Sind wir Ermutiger?
Er freut sich über jeden Fortschritt den wir tun, auf dem Weg ihm ähnlicher zu werden. Er stellt uns nicht als Dummköpfe und Versager hin, er verliert nicht die Geduld, auch wenn wir Hunderte von Anläufen brauchen bis uns etwas gelingt!
Ermutigen wir andere?
Ermutigen wir Menschen im Glauben zu wachsen, anstatt sie klein zu halten, weil wir es nicht ertragen können, daß jemand im Glauben mehr oder schneller reift in manchen Bereichen als wir es getan haben? Ermutigen wir Menschen von denen wir sehen, daß sie auf dem Weg sind ihre Sünden zu überwinden? Ermutigen wir Menschen Jesus ihr Leben zu übergeben? Ermutigen wir Menschen ihre Autorität, Vollmacht und Freiheit in Anspruch zu nehmen oder auszuüben? Ermutigen wir Menschen, andere zu ermutigen?Wie gehen wir mit den Schwächen anderer um?
Bei Menschen die wir mögen, fällt es uns leicht über Schwächen hinweg zu sehen oder ihnen zu helfen die Schwächen und Sünden zu überwinden. Denn wir wollen ja, dass es unseren Lieben gut geht. Wir gehen einkaufen, helfen putzen, geben Nachhilfe, hören zu, weinen mit, stärken die Personen im Gebet. Aber wie ist das mit Menschen die wir nicht kennen? Gut hier gewinnen die christlichen Vorsätze oft überhand, aber ermutigen wir auch? Wenn wir jemanden auf der Straße sehen der weint, gehen wir vorbei nuscheln vielleicht noch ein Stoßgebet in den Himmel: "Bitte Herr hilf dieser Person." Oder gehen wir hin und sagen. : "Ich weiss wir kennen uns nicht, aber ich sehe, daß es ihnen nicht gut geht, kann ich ihnen helfen oder darf ich für sie beten?"Da hatte ich vor ein paar Wochen ein eindrückliches Erlebnis auf der PEC in Berlin. Wir waren gerade in einer 5er-Gruppe auf dem Weg von einer Veranstaltung in unser Quartier. Wir fuhren in der S-Bahn und zwei Reihen hinter uns saß eine junge Frau die weinte. Uns war sofort klar, diese Frau braucht Hilfe und Ermutigung. Eine Mitschwester stand auf und ging zu dieser jungen Frau und fragte ganz einfach: "Darf ich für Sie beten?" Keine Ahnung wie die Frau reagieren würde, ob sie gläubig war oder nicht. Die junge Frau war sehr dankbar über das Gebet. Sie verriet zwar nicht warum sie so traurig war, aber ihr tat das Gebet sehr gut. Danach luden wir sie noch für die Abendevangelisation mit Reinhard Bonncke ein. Sie stieg zwei Haltestellen später aus, und weinte nicht mehr. Keine Ahnung, ob sie an diesem Abend ins Jahnstadion zu Bonncke gegangen ist. Aber sicherlich wird sie dieses Ereignis, daß jemand wildfremdes auf sie zukam und mit ihr betete bis heute beschäftigen. Und wird vielleicht nach diesem Jesus suchen, von dem wir geredet haben. Welch eine Ermutigung!Aber lasst uns noch einen Schritt weiter gehen. Wie sieht unsere Ermutigung bei Personen aus, die wir nicht leiden können. Aus welchen Gründen auch immer. Was ist mit der zickigen Kollegin, die immer was zu meckern hat. Ermutigen wir sie, wenn wir entdecken, dass sie in irgendeinem Bereich Probleme hat. Sie immer wieder die selben Fehler macht, oder es nicht schafft die Arbeit rechtzeitig zu erledigen, die der Chef von ihr gefordert hat. Der Chef macht sie deshalb zur Schnecke. Grinsen wir still in uns hinein oder helfen wir ihr die Arbeit zu erledigen und erzählen ihr von Jesus und ermutigen sie, daß sie es schaffen kann und jederzeit um Hilfe bitten darf. Oder den Mitbruder den wir nicht leiden können. Er müht sich mit irgendwelchen Dingen ab oder versucht Sünden zu überwinden, aber es will ihm nicht so recht gelingen. Gehen wir da hin und sagen: "Du ich weiss unser Verhältnis ist nicht das beste, aber ich möchte dir helfen zu überwinden. Ich sehe daß du Mühe hast. Kann ich dir helfen, darf ich für dich beten? Komm, ich weiß daß du es schaffen kannst! Gib nicht auf! Denn Jesus liebt dich, und will dir da raushelfen!"Bist du ein Ermutiger?
Sind wir Ermutiger? Oder lassen wir die anderen hängen und überlassen sie sich selbst, oder sticheln wir sogar in den Wunden rum oder machen uns gar lustig darüber? Oder noch schlimmer sagen wir, du schaffst das ja eh nicht, das geschieht dir recht. Oder gehören wir zu den Menschen die alles negativ und schlecht machen, sogar demotivieren?Jesus war ein Ermutiger. Im Gegensatz zu den Schriftgelehrten und Geistlichen seiner Zeit hat er die Menschen nicht verurteilt, sondern sie mit Gottes Liebe, Fürsorge und Gnade ermutigt. Ermutigung, dass ist etwas was jeder einzelne von uns braucht, in irgendeinem Bereich. Aber wir sollen auch Ermutigung weiter geben!
Alles nun, was ihr wollt, daß euch die Menschen tun sollen, das tut ihr ihnen auch! (Matt. 7,12)
Quelle: Text von Corinna Petersen / Redaktionsmitarbeiterin Glaube.de






