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07-06-04

...Und führe uns nicht in Versuchung



Sondern erlöse uns von dem Bösen.
Niemand der in Versuchung gerät , kann behaupten: "Diese Versuchung kommt von Gott." Denn Gott, der für das Böse unangreifbar ist, wird niemanden zum Bösen verführen. (Jak. 1,13)


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Erst vor kurzem unterhielt ich mich mit einer jungen Frau. Sie erzählte mir von ihrem Leben, was sie bisher erlebt hat, wie sie zum Glauben fand, etc. Unter anderem auch, dass Gott jederzeit durch ALLES zu ihr spricht, und von daher müsse sie sich keine Gedanken machen, dass ihr was passiert oder sie was falsches tut.
So hatte sich vor kurzem Tarot-Karten schenken lassen, sowie ein Anleitungsbuch, welches darauf abzielt, Gottes Ziele für das eigene Leben, Gottes Ratschläge und Wegweisungen durch diese Tarot-Karten zu erkennen. Ich muss euch gestehen, im ersten Moment hat es mir echt die Sprache verschlagen, über diese dreiste Lüge des Feindes. Ich sass ihr gegenüber und rang Sekundenbruchteile mit meiner Fassung und schickte ein Stossgebet in den Himmel, dass der Herr mir nun die richtigen Worte in diesem Gespräch schenken möge.
Ich fragte sie, ob sie das wirklich glauben würde, dass Gott tatsächlich diesen Weg wählen würde um ihr die Hilfe, den Rat und die Führung zuteil werden zu lassen, um die sie ihn bat, obwohl dieses Werkzeug (Tarotkarten) dem Okkulten verschrieben ist. Sie war felsenfest davon überzeugt und sah da überhaupt nichts schlimmes daran. Und man könne das ja nicht so eng sehen...

Im "Vater unser" beten wir:

... und führe uns nicht in Versuchung. Wie aber passt diese Bibelstelle mit der aus Jakobus 1,13 zusammen? Im ersten Augenblick scheint es hier einen Widerspruch zu geben. Einerseits wird Gott uns nie zum Bösen verführen und andererseits lehrt uns Jesus das Gebet "und führe uns nicht in Versuchung".
Wenn wir Lukas 4, 1-13 betrachten sehen wir, dass Jesus nicht vom Vater versucht wird, sondern von Satan. Nach 40 Tagen ohne Essen war es mit Sicherheit ein ernsthafte Versuchung, die Steine in Brot zu verwandeln.
In der Bibelübersetzung "Hoffnung für alle" wird der Satz: "Und führe uns nicht in Versuchung" mit "Bewahre uns davor dir untreu zu werden" übersetzt.
Ich denke, das ist die Kernaussage. Als Jesus uns dieses Gebet lehrte, ging es ihm nicht darum, dass wir Gott anflehen: "Bittte bitte führe mich nicht in Versuchung. Schicke mir bitte keine Situationen denen ich nicht standhalten kann."
Vielmehr geht es in diesem Gebet darum, dass wir zum Ausdruck bringen: "Vater hilf uns. Du kennst unsere Schwachheit, bei jedem einzelnen persönlich. Bitte zeige mir rechtzeitig, wenn Satan versucht, mich zu versuchen. Und wenn die Situationen kommen, dann hilf mir bitte, dass ich diese Situation überwinden kann, und nicht sündige."
Es geht auch um die Bitte, dass Gott uns hilft und davor bewahrt, dass wir eigene Wünsche und Bedürfnisse auf Biegen und Brechen durchsetzen wollen, und somit eventuell gegen seinen Willen verstossen.

Jedoch sind auch wir selbst gefragt! Wir kennen unsere Probleme, Situationen die uns immer wieder dazu verleiten, zu sündigen. Und ich spreche nicht nur davon, sich im Internet irgendwelche nackten Frauen oder Männer anzuschauen, sondern auch die vermeintlich kleinen Dinge: Situationen die einem immer wieder dazu verleiten, "Notlügen" an den Mann zu bringen, masslos zu übertreiben etc.
Jeder kennt solche Situationen und Probleme. Wir können aber nicht erwarten, dass die Bitte um die Bewahrung in solchen Situationen wirklich greift, wenn wir uns immer wieder bewusst und ganz genau wissend was und warum wir das gerade tun, freiwillig in solche Situationen begeben.
Ein jahrelang trockener Alkoholiker wird auch nicht ins Spirituosengeschäft gehen, eine Flasche Schnaps kaufen, die Flasche zum Trinken ansetzen und dann beten: "Herr bitte bewahre mich davor dass ich danach wieder rückfällig werde." Und selbst wenn er es tun sollte, kann er sehr wahrscheinlich nicht damit rechnen, dass er vor dem Rückfall bewahrt wird. Er hat sich bewusst und freien Willens dazu entschieden nun doch wieder nur ein Schlückchen Alkohol zu trinken.

Somit dann auch wieder zu der Frage, ob Gott tatsächlich "Lebenshilfe" durch Horoskope, Tarot-Karten etc. bietet.
Würde Gott die Gefahr eingehen, dass eines seiner Kinder im esoterischen und okkulten Sumpf hängen bleibt, der mittlerweile schon so dreist ist, Gottes Reden angeblich dort hin zu verpflanzen, wo Gott selbst gesagt hat, dass es ihm ein Greuel ist? Mit Sicherheit nicht!
Gott ist treu, souverän und hat sich selbst seinem Wort gegenüber verpflichtet. Gott lehnt Wahrsager, Sterndeuter und Magier ab. Sie sind ihm ein Greuel! Die Annahme, dass Gott so etwas benutzen würde, ist schon der Beginn der Verblendung. Hier hat Satan schon sein falsches Licht eingesetzt, um die Augen der Wahrheit gegenüber blind zu machen. Aber auch schon in viel kleineren Dingen beginnt Satan, das Wort Gottes so hinzustellen, dass es nicht die ultimative Wahrheit sei. Es gelingt dem Teufel, Menschen weis zu machen, dass Gott durch Kanäle Lebenshilfe anbietet, welche alleine Satans Territorien sind. Alles wird vermischt, zu einer undurchsichtigen, trüben Suppe.

Deshalb beinhaltet die Bitte "... und führe uns nicht in Versuchung" nicht nur, dass Gott uns von davor bewahren möge, ihm untreu zu werden. Sondern auch, dass der Herr uns lehren möge, SEIN Reden von dem irreführenden, verblendenden Reden Satans zu unterscheiden. Und somit wären wir dann bei der Bitte : "...und erlöse (befreie) uns von dem Bösen".
Denn wenn wir erkennen, dass wir Satan auf den Leim gegangen sind, oder gerade dabei sind es zu tun; wenn wir erkennen, dass sich in unserem Denken und Glauben, die Wahrheit mit der Lüge vermischt, machen wir den Schritt in Gottes Freiheit! Wenn wir uns jedoch nicht bewusst sind, wo wir von Gottes Wahrheit abkommen, werden wir das für wahr und richtig halten, worauf wir in der trüben Suppe stossen. Wie Blinde tapsen wir umher, und alles, was wir erhaschen, halten wir für einen Wegweiser Gottes.

Aber dies ist nicht Gottes Wille! Gott möchte, dass wir Sehende sind. Dass unsere Augen, Ohren und Herzen erkennen, wenn ER zu uns spricht, und er möchte dass wir lernen SEIN Reden von Satans Lügen zu unterscheiden.

Erlöse uns von dem Bösen

Das bedeutet einerseits, dass er uns das personifizierte Böse von Leib hält, aber auch, dass Gott uns immer mehr lehrt, die Stimme unseres Hirten zu erkennen.
Alles was ihr macht, alles was ihr glaubt, alles was euch über den Weg läuft an Wegweisung, Prophetien etc., prüft es an der Wahrheit, dem Wort Gottes. Laßt euch nicht auf "Halbwahrheiten" ein!
Denn es gibt nur entweder Wahrheit oder Lüge, nichts dazwischen! Denn Leben wir in der Halbwahrheit, wie soll unsere Leben zum Zeugnis des Evangeliums der Wahrheit werden? Wie können wir Menschen die so verzweifelt auf der Suche nach der Wahrheit sind, den Weg in die Wahrheit weisen, wenn wir selbst nicht genau wissen was die Wahrheit ist?

Lasst es zu einem beständigen Gebet in unseren Herzen werden: " Herr führe mich nicht in Versuchung (bewahre mich davor dir untreu zu werden) und erlöse uns von dem Bösen!"

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Ein Artikel für Glaube.de
von Corinna Petersen / Glaube.de Redaktionsmitarbeiterin
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