Barbara Dahlgren: Wie wir Gott sehen

Viele von uns sehen Gott als allmächtigen Richter, der nichts lieber tut, als uns mit Krank heit, Unheil und Ungnade zu drangsalieren, wenn wir ihn Kritik an ihm üben. Eine Ge- und Verbotsliste gereicht uns dann zum Maßstab unseres Erfolgs, ihm zu gefallen. Wenn wir unser Leben nicht seinen Erwartungen gemäß führen – so der Gedanke – wird er uns mit einem Blitzschlag darauf hinweisen, um uns auf diese Weise zum Gehorsam zu zwingen.
Andere wiederum sehen Gott als fürsorglich und gütig. Er ist Vater, Sohn und Heiliger Geist in einer von ewiger Liebe getragenen Gemeinschaft. Er hat uns mit seinem Sohn vereint, indem er ihn sandte, auf dass er mit und für uns Mensch werde, und er fordert uns auf, durch den Heiligen Geist an der innigen Beziehung des Sohnes mit dem Vater teilzuhaben. Täglich wachsen unser Vertrauen und unsere Zuversicht im Gespräch mit ihm. Er trägt zu unserer Freude bei und zeigt sich nicht als kosmischer Polizist, der uns mit geistlichen Strafmandaten belegt (2. Kor 1, 24).
Es ist wichtig, wie wir Gott sehen, wenn wir eine persönliche Beziehung zu ihm aufbauen wollen. Die Grundlage dazu wird mit unserem Christ werden gelegt. Wenn es Angst ist, die uns zu ihm führt, wird er uns in einem Flammenmeer auslöschen, sobald wir uns von ihm abwenden; es wäre dann so, als heirateten wir jemanden, nur weil man uns droht, uns um zubringen, wenn wir es nicht täten. Es wäre jedenfalls nicht die Grundlage, auf die sich eine liebevolle Beziehung gründet. Man lebte ja in ständiger Furcht, dass Gott, sofern er keinen Wohlgefallen mehr an einem fände, einfach die Falltür zur Hölle öffnete.
Doch noch immer meinen viele, wenn man den Menschen nicht ständig mit dem Höllenfeuer drohte, würden sie nie zu Christus finden. Wie traurig!
Wenn wir andererseits, wie es das Evangelium lehrt, Gott annehmen, weil er uns liebt und seinen eingeborenen Sohn sandte, auf dass er unter uns lebe (Joh 1, 14), uns diene (Mk 10, 42-45), aus freiem Willen für uns in den Tod gehe (Joh 3, 16; Joh 10, 18) und von den Toten auferstehe, um uns den Sieg über den Tod zuteilwerden zu lassen (1. Kor 15, 54-57), wird unser Glaubensfundament von wahrer Liebe getragen und nicht von Angst. Wir gehen dann angenommen und erwünscht jene Beziehung ein. Und mit zunehmender Vertrautheit mit Gott er kennen wir, dass er stets nur unser Bestes will. Er ist für uns, nicht gegen uns.
Ist es wichtig, Gott zu sehen, wie er wirklich ist? Ich glaube, ja. Wie wir ihn sehen, bestimmt unsere Beziehung zu ihm. Er will nur das Beste für uns. Er ist da, um uns zu helfen, nicht, um uns Schaden zuzufügen. Schließlich ist Gott Liebe (1. Joh 4, 8)
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Autor: Barbara Dahlgren, mit freundlicher Genehmigung:
Stiftung Weltweite Kirche Gottes in Deutschland
Textbearbeitung:Jürgen Motzkus, Redakteur bei Glaube.de
Ein Artikel aus NACHFOLGE 7-9 2011
Foto: http://www.wcg.org/de/
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