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10-07-02

Wir stehen am Berg der Entscheidung

Wir können uns zufrieden geben mit einem brennenden Dornbusch und uns über die ersten Begegnungen mit dem übernatürlichen Gott freuen. Wir können zufrieden sein mit den von Gott beschriebenen Steintafeln voller Offenbarung, Weisheit und all den anderen Dingen, die Er tut. Aber jetzt sind wir an einem Berg der Entscheidung angelangt, einer bildlichen "Weggabelung".


Gott hat uns aus der Sünde und aus der Welt herausgezogen. Er hat damit begonnen, ein Volk aus uns zu machen. Das war der ganze Sinn der Reise durch die Wüste: Gott formte ein Volk aus einem Haufen von Leuten. Petrus schrieb: "Die ihr einst , nicht ein Volk' wart, jetzt aber ein Volk Gottes seid; die ihr, nicht Barmherzigkeit empfangen hattet', jetzt aber Barmherzigkeit empfangen habt" (l.Petr. 2,10). Gott nahm Sklaven und Handlanger, die keine Bildung und sicherlich auch keinen Selbstwert besaßen. Er pflanzte Seinen eigenen Charakter in sie hinein und legte Seinen Namen auf sie. Er holte sie aus Ägypten heraus und sagte: "Ja, ich werde jetzt ein Volk aus euch machen". Er baute dazu buchstäblich eine Brücke. Der Herr brachte die Nachkommen Abrahams an den Fuß des Berges Sinai. Aber das war nicht leicht. Als die Menschenmenge Nahrung brauchte, wollte Gott, dass sie wegen des Brotes sein Angesicht suchten. Aber statt dessen klagten sie Moses an und äußerten sich darüber, wie gut es einst in Ägypten gewesen sei, dem Ort ihrer Knechtschaft. Trotzdem betete Moses und Gott versorgte sie mit Wachteln und Manna. Das Selbe geschah, als das Wasser knapp wurde. Statt Gott zu bitten oder an Seine üppige Versorgung zu glauben, bedrängten sie sofort Moses, indem sie sich beschwerten und sprachen über die "gute alte Zeit" in Ägypten. Gott hatte etwas Besseres für Israel bereit. Aber es war fast, als ob Er dachte: "Wenn ich sie nur über diesen Berg bringe, dann kann ich darauf hoffen, dass ich sie den ganzen Weg durchtragen kann ".

Berufen an einen "Ort mit Ihm"

Die traurige und schicksalhafte Wahrheit im zweiten Buch Moses (Exodus) ist folgende: der zusammengewürfelte Haufen, den Gott an den Berg Sinai gebracht hatte, war nicht die Gruppe von Leuten, die Er schließlich über den Jordan in das verheißene Land hineinführte. Dort am Berg geschah etwas. Gott hatte sie berufen und zum ersten Mai in ihrer Geschichte ein Volk aus ihnen gemacht. Er forderte sie auf, an einen bestimmten Ort zu kommen - an einen Ort des Segens und einen Ort der Veränderung. Aber sie wollten nicht dorthin. Lass dich nicht irre machen, dass dieser "Ort" lediglich ein bestimmter Fleck auf der Landkarte sei, denn diese Leute kreuzten ja schon in der Wüste umher. Ihr Segen bestand nicht darin, irgendwo ein felsiges Stück Land zu besitzen, obwohl das verheißene Land ein Teil des Abmachungspakets war. Gott rief sie zu einem verheißenen Ort in Ihm Selbst. Er rief sie dazu auf, an einen Ort zu kommen, der durch diesen Bund festgeschrieben war - einem Ort der vertrauten Nähe, der Intimität mit ihrem Schöpfer. Dieser Ort wurde keinem anderen Volk auf diesem Planeten angeboten. Das ist das Geheimnis dieses verborgenen Ortes. Wir denken immer, dass die Vorstellung eines "Königreichs von Priestern" ausschließlich im Neuen Testament oder im Christentum vorkommt. Doch das war auch der ursprüngliche Plan Gottes für Israel! Und der Herr sprach zu Moses: Geh zum Volk und heilige sie heute und morgen! Und sie sollen ihre Kleider waschen, damit sie für den dritten Tag bereit sind; denn am dritten Tag wird der HERR vor den Augen des ganzen Volkes auf den Berg Sinai herabsteigen.... wenn das Widderhorn anhaltend ertönt, sollen sie zum Berg hinaufsteigen. (2.Mose 19,10-11; 13b)

Obwohl die erste Generation der Israeliten, die um den Berg versammelt war, schließlich den ängstlichen Kundschaftern geglaubt hat und aus Angst vor dem verheißenen Land fast vergangen ist, so liegt doch die tiefere Ursache ihrer Verfehlungen genau dort - am Fuße des Berges Sinai. Gott beabsichtigte, dass alle Israeliten am Berg sich Ihm nahen sollten - aber ihnen war nicht wohl dabei. Und das ganze Volk nahm den Donner wahr, die Flammen, den Hörnerschall und den rauchenden Berg. Als nun das Volk das wahrnahm, zitterten sie, blieben von ferne stehen und sagten zu Moses: Rede du mit uns, dann wollen wir hören! Aber Gott soll nicht mit uns reden, damit wir nicht sterben.

Da sagte Moses zum Volk: Fürchtet euch nicht! Denn nur um euch zu prüfen, ist Gott gekommen, und damit die Furcht vor ihm euch vor Augen sei, damit ihr nicht sündigt. So blieb denn das Volk von ferne stehen.

Moses aber näherte sich dem Dunkel, wo Gott war. (2. Moses 20,18-21)

Sie sahen die Blitze und hörten den Donner. Da schlotterten sie vor Furcht. Sie liefen vor Seiner Gegenwart davon, anstatt auf Ihn zuzurennen, wie Moses es tat. Sie waren nicht glücklich mit der Art von Leiterschaft und Autorität, wie Gott sie gewählt hatte. (Er konnte Seine Identität als allmächtiger Gott nicht ablegen, nur um den menschlichen Vorstellungen gerecht zu werden -und Er wird es heutzutage genauso wenig tun.) Als Folge ihrer Flucht vor heiliger Intimität an jenem Tag mussten sie sterben, bevor sie oder ihre Kinder überhaupt das verheißene Land betreten hatten. Sie zogen distanzierten Respekt einer engen, vertrauten Beziehung vor.

Es war nicht der ursprüngliche Plan Gottes, dass die erste Generation der Israeliten in der Wüste umkommen sollte. Er wollte dieselben Leute in das verheißene Land bringen, die er auch aus dem Land der Knechtschaft geführt hatte. Er wollte Seiner neuen Nation aus ehemaligen Sklaven ihr eigenes Land und Erbe geben. Aber sie wollten davon nichts wissen - wegen ihrer Furcht und wegen ihres Unglaubens. Ihr Schicksal war besiegelt, als sie das verheißene Land auf der anderen Seite des Jordans anschauten und zurückschreckten. Doch das Ganze begann eigentlich, als sie vor der Gegenwart Gottes in der Wolke am Berg Sinai zurückschreckten. Dort liefen sie vor Gott davon und verlangten, dass Moses als Vermittler dienen sollte. (Seitdem leidet die Kirche an demselben Problem.) Oftmals haben wir es lieber, wenn ein Mensch zwischen uns und Gott steht. Wir haben eine fleischliche, von der Hölle entfachte Furcht vor der heiligen Intimität mit Gott. Die Wurzeln dieser Furcht reichen zurück bis in den Garten Eden. Adam und Eva verbargen sich in schamvoller Furcht, während Gott sich nach liebevoller Gemeinschaft sehnte.

Laufen wir davon oder gehen wir hinein?

Nun schau dir doch einmal deine Ortsgemeinde genau an. Ich kann fast garantieren, dass es einige Leute in der Versammlung gibt, die dort "von Anfang an" dabei waren. Andere sind einige Monate oder einige Jahre später dazugekommen. Einige sind ganz neu im Glauben oder wenigstens neu dazugestoßen. Gott hat euch heute allesamt zu dem Berg geführt. Die ihr "nicht ein Volk" wart, seid zu einem Volk gemacht geworden. Gott hat uns alle aus der Sklaverei der Sünde herausgeholt. Er hat einige von uns aus schlechten Ehen herausgeholt. Andere wurden aus der Knechtschaft des Alkohols und aus anderen chronischen Sucht-Problemen befreit. Wir sind aus Arbeitslosigkeit und Armut, aus ständiger Depression und aus anderen Höllenlöchern herausgeführt worden - zu zahlreich, als dass man sie einzeln aufzählen konnte. Schließlich haben wir uns alle zusammengefunden am Fuße Seines Berges und hören Seinen Ruf, näher zu kommen. Jetzt sehen wir uns derselben Herausforderung gegenüber wie die Kinder Israels vor Tausenden von Jahren: laufen wir davon oder gehen wir hinein? Hinein in was? Hinein in Seine Gegenwart.

In den heutigen Gemeinden liegt Erwartung und Begeisterung in der Luft. Du hast vielleicht das Gefühl, dass "es jetzt nicht mehr weit sein kann." Mir geht es ebenso. Einige Gelehrte glauben, dass die Israeliten nur ein paar Tagesmärsche weit vom verheißenen Land entfernt waren, als sie am Fuße des Berges Sinai standen. Der einzige Grund für die Verzögerung war ihre Weigerung, in die Nähe Gottes zu kommen. Ihre Furcht vor einer vertrauten Beziehung war die Saat für die spätere Furcht vor dem Feind. Heute gilt dasselbe für die meisten Gemeinden. Ich merke, dass wir uns heute wirklich an einer entscheidenden Weggabelung befinden.

Auf der einen Seite könnten wir sagen: "Wir sind schon viel zu weit gegangen, um jetzt umzukehren." Aber wir könnten auch sagen: "Wir sind wirklich müde. Wir wollen uns hier ein wenig ausruhen". Dabei ist die eigentliche Frage, was Gott dazu sagt. Ich glaube, Er möchte uns an dem Punkt packen, wo wir uns befinden. Er möchte, dass wir uns ausstrecken und alles empfangen, was Er uns heute gibt.

Du und ich, wir werden ab jetzt eines dieser beiden Dinge tun:

1. Wir werden in eine echte Beziehung zu Ihm hineinwachsen, egal was es kostet, oder

2. Wir werden dorthin zurückkehren, woher wir gekommen sind, und werden von Programmen, vom in-die-Versammlungen-gehen, vom Organisieren und von Arbeitsgruppen gewisser Gemeindeglieder bestimmt. Wir werden all die "guten" Dinge tun, die "gute Menschen" tun sollen. Es wird schließlich damit enden, dass wir verklärt auf diese Zeit der Entscheidung zurückschauen und sagen: "Das waren noch Zeiten."

Ich kenne dich nicht, aber ich für meinen Teil möchte nicht alt werden und eines Tages mit Bedauern zurückschauen und sagen: "Oh, das war eine tolle Zeit damals.". Warum sollte ich auch, wenn ich begriffen habe, dass ich mit Gott in dieser Gegenwart leben kann? Ich kann mit der Frische leben, die Er für mich täglich bereit hält. Wenn wir es heute wagen, Gott zu folgen, dann werden wir eines Tages in der Lage sein, zurückzuschauen und zu sagen: "Ich erinnere mich an diese Jahre. Das war, bevor wir die große Erweckung Seiner Gegenwart erlebten!"

Quelle: Auszug aus dem Buch "die Gott nachjagen" Tommy Tenney.
Verlag Gottfried Bernard
Monatstipp: Januar 2002 bei Glaube.de. Ein hervorragendes Buch das man gelesen haben sollte, wenn man Hunger nach Gott hat. Tommy Tenney ist ein sehr gefragter Prediger und Autor in den USA. Er ist einer der Gott nachjagt. Dieses Buch steckt voller Leidenschaft.
ISBN 3934771149
Preis: DM 24.80 / EUR 12.95
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