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02-05-09

W. Nee: Elternschaft - Teil 8

Gott scheint den Eltern mehr Beachtung zu schenken als den Kindern, wenn es um deren Entwicklung geht. Viele müssen es von Grund auf lernen, ein brauchbares Elternteil zu werden. Nimmt man alle Bibelstellen, die von der Elternschaft reden, kann man viel göttliche Weisheit über Erziehung lernen.


Leitverse: Epheser 6,1-4; Kolosser 3,20-21

Eph. 6,1-4: Ihr Kinder, seid gehorsam euren Eltern in dem Herrn, denn das ist billig. Ehre deinen Vater und deine Mutter, das ist das erste Gebot mit Verheißung: Auf dass es dir wohl gehe und du lange lebest auf Erden. Und ihrVäter reizet eure Kinder nicht zum Zorn, sondern ziehet sie auf in der Zuchtund Ermahnung des Herrn.

Kol. 3,20-21: Ihr Kinder, seid gehorsam euren Eltern in allen Dingen, denn das ist dem Herrn wohlgefällig! Ihr Väter, reizet eure Kinder nicht, damit sie nicht unwillig werden.

 

Inhalt

Teil 1: Eine große Verantwortung

Teil 2: Mit Gott leben

Teil 3: Eltern müssen sich einig sein

Teil 4: Die Rechte der Kinder achten

Teil 5: Die Kinder nicht zum Zorn reizen

Teil 6: Eine korrekte Rede fahren

Teil 7: Kinder in der Zucht und Ermahnung des HERRN erziehen

Teil 8: Die Kinder zum HERRN führen

Teil 9: Eine Atmosphäre der Liebe schaffen

Teil 10: Mit Bedacht zurechtweisen

Teil 11: Große Eltern bringen große Kinder hervor

 

Die Kinder zum HERRN führen

Ein Weg, die Kinder für den Herrn zu gewinnen, besteht darin, sie an der Andacht vor dem "Familien-Altar" teilnehmen zu lassen. Im Alten Testament war das Zelt mit dem Altar verbunden - Familie und Gottesdienst waren miteinander verbunden. Auch heute darf das gemeinsame Familiengebet und Bibellesen nicht fehlen.

1. Andachten kindergerecht gestalten

Viele Familienandachten haben den Fehler, dass sie entweder zu lang oder zu schwer verständlich sind. Die Kinder sitzen ihre Zeit ab, ohne recht mitzubekommen, um was es überhaupt geht. Werde ich von Familien eingeladen, um eine Familienandacht zu halten und es sind Kinder dabei, lehne ich es ab, tiefschürfende, geistig schwer fassbare Dinge zu besprechen. Für die Kinder ist es eine Tortur, wenn sie manchmal über Stunden hinweg zuhören müssen, was sie nicht verstehen. Manchmal haben die Eltern überhaupt kein Gefühl dafür, was den Kindern zumutbar ist und bedenken nicht, dass das Zusammensein gar nicht für sie selbst bestimmt ist. Die Eltern haben den Gottesdienst in der Gemeinde; deshalb sollte die Hausandacht mehr für die Kinder gestaltet werden. Ihre geistige Reife und ihr Geschmack soll bei der Vorbereitung und Durchführung maßgebend sein.

2. Es den Kindern schmackhaft machen

Oft fehlt es bei den Familienzusammenkünften an Liebe und die Kinder werden vom Vater oder der Mutter geradezu herangeschleppt. Unwillig und lustlos nehmen sie daran teil, oft nur, weil sie die sonst angedrohte Strafe fürchten. So geht es natürlich nicht. Es muss den Kindern etwas schmackhaft gemacht werden und sie müssen zum Kommen ermutigt werden. Ich hoffe, niemand schlägt seine Kinder, wenn sie sich nicht für die Andacht interessieren. Eine körperliche Züchtigung kann lebenslange Folgen haben. Mit Zwang ist hier nichts erreicht.

3. Familienandachten zweimal täglich

Ich schlage vor, dass man die Andachten jeweils morgens und abends abhält - also zweimal täglich. Man kann es so halten, dass die Morgenandacht vom Vater und die Abendandacht von der Mutter übernommen wird. Morgens wird man dazu früher aufstehen müssen, damit man nach dem Frühstück genug Zeit hat und die Kinder noch rechtzeitig in die Schule kommen. Lang darf dieses morgendliche Zusammenkommen nicht sein - höchstens 15 Minuten. Jeder sollte dabei einen Bibelvers lesen, zu dem dann der Vater, im Anschluss daran, einige Worte sagt und die nötigen Erklärungen gibt. Gut wäre es auch, wenn man die Kinder dazu bringen kann, Bibelverse auswendig zu lernen. Abgeschlossen wird dann die Morgenandacht durch Gebet des Vaters oder der Mutter, indem um den Segen für alle gebeten wird. Auch das Gebet sollte einfach und verständlich sein und eine gewisse Länge nicht überschreiten.

Abends kann die Andacht länger dauern. In dem oben genannten Fall hätte dann die Mutter die Leitung und würde alle ihre Kinder um sich scharen und mit ihnen reden. Dabei muss nicht unbedingt die Bibel gelesen werden. Das Gebet sollte hingegen nicht fehlen. Kinder sollten hier die Möglichkeit haben, im Gespräch ihre eigenen Sorgen und Nöte vorzubringen. Die Mutter sollte, wenn nötig, ein wenig nachfragen und zum Reden ermuntern. Gelingt ihr das nicht und bleiben die Kinder schweigsam, ist etwas grundsätzlich nicht in Ordnung. Die Mutter sollte die Vertrauensperson für die Kinder sein und keine innere Distanz zu ihnen aufkommen lassen. Bei der Abendandacht darf es lebendig zugehen. Spontaneität und ungeheucheltes Beisammensein ist wichtig. Strenge Eltern verlangen von den Kindern oft, was sie gar nicht geben können und zwingen sie damit zur frommen Lüge. Mit Rücksicht auf die Kinder sollte die Abendandacht mit einem möglichst kurzen Gebet beendet werden. Auch dies sollte in einer ganz natürlichen Weise geschehen. Die Eltern beten regelmäßig für die Kinder, bis jedes von ihnen in der Lage ist, von sich aus ein Gebet zu sprechen.

4. Sünde bereuen lernen

Kinder müssen durch die Eltern erst einmal eine Vorstellung davon bekommen, was Sünde überhaupt ist. Dann erst kann man darauf achten, dass sie Reue zeigen und ihnen ihre Sünden leidtun. Bringt sie vor Gott und wenn die Zeit gekommen ist, helft ihnen auch eine bewusste Entscheidung für Jesus zu fällen. Haben sie diesen konkreten Schritt getan, können sie ihre Eltern zur Gemeindeversammlung begleiten. Auf diese Weise werden die Kinder zur wahren Erkenntnis Gottes gelangen.

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Ein Artikel von Glaube.de

Mit freundlicher Genehmigung von Sound Words

Autor: W.Nee,Textbearbeitung Jürgen Motzkus, Redakteur bei www.glaube.de Foto: soundwords

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