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02-10-03

Was glauben Christen? Und warum?

Guten Tag, liebe Besucherin und lieber Besucher auf Glaube.de!

Darf ich Du sagen? Das ist persönlicher und um Deine persönlichen Fragen geht es ja in diesem Beitrag. Wenn Du diese Zeilen liest, interessierst Du Dich offensichtlich für den christlichen Glauben, und ich möchte Dir, soweit das in dieser Kürze möglich ist, Auskunft geben.


Ich werde in diesem Brief an Dich nichts voraussetzen. Du brauchst nichts über die Bibel wissen (das ist das Buch, das für Christen als Grundlage des Handelns und Glaubens gilt), Du brauchst keine Vorkenntnisse über Religionen und Du mußt auch an nichts glauben. Ich will Dir möglichst verständlich erklären, worum es beim Christentum geht.

Dass die Welt voller Unrecht, Schmerzen, Leiden und Katastrophen ist, weißt Du ja, da Du in dieser Welt lebst. Diese Welt wird von Menschen regiert und beherrscht, und Menschen sind offenbar nicht in der Lage, an dem schlimmen Zustand etwas zu ändern. Sie haben es mit allen möglichen Ansätzen versucht, aber ganz offensichtlich ist der Erfolg in weiten Bereichen ausgeblieben.

Wir Christen glauben, dass dies nicht der Zustand ist, den Gott für diese Welt möchte. (Wenn Du jetzt sagst, dass Du an keinen Gott glaubst, dann lies bitte trotzdem weiter. Ich werde Dich zu nichts überreden und Du darfst unbesorgt sein - Dir wird hier nichts untergejubelt, was Du nicht willst. Aber ohne Bezug auf Gott kann ich Dir nicht erklären, worum es hier geht. Du wirst auch gleich etwas von übernatürlichen Dingen lesen. Auch wenn Du nur an das glaubst, was Du anfassen kannst, lies es trotzdem, wenn Du Interesse daran hast, was Christentum eigentlich ist.)
Gott ist der Schöpfer, also sozusagen der Erfinder der Welt. Er hat eine gute Welt erschaffen und den Geschöpfen, die er besonders lieb hatte, die Herrschaft über die Erde anvertraut. Eben weil er die Menschen so liebt, hat er ihnen einen eigenen Willen und völlige Entscheidungsfreiheit zugebilligt. Er kann es nicht leiden, wenn jemand zu irgend etwas gezwungen wird, deshalb erschuf er keine Marionetten. Gottes Idee war, mit den Menschen eine ganz enge und liebevolle Beziehung zu haben und sie mit allem nur erdenklich Notwendigen zu beschenken. Er gab ihnen keine anderen Regeln mit als die eine, auf ihn, den liebevollen Schöpfer, zu hören, wenn er bei irgend einer Sache "nein" sagt. Er vertraute den Menschen die Verwaltung des Planeten Erde an.

Gott hatte nicht nur die Menschen erschaffen, die Erde war lediglich ein Teil des gesamten Werkes. Eines der anderen Geschöpfe, die in der Bibel als Engel bezeichnet werden, machte von seinem Recht auf Entscheidungsfreiheit Gebrauch und wollte sich dem Schöpfer nicht mehr unterordnen, sondern selbständig und frei seine eigenen Vorstellungen durchsetzen. Ein Teil seiner Artgenossen (ein etwas unpassender Ausdruck vielleicht, aber Du verstehst sicher, was ich meine) schloß sich dieser Abwendung von Gott an. Die Bibel gibt diesem Geschöpf aus der übernatürlichen Ebene, das sich selbständig machte, mehrere Namen: Satan, Teufel, Widersacher Gottes und andere.

Die Herrschaft über die Erde gehörte unwiderruflich dem Menschen, denn Gott steht zu dem, was er einmal gesagt hat. Als es nun dem Satan gelang, den Menschen auf seine Seite zu bringen und von dem Recht auf freie Entscheidung gegen das, was Gott gesagt hatte, Gebrauch zu machen, trat die Menschheit bewußt aus dem Einflußbereich des Wirkens Gottes in den Einflußbereich des Wirkens Satans hinüber.

Dafür kannst Du persönlich erst einmal nichts. Es ist einfach so. Genau so, wie Du Dir nicht aussuchen kannst, ob Du als Deutscher, Nigerianer oder Chinese geboren wirst, hast Du auch hier keine Wahl. Du befindest Dich, so bald Du das Licht der Welt erblickst, in einer Welt, die der Verwaltung durch die Menschheit untersteht und die Menschheit hat ihren Herrschaftsanspruch sozusagen weitergegeben an Satan. Selbst wenn Du keine Ahnung von Religion oder Glaube hast, wirst Du feststellen, dass Du Dinge tust und Gedanken hast, die nicht richtig sind. Selbst wenn Du eigentlich ein guter Mensch bist, wirst Du feststellen, dass dies Gutsein nicht immer und nicht für alles gilt, was Du denkst oder tust.

Gott gefiel dieser Zustand überhaupt nicht. Er wollte ja das Beste für seine Geschöpfe und die Erde. Also gab er ihnen, jedem Einzelnen, die Möglichkeit, das persönliche Leben durch die persönliche Entscheidung wieder unter den göttlichen Einfluß zu stellen. Dies konnten sie durch gewisse Handlungen symbolisieren, aber es ging dabei nie um die Handlungen, sondern um das Herz des Menschen. All die Opfer und Vorschriften, von denen in der Bibel berichtet wird, waren nur ein Ausdruck der inneren Entscheidung: Ich will Gott gehören, nicht dem Satan. Die zehn Gebote, von denen Du vielleicht gehört hast, waren eine Richtlinie, an der die Menschen messen konnten, ob ihr Leben mit dem, was Gott sich wünschte, übereinstimmte.
Die Menschen waren aber nicht in der Lage, sich an diese Richtlinien zu halten. Wenn Du das Wort Sünde hörst, fallen Dir wahrscheinlich alle möglichen Dinge ein, die man so damit verbindet. Sünde ist aber nicht der Diebstahl, die Lüge, der Sex mit dem Ehepartner des Andern - das sind die äußeren Zeichen oder Folgen der Sünde. Sünde ist ganz schlicht und einfach der Wille des Menschen, ein Leben zu führen, in dem Gott keine Rolle spielt.
Wie ich schon weiter oben sagte, nimmt Gott seine Entscheidungen nicht zurück. Er kann mit der Sünde, die ich eben erklärt habe, nichts zu tun haben. Die Folge der Sünde ist der Tod und die endgültige, ewige Trennung von Gott. Daran führt nichts vorbei.

Um diese ausweglos scheinende Lage zu ändern, kam Gott selbst auf diese Welt und lebte als Mensch unter den Menschen. Wir Christen nennen uns nach der Person, die in der Bibel Sohn Gottes genannt wird: Jesus Christus aus Nazareth, einem kleinen Ort in Israel. Jesus war ganz und gar Mensch - mit einem entscheidenden Unterschied: Er verbrachte sein Leben ohne Sünde, das heißt, dass er keinen Moment seinen eigenen Willen über den erklärten Willen Gottes stellte. In der kurzen Zeit seines Lebens machte er deutlich, wie Gott sich das Leben der Menschen wünscht, indem er Menschen aus dem Einfluß Satans heraushalf und zum Beispiel ihre Gesundheit wiederherstellte, selbst Tote holte er ins Leben zurück. Er tat nur Gutes und das führte dazu, dass er von seinen Zeitgenossen hingerichtet wurde. Sie konnten es nicht ertragen, dass jemand ihre religiösen Traditionen und ihre überlegene Stellung in der Gesellschaft in Frage stellte und bewies, dass er sogar über Naturgewalten bestimmen konnte.
Als Jesus hingerichtet wurde, starb ein Unschuldiger. Ein Mensch, der niemals gesündigt hatte. Er wurde gequält und auf eine bestialische Weise getötet. Er hätte jederzeit die Macht gehabt, dieser Qual zu entgehen, aber er blieb bei seiner Entscheidung, das alles zu erleiden, damit ein Weg für die Menschheit zur Versöhnung mit Gott frei wurde.
In dem Begriff Versöhnung steckt das Wort Sohn. Durch den Tod von Jesus Christus wurde es möglich, dass wir wieder in den Zustand zurückkommen können, den die Menschen einmal hatten: Kinder Gottes.

Um diesen Sieg über die Folge der Sünde, den Tod und die endgültige Trennung von Gott, zu demonstrieren, stand Jesus Christus nach drei Tagen im Grab von den Toten auf. Er verbrachte anschließend Zeit mit seinen Freunden und beauftragte sie, nun die Nachricht von der möglichen Versöhnung mit Gott überall und jedem zu erzählen. Damit sie das richtig tun konnten, gab Gott ihnen die notwendige Ausrüstung dazu, den Heiligen Geist. Dieser befähigte und befähigt noch heute Christen, den Auftrag auszuführen, den Jesus gegeben hat.

Diesem Auftrag dient auch Glaube.de. Wir möchten den Menschen sagen, dass sie die Möglichkeit haben, mit Gott versöhnt zu werden, dem Einflußbereich des Bösen zu entkommen und sich der Herrschaft Gottes zu unterstellen. Gott mag es nicht, wenn die Menschen leiden unter Ungerechtigkeit, Krankheit, Katastrophen und Hoffnungslosigkeit. Er wünscht sich, dass sie sich freiwillig entscheiden, ihr Leben nicht mehr selbstbestimmt, sondern als Mitglieder der Familie Gottes zu führen. Er will immer noch keine Marionetten.

Ich habe versprochen, dass ich Dich mit diesem Beitrag zu nichts überreden werde. Daran halte ich mich auch. Ich will Dir aber diese Einladung Gottes bekannt geben, denn das ist der Kern des Christentums. Wenn Du diese Einladung nicht annehmen möchtest, kannst Du an dieser Stelle aufhören, zu lesen.

Wenn Du sie annehmen willst, geht das ganz einfach, dazu braucht man weder Theologie studieren noch irgend welche Voraussetzungen mitbringen. Alles, was nötig ist, ist Dein freier Wille, dich auf das Angebot einzulassen.

Wenn Du das möchtest, kannst Du das Gott sagen, indem Du ein ganz einfaches Gebet sprichst. Ein Gebet ist nichts, was an bestimmte Formen oder Zeitpunkte gebunden ist. Du kannst immer und überall beten, mit Gott reden. Ob Du dabei die Augen geschlossen oder offen hast, ob Du sitzt oder kniest oder Dich bewegst, spielt überhaupt keine Rolle. Gott hört Dir zu.

Du kannst, wenn Du das Angebot Gottes annehmen willst, zum Beispiel folgende Sätze aussprechen:

"Gott, ich kenne dich überhaupt nicht, ich weiß nicht, ob es dich wirklich gibt. Aber wenn das so ist, dann möchte ich mich jetzt entscheiden, mein Leben unter deine Herrschaft zu stellen. Ich glaube, dass Jesus Christus auch mein persönlicher Retter ist und ich glaube, dass er für meine Sünde gestorben ist.
Es tut mir leid, dass ich mein Leben bisher ohne dich gelebt und dabei viele falsche Dinge getan habe. Bitte vergib mir meine Schuld und meine Sünde und schenke mir den Heiligen Geist, damit ich ab heute ein Leben führen kann, das dir gefällt. Ich danke dir, dass ich jetzt zu deinen Kindern gehöre und dass du mir alles vergeben hast."


Wenn Du dieses Gebet (oder etwas Sinngemäßes) gesprochen hast, gehörst Du jetzt zu den Kindern Gottes. Das ist ein neuer Anfang und der Start in ein Abenteuer. Du bist sozusagen ein neugeborenes Kind und wirst erst mal Nahrung aufnehmen und lernen.
Falls Du keine Bibel hast, besorge Dir eine Ausgabe, die in verständlichem Deutsch geschrieben ist, wie zum Beispiel "Die Gute Nachricht" oder "Hoffnung für alle". Fang an, darin zu lesen (ich empfehle, mit dem "Markus Evangelium", das ist der Bericht eines Freundes von Jesus Christus über das, was er mit ihm erlebt hat, zu beginnen) , und sprich so oft du möchtest mit Gott über das, was du liest und was Dich bewegt.
Suche dir eine Gruppe von Menschen, die Jesus Christus schon länger kennen und die dir in vielen Dingen helfen können. Solche Gruppen heißen je nach Tradition Kirche oder Gemeinde - wir helfen Dir gerne, solch eine Gemeinschaft in Deiner Nähe zu finden. Es geht aber nicht um die Mitgliedschaft in irgend einer Organisation bei Deiner Entscheidung für Jesus Christus. Das hat nichts damit zu tun, wo Du mit anderen Christen zusammen kommst.
Du kannst Deine Fragen hier auf Glaube.de im Forum oder im Chat stellen - es gibt keine dummen Fragen, nur dumme Antworten. Du kannst mich auch persönlich erreichen, wenn Du an guenter@glaube.de schreibst.

Falls Du diese Entscheidung getroffen hast, freuen wir uns mit Dir. Wenn Du möchtest, kannst Du eine kurze Nachricht über Deine Entscheidung an diesen Artikel anhängen, indem Du unten auf [Kommentar schreiben] klickst. Am meisten freut sich Jesus Christus, der für Dich alle Schmerzen und Leiden auf sich genommen hat.

Günter J. Matthia, 2-10-2003 Glaube.de
Foto: sxc.hu

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