Jack Winter: DER SCHWEINEPFERCH
Auszug aus dem Buch "Heimkommen zu Gottes Vaterliebe", Autor: Jack Winter.
Als er aber alles aufgezehrt hatte, kam eine gewaltige Hungersnot über jenes Land, und er selbst fing an, Mangel zu leiden. Und er ging hin und hängte sich an einen Bürger des Landes, der schickte ihn auf seine Äcker, Schweine zu hüten. Und er begehrte seinen Bauch zu füllen mit den Schoten, die die Schweine fraßen; und niemand gab ihm.
Luk. 15, 14-16
Vielleicht haben wir mit Prostituierten geschlafen. Oder wir sind bankrott gegangen, weil wir alles auf einmal haben wollten. Was auch immer wir begehren, was wir uns wünschen, wird uns früher oder später kontrollieren, wenn wir uns nicht der Liebe des Vaters unterordnen.
Nur durch den Herrn Jesus können wir die Gnade empfangen, die wir brauchen, um die Versuchung zu überwinden. Das ist beim jüngeren Sohn der Fall. Ohne die Nähe und die Sicherheit, die der Vater gibt, wird er zum Gefangenen seiner eigenen Leidenschaften. Zerbrochene Beziehungen führen zu moralischer Schwäche. Plötzlich erlebt er, dass nicht mehr er die Kontrolle über Dinge hat, sondern sie beginnen, ihn zu beherrschen. Er wird getrieben, Dinge zu tun, die Schande über ihn selbst und seine Familie bringen. Wie lange dauert es, um ein Erbe zu verschwenden? Wir wissen es nicht.
Vielleicht geschah es innerhalb weniger Monate. Sicher ist, dass er alles, was er hatte, ausgab, und dass gerade als er anfing in Schulden zu geraten, eine schwere Hungersnot in jenem Land ausbrach. (V. 14). Er beginnt, Mangel zu leiden. Alles was er tun kann, ist, sich selber zu verkaufen, und von jemand anderem abhängig zu werden - oder zurück zu seinem Vater zu gehen.
Die meisten von uns fänden eine Arbeit als Schweinehirte nicht gerade attraktiv, aber es ist wichtig, zu verstehen, dass das in der jüdischen Kultur noch weitaus schlimmeres bedeutete-. Schweine wurden entsprechend dem Gesetz des Mose zu den unreinen Tieren gezählt.
...das Schwein, denn es hat gespaltene Hufe, und zwar wirklich aufgespaltene Hufe, aber es käut nicht wieder: unrein soll es euch sein. Von ihrem Fleisch dürft ihr nicht essen und ihr Aas nicht berühren; unrein sollen sie euch sein.
3. Mo. 11, 7 - 8
Juden essen kein Schweinefleisch und züchten auch keine Schweine zum Verkauf an andere, die Schweinefleisch essen. Sie fühlen eine starke Abscheu gegenüber dem Tier. Das vermittelt ein gewisses Verständnis darüber, wie tief dieser junge Mann in seinen eigenen Augen und in den Augen der anderen, mit denen er früher gefeiert hat, gesunken war. Aber das ist der Preis, den wir für unsere Sünde bezahlen.
Wenn wir am Ende unserer Möglichkeiten angelangt sind, und davon abhängig werden, dass andere für unsere Bedürfnisse sorgen, dann bleibt uns als einzige Wahl, die Bedingungen zu akzeptieren, die sie stellen. Oft, wie hier im Falle des jüngeren Sohnes, können uns die Schulden zwingen, uns auf demütigende Weise jemand anderen zu unterstellen.
Warum packt der verlorene Sohn nicht einfach seine Taschen und geht nach Hause? Sein Vater liebt ihn. Sein Vater ist ein reicher Mann.
Warum verkauft er sich selbst an einen Bürger des fremden Landes - einen Mann, der sich - im besten Falle - nur wenig für seine Bedürfnisse interessiert. Das Herz des jüngeren Sohnes verdammt ihn. Er glaubt, dass seine Schuld zu groß ist, dass niemand, sein Vater eingeschlossen, sie vergeben kann. Der jüngere Sohn ist getrieben. Seine sündige Natur kontrolliert ihn, und er weiß, dass ihm die Kraft für Veränderung fehlt. Er hat sein Selbstvertrauen verloren! Er glaubt nicht mehr länger an sich selbst oder an die Kapazität seines Vaters, ihn bedingungslos, so wie er ist, zu lieben.
Diabolos, ein griechisches Wort, das auch "Verleumder" bedeutet, wird im Neuen Testament 34 Mal gebraucht. Es drückt nicht nur den Charakter Satans aus, sondern beschreibt auch die Strategie, die er von Anfang an gebraucht hat, um die Menschheit zu Fall zu bringen. Im Garten Eden hat die Schlange mit Hilfe von Lüge Eva zur Sünde verführt (1. Mo. 3, 1 - 5).
In der Wüste hat Satan das Wort Gottes verdreht, um Jesus in Versuchung zu führen (Mt. 4, 1 - 11).
Das ist das, was der Teufel tut. Er verklagt, oder in anderen Worten, sät Zweifel am Charakter des Vaters, indem er das Herz des jüngeren Sohnes mit Lügen füllt. Dann versucht er ihn davon zu überzeugen, dass der himmlische Vater ihn für seine Sünden bestraft.
Aber das Wort Gottes sagt:
Irrt euch nicht, Gott lässt sich nicht verspotten!
Denn was ein Mensch sät, das wird er auch ernten. Denn wer auf sein Fleisch sät, wird vom Fleisch Verderben ernten; wer aber auf den Geist sät, wird vom Geist ewiges Leben ernten.
Gal. 6, 7 - 8
Jede Handlung - egal ob gut oder böse - hat Folgen.
Der verlorene Sohn hat eine Saat der Befriedigung seiner eigenen sündigen Natur ausgesät und erntet jetzt, was er gesät hat - Zerstörung. Satan ist nicht nur Lügner, sondern wird auch "Verkläger der Brüder" genannt.
Katégoros, ein griechisches Wort, das mit "Verkläger" übersetzt wird, bezieht sich auf die öffentliche Anklage eines anderen vor einem Gericht.
Und ich hörte eine laute Stimme im Himmel sagen: Nun ist das Heil und die Kraft und das Reich unseres Gottes und die Macht seines Christus gekommen; denn [hinab]geworfen ist der Verkläger unserer Brüder, der sie Tag und Nacht vor unserem Gott verklagte. Und sie haben ihn überwunden wegen des Blutes des Lammes und wegen des Wortes ihres Zeugnisses.
Offb. 12, 10 - 11
Wie ein Staatsanwalt, geht Satan vor den Thron Gottes und sagt: Dieser junge Mann hat gesündigt und verdient es, zu sterben! Wie können wir diese Anschuldigungen überwinden? Durch das Blut des Lammes und das Wort unseres Zeugnisses.
Meine Kinder, ich schreibe euch dies, damit ihr nicht sündigt; und wenn jemand sündigt - wir haben einen Beistand bei dem Vater: Jesus Christus, den Gerechten. Und er ist die Sühnung für unsere Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die ganze Welt.
1. Joh. 2, 1 - 2
Als wiedergeborene Christen haben wir einen Anwalt, den Herrn Jesus Christus, der für uns nach vorne geht und unseren Fall vertritt. Er sagt: "Vater, ich bin selbst das stellvertretende Sühneopfer. Ich bin ans Kreuz gegangen und habe mein Blut vergossen, so dass sie frei werden können!" Damit kommt der Fall zum Abschluss. Das Urteil ist gefällt.
Also [gibt es] jetzt keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind. Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat dich freigemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes.
Röm. 8, 1 - 2
Wenn wir diese Wahrheit nicht verstehen, wird Satan alles in seiner Macht stehende tun, um uns davon zu überzeugen, dass wir nicht mehr erlöst werden können. Diese Taktik hat er beim jüngeren Sohn angewandt.
Dann, wenn wir auf die Lügen Satans hereinfallen, werden wir das Vertrauen verlieren und uns voller Scham zurückziehen. Jesus beschreibt den Teufel folgendermaßen:
Ihr seid aus dem Vater, dem Teufel, und die Begierden eures Vaters wollt ihr tun. Jener war ein Menschenmörder von Anfang an und stand nicht in der Wahrheit, weil keine Wahrheit in ihm ist. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben.
Joh. 8, 44
Satan ist ein Lügner. Sein Wesen ist Lüge. Nur die Wahrheit des Wortes Gottes kann uns befreien!
Jesus sprach nun zu den Juden, die ihm geglaubt hatten: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaft meine Jünger; und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.
Joh. 8, 31 - 32
In dieser Geschichte des verlorenen Sohnes ist der Schweinepferch symbolisch. Nur wenige Menschen heutzutage verdienen ihren Lebensunterhalt mit dem Schweinehüten. Was also bestimmt, ob wir bei den Schweinen sind?
Welche Art von Nahrung nehmen wir auf? Ich bin lange genug im geistlichen Dienst, um zu wissen, dass es auch unter geisterfüllten Christen Menschen gibt, die in Alkohol, Drogenmissbrauch, illegitimen Sex und Pornographie verstrickt sind. Ohne den Geist Gottes und die Liebe des Vaters, die uns befreit, werden wir von unserer sündigen Natur beherrscht!
Denn das Fleisch begehrt gegen den Geist auf, der Geist aber gegen das Fleisch; denn diese sind einander entgegengesetzt, damit ihr nicht das tut, was ihr wollt.
Gal. 5, 17
Warum geraten wir in alle diese Dinge? Unsere Herzen schreien nach Liebe. Wir denken irrtümlicherweise: "Das wird uns befriedigen! Das wird meine Bedürfnisse stillen!" Dieser junge Mann findet, das was er sucht, nicht im Schweinepferch. Er füttert die Schweine, aber sein eigenes Verlangen bleibt ungestillt.
Die Schoten füllen nicht einmal seinen Bauch, und keiner ist bereit ihm etwas zu geben, selbst wenn er darum bittet. Das was die Welt uns anbietet, wird uns niemals befriedigen, und es ist immer mit einem hohen Preis verbunden, den man zahlen muss. Der jüngere Sohn ist schließlich hungrig, bedürftig und hat leere Hände. Um zu überleben, begibt er sich in den gleichen Schlamm wie die Schweine - das ist die tiefste Demütigung, die einem jüdischen Sohn widerfahren kann.
Als er aber in sich ging, sprach er: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben Überfluss an Brot, ich aber komme hier um vor Hunger. Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und will zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir, ich bin nicht mehr würdig, dein Sohn zu heißen! Mach mich wie einen deiner Tagelöhner! Und er machte sich auf und ging zu seinem Vater.
Luk. 15, 17 - 20
Als dieser junge Mann zur Besinnung gekommen ist, und sich daran erinnert, dass selbst die Arbeiter im Haus seines Vaters mehr als genug zu essen haben, verlässt er den Schweinepferch und lenkt seine Schritte nach Hause.
Wie viele von uns mussten im Leben an diesen Punkt kommen? Wie viele von uns haben die Nase voll davon, im Schlamm zu stecken!
Immer wieder fordern wir: "Gib mir! Gib mir, was mir zusteht!" Gott möchte, dass wir dahin kommen, zu sagen: -"Vater, verändere mich. Mach mich zu einem Deiner Diener!" Der Vater ist der einzige, den wir noch haben. Deshalb müssen wir zu ihm zurückkehren, wenn wir Vergebung, Heilung und Wiederherstellung erleben wollen.
Quelle: Auszug aus dem Buch "Heimkommen zu Gottes Vaterliebe", Autor: Jack Winter.
Mit freundlicher Genehmigung für Glaube.de vom Verlag "Down to Earth"
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