Druckversion
Dieser Text ist ein Artikel der Kategorien:
27-02-04

Torsten Reichold: Das Feuer Gottes

Eine der Fragen, die ich mir selbst am häufigsten stelle - und die ich auch von anderen sehr oft höre - ist: "Wie kann ich das Feuer Gottes bekommen, oder wie kann ich das Feuer Gottes in meinem Leben am Brennen halten?" Anders formuliert: "Wie stelle ich es an, dass Gottes Feuer in mir heller und heißer lodert, anstatt herunterzubrennen und eher an einen Glimmstab als ein Lagerfeuer zu erinnern?"


Nun, zuerst einmal, es gibt auch dann Hoffnung, wenn unser Zustand wirklich nur dem eines glimmenden Dochtes entspricht, da uns die Schrift über Jesus sagt: <FONT color=#0000ff>E</FONT><FONT color=#0000ff>in geknicktes Rohr wird er nicht zerbrechen, und einen glimmenden Docht wird er nicht auslöschen, bis er das Gericht hinausführe zum Sieg. (Matthäus 12:20)</FONT> Natürlich ist dieser Zustand nicht befriedigend, natürlich ist es nicht das, wozu wir berufen sind - aber wir sollten uns davor hüten, uns selbst und andere aufzugeben, zu resignieren. Schon gar nicht sollten wir uns über andere erheben, urteilen und verurteilen, nur weil unser Feuer etwas heller brennt als deren Flamme.

Rick Joyner schreibt in seiner Lehrserie über die Endzeit sehr viel über Wiederherstellung und ich möchte hier folgendes Zitat aus dem "Wort zur Woche" vom 03.11.2003 einfügen: "Um es noch einmal zu wiederholen, es gibt, wie Petrus sich ausdrückt, eine Zeit der <FONT color=#0000ff>"Wiederherstellung aller Dinge</FONT><FONT color=#0000ff>" </FONT>(Apg. 3:21). Letztendlich wird alles in seinem ursprünglichen Zustand und zu seiner ursprünglichen Absicht wiederhergestellt. Behalte das in deinem Herzen, denn es bedeutet in der Praxis, dass du nichts und niemanden aufgeben kannst. Es bedeutet, dass egal wie tief ein Mensch oder eine Gruppe an den Feind gefallen scheint, sie können und werden am Ende wiederhergestellt. Deshalb geben wir die Hoffnung für nichts und niemand auf." Also: Wie tot auch eine Gemeinde, eine Gruppe, ein Christ scheint, oder wie tot du dir vielleicht selbst vorkommst: Solange noch ein Funken Leben da ist, besteht Hoffnung.

Wie lässt sich das Feuer wieder entfachen? Wie erhalte ich es am Brennen? Wie wächst es so, dass es auf meine Umgebung überspringt?

O
bwohl ich jetzt von meiner eigenen Erfahrung ausgehe, haben es meisten von uns es sicher auch schon erlebt: Wir waren auf einer Konferenz, in einer gesalbten Veranstaltung, wir haben Männer Gottes getroffen oder Gott hat unser Herz durch ein Buch, eine Kassette, einen Film berührt und wir haben gespürt, wie das Feuer in uns entfacht wurde. Vorher brannte oder glühte es ruhig vor sich hin und plötzlich lodern Flammen auf, uns wird heiß, wir wollen beten, Gott preisen, Zeugnis geben...
Ich rede jetzt nicht von einem emotionalen Hochgefühl oder dergleichen, auch wenn das leider oft auf Veranstaltungen und Konferenzen erzeugt wird (sogar gewollt - ganz bewusst). Ich traue uns allen zu, dass wir diese Dinge unterscheiden können. Ich rede von einer echten Berührung des Geistes, von echter Buße, von wirklichem Feuer... Wir nehmen uns vor: "Oh ja, ab heute werde ich Gemeinschaft mit Gott habe, ab heute werde ich Sein Wort lesen, von heute an werde ich nicht mehr von Seinem Weg abgehen, von heute an, werde ich meiner Bestimmung in Ihm nachjagen, Sünde wird aus meinem Leben verschwinden..."
Und es kommt wirklich aus dem Herzen. Wir haben auf einmal eine Sehnsucht nach einem heiligen Leben. Wer hat das noch nicht erlebt? Ich schon oft!

Das ist etwas, was nur Gott tun kann. Wenn wir das Bild des Feuers nehmen, ist es der Wind des Heiligen Geistes, der dieses Feuer entfacht. Wir können das nicht selbst hervorbringen. Was wir allerdings tun können: Ihn um diesen Wind anzuflehen, beständig und ohne Nachzulassen. Machen wir das? Ist unsere Sehnsucht groß genug? Und obwohl ich diese Frage beschämenderweise (zumindest für mich) mit Nein beantworten muss, hat Gott diese Gebete in unserer Zeit schon oft erhört!

Einer der Leiter in der walisischen Erweckung um die letzte Jahrhundertwende hat 15 Jahre gebetet, nur um den Heiligen Geist zu empfangen. Das heißt, er war auf jeder Gebetsversammlung, in jedem Gottesdienst. Immer wieder sehen wir in der Geschichte, wie Gottes Feuer durch anhaltendes Gebet entfacht wurde; durch Menschen, die Ihn mit ganzem Herzen gesucht haben, die sich nicht mit dem Zustand, in dem sie selbst und ihre Umwelt sich befanden, zufrieden gaben. Hier ein Bericht, wie die Erweckung auf den Hebriden vor etwa 50 Jahren begann:

"Zwei alte Frauen, eine von ihnen 84 Jahre alt, eine 82, eine von ihnen völlig blind, hatten eine große Last wegen des erschreckenden Zustandes ihrer Pfarrgemeinde. Es war so, dass nicht ein einziger junger Mensch an den Veranstaltungen der Gemeinde teilnahm. Nicht ein einziger junger Mann, oder eine einzige junge Frau besuchten die Kirche. Sie verbrachten ihren Tag mit den verschiedensten Aktivitäten, aber die Kirche hatte keinen Platz in ihren Gedanken. Und diese zwei alten Frauen waren sehr beunruhigt darüber und machten daraus ein besonderes Gebetsanliegen.
Ein Vers packte sie auf besondere Weise: "Denn ich will Wasser gießen auf das Durstige, und Ströme auf das Dürre." Sie hatten eine solche Last, dass sie sich entschieden, zweimal die Woche viel Zeit im Gebet dafür zu verbringen. So gingen sie um zehn Uhr abends auf ihre Knie und beteten bis 3 oder 4 Uhr früh - zwei alte Frauen in einer sehr bescheidenen Hütte.
Eines Nachts hatte eine der beiden eine Vision. Denkt daran, in Zeiten der Erweckung arbeitet Gott oft auf wunderbare Weise. Eine der beiden sah in dieser Vision die Kirche ihrer Väter voller junger Menschen. Ein Fremder stand auf der Kanzel und predigte. Sie war so bewegt durch diese Vision, dass sie nach dem örtlichen Pfarrer schickte. Und der nahm ihre Einladung sofort an, weil er die beiden alten Frauen kannte und wusste, dass sie Gott auf wunderbare Weise kannten.
An diesem Morgen sagte eine der beiden Frauen zum Pfarrer, "Sie müssen etwas tun! Ich schlage vor, sie rufen alle zusammen, die in der Gemeinde dienen, damit sie wenigstens zwei Nächte in der Woche mit uns im Gebet verbringt. Dienstag und Freitag können Sie sich mit den Ältesten in der Gemeindescheune treffen und beten, während wir hier beten.
Genau das geschah, der Pfarrer rief seine Mitarbeiter zusammen und sieben von ihnen beteten jeden Dienstag und Freitag in der Scheune. Auch die zwei alten Frauen gingen auf ihre Knie und beteten.
Das ging einige Wochen so, ich glaube etwa anderthalb Monate..."

Ich könnte weiter und weiter aus diesem Bericht zitieren, aber ich hoffe, ihr nehmt euch die Zeit und lest ihn selbst.
Worauf ich hinaus will: Wenn es etwas gibt, was wir tun können, um Gott zu bewegen, Sein Feuer auszugießen oder Seinen Wind zu schicken, um die Glut in der Asche neu zu entfachen, ist es anhaltendes Gebet aus einen zerbrochenen Herzen.

Also noch einmal die Frage: Tun wir das? Beten wir anhaltend, oder nur ab und zu - aber dann mit charismatischer Leidenschaft?

Die beiden alten Frauen in Lewis (so hieß die Insel) beteten nicht in Zungen (wer den Bericht ganz liest, wird das sehen) - aber sie berührten Gottes Herz. Ich will damit nicht sagen, wir sollten nicht mit Leidenschaft oder im Geist beten! Wir sollten jedoch nicht nur ab und zu beten, und wenn wir mit Leidenschaft beten, dann sollte diese echt sein. Wenn wir schreien, dann sollte dieser Schrei aus unserem Herzen kommen, und nicht, weil uns jemand gesagt hat, wir müssten schreien, damit unser Gebet Kraft hat. Das gilt natürlich auch andersrum - wenn ein Schrei in deinem Herzen ist, dann flüstere nicht, weil dir vielleicht jemand gesagt hat, nur stilles Gebet ist dem Herrn wohlgefällig.

Wir haben bereits festgestellt, dass die meisten von uns eine solche Berührung Gottes, einen Wind des Geistes, bereits erlebt und gespürt haben. Vielleicht nicht so, wie auf der Insel Lewis, wo die Furcht Gottes schließlich auf die ganze Bevölkerung fiel, aber wir persönlich, unser Hauskreis, unsere Gemeinde hat sicher schon solche Zeiten erlebt.
Die Flammen haben hoch gelodert, der Lobpreis war voll der Gegenwart Gottes, die Menschen strömten zum Altar, um Buße zu tun, Sünder bekehrten sich. Eine Woche später war, mehr oder weniger, alles wie vorher. Natürlich, einige sind ein Stück in ihrem Glauben gewachsen, vielleicht ist sogar jemand in seine Berufung eingetreten, ein Zehntel der neu Bekehrten ist geblieben (was statistisch gesehen sogar sehr viel ist).
Bitte versteht mich nicht falsch, wir brauchen diese gesalbten Wochenenden, wir brauchen solche Erlebnisse, und ich wage mir nicht vorzustellen, wie es ohne diese bei uns aussehen würde. Die meisten von uns können rückblickend einen guten Teil ihres geistlichen Wachstums an solchen Ereignissen festmachen.
Wenn du diese Zeilen liest und merkst, dass du noch nie so eine Zeit mit Gott in deiner Gemeinde erlebt hast, dann bete darum. Ich möchte dir außerdem nahe legen, ab und zu Gemeinden oder Versammlungen zu besuchen, wo du Gottes Gegenwart auf diese Weise erleben kannst. Wenn du keine Gemeinde besuchst, dann bitte Gott, dir eine solche Gemeinde zu zeigen! Um es noch mal zu wiederholen: Die meisten von uns können rückblickend einen guten Teil ihres geistlichen Wachstums an solchen Ereignissen festmachen. Aber, was für ein Unterschied, wenn wir noch mal den Bericht von den Hebriden anschauen - ich zitiere einige Sätze vom Ende des Berichts:

Ihr fragt mich vielleicht, "Was ist die Frucht einer solchen Bewegung?" Vor nicht allzu langer Zeit wurde der Geistliche einer Gemeinde gebeten, der Kirche Schottlands einen Bericht zu geben. Einen Bericht über die Frucht der Erweckung. Blieben sie fest? Gab es Rückfälle? Er schrieb: "Ich werde den Bericht auf meine eigene Pfarrei beschränken - ich möchte den Geistlichen der anderen Pfarreien die Möglichkeit geben, ihre eigenen Gedanken darzulegen. Lasst mich aber über meine eigene Pfarrei sprechen. In meinem Dorf fanden 122 junge Leute zum Glauben, ich spreche jetzt nicht über die mittleren Alters und die Alten. Auch sie waren wundervoll, aber ich denke an die jungen Leute. 122 von ihnen, alle älter als 17 Jahre. Sie fanden ihren Retter am ersten Tag der Erweckung. Heute kann ich sagen, dass sie alle wie Blumen im Garten Gottes wachsen. Es gibt keinen einzigen unter ihnen, der abgefallen wäre."
Wenn ihr doch nur die jungen Leute kennen würdet, die auf die Bibelschule gingen und heute Missionare sind, die Menschen, die dadurch in allen Teilen der Welt in die rettende Beziehung mit dem Herrn gekommen sind. Oh, wie wir Gott für den Strom der jungen Menschen danken, die in den Dienst gegangen sind…

Was war die Frucht bei uns selbst? Was blieb als Frucht, als Gott unsere Gemeinde, unsere Familie oder uns selbst heimsuchte? Oft sind wir die eine oder andere Sünde losgeworden, haben jetzt ein bisschen mehr Erkenntnis und sind ein Stückchen näher an unserer Berufung. Das ist alles sehr wertvoll! Aber was ist es im Vergleich zu dem, was Gott in unserem Leben tun kann, wenn das Feuer hell am Brennen bleibt.
Natürlich hat jeder Christ einmal in seinem Leben eine Berührung mit Gott gehabt, aus der bleibende Frucht blieb - nämlich ein neues Leben. Wäre dem nicht so, würdest du diese Zeilen nicht lesen. Das Feuer ist auch nie ganz verloschen, sonst würdest du diese Zeilen auch nicht lesen.
Aber ist die Sehnsucht nach mehr, nach einem hell lodernden Feuer, nach machtvollem Wirken Gottes in unserem Leben gestillt worden?

Also, was müssen wir tun, damit die Flammen nicht herunterbrennen? Was müssen wir tun, damit das Feuer wächst und heißer wird? Es gibt keine Zauberformel, mit der wir Gott zwingen könnten, etwas zu tun. Es gibt keine Anstrengung, die wir unternehmen könnten, um damit eine automatische, berechenbare Reaktion des Königs aller Könige hervorzurufen. Seine Gedanken sind höher als unsere Gedanken und Seine Wege höher als unsere Wege. Er kann uns zwar Seine Gedanken offenbaren und Er kann uns Seine Wege lehren. Aber wir können Seine Wege nicht ohne Ihn, unabhängig von Ihm gehen. Wir sind dazu berufen, nahe bei Ihm zu sein und durch die Gemeinschaft mit Ihm sein Herz zu erkennen.

Es gibt jedoch Voraussetzungen, die wir schaffen können und müssen. Der Erweckungsbericht von den Hebriden zeigt das erste Prinzip:

In einer Nacht - ich will, dass ihr das ganz genau versteht - in einer Nacht als sie wieder in der Scheune knieten und Gott an sein Versprechen erinnerten "Ich will Wasser gießen auf das Durstige und Ströme auf das Dürre.", stand ein junger Mann, ein Diakon der Gemeinde, auf und las aus Psalm 24: " Wer darf auf des HERRN Berg gehen, und wer darf stehen an seiner heiligen Stätte? Wer unschuldige Hände hat und reinen Herzens ist, wer nicht bedacht ist auf Lug und Trug und nicht falsche Eide schwört: der wird den Segen (nicht einen Segen- sondern DEN Segen) vom Herrn empfangen." Und dann schloss der junge Mann seine Bibel. Während er auf die Amtsinhaber und Diener der Gemeinde schaute, sagte er die folgenden, groben Worte: "Es scheint mir großer Humbug zu sein, wenn wir so beten wie wir beten und so warten, wie wir warten, wenn wir selbst nicht in der richtigen Beziehung zu Gott stehen." Er erhob seine beiden Hände - ich erzähle euch das so, wie der Pfarrer es mir erzählte - er hob beide Hände und betete, "Gott, sind meine Hände unschuldig? Ist mein Herz rein?" Aber er kam nicht weiter. Er fiel auf seine Knie und dann fiel er in Trance. Nun, verlangt nicht von mir, dass ich das erkläre, weil ich das nicht kann. Er fiel in eine Trance und lag dort auf dem Boben der Scheune. Und, um mit den Worte des Pfarrers zu sprechen, in diesem Moment wurden alle Anwesenden von der Überzeugung erfasst, dass gottgegebene Erweckung immer mit Heiligkeit und Gottgefälligkeit verbunden sein muss. Sind meine Hände unschuldig? Ist mein Herz rein? So musste der Mann sein, dem Gott Erweckung anvertraut, das wurde zur Überzeugung.
Nach diesen Ereignissen in der Scheune wurde die ganze Pfarrei von der Kraft Gottes entflammt.

Ein reines Herz. Ein heiliges Leben.

Jeder von uns hat das schon gehört und gelesen. Die Frage stellt sich natürlich: Wie kann ich ein reines Herz haben, ein heiliges Leben führen, ohne dass das Gottes Feuer in mir brennt, um mich zu läutern? Gar nicht! Und anders herum: Wie kann ich das Feuer Gottes empfangen, ohne ein reines Herz? Auch nicht! Das sieht aus wie eine Zwickmühle. Ich möchte jetzt nicht nach einer theologisch tief gegründeten Antwort suchen, sondern das, was ich ganz praktisch in meinem Leben und aus dem Leben anderer erfahren habe, erzählen. Es lässt sich sicher viel über ein heiliges Leben schreiben, was den Rahmen dieses Artikels sprengen würde, aber ich möchte jeden ermutigen, sich anhand der Bibel eingehend mit diesem Thema zu befassen. Ich möchte, dass du, wenn du diese Zeilen liest, dein Herz prüfst, ob du nicht die selben Dinge darin zugelassen hast, wie ich.
Wenn ich zurückschaue und mich frage, warum das lodernde Feuer in meinem Leben immer wieder heruntergebrannt ist, stelle ich fest, dass der Heilige Geist in diesen Zeiten sehr oft auf bestimmte Dinge in meinem Leben gezeigt hat, die ich ändern sollte, für die ich Buße tun sollte, die ich aus meinem Leben schaffen sollte. Manchmal habe ich das gemacht, aber sehr oft auch nicht. Es ist relativ einfach, in dem Hochgefühl, das wir während der Heimsuchung Gottes haben, diese unangenehmen Dinge zu verdrängen. Ich mag vielleicht sogar zum Altar gehen, um mit den Lippen Buße zu tun, um Gott zu sagen: "Ich werde alles für dich tun!", mich aber im Herzen nicht dafür entscheiden, diese Dinge in aller Konsequenz durchzuziehen.
Das ist wie der Versuch, das Feuer Gottes auf einen bestimmten Teil unseres Seins zu begrenzen. Wir bauen eine Art Ofen um das Feuer Gottes, es soll schön warm halten, aber bitte nicht unangenehm heiß werden. Mit anderen Worten, es soll unter Kontrolle bleiben. Was hat Jesus über die (Lau)warmen gesagt?

Wenn wir das Feuer Gottes einmauern, wird es sehr bald ersticken! Das Feuer Gottes dient unter anderem zu unserer Heiligung, aber wenn wir unsere Heiligung nicht zulassen, lehnen wir auch das Feuer Gottes ab. Es ist diese Entscheidung unseres Herzens, die in vielen Situationen unser weiteres Schicksal bestimmt. Ich denke, die meisten von uns wissen das auch.
Ich möchte euch kurz erzählen, wie das Feuer Gottes in mein Leben kam. Ich war schon viele Jahre Christ, darunter auch viele Jahre, in denen ich weit von Gott entfernt lebte. Aber ich war sein Eigentum! Wenn du einmal eine bewusste Entscheidung getroffen hast, dein Leben in Seine Hände zu legen, dein Leben Ihm zu widmen, bist und bleibst du Sein Eigentum.
Auch wenn du vom Herrn weggegangen bist und denkst, du hast nichts mehr mit ihm zu tun, du bist dennoch ein Christ, wenn du dich einmal dafür entschieden hast. Du magst ein miserabler Christ sein und du wirst dich mit Sicherheit miserabel fühlen, aber du bist ein Christ.
Aber zurück zu mir. Ich versuchte gerade wieder recht oder schlecht mit dem Herrn zu leben, ein Leben mit einigermaßen christlichen Maßstäben zu führen. Ich besuchte wieder eine Gemeinde und betete um Veränderung meines Lebens. Eines Tages besuchte uns ein Mann Gottes. Gott gebrauchte an diesem Abend diesen einen Mann, durch den Er zu mir (und meiner ganzen Familie) sprach. Da wir aus einer traditionellen Gemeinde kamen, hatten wir nie die Taufe im Heiligen Geist erfahren.
Das soll nicht heißen, dass es die in traditionellen Gemeinden nicht gäbe - in einigen wird sogar darüber gelehrt. Aber wir hatten sie nie empfangen, obwohl wir durch Bücher oder Kassetten darüber wussten und sie auch als biblisch empfanden.
Dieser Mann fragt uns also unvermittelt nach der Taufe im Heiligen Geist und lässt sich auch durch kluge (Aus)Reden nicht von diesem Thema abbringen. Und ich wußte ganz genau, dass das bedeutete, die Kontrolle über mein Leben nun wirklich in Gottes Hand zu legen. Vor meinem inneren Auge erschienen alle möglichen Konsequenzen, die das nach sich ziehen würde: das nicht mehr tun, jenes lassen, da und dort hingehen und Buße tun (das Gesicht verlieren). Mein alter Mensch häufte einen riesigen Berg an Schwierigkeiten vor mir auf, um mich von dieser Entscheidung abzuhalten. Ich hatte einige Minuten mit mir zu ringen, ehe ich diese Entscheidung traf - Ja ich will den Geist Gottes in meinem Leben, ich will das Feuer Gottes in meinem Leben. Und es fiel an diesem Abend auf meine ganze Familie und ist seitdem nie mehr erloschen.
Es war also die Entscheidung meines Herzens, die dem Feuer Gottes uneingeschränkt Raum gab, in meinem Leben zu wirken, die Entscheidung, wirklich ein Heiliges Leben in aller Konsequenz zu führen. Und das Feuer Gottes kam, und begann, mein Leben zu reinigen.
Seit diesem Abend habe ich oft wieder mit ähnlichen Entscheidungen vor Gott gestanden: "Lasse ich es zu, dass sein Feuer auch in diesen Bereich meines Lebens kommt?" Und viel zu oft habe ich diese Entscheidung nicht getroffen, habe sie weg geschoben, verdrängt oder vergessen und damit dem Feuer Einhalt geboten. Und oft ging es mir dann einige Tage später schlechter als vorher.

Wozu dient eigentlich Sein Feuer in unserem Leben?

Ich möchte das an dieser Stelle erst einmal nur auf unsere Reinigung beziehen. Paulus schreibt in 1.Korinther 3:12-17: <FONT color=#0000ff>Wenn aber jemand auf den Grund Gold, Silber, kostbare Steine, Holz, Heu, Stroh baut, s</FONT><FONT color=#0000ff>o wird das Werk eines jeden offenbar werden, denn der Tag wird es klarmachen, weil er in Feuer geoffenbart wird. Und wie das Werk eines jeden beschaffen ist, wird das Feuer erweisen. </FONT><FONT color=#0000ff>Wenn jemandes Werk bleiben wird, das er darauf gebaut hat, so wird er Lohn empfangen; w</FONT><FONT color=#0000ff>enn jemandes Werk verbrennen wird, so wird er Schaden leiden, er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer. </FONT><FONT color=#0000ff>Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? </FONT><FONT color=#0000ff>Wenn jemand den Tempel Gottes verdirbt, den wird Gott verderben; denn der Tempel Gottes ist heilig, und der seid ihr.
</FONT>
Es geht zwar hier um den Dienst, das Werk - aber das Werk ist der Tempel Gottes. Der Tempel Gottes aber sind wir. Wir sollen durch das Feuer zu einem heiligen Tempel werden. Gott hat von Anbeginn all das Potenzial in den Menschen hineingelegt, um hinzugelangen <FONT color=#0000ff>zur vollen Mannesreife, zum Vollmaß des Wuchses der Fülle Christi (Epheser 4:13)</FONT>
Ein Bild der Bibel für dieses geschehen ist die Läuterung von Gold. Ich stelle mir unser Potenzial als den Gesamtgehalt von Gold in einem Berg vor. Diese Menge Goldes wird am Ende genug sein um ein bestimmtes Werk daraus zu formen(das Vollmaß des Wuchses Christi). Der Abbau und die Läuterung dieses Goldes erfordern jedoch viel Arbeit (Opfer, Gebet) und Energie (Feuer).
Die meisten von uns haben nun an lohnenden Stellen schon Stollen in den Berg getrieben und auch einiges Gold herausgeholt. Wir denken, das sei genug und alles andere sei nicht abbauwürdig. Was wir haben ist aber noch nichts im Vergleich zu der wirklich dort lagernden Menge. Nur wenn wir das ganze Gold aus diesem Berg herausholen, werden wir das Vollmaß Christi wirklich erreichen.
Ist das überhaupt möglich? Nun zumindest Jesus hat das getan und wir sind berufen, so wie Er zu leben und die Werke zu tun, die Er tat. Von Michelangelo wird berichtet, er habe von sich selbst gesagt, dass er seine Skulpturen nur vom überflüssigen Sein befreit habe. So müssen auch wir unser Leben von allem <FONT color=#0000ff>"</FONT><FONT color=#0000ff>Holz, Heu und Stroh</FONT><FONT color=#0000ff>"</FONT> befreien lassen, um zu dem zu werden, was der Schöpfer schon immer in uns gesehen hat. Das geschieht durch das Feuer Gottes.

Das zweite Prinzip ist das Opfer. Wenn dieses Wort in der Predigt erwähnt wird, denken die meisten automatisch an Geld und oft wird auch genau darüber gesprochen. Trotzdem möchte ich hier nicht in erster Linie über dieses Opfer sprechen. Ich habe schon oft Prediger sagen hören: "Gott schickt kein Feuer, wenn kein Opfer auf dem Altar liegt." Diese Aussage ist richtig, obwohl ich sie persönlich nicht direkt auf materielle Opfer beziehe.

Lasst uns einmal das Opfer im Fall der Erweckung auf den Hebriden betrachten. Ich greife nur einige Sätze heraus, die deutlich machen, was ich meine:

So gingen sie Dienstag und Freitag um zehn Uhr abends auf ihre Knie und beteten bis 3 oder 4 Uhr früh - zwei alte Frauen in einer sehr bescheidenen Hütte ...
... ihr wenigstens zwei Nächte in der Woche mit uns im Gebet verbringt...
... "Ich weiß, Mr. Campbell, dass Sie sehr müde sind, nachdem Sie den ganzen Tag erst mit der Bahn und dann mit dem Dampfer gereist sind. Und ich bin sicher, dass Sie bereits auf das Abendessen und das Bett warten. Aber ich frage mich, ob Sie nicht auf dem Weg nach Hause anhalten und einige Worte zur Gemeinde sprechen können, die sich gegen 21.00 Uhr in der Kirche versammelt. Es wird eine kurze Versammlung sein, wir werden dann schnell nach Hause kommen, und Sie bekommen Ihr Abendessen und Ihr Bett und können bis morgen ausruhen." Es wird euch vielleicht interessieren, dass ich das Abendessen nie bekam....
Es war normal, dass diejenigen, welche in der Nacht Gott gefunden hatten, mittags schon in der Gebetsstunde waren. Gebetstreffen fanden jeden Mittag statt. Zu dieser Zeit ruhte die Arbeit für zwei Stunden - alle Webstühle standen still. Für zwei Stunden ruhte auch die Feldarbeit und die Männer versammelten sich zum Gebet.
... 15 Meilen von dieser Insel schaute ein Schulmeister über seine Papiere, als ihn plötzlich die Furcht Gottes erfasste.  Und er sagte zu seiner Frau: "Frau, ich weiß nicht, was mich nach Barvas zieht, aber ich muss gehen." Seine Frau protestierte: "Aber es ist beinahe 10 und du willst nach Barvas....Und er fand jemand, der ihn zur Fähre brachte, jemand, der ihn hinüber fuhr, und ich leitete um Mitternacht gerade eine Versammlung in einem Bauernhaus, als der Schulmeister zur Tür hereinkam. Sie machten ihm Platz und innerhalb weniger Minuten pries er Gott für seine Errettung....

Ich denke, daraus wird deutlich, welche Art Opfer ich meine. Dieses Opfer bringt das Feuer Gottes und dieses Opfer ist es auch, welches das Feuer Gottes am Brennen erhält. Jeder, der sich einmal mit der Geschichte der Herrenhuter Brüder beschäftigt hat, weiß, dass das Feuer unter ihnen eine sehr lange Zeit brannte. Es wurde gespeist durch die Opfer der Menschen dort, ihre Gebetswachen, ihre Hingabe. Diese Hingabe ging so weit, dass sie sich selbst verkauften, um per Schiff in die äußersten Winkel der Welt zu gelangen und dort das Evangelium zu verkünden. Viel mehr Menschen, als wir vielleicht denken, wurden über die Jahrhunderte durch ihren Dienst direkt oder indirekt gesegnet.

Obwohl es natürlich in letzter Konsequenz darum geht, unser ganzes Leben als Opfer auf den Altar zu legen, will ich euch nicht mit solchen Dingen erschrecken, sondern ein ganz praktisches Beispiele aus meinem Alltag geben.

Letzte Woche war ich in einer Nachbargemeinde auf einer Versammlung, die von einem gesalbten Team geleitet wurde. Die Salbung Gottes war da, die Versammlung dauerte bis weit nach Mitternacht und nach einigen Gesprächen waren wir erst halb drei zu Hause. Wir lasen noch aus der Bibel, beteten und sprachen über Gott. Sein Feuer brannte hell in meinem Herzen. Ich hätte die ganze Nacht beten können... Aber irgendwie gewann die Vernunft die Oberhand und ich beschloss, einige Stunden zu schlafen - mit dem festen Vorsatz, früh aufzustehen und vor dem Gottesdienst noch eine lange Zeit der Gemeinschaft mit Ihm zu haben.
Bitte versteht mich nicht falsch - ich halte es für sehr wichtig, auf unsere Gesundheit zu achten, schließlich ist unser Leib Sein Tempel. Ich halte nicht viel von religiös bemühten Gebetsnächten, wo 80 % der Leute nur kommen, um sich nicht als Nichtbeter zu outen. Aber es gibt eine Zeit, in der wir einfach aufbleiben sollten, um unsere Gewohnheit und unsere Ruhe dem Feuer Gottes zu opfern. Ich brauche wohl nicht zu sagen, dass aus der morgendlichen Gemeinschaft mit Gott nichts wurde. Sogar zum Gottesdienst kamen wir zu spät und unausgeschlafen. Das Feuer vom Abend war zwar nicht erloschen, aber so wie ein Lagerfeuer am Morgen, war es fast ganz heruntergebrannt. Es ist diese Haltung die Jesus im Gleichnis vom Sämann beschreibt, die das Feuer oft erstickt - die Sorgen dieser Welt. Das sind nicht nur Sorgen, sondern auch Gewohnheiten, unsere Vernunft (Vernünfteleien) unser Mangel an Vision, der Alltag eben.

Ist nicht die Gegenwart Gottes und Sein Feuer wichtiger als alles andere?

"Nun, schön und gut, ich habe heute einen Termin, den ich nicht verschieben kann! Danach werde ich aber sofort dort weitermachen, wo ich jetzt aufhöre." Meistens gibt es dann kein danach - zumindest für dieses Mal. Was ist wichtiger? Wenn wir persönliche Probleme haben, lässt sich plötzlich jeder Termin verschieben. Wenn der Präsident (und wir brauchen noch nicht einmal so hoch zu greifen, der Bürgermeister tut es auch) dich besucht, nimmst du dann von Arbeit frei? Was ist, wenn Gott dich besucht? Natürlich sind wir schnell bei der Hand, alle möglichen guten und geistlichen Gründe zu suchen, um uns vor uns selbst zu rechtfertigen.
Jesus hatte sehr drastische Maßstäbe, wenn es um Opfer ging: <FONT color=#0000ff>"Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig; </FONT><FONT color=#0000ff>und wer nicht sein Kreuz aufnimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig. </FONT><FONT color=#0000ff>Wer sein Leben findet, wird es verlieren, und wer sein Leben verliert um meinetwillen, wird es finden." (Mattäus 10:37-39)
</FONT>Wir sind heute meilenweit von diesen Maßstäben entfernt. Du wirst vielleicht protestieren und auf dein Leben, oder das Leben anderer zeigen - was haben wir nicht alles aufgegeben, für den Dienst. Genau hier aber liegt das Problem, es fällt uns leichter für eine Sache, für einen Dienst, alles aufzugeben. Irgendwie können wir da ja selbst etwas tun und fühlen uns bestätigt.
Wir sollen aber nicht für einen Dienst, sondern für Ihn selbst, für Sein Feuer, für Seine Gegenwart, wegen unserer Liebe zu Ihm opfern. Wenn ich in jener Nacht gebetet hätte, dann sicher nicht als Teil meines Dienstes, ich hätte nicht die Gebetsliste auswendig gelernt und Strategien für unsere nächsten Treffen entwickelt, sondern ich hätte Ihn angebetet, mit Ihm Gemeinschaft gehabt, wäre nah an Seinem Herzen gewesen. Ist das nicht den Verzicht auf ein bisschen Schlaf wert? Wenn wir das Feuer nur für unseren Dienst wollen, um Erfolg zu haben, gut darin zu sein (natürlich alles mit den besten Absichten), dann gleichen wir denen, die das Feuer einmauern, um Seine Heiligung nicht zuzulassen. Der Grund mag ein anderer sein, aber der Effekt ist derselbe.

Lasst mich mit der Wirkung, die das Feuers in deinem Leben auf andere hat, abschließen. Wenn du das Feuer schön unter Kontrolle hältst, einen schönen warmen Ofen baust, werden sich sicher einige Menschen um dich scharen. Wenn dein Ofen groß genug ist, sogar viele Menschen. Alle werden sich in deiner Wärme wohlfühlen, sie ist ja auch völlig ungefährlich.
Jesus spricht in Johannes 5:35 über die Erwartungen der Menschen an Johannes: <FONT color=#0000ff>Jener war die brennende und scheinende Lampe; ihr aber wolltet für eine Zeit in seinem Licht fröhlich sein. </FONT>Ich glaube nicht, dass Johannes diese Erwartung erfüllt hat, er war ganz im Gegenteil voller heißen, lodernden Feuers. Die Erwartung der Menschen, auch der meisten Christen, hat sich aber seit damals nicht verändert: Nicht zu kalt und nicht zu heiß.

Wenn du aber das Feuer brennen lässt und es mit Opfer fütterst, wenn du Mauern abreißt, anstatt welche aufzubauen, dann wird dieses Feuer immer heller und heißer brennen. Einige werden vor dir zurückschrecken, viele andere aber werden von diesem Feuer angezündet und wenn eine ganze Gemeinde oder auch nur ein ganzer Hauskreis so brennt, dehnt sich das bald zu einem Flächenbrand aus. Wenn das Licht hell genug ist, werden die Menschen von allein zu diesem Licht kommen, denn jedem Menschen wurde dieses Verlangen in sein Herz gelegt.
Es gibt viele Beispiele dafür in der Geschichte - eines davon ist sicherlich Johannes der Täufer. Obwohl er nicht in Jerusalem, der Hauptstadt, sondern draußen in der Wüste predigte, <FONT color=#0000ff>ging zu ihm hinaus Jerusalem und ganz Judäa und die ganze Umgegend des Jordan. (Mattäus 3:5)

</FONT>Möchtest du selbst zum "Vollmaß des Wuchse der Fülle Christi" gelangen? Möchtest du einen geistlichen Flächenbrand erleben und die Herrlichkeit und Macht Gottes offenbart zu sehen?

Damit dieses Verlangen gestillt werden kann, müssen wir das Feuer in unseren Herzen am Brennen erhalten und zunehmen lassen. Ich bete, dass dies in uns allen geschieht. Jesus selbst wünscht sich das: <FONT color=#0000ff>Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu werfen, und wie wünschte ich, es wäre schon angezündet! (Lukas 12:49).

<FONT color=#000000>***********************************************************
Ein Artikel von www.glaube.de
Autor: Torsten Reichold
Textbearbeitung: Günter J. Matthia / Redaktionsmitarbeiter Glaube.de
***********************************************************
Mit freundlicher Genehmigung vom Autor:
Torsten Reichold, www.regiogebet.de , 06.01.2004
(Die Geschichte der Erweckung auf den Hebriden, aus der zitiert wurde, findet ihr unter folgendem Link: www.regiogebet.de/texte/history/html/erweckung_auf_den_hebriden.htm )
***********************************************************</FONT></FONT>

Nach oben



Name:
E-Mail:
[15:06:27] [CoCo new media] Martin Bauer: