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21-12-04

Wayne Jacobsen u. Clay Jacobsen: Schätze, die entdeckt werden wollen.

Wir sind nicht unsere Probleme. Wir sind nicht unsere Wunden. Wir sind nicht unsere Sünden. Wir sind Personen mit einem unermesslichen Wert und einer verborgenen Schönheit. (Larry Crabb)


Darrell arbeitete auf dem städtischen Golfplatz, wo ich Golf spielte. Obwohl wir einander oft gegrüßt hatten und uns mit dem Vornamen anredeten, hatte ich keine Ahnung über die Tiefe von Gottes Wirken in ihm - bis mein Sohn einige Golfstunden bei ihm nahm.

Darrell hatte darauf bestanden, dass ich bei der Golfstunde dabei war, und kümmerte sich auch um mein Spiel. Eines der Dinge, die er immer wieder sagte, war: "Du musst beim Schwung deine Hände dem Golfschläger folgen lassen, und nicht umgekehrt."

Einmal hoffte ich, ich würde in ein tieferes Gespräch mit ihm einsteigen können, und antwortete: "Du klingst wie mein Freund in Australien."

"Wirklich? Was sagt er über deinen Schwung?"

"Er ist kein Golfer. Seine Kommentare betrafen mein Leben, nicht meinen Schwung. Er sagte, ich müsse Gott mein Leben kontrollieren lassen, statt zu versuchen, Gott zu kontrollieren."

"Er hat völlig Recht", sagte Darrell mit einem Augenzwinkern. Nach der Golfstunde setzten wir das Gespräch fort und entdeckten, dass wir beide eine Leidenschaft dafür hatten, die Wirklichkeit der Gegenwart Gottes im Alltag zu erleben, und dass wir in den letzten paar Jahren vielfach die gleichen Lektionen gelernt hatten. Kurz darauf trafen wir uns zum Mittagessen, und in den sieben Jahren seither haben wir eine Tiefe an Freundschaft und Gemeinschaft erlebt, die uns beide in schweren und schönen Zeiten ermutigte.

Man weiß nie, welche Schätze von Gottes Herrlichkeit einem im Bus oder bei der Arbeit gegenübersitzen oder vielleicht sogar im Haus nebenan wohnen. Die einzige Möglichkeit, dies herauszufinden, ist, sich auf jede Person, die man trifft, mit Liebe, Sanftheit und Respekt einzulassen. Sie werden auf ihrem gesamten Weg erleben, dass Gott eine Vielzahl von Menschen in Ihrem Umfeld verteilt hat, die Ihnen durch ihre Fülle an Erkenntnis und ihre Ermutigung eine Hilfe sein werden.

Ich hoffe, dass Sie inzwischen bereits darüber nachgedacht haben, wie Sie der nächsten Person, die Gott Ihnen über den Weg schickt, begegnen werden. Ob es ein Christ ist, der Gemeinschaft braucht, oder ein Nichtchrist, der noch nie der Liebe unseres wunderbaren Retters begegnet ist: Bitten Sie Jesus einfach, dass er Sie sensibel macht für die Menschen, die jeden Tag buchstäblich an Ihnen vorbeigehen. Natürlich werden Sie nicht allen etwas geben können, aber jeden Tag gibt es vielleicht eine Handvoll, denen Sie etwas von der Liebe des Vaters weitergeben können.

Wenn Sie bis hierher alleine gelesen haben, dann könnte es jetzt an der Zeit sein, einen Weg mit noch größerem Tiefgang in Betracht zu ziehen - indem Sie ausloten, was es heißt, mit anderen Christen gemeinsam unterwegs zu sein, und lernen, Gottes Leben miteinander zu teilen. Jesus kam nicht, um eine Religion zu gründen; er kam, um die Familie seines Vaters wiederherzustellen. Er möchte Sie durch authentische Beziehungen mit anderen Christen verbinden, die es Ihnen ermöglichen, die verlorene Kunst des Miteinanders neu zu entdecken. Die Freude solcher Freundschaften kann ganz nahe, vielleicht nur um die nächste Ecke liegen.

Ich weiß, dass dieser Gedanke Ihnen Angst machen kann, insbesondere wenn Sie von anderen Christen tief verletzt worden sind. Aber die Sache ist es wert, dass Sie Ihre Verteidigungsmechanismen niederreißen und von neuem lernen, was es heißt, Menschen uneingeschränkt zu lieben und den Weg mit jenen gemeinsam zu gehen, die ebenfalls von Gott verändert werden wollen.

Ja, Sie werden immer noch auf einige Menschen treffen, die Ihnen ihre Gebundenheit überstülpen wollen, aber Sie werden die Freiheit haben, sich ohne schlechtes Gewissen jedem Versuch der Manipulation zu entziehen. Wenn Sie lernen, so zu lieben, wie Sie geliebt sind, werden Sie erleben, dass Sie frei sind, Nein zu Menschen zu sagen, die Sie dazu drängen wollen, etwas zu tun, wovon Sie nicht überzeugt sind. Sie zu lieben heißt nicht, sich ihrer Kontrolle zu unterwerfen. Sagen Sie ihnen einfach, dass sie Ihnen nicht egal sind, dass aber für Sie die Beziehung nicht funktioniert. Vielleicht versuchen sie dann, Sie zu einer Begründung zu bewegen, aber Sie schulden ihnen keine. Das Leben ist zu kurz, und gute Beziehungen sind etwas zu Wunderbares, als dass man Zeit dafür verschwenden sollte, destruktive Beziehungen zu kitten.

Sie werden sogar auf mehr solche Menschen treffen, die so sind wie Sie: Pilger auf dem Weg, Jesus besser kennen zu lernen. Das Miteinander kann zwar nur mit dem beginnen, was Sie bereitwillig geben, Sie werden aber erleben, dass Gott Ihnen andere schickt, die Ihnen helfen werden. Zu welchen Personen fühlen Sie sich hingezogen? Von welchen Freundschaften wünschten Sie sich, dass sie noch fruchtbarer wären? Könnte dieses Drängen, das Sie spüren, vom Heiligen Geist sein?

Laden Sie ein paar Leute zum Mittagessen oder zu einem gemeinsamen Abend zu Ihnen ein. Es muss nichts Ausgefallenes sein. Wenn Sie sie besser kennen lernen, erzählen Sie ihnen von Ihrem Wunsch, echte christliche Gemeinschaft zu erleben, und achten Sie darauf, ob sie interessiert sind. Schlagen Sie ihnen vor, sich regelmäßig zu treffen und zu lernen, wie man die Freude des Miteinanders ausleben kann. Sie könnten sogar in Betracht ziehen, dieses Buch gemeinsam zu lesen und darüber zu sprechen. Sie werden feststellen, dass viele Menschen in Ihrem Umfeld ein riesiger Schatz sind, der entdeckt werden will. Ihre Lebensgeschichten werden Sie ermutigen, ihre Erkenntnisse werden Sie befreien, und ihre Hilfe wird Ihren Weg leichter machen.

Bis vor zehn Jahren waren viele meiner Freundschaften mit Weggenossen auf dem christlichen Weg mit Zündschnüren versehen, die ohne Vorwarnung Ärger und Groll auslösten. Es war erstaunlich, wie ich immer dann, wenn ich die Erwartungen oder Forderungen, die jemand an mich stellte, nicht erfüllte, schnell vom geliebten Bruder zum gefährlichen Ausgestoßenen wurde. (Ehrlich gesagt, habe ich auch selbst ein wenig manipuliert.)

Die letzten zehn Jahre war es mir jedoch möglich, Beziehungen in Gottes Familie zu erleben, von denen ich immer geträumt hatte. Ich habe solche Freundschaften in meiner Heimatstadt, in der neuen Stadt, in die ich mit meiner Familie vor einigen Jahren umzog, und überall auf der Welt gefunden. Wenn ich irgendwo auf der Welt aus einem Flugzeug steige, werde ich meist von Leuten abgeholt, die ich nur über E-Mails oder von Telefonaten her kenne. Manchmal tauschen wir uns bereits nach wenigen Minuten über manche unserer schwersten inneren Kämpfe auf unserem Weg aus und werden dadurch sehr ermutigt.

Das ist die Art von Gemeinschaft, für die uns Gott geschaffen hat. Sie kann mit nur zwei oder drei Leuten beginnen. Vielleicht haben Sie einen oder zwei Fehlstarts, weil einige, die interessiert schienen, ihr Interesse verlieren. Nehmen Sie dies nicht persönlich und ziehen Sie sich nicht hinter Ihre Schutzmauern zurück. Gott hat viele andere Menschen, die durch den Schatz, den Gott in Sie hineingelegt hat, Hilfe erfahren werden. Hören Sie nicht auf, ihn darum zu bitten, und halten Sie die Augen offen für Beziehungen, die Gott in Ihr Leben bringt.

Unzählige menschliche Schätze warten darauf, entdeckt zu werden, und viele von ihnen fühlen sich in den oberflächlichen Beziehungen, die sie bereits haben, verloren. Ich bin erstaunt über die große Zahl von Menschen auf der Welt, die einen echten Hunger nach Gott haben und sich nach Freundschaften sehnen, bei denen Jesus im Zentrum steht und in denen man sich gegenseitig unterstützt und sich umeinander kümmert. Diese Freundschaften auszuleben, ist eines der größten Geschenke, wenn man zur Familie des Vaters gehört. Das ist der Unterschied zwischen "zur Kirche gehen" und selbst jeden Augenblick "die Kirche sein", egal, wo auf der Welt Sie sich gerade aufhalten.




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Ein Artikel von www.glaube.de
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Genehmigung der Autoren bzw. Glaube.de

Auszug aus dem Buch: Authentische Beziehungen - Die verlorene Kunst des Miteinanders, Kap. 13 von Wayne Jacobsen u. Clay Jacobsen.

Autoren: Wayne Jacobsen / Clay Jacobsen
Mit freundlicher Genehmigung von: www.gloryworld.de, unter dem Link
'Bestellen' kann man das Buch 'Authentische Beziehungen - Die verlorene
Kunst des Miteinanders' oder andere Bücher bestellen.
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