Takalani Musekwa: Die unausgesprochene Wahrheit über Weihnachten

Wenn Sie in der Woche vor dem 24. Dezember nach China, Indien oder Japan, in ein europäisches oder afrikanisches Land oder wohin auch immer auf der Welt reisen, werden Sie angesichts des ganzen Tamtams, das um das Fest gemacht wird, mehr als überrascht sein.
Und fragen Sie dann die Menschen, warum sie Weihnachten feiern, wird Ihnen jeder etwas anderes antworten. Leider ist es auch mit den Antworten der Christen zum Stellenwert der Geburt Jesu nicht allzu weit her. Ich glaube, dass sich uns Christen angesichts des weltweiten Echos, das Weihnachten hervorruft, eine überaus dankenswerte Gelegenheit bietet, Nicht-Gläubigen Jesus Christus näher zu bringen. Leider wissen wir oft nicht, was wir sagen sollen, wenn es um dieses Fest geht. Schnell sind wir dann mit den erklärenden Worten bei der Hand, Jesus sei ja für uns Menschen gestorben. Nun ist es aber einmal so, dass Jesus für uns starb, weil er zuvor für uns geboren wurde. Sie sehen also, ohne seine Geburt ist sein Tod für uns bedeutungslos. Die Gute Botschaft von der Erlösung nimmt mit Jesus seinen Anfang, der als Gott für uns Mensch wurde.
Warum aber ist das so?
Lassen Sie uns zunächst einmal zu den Anfängen zurückkehren. Im 1. Buch Mose 1, 27 lesen wir, dass „Gott ... den Menschen zu seinem Bilde [schuf] ...“. Damit erschöpft sich das Kapitel jedoch noch nicht. Die Menschen wurden nicht allein nach dem Bilde Gottes erschaffen, sie wurden zugleich „in Christus Jesus geschaffen“ (Elberfelder Bibel); „denn in ihm leben wir und bewegen uns und sind wir“ (Apg 17, 28, ebd.).
Zum Zweiten müssen wir bedenken, dass Gott Sie und mich aus dem einen Samen Adams erschuf, d.h. von ihm stammen wir ab. Als also Adam sündigte, sündigten wir alle mit ihm, weil wir „in Adam“ waren. Genau dies macht Paulus den Römern deutlich: „Deshalb, wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und der Tod durch die Sünde, so ist der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, weil sie alle gesündigt haben“ (Röm 5, 12). Das soll nicht heißen, dass Sie und ich danach nicht mehr sündigten. Es besagt vielmehr: „So ... haben wir alle früher gelebt. Wir haben ... getan, was unsere Triebe und Sinne verlangten. Darum waren wir wie alle anderen Menschen nach unserer ganzen Wesensart dem Strafgericht Gottes verfallen“ (Eph 2, 3; Gute Nachricht Bibel). Durch eines Menschen (Adams) Ungehorsam wurden alle zu Sündern. Sie sehen also, dass der erste Mensch, Adam, uns alle zu Sündern machte und uns allen den Tod bescherte – uns allen, weil wir in ihm waren und er an unserer statt war, als er sündigte. Das ist die schlechte Nachricht. Ich weiß, dass Sie wahrscheinlich denken werden, das sei doch wirklich nicht gerecht.
Wie können wir durch die Sünden eines einzigen Menschen zu Sündern gemacht werden? Nun, mit dieser Einschätzung stehen Sie nicht allein da. „Wenn wir uns zum ersten Mal mit dem Gedanken auseinandersetzen, aufgrund von Adams Sünde für schuldig erachtet zu werden, neigen wir dazu, dagegen aufzubegehren, weil es unfair zu sein scheint. Genau genommen haben doch nicht wir beschlossen zu sündigen, nicht wahr? Wie können wir dann als schuldig gelten? Darf nur Gott so handeln?“ (Grudem, 1994, Systematic Theology [dt.: Systematische Theologie]). Bevor Sie nun aber zum Schluss kommen, Gott sei ungerecht, lesen Sie bitte unten nach, was er für uns durch Jesus tat, und entscheiden Sie dann erneut, ob Sie ihn immer noch für ungerecht halten.
Hier nun also die Gute Botschaft zum Weihnachtsfest! Die gute Nachricht lautet, dass die Geschich- te der Menschen nicht mit dem ersten Adam endet. Wissen Sie, die Geschichte der Men- schen kann gar nicht mit Adam, der Sünde und Tod in die Welt brachte, beginnen, weil sie überhaupt nicht mit ihm ihren Anfang nahm. Die Geschichte der Menschen beginnt mit Gott. Er erschuf uns nach seinem Bilde und er erschuf uns „in Christus Jesus“, wie wir gerade gesehen haben. Deshalb kam Je- sus, als er 2000 Jahre später geboren wurde, für uns als unser zweiter Adam auf die Welt, um für uns zu vollbringen, wozu der erste Adam nicht in der Lage war. Und so war wiederum Adam, wie Paulus den Römern erklärt, ein Bild dessen, der noch kommen sollte, nämlich Jesus (Röm 5, 14). „Wie nun durch die Sünde des Einen die Verdammnis über alle Menschen gekommen ist, so ist auch durch die Gerechtigkeit des Einen für alle Menschen die Rechtfertigung gekommen, die zum Leben führt. Denn wie durch den Ungehorsam des einen Menschen die Vielen zu Sündern geworden sind, so werden auch durch den Gehorsam des Einen die Vielen zu Gerechten“ (Röm 5, 18 – 19). An dieser Stelle möchte ich deutlich ma- chen: von Geburt her war uns Adams sündi- ge Natur zu Eigen, und wir lebten daher in Verdammnis (s.a. Ps 51, 5; 58, 3). In Jesus Christus jedoch nehmen wir ein neues We- sen an, sodass wir nun „Anteil an der göttli- chen Natur bekommen“ (2. Petr 1, 4; Zürcher Bibel) und nicht länger verdammt sind. Des- halb sind wir alle in Christus Jesus gerecht- fertigt; wir sind es jedoch nicht aufgrund unseres eigenen Zutuns, sondern aufgrund dessen, was er für uns an unserer statt voll- brachte (Röm 8, 1; 2. Kor 5, 21; Phil 3, 9). Damit ist die Geburt Jesu, derer wir an Weihnachten gedenken, das größte Ereignis der Menschheitsgeschichte. Da Jesus als Mensch auf die Welt kam, nahm er als sol- cher – als unser Statthalter wie bereits Adam – unser menschliches Wesen an. Alles, was er vollbrachte, tat er für uns und in unserem Namen.
Das heißt, als er der Versuchung durch den Teufel widerstand, wurde Ihnen dies bei Gott so angerechnet, als hätten Sie selbst ihr widerstanden; und so wie Jesus ein Leben in Gerechtigkeit vor Gott führte, so wird es auch uns angerechnet, als hätten wir so gelebt; als er gekreuzigt wurde, galt dies, als seien wir mit ihm gekreuzigt worden; und mit sei- ner Auferstehung sind wir gleichsam mit ihm auferstanden; als er gen Himmel aufstieg, um seinen Platz zur Rechten des Vaters einzunehmen, wurden wir gleichsam mit ihm erhöht. Das ist die Gute Botschaft zum Weihnachtsfest. Jesus wurde für Sie geboren, auf dass er für Sie sterben konnte. Wäre er nicht als Mensch für uns eintretend in die Welt gekommen, hätte er nicht für uns in den Tod gehen können. Er kam für uns auf die Welt, lebte für uns, starb für uns, ist um unseretwillen auferstanden und für uns le- bendig. Und so vermochte Paulus den Gala- tern gegenüber zu verkünden: „Ich bin mit
Christus gekreuzigt. Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingege- ben.“ (Gal 2, 19 – 20)
Schon jetzt Realität
Sie haben die Wahl: sie können eine „Do-It- Yourself“-Glaubensvariante wählen, mit der Sie gemeinsam mit dem ersten Adam schon einmal scheiterten und auch niemals Erfolg haben werden. Oder Sie können „Ja“ sagen zu Jesus, der an Ihre Stelle getreten ist, und das Leben führen, das er Ihnen schenkt. Dies ist schon jetzt Realität. Jesus ist bereits für Sie eingetreten. Sie sind bereits dank seiner erlöst und vor Gott gerechtfertigt. Jesus sprach zu seinen Jüngern, eines Tages würden sie „erkennen, dass ich in meinem Vater bin und ihr in mir und ich in euch“ (Joh 14, 20). Bitte beachten Sie, dass er ausführte, wir würden dereinst erkennen oder gewahr werden, dass wir in ihm sind und er in uns. Auch das ist bereits jetzt der Fall, wir müs- sen es lediglich erkennen. Kein Mensch bleibt von Gott getrennt, es sei denn, aus eigener Wahl. Jesus ist im Vater, wir sind in Jesus, und Jesus ist in uns – wir sind mit dem Va- ter ausgesöhnt. Halten Sie sich also nicht von Gott fern. „Lasst euch versöhnen mit Gott!“ (2. Kor 5, 20). „Als wir Gott noch als Feinde gegenüberstanden, hat er uns durch den Tod seines Sohnes mit sich versöhnt. Dann werden wir als mit Gott Versöhnte nun erst recht durch das Leben seines Sohnes vor dem Verderben gerettet werden“ (Röm 5, 10; Gute Nachricht Bibel).
Wenn dies denn wahr ist, so mögen Sie fra- gen, warum ist unser Leben – ja, auch das vieler Christen – dann immer noch ein einziges Chaos? Nun, das ist ein Thema für einen weiteren Artikel. Einstweilen wünsche ich Ihnen „Frohe Weihnachten“. Mögen Sie Gott für die Geburt des Menschen Jesus danken und ihn an diesem Weihnachtsfest, wie vor 2000 Jahren die drei Weisen aus dem Morgenland und die Hirten auf dem Felde, finden und ihm die Ehre erweisen!
NACHFOLGE 10-12.2011
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Ein Artikel von www.glaube.de
Veröffentlichungen bedürfen der vorherigen Genehmigung der Autoren.
Autor: Takalani Musekwa, mit freundlicher Genehmigung:
Stiftung Weltweite Kirche Gottes in Deutschland
Foto: Stiftung Weltweite Kirche Gottes in Deutschland
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