils und werdet an jenem Tage sprechen: Preist den HERRN, ruft seinen Namen aus, macht unter den Völkern seine Taten bekannt, verkündet, dass sein Name hoch erhaben ist! (Jesaja 12,2-4)
Die Zeremonie des Wasserschöpfens verband man in der jüdischen Theologie deshalb seit jeher mit dem Heiligen Geist: "Warum nennt man es das Haus des Schöpfens? Weil sie dort den Heiligen Geist schöpfen." "Warum nennt man es das Wasserschöpfen? Wegen der Ausgießung des Heiligen Geistes, wie es heißt: Mit Freuden sollen sie Wasser schöpfen aus den Quellen des Heils."
Dieses "Wasser der Freude" kommt aus den "Quellen des Heils". Interessant ist, dass das Wort "Heil" im hebräischen "Jeschua" lautet. Die Bedeutung des Namens Jeschua ist: Hilfe, Rettung, Heil, Heiland. Jeschua und Heil sind identisch, bilden eine untrennbare Einheit.
Im Johannesevangelium wird in den Kapiteln 7 bis 10 ausgiebig über die Ereignisse während des Laubhüttenfestes in Jerusalem berichtet. Jesus war auf dem wichtigen Wallfahrtfest anwesend. Passend zu der Praxis des Wasseropfers verankerte Jesus seine Aussage über das lebendige Wasser - als Bild für den Heiligen Geist - direkt in der geistlichen Bedeutung dieses hohen Festtages: An dem letzten, dem großen Tag des [Laubhütten-] Festes aber stand Jesus und rief und sprach: Wenn jemand dürstet, so komme er zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Dies aber sagte er von dem Geist, den die empfangen sollten, die an ihn glaubten ? (Johannes 7,37-39)
Diese Aussage an speziell diesem Festtag in Israel öffentlich verlauten zu lassen, hatte für alle Anwesenden eine unmissverständliche Aussagekraft. Sie verstanden: Jesus selbst bezeichnet sich als den Heilsbrunnen, den Messias, denjenigen, dessen Namen "hoch erhaben" ist.
So bildet Freude, unser Heil in Jesus Christus und der uns geschenkte heilige Geist eine wunderbare, untrennbare und unzerstörbare Einheit.
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Ein Artikel von glaube.de.
Autorin: Sigrid Baron / sigrid@gottes-haus.eu
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