Tammy Tkach: Hält Gott die Fäden in der Hand?

Viele Christen sagen gern, dass Gott alle Fäden in der Hand hält und einen Plan für unser Leben hat und dass alles, was uns widerfährt, ein Teil dieses Planes ist. Manch einer würde sogar behaupten, dass er alle Ereignisse des Tages, auch die herausfordernden, für uns arrangiert. Befreit dich der Gedanke, dass Gott jede Minute deines Lebens für dich geplant hat, oder reibst du dich an dieser Idee, so wie ich?
Ich glaube auf jeden Fall daran, dass letztendlich alles in Gottes Händen liegt, aber ich habe ein Problem mit der Vorstellung, dass er seinen Plan in unserem Leben bis ins kleinste Detail durchsetzt. Hat er uns den freien Willen gegeben oder nicht? Sind unsere Entscheidungen real oder doch nicht? Ich glaube, dass die Antwort darauf in der Dreieinigkeitsbeziehung zwischen dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist steckt. Sie handeln stets gemeinsam und nie unabhängig voneinander. In Johannes 14, 10 sagt Jesus: „Die Worte, die ich zu euch rede, die rede ich nicht von mir selbst aus. Und der Vater, der in mir wohnt, der tut seine Werke.“ Die gemeinsame Teilhabe und Teilnahme von Vater, Sohn und Geist steht hier im Mittelpunkt.
Jesus nennt uns Freunde (Joh 15, 15) und Freunde beteiligen sich immer gemeinsam an einer Beziehung. In einer Freundschaft geht es nicht darum, einander zu kontrollieren oder sich gegenseitig in einen vorgefertigten Plan zu zwingen. Bei einer Freundschaft steht immer die Liebe im Mittelpunkt, die aus freien Stücken gegeben und angenommen wird. In einer Freundschaft teilt man gemeinsame Erfahrungen, steht sich einander in guten und in schlechteren Zeiten zur Seite, genießt, schätzt und unterstützt einander.
Unsere Freundschaft mit Gott trägt auch diese Eigenschaften. Gott ist natürlich nicht nur ein Freund, sondern der Herrscher des ganzen Univer- sums, der uns bedingungslos liebt. Deshalb ist die Beziehung, die wir zu ihm haben, noch viel echter, als die Freundschaften zu unseren men- schlichen Lebensbegleitern. Jesus verhilft uns durch den Heiligen Geist zu einer eigenen, ganz persönlichen Liebesbeziehung mit dem Vater. Wir dürfen Teil dieser Beziehung sein, weil Gott uns liebt, und nicht, weil wir irgendetwas getan haben, um diese Teilnahme zu verdienen.
Mit diesem Hintergrund kann ich mir den einen umfassenden Plan für mein Leben vorstellen: die Erlösung, ein Leben in Christus, Gott in und durch den Geist zu kennen und am Ende ein unendliches Leben in der Ewigkeit Gottes. Aber das heißt nicht, dass ich Gottes Wirken in den kleinen Dingen meines Lebens deshalb nicht berücksichtige. Jeden Tag sehe ich, wie seine starke Hand in meinem Leben wirkt: von der Art, in der er mich ermutigt und mich an seine Liebe erinnert, bis zu der Weise, auf die er mich führt und beschützt. Wir gehen sozusagen Hand in Hand durch dieses Leben, weil er mich liebt, und jeden Tag bete ich dafür, dass ich auf seine sanfte Stimme höre und auf sie antworte.
Hat er dafür gesorgt, dass ich einen Parkplatz direkt vor dem Geschäft bekommen habe oder dass ich ein Glas zerbrochen und mir in den Fuß geschnitten habe? Dass würde ich wirklich bezweifeln. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Gott nicht jedes klitzekleine Detail meines Lebens geplant und ausgeführt hat. Ich bin davon überzeugt, dass Gott alles, was in meinem Leben passiert, so nutzen kann, dass es sich zum besten für mein Leben entwickelt. Aber eines weiß ich ganz sicher: er ist es, der mich leitet, führt, begleitet und immer an meiner Seite ist und mich tagtäglich an seine Allgegenwärtigkeit erinnert.
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Ein Artikel von www.glaube.de
Veröffentlichungen bedürfen der vorherigen Genehmigung der Autoren.
Autorin: Tammy Tkach, mit freundlicher Genehmigung:
Stiftung Weltweite Kirche Gottes in Deutschland
Foto: WKG
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