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14-02-06

Uwe Dahlke: Kann ich meine Erlösung wieder verlieren?

Ein fester Glaube braucht ein festes Fundament. Viele Christen haben keine festen Fundamente, also wenig Wissen über die Grundwahrheiten ihres Glaubens. Es ist aber schwer, einen tragfähigen Glauben auf ein wackliges Fundament zu bauen.



Was ist das Fundament unserer persönlichen Erlösung?


Viele Christen fragen sich: Kann ich meine Erlösung wieder verlieren? Kann ich aus der Gnade Gottes fallen? Kann ich errettet sein und dann doch wieder verloren gehen? Gibt es Todsünden? Was ist Sünde gegen den Heiligen Geist? Die meisten dieser Fragen werden gestellt, weil wenig Wissen darüber vorhanden ist, was Sünde eigentlich ist und wovon bzw. wodurch wir erlöst sind.

1. WAS IST SÜNDE?
Viele meiner Sünden sind schlechte Taten wie zum Beispiel Stehlen, Morden, Lügen, Ehebruch, Habgier usw. Dies ist jedoch nur die vielköpfige Frucht der Sünde, nicht aber die eigentliche Wurzel. Wir stecken Diebe, Mörder, Betrüger und Gewalttäter ins Gefängnis, aber ist unsere Gesellschaft dadurch besser geworden? Nein! Warum? Weil wir nicht die Wurzel des Problems treffen und behandeln: die tiefste innere Gesinnung unseres Herzens. Alle Sünde (wörtlich aus dem Griechischen übersetzt heißt es "Zielverfehlung") fängt dort, im Innersten unseres Seins, in unserer Grundgesinnung an. Folglich muss auch Erlösung dort beginnen:
"Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr die Becher und Schüsseln außen reinigt, innen aber sind sie voller Raub und Gier! Du blinder Pharisäer, reinige zuerst das Innere des Bechers, damit auch das Äußere rein wird!" (Matthäus 23,25-26)
Die Pharisäer - ein Bild für uns alle - waren sehr darauf bedacht, die äußeren Erscheinungen der Sünde zu unterdrücken, in ihrem Herzen, ihrer Gesinnung aber suchten sie nach Wegen so zu sündigen, dass man es äußerlich nicht wahrnehmen konnte. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

2. WORAUF IST UNSERE ERLÖSUNG GEBAUT?
Wenn wir also von Erlösung und Errettung sprechen und davon, ob wir sie wieder verlieren können, müssen wir zunächst wissen: wovon sind wir errettet?
Wir sind nicht von unseren einzelnen, äußeren, schlechten Taten, sondern von der Wurzel errettet. Von dem bösen, innwendigen Menschen, dem Hang, Untaugliches zu tun, es nach außen hin zu kaschieren und sich nichts dabei zu denken.
"Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: es sei denn, dass jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen. Was vom Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; und was vom Geist geboren ist, das ist Geist. Wundere dich nicht, dass ich dir gesagt habe: ihr müsst von neuem geboren werden." (Johannes 3,3.6-7)
Jesus erklärte dem Schriftgelehrten Nikodemus, dass es um mehr als nur um äußerliche Veränderung des Betragens geht, sondern darum, dass der ganze innere Mensch erneuert werden muss. Es geht um das Sterben des alten Geistes und die Neugeburt eines neuen Geistes in uns:
"Und ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. Ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und danach tun." (Hesekiel 36,26-27)
Hier, im Buch Hesekiel, zeigt Gott fast 800 Jahre vor Christus, was er damit meinte: Wir werden von Gott zu Menschen gemacht, die in Seinen Geboten gehen wollen. Wir müssen verstehen, was das praktisch bedeutet: In der Wiedergeburt stirbt unser altes Wesen, jene Gesinnung in uns, die gegen Gottes Gebote war, ohne sich dabei etwas zu denken. Jener Mensch, der dachte: "So schlecht bin ich doch nicht". Jener Mensch, der nicht an Gott glauben konnte und es auch nicht wollte. All das wird durch die Wiedergeburt im Bruchteil einer Sekunde ausgelöscht! Ein neuer Mensch mit einer neuen Grundgesinnung entsteht. Er sieht noch genau so aus wie vorher, er riecht wie vorher, aber: etwas ist anders geworden: er möchte Gott nun gehorchen, er spürt, wenn etwas, was er tat, nicht in Ordnung war, es tut ihm leid, wenn er sündigt. Er hat ein völlig neues Wesen erhalten. Jesus beschreibt diesen Vorgang und die darin liegende Spannung in Matthäus 26,41: "...der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach."

Wir leben mit einem neuen, willigen Geist in unserem alten Körper, der immer noch schwach ist! Aber der Geist, der vorher auch schwach und unwillig war, ist nun willig geworden und steht im Kampf gegen das Fleisch.

3. DAS GESETZ DER GNADE UND DIE FRAGE DER ERRETTUNG AUF ZEIT
Was heißt das nun für uns Menschen generell?
Wir leben durch unsere Schuld von Geburt an getrennt von Gott (Erbsünde). Jeder ist grundsätzlich davon betroffen - auch der scheinbar moralisch so Hochstehende in dieser Welt!
"...wie geschrieben steht: "Da ist keiner, der gerecht ist, auch nicht einer. Da ist keiner, der verständig ist, der nach Gott fragt. Sie sind alle abgewichen und allesamt verdorben. Da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer." (Römer 3,10-12)
Wir schaffen es nicht aus eigener, moralischer Kraft, vor Gott gerecht zu werden, indem wir außen sauber scheinen und können deshalb von uns aus nicht zum ewigen Leben kommen (was unsere eigentliche Bestimmung ist).
"Doch weil wir wissen, dass der Mensch durch Werke des Gesetzes nicht gerecht wird, sondern aus Glauben an Jesus Christus, sind auch wir zum Glauben an Christus Jesus gekommen, damit wir gerecht werden durch den Glauben an Christus und nicht durch Werke des Gesetzes; denn durch Werke des Gesetzes wird kein Mensch gerecht." (Galater 2,16)

Gottes (Er)Lösung ist die Neugeburt. Er gibt uns Seinen Geist und unser alter Geist der Rebellion gegen Gott stirbt -für immer! Dies geschieht in einem einzigen, freiwilligen Moment für immer. Von diesem Moment an sind wir Kinder Gottes, Seine Erben und können diesen Status nie mehr verlieren! Das ist die biblische Neu- oder Wiedergeburt
Nun ist es unsere Aufgabe, als Kinder zu wachsen und zur vollen Reife als Söhne und Töchter Gottes zu kommen. Dies ist ein lebenslanger Prozess, an dessen Ende uns ewiges Leben (zu dem wir ja eben geschaffen sind), Gemeinschaft mit unserem Vater und ein Lohn erwartet - Lohn in Form von Verantwortung und Position im Reich Gottes.

"Dort wird es keine Nacht geben und man braucht weder Lampen noch das Licht der Sonne. Denn Gott, der Herr, wird ihr Licht sein und sie werden immer und ewig mit Ihm herrschen." (Offenbarung 22,5)
Was hat das nun mit der Frage zu tun, ob wir unsere Erlösung wieder verlieren können oder nicht? Sehr viel! Denn hier erkennen wir zunächst einmal die Basis unserer Erlösung: die Neugeburt, die uns ein für allemal zu Kindern Gottes gemacht hat. Sie wird von Paulus in 1. Korinther 3,11 als "Grund" (=Fundament) bezeichnet, auf den wir unser Leben als Christen bauen sollen. Unsere Werke/ guten Taten zeigen, wie sehr wir Gott und Sein Reich lieben - wir tun sie nicht, um errettet zu werden, sondern weil wir errettet sind!
Der Antrieb für ein gerechtes Leben ist nicht Angst, sondern Liebe und Dankbarkeit. Das ist ein lebenslanger Prozess. Und die Werke bestimmen unsere Position in der Ewigkeit und nicht, ob wir errettet werden oder nicht. Die Frage deiner Errettung ist bereits entschieden worden, als du Gott erlaubt hast, dich in der Wiedergeburt geistig von neuem zu schaffen.

4. DER LOHN FÜR EIN LEBEN IN GEHORSAM
"Einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. Wenn aber jemand auf den Grund baut Gold, Silber, Edelsteine, Holz, Heu, Stroh, so wird das Werk eines jeden offenbar werden. Der Tag des Gerichts wird es klar machen; denn mit Feuer wird er sich offenbaren. Und von welcher Art eines jeden Werk ist, wird das Feuer erweisen. Wird jemandes Werk bleiben, das er darauf gebaut hat, so wird er Lohn empfangen. Wird aber jemandes Werk verbrennen, so wird er Schaden leiden; er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer hindurch." (1. Korinther 3,11-15)

Von der Grundlage der Wiedergeburt, unserer endgültigen und unverlierbaren Gotteskindschaft aus vollbringen wir Taten des Glaubens und Gehorsams. Manche wachsen anders als die anderen, was dann wiederum unterschiedlichen Lohn bedeutet. In diesem Wachstum kann es Kurven und Zacken geben und tiefe Dellen. Eine der Geschichten, die dieses Wachstum am besten verdeutlichen, ist die von König David: In seinem Leben gab es Mord, Lüge und Ehebruch. Kann man noch tiefer sinken? Und dennoch wurde er errettet! Manche wachsen überhaupt nicht - zum Beispiel schwache, wenig geistlich orientierte Christen. Sind sie verloren? Nein! - sagt die Bibel. Aber sie haben keinen Lohn, keine Position im Reich Gottes. Sie haben ihr Leben gerettet, sie werden in der Ewigkeit sein, aber ohne Lohn-und dennoch ohne Tränen (s. Offb. 21,4).

Zum besseren Verständnis hier ein Beispiel:
Ein Unternehmer hat fünf Kinder. Für ihn stellt sich nun die Frage, welches seiner Kinder das Unternehmen in Zukunft führen soll. Wie wird er sich wohl entscheiden, wenn ein Kind darunter ist, das überhaupt kein Interesse an und keinen Einsatz für die Firma zeigt? Wird dieses Kind einmal die Firma als führende Kraft übernehmen? Nein! Stattdessen wird es einen großzügigen Pflichtteil bekommen! Diese Frage ist eine ernste Angelegenheit für uns alle: Gib dich nicht mit einem Pflichtteil in der Ewigkeit zufrieden, sondern komme in die ganze Fülle, die Gott für dich vorbereitet hat! Das heißt konkret: suche nach der Liebesbeziehung mit deinem Gott!

Zusammengefasst bedeutet dies folgendes: Die Basis unserer Errettung ist die Wiedergeburt. Sie ist ein unwiederbringlicher, geistiger Akt der Neuschöpfung von Gott an dir. Du hast nun das ewige Leben empfangen: "Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben. Wer aber dem Sohn nicht gehorsam ist, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm." (Johannes 3,36)
"Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen." (Johannes 5,24)
"Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: wer glaubt, der hat das ewige Leben."
(Johannes 6,47)
Dreimal sagt Jesus, dass wir das ewige Leben bereits jetzt haben, in dem Moment, in dem wir glauben, d.h. wiedergeboren wurden.

5. WAS HEISST "EWIGES LEBEN"
Ist das ewige Leben etwas, das ich wieder verlieren kann? Dann ist es nicht ewig, sondern vergänglich oder zeitlich begrenzt. Dann bin ich eben einmal gerettet und dann vielleicht in ein paar Monaten wieder nicht und muss immer wieder von neuem geboren werden. Das ist, als würde ich zehnmal einem Altarruf zur Wiedergeburt folgen - je nachdem, auf welcher Seite ich mich gerade befinde. Damit wird das Wunder der Wiedergurt zu einer Farce gemacht, die absolut nichts bedeutet. Denn ich hänge ja nicht vom Leben Gottes ab, sondern immer noch von meinem schwachen Eigenleben!
Dann hätte Jesus jedoch sagen müssen: "Wir werden das ewige Leben einmal in Zukunft bekommen". Jesus spricht aber davon, dass wir es jetzt in uns haben (Joh.6.47). Und die Bibel sagt uns, dass dieses Leben unzerstörbar ist: "... der es nicht geworden ist nach dem Gesetz äußerlicher Gebote, sondern nach der Kraft unzerstörbaren Lebens." (Hebräer 7,16)
Wenn wir jetzt schon ewiges, unzerstörbares Leben in uns haben, dann werden wir auch nie mehr verloren gehen können und es auch selbst nie zerstören können.

6. WAS PASSIERT, WENN ICH GOTT DEN RÜCKEN KEHRE?
Niemand, der Gottes Geist in sich hat (von neuem geboren ist), wird Gott je wieder verlassen wollen oder können.
Es mag sein, dass du schwach wirst, in Schuld fällst wie etwa David oder dich für ein Leben in Bequemlichkeit entscheidest. Diese Verhalten werden von Jesus im Preisgericht das für die Gläubigen stattfindet gerichtet. Dort kannst du ggf. durch ein wenig hingegebenes Leben, allen Lohn verlieren, wirst aber "wie durch das Feuer hindurch errettet" (1.Korinther 3.11-15)
Aber du wirst niemals mehr zurück in deine Existenz ohne Gott kommen können. Deswegen heißt es Wiedergeburt. Eine Geburt ist unwiederbringlich. Das erkannte auch Nikodemus, als er Jesus fragte, ob ein Kind denn wieder zurück in den Leib seiner Mutter könne (siehe Johannes 3,4 - ein Bild für das Zurückgehen in das Fleischliche). Es ist der Geist Gottes, der nun in dir lebt und er kann nicht sterben oder abfallen:
"Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört? Denn ihr seid teuer erkauft; darum preist Gott mit eurem Leibe." (1. Korinther 6,19-20)

Die Bibel ist sehr deutlich in den neuen Besitzverhältnissen: Du gehörst dir nach der Wiedergeburt nicht mehr selber! Gott lebt in dir und sorgt dafür, dass du bei Ihm sicher ankommst (Versiegelung mit dem Heiligen Geist - vgl. Epheser 4,30)

Regel Nr.1 ist: "Der Mensch sieht, was vor Augen ist, aber Gott sieht das Herz an." (1. Samuel 16,7) Du weißt nie, wann sich ein Mensch wirklich abwendet. Was du als ein Sich-Abwenden wahrnimmst, kann eine vorübergehende, temporäre Erscheinung sein und er findet nach einer gewissen Zeit wieder zum Herrn zurück. Denke an David und Petrus. Nur Gott kennt die Herzen der Menschen und ihre tiefsten inneren Motive!
Regel Nr. 2: Wer angefangen hat mit dem Herrn zu gehen und verlässt den Weg des Glaubens "dauerhaft", zeigt nach der Bibel nur eines: Er ist nie wirklich von neuem geboren worden!
Er war bestenfalls religiös oder auf einem christlichen "Trip", er hat Gottes Güte erlebt, weil Gott ihn umworben hat, aber sein altes Herz hat er nie wirklich an Gott abgegeben, um Seinen Geist zu empfangen:
Johannes erklärt dies sehr deutlich im nachfolgenden Vers . . . "Sie sind von uns ausgegangen, aber sie waren nicht von uns. Denn wenn sie von uns gewesen wären, so wären sie ja bei uns geblieben; aber es sollte offenbar werden, dass sie nicht alle von uns sind." (1. Johannes 2,19)

Ebenso beschreibt Jesus den Unterschied zwischen religiösem berührt sein und echter Wiedergeburt, die bleibende Frucht hervorbringt.
"Wenn jemand das Wort von dem Reich hört und nicht versteht, so kommt das Böse und reißt hinweg, was in sein Herz gesät ist; das ist der, bei dem auf den Weg gesät ist. Bei dem aber auf felsigen Boden gesät ist, das ist, der das Wort hört und es gleich mit Freuden aufnimmt; aber er hat keine Wurzel in sich, sondern er ist wetterwendisch; wenn sich Bedrängnis oder Verfolgung erhebt um des Wortes willen, so fällt er gleich ab. Bei dem aber unter die Dornen gesät ist, das ist, der das Wort hört und die Sorge der Welt und der betrügerische Reichtum ersticken das Wort, und er bringt keine Frucht. Bei dem aber auf gutes Land gesät ist, das ist, der das Wort hört und versteht und dann auch Frucht bringt; und der eine trägt hundertfach, der andere sechzigfach, der dritte dreißigfach." (Matthäus 13, 19-23)
Wir müssen also erkennen und verstehen, dass niemand aus seiner Wiedergeburt fallen kann, sondern nur aus einem religiösen Ausflug ins Christentum. Entsprechende Prüfungen zeigen dann, was wirklich in dir geschehen ist.

"Denn es ist unmöglich, dass die, die einmal erleuchtet worden sind und geschmeckt haben die himmlische Gabe und Anteil bekommen haben am Heiligen Geist und geschmeckt haben das gute Wort Gottes und die Kräfte der zukünftigen Welt und dann doch abgefallen sind, wieder zu erneuern zur Buße, da sie für sich selbst den Sohn Gottes abermals kreuzigen und zum Spott machen." (Hebräer 6,4-6)
"Denn wenn wir mutwillig sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, haben wir hinfort kein anderes Opfer mehr für die Sünden." (Hebräer 10,26)
Die beiden o.g Verse werden gerne als Beleg dafür herangezogen, das wir unser Heil verlieren können. Aber genaugenommen zeigen diese Verse

7. WAS PASSIERT, WENN ICH SCHWER SÜNDIGE?
Die Bibel belehrt uns darüber, dass uns jede Sünde vergeben wird, wenn wir sie bereuen (siehe das Beispiel König Davids).
"Denn deine Hand lag Tag und Nacht schwer auf mir, dass mein Saft vertrocknete, wie es im Sommer dürre wird. Darum bekannte ich dir meine Sünde, und meine Schuld verhehlte ich nicht. Ich sprach: ich will dem HERRN meine Übertretungen bekennen. Da vergabst du mir die Schuld meiner Sünde." (Psalm 32,4-5)
Weiter zeigt uns die Bibel, dass wir nicht mehr willentlich und in böser Absicht in der Sünde verharren können - eben weil der Geist Gottes in uns wohnt und wir ein völlig neues Verhältnis zur vorsätzlichen Sünde/ Verfehlung haben.
"Wer aus Gott geboren ist, der tut (dauernd) keine Sünde; denn Gottes Kinder bleiben in Ihm und können nicht (dauernd) sündigen; denn sie sind von Gott geboren." (1. Johannes 3,9)
Die Verben stehen hier in der Gegenwartsform, was eine Verneinung von etwas Andauerndem, Wiederkehrendem und Vorsätzlichem ist - hier eben ganz konkret in bezug auf Sünde.
Natürlich sündigen wir als neugeborene Christen! Aber bei uns geschieht es aus Schwäche, Unwissenheit, Unvorsichtigkeit oder falscher Selbstsicherheit, nie jedoch aus völliger oder bösartiger Gleichgültigkeit heraus.

8. KANN ICH GEGEN DEN HEILIGEN GEIST SÜNDIGEN?
"Wer dem Sohn Gottes widerspricht, dem kann vergeben werden. Wer aber bewusst gegen den Geist Gottes redet, der wird niemals und nirgendwo Vergebung finden." (Matthäus 12,32)
Was ist eigentlich mit "Sünde gegen den Heiligen Geist" gemeint? Was versteht man grundsätzlich darunter? Jesus bezieht diese Sünde eindeutig auf die Herzenshärte der Pharisäer und aller "scheinreligiösen" Menschen, die trotz dem offenkundigen Wunderwirken des Heiligen Geistes nicht an ihn glauben und sein Wirken sogar dem Teufel zuschreiben. Wir müssen in diesem Zusammenhang verstehen, wie Erlösung und Überführung zu uns kommen. In Johannes 6, 44 und 6,65 heißt es folgendermaßen:
"Es kann niemand zu mir kommen, es sei denn, ihn ziehe der Vater, der mich gesandt hat, und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tage."
"Und er sprach: Darum habe ich euch gesagt: Niemand kann zu mir kommen, es sei ihm denn vom Vater gegeben."

Gott überführt uns also durch den Heiligen Geist und zeigt uns dadurch unseren verlorenen Zustand, weil wir selbst gar nicht in der Lage sind, ihn zu erkennen!
Nachdem Gott mich durch seinen Heiligen Geist überführt hat und mir Erkenntnis darüber gegeben hat, dass Jesus der Weg ist und dennoch sage ich "nein" - was kann Gott dann noch tun?

Wie kann Er einen solchen Menschen noch überzeugen? Es gibt keinen anderen Offenbarungsweg mehr. Er hat Gott die Tür zugemacht und damit kann nicht einmal Er sie öffnen - es sei denn, Er macht den Menschen zu einem willenlosen Roboter.
Deshalb kann auch kein Christ, der wirklich wiedergeboren ist, gegen den Heiligen Geist sündigen. Er hat ihn ja bereits in sich aufgenommen und damit gezeigt, dass er sich Gottes Urteil unterwirft. Wie sollte denn der Heilige Geist gegen sich selbst sündigen?

Die traurige Wahrheit dabei ist, dass viele Christen das Erlösungswerk Christi nie wirklich verstanden haben und immer noch meinen, dass sie selbst etwas zu ihrem Heil beitragen können und genau da aber ihre Heilssicherheit verlieren. "Die Kette bricht am schwächsten Glied!"
Nochmals: Der wirklich von neuem geborene Christ kann nie mehr abfallen, weil Gott selber in ihm lebt und ihn erhält. Dies geschieht durch den Heiligen Geist Gottes, der nun für immer in ihm wohnt.
Eine der Aufgaben des Heiligen Geistes ist es, uns zu vollenden und in der Erlösung zu erhalten. Er ist wie ein Siegel, das gewährleistet, dass wir als Paket sicher und ungeöffnet beim Vater in der Ewigkeit ankommen. Er will uns helfen, dass wir in die Fülle unserer Berufung und Bestimmung kommen. Durch Ihn werden wir auf jeden Fall in der Ewigkeit ankommen. (s. Eph. 4.30, Eph. 1.14, Phil. 1.6, Eph. 4.30)

9. WIE WEISS ICH, OB ICH VON NEUEM GEBOREN BIN ODER NICHT?
Die Bibel spricht in bezug auf die Wiedergeburt vom "inneren Zeugnis":
"Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, dass ihr euch abermals fürchten müsstet; sondern ihr habt den Geist der Kindschaft empfangen, durch den wir rufen: Abba, Vater! Der Geist selbst aber gibt Zeugnis unserem Geist, dass wir Gottes Kinder sind." (Römer 8.15-16)
Wenn du ein Kind Gottes geworden bist, dann wächst in dir immer mehr das Bewusstsein, dass du errettet bist (Heilsgewissheit). Dies geschieht durch ein Leben mit Gott in guten wie in schlechten Tagen, durch Siege und durch Niederlagen, die man gemeinsam durchsteht.
Weitere Zeichen deiner Kindschaft/ Wiedergeburt sind:
Wenn du Vergebung für dich suchst uns sie anderen gewährst
Wenn du Gott gefallen willst und es ernsthaft versuchst
Wenn du aufstehst, nachdem du gefallen bist
Wenn du in Prüfungen dranbleibst und nicht wegläufst
Wenn du Gemeinschaft mit den anderen Christen suchst und lebst
Wenn du glaubst, vertraust und mit Gott Risiken eingehst
Paradoxerweise: Wenn du dich sorgst, ob du von neuem geboren bist

Dies ist unsere Realität als Kinder Gottes:
"Kann man wirklich noch mehr erwarten? Wenn Gott für uns ist, wer kann dann gegen uns sein? Gott, der für uns seinen eigenen Sohn geopfert hat, sollte er uns noch etwas vorenthalten? Wer könnte es wagen, die von Gott Auserwählten anzuklagen?
Niemand, denn Gott selbst hat sie von aller Schuld freigesprochen. Wer sollte es wagen, sie zu verurteilen? Keiner, denn Christus ist für sie gestorben, ja noch mehr: er ist vom Tode auferweckt worden und tritt jetzt vor Gott für uns ein. Was also könnte uns von Christus und seiner Liebe trennen? Leiden und Angst vielleicht? Verfolgung? Hunger? Armut? Gefahr oder gewaltsamer Tod?
Denn da bin ich mir ganz sicher: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Dämonen, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, noch irgendwelche Gewalten, weder Himmel noch Hölle oder sonst irgend etwas können uns von der Liebe Gottes trennen, die er uns in Jesus Christus, unserem Herrn, bewiesen hat."

"Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt und dass ihr nicht mehr euch selbst gehört? Denn ihr seid teuer erkauft; darum preist Gott mit eurem Leibe.
Darum nannten die Apostel sich "Sklaven" oder "Leibeigene" Christi. Ein Leibeigener verfügt nicht mehr über sein Schicksal. Aber in unserer "postmodernen" Weltschau pflegen selbst Christen ihren Individualismus, der sie glauben macht, das sie sich immer noch in allem selbst gehören!
Ende
Diese Ausarbeitung ist ein Predigtkonzept und deshalb nicht in allen Belangen vollständig ausformuliert. Ich hoffe jedoch das es zum Nachdenken und eigenem Nachforschen anregt und dazu hilft im Heil endgültig sicher zu sein.

Mein herzlicher Dank gilt Christiane Hammer für ihre Hilfe als Lektorin an diesem Text.



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Ein Artikel von Glaube.de
Mit freundlicher Genehmigung von Pastor: Uwe Dahlke, Christliches Zentrum Karlsruhe
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