Tommy Tenney: Die geheimen Kraftquellen Gottes

Die Kraft durch Loslassen
Und es geschah in jenen Tagen, als Mose groß geworden war, da ging er zu seinen Brüdern hinaus und sah bei ihren Lastarbeiten zu. Da sah er, wie ein ägyptischer Mann einen hebräischen Mann, (einen) von seinen Brüdern, schlug. Und er wandte sich hierhin und dorthin, und als er sah, dass niemand (in der Nähe) war, erschlug er den Ägypter und verscharrte ihn im Sand. Als er aber am Tag darauf wieder hinausging, siehe, da rauften sich zwei hebräische Männer, und er sagte zu dem Schuldigen: Warum schlägst du deinen Nächsten? Der aber antwortete: Wer hat dich zum Aufseher und Richter über uns gesetzt? Gedenkst du etwa, mich umzubringen, wie du den Ägypter umgebracht hast? Da fürchtete sich Mose und sagte sich: Also ist die Sache doch bekannt geworden! (2.Mose 2,11-14)
Da antwortete Mose und sagte: Und wenn sie mir nicht glauben und nicht auf meine Stimme hören, sondern sagen: Der Herr ist dir nicht erschienen? Da sprach der Herr zu ihm: Was ist das da in deiner Hand? Er sagte: Ein Stab. Und er sprach: Wirf ihn auf die Erde! Da warf er ihn auf die Erde, und er wurde zu einer Schlange, und Mose floh vor ihr. Der Herr aber sprach zu Mose: Strecke deine Hand aus und fasse sie beim Schwanz! Da streckte er seine Hand aus und ergriff sie, und sie wurde in seiner Hand zum Stab: Damit sie glauben, dass dir der Herr erschienen ist, der Gott ihrer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Und der Herr sprach weiter zu ihm: Stecke doch deine Hand in deinen Gewandbausch! Da steckte er seine Hand in seinen Gewandbausch. Und als er sie herauszog, siehe, da war seine Hand (weiß) von Aussatz, wie Schnee. Und er sprach: Tu deine Hand wieder in deinen Gewandbausch! Da tat er seine Hand wieder in seinen Gewandbausch. Und als er sie aus seinem Gewandbausch herauszog, da war sie wieder wie sein (übriges) Fleisch. (2.Mose 4,1-7)
Sich dem Prozess Gottes ausliefern
Als sich Gott entschloss, Abraham und seinem Sohn Isaak ein weiteres Detail seiner Göttlichkeit zu offenbaren, tat er dies, indem er sie durch einen göttlichen Prozess der Vorbereitung führte, den wir hier einmal als Loslassen bezeichnen wollen. Hierbei handelt es sich um den Prozess des Freilassens, des Nachgebens, des Resignierens, des Unterordnens, des Überlassens, des Verzichtens und des vollständigen Aufgebens. Es liegt Kraft im Loslassen, doch dieser Prozess macht manchmal nicht so sehr viel Spaß. Er führte Isaak die Abhänge des Berg Muria hinauf und ließ ihn wie ein Lamm, das zur Schlachtung gebracht wird, an einem Altar festgebunden sein. Er fragte sich, ob er den Sonnenuntergang noch erleben würde, und wahrscheinlich fragte er sich auch, warum gerade ihm dies passierte. Die gesamte Situation war das Ergebnis von etwas, mit dem er gar nichts zu tun hatte! Isaak wusste nicht, welche Rolle er zukünftig in den Absichten Gottes spielen sollte, also war alles, was er tun konnte, sich der Führung Gottes zu überlassen. Abraham verstand ebenso wenig, was da vor sich ging. Die Forderung Gottes, Isaak zu opfern, entsprach überhaupt nicht dem Charakter Gottes, wie er ihn aus der Vergangenheit kannte. Alles, was Abraham tun konnte, bestand darin, seinen Sohn loszulassen und Gott zu vertrauen. Er muss glaubensvoll gesagt haben: Herr, wenn ich Isaak töte, dann weiß ich, dass du in der Lage bist, ihn wieder von den Toten auferstehen zu lassen. Dein Wort ist wahr und du hast mir versprochen, dass du aus ihm eine mächtige Nation machen wirst. Kannst du dir die Last vorstellen, die Abraham diesen Berg hinauftrug? Auch Mose könnte uns ebenso gut Dinge über das Loslassen erzählen. Er wusste, dass Gott ihn dazu berufen hatte, die Kinder Israels zu befreien, doch er wollte es auf seinen eigenen Weg tun. Er trug die Kleidung eines ägyptischen Prinzen, als er spazierenging und eine günstige Gelegenheit entdeckte. Er sah, wie ein Ägypter einen hebräischen Sklaven schlug. Dieser Befreier entschied sich, dass es an der Zeit wäre, die Gelegenheit beim Schopf zu packen und die Dinge in die eigene Hand zu nehmen. Am Ende all dessen gab es einen toten Menschen. Dies ist der ägyptische Weg.
Gott wird dich Dinge tun lassen, wie du sie tun möchtest (und dich dafür zahlen lassen)
Mose befand sich im Prozess zu lernen, dass Gott keinen unwilligen Diener gebrauchen wird. Wenn du etwas, das Gott von dir zurückgehalten hat, unbedingt haben möchtest, dann lässt Gott es dich haben. Er wird nicht gegen dich kämpfen, bis du deinen Willen loslässt. Wenn du Dinge in deine eigene Hand nehmen und auf deine eigene Art tun möchtest, dann wird Gott es dir gestatten. Er wird zurücktreten und sagen: In Ordnung, tu es. Die Israeliten lernten dies auf die harte Weise:
Schnell vergaßen sie seine Taten, warteten nicht auf seinen Rat. Sie gierten voller Begierde in der Wüste, versuchten Gott in der Einöde. Da erfüllte er ihnen ihre Bitte, und er sandte Schwindsucht in ihre Seele. (Psalm 106,13-15)
Die ägyptische Vorgehensweise des Mose ist in keinem Fall das, was Gott beabsichtigt. Die Bibel sagt uns, dass sich Mose hierhin und dorthin wandte, bevor er den Ägypter ermordete.1 Er verpasste es, nach oben zu sehen! Er wollte wissen, ob ihn Menschen beobachteten, und offensichtlich machte er sich keine allzu großen Sorgen darum, dass Gott ihm zusah. Gott sagte: Okay, Mose. Das Erste, was ich dir beibringen muss, ist zu lernen, woher du deine Befehle empfängst. Dann ist die Reaktion der Zuschauer nicht mehr so interessant. Es spielt keine große Rolle, ob dir jemand zusieht. Mose dachte wahrscheinlich, dass er eine gute Tat vollbracht hatte. Im Grunde genommen hatte er ja einen Israeliten gerettet. Vielleicht sagte er sogar zu sich selbst: Einer am Boden. Zehn Millionen, die frei werden sollen. Dann hob Mose einen kleinen Graben aus und vergrub seinen Fehler im Sand. Es vergingen nicht allzu viele Tage, bis Gott die fleischlichen Werke Moses offen aufdeckte und bekannt machte. Da sich Mose aus dem Willen Gottes hinausbewegt hatte, konnte er nicht einmal einen Ägypter im Sand versteckt halten. Als er sich jedoch wieder in den Willen Gottes zurückbegab, war er in der Lage, die gesamte Armee des Pharaos auf dem Grund des Roten Meeres zu begraben! Mose übernahm eine Aufgabe und wollte alles auf einmal regeln, doch er tat es nicht zum Zeitpunkt Gottes und nicht auf die Art, wie es Gott wollte. Gott hatte einen besseren Plan, einen besseren Zeitpunkt und eine bessere Vorgehensweise.
Besitzt du ein S.N.-Zertifikat?
Mose, der Prinz Ägyptens, dachte, dass er ein Missionar sein würde, doch stattdessen wurde er zum Mörder. Auf einen Schlag wurde aus ihm ein heimatloser Flüchtling. Der Mann mit dem Doktortitel in Ägyptologie ließ die falschen Gebeine (des Mannes, den er getötet hatte) ausgraben und fand sich schließlich am anderen Ende einer Wüste wieder, wo er an seinem S.N.-Zertifikat (ein Sei niemand-Zertifikat) arbeitete. Er erlebte gerade die Tiefen des Loslassprozesses! In dieser Phase seines Lebens war Mose ein Mann, der von sich selbst vollgestopft war. Es fällt Gott nicht leicht, jemanden zu erfüllen, der bis zum Überfließen mit sich selbst angefüllt ist. Wir werden niemals heranreifen oder von Gott Kraft erhalten, wenn wir zu keinem Ende mit uns selbst kommen und willig werden, ihm alles zu überlassen. Wir können drei grundlegende Phasen im Leben des Mose feststellen: 1. Mose verbrachte die ersten 40 Jahre seines Lebens damit zu lernen, als Prinz im Hause des Pharaos zu leben. 2. Er verbrachte die zweiten 40 Jahre damit zu lernen, ein Almosenempfänger zu sein. 3. Die letzten 40 Jahre seines Lebens lernte Mose, ein Pro- phet zu sein. Manche Menschen würden jetzt sagen, dass Mose die ersten 40 Jahre etwas lernte und die nächsten 40 Jahre nichts. Genau genommen aber lernte Mose in der Wüstenschule des Loslassens den Wert der Demut kennen. Das war es, was ihn für die dritten 40 Jahre qualifizierte, als Mose lernte, was Gott mit einem Menschen tun kann, der die ersten zwei Lektionen gelernt hat! Die Zeit wird kommen, in der jeder von uns vollständig erkennen wird, dass wir am Ende mit uns selbst sind. Dann erst kann die Kraft des Loslassens in unserem Leben ins Spiel kommen. Die bekannte Aussage Ich werde etwas aus mir machen ist in vieler Munde, besonders bei den Jugendlichen und Unzufriedenen. Die Menschen sagen dies gewöhnlich im Hinblick auf bestimmte Talente, Fähigkeiten oder spezifische Ziele, die die Ausbildung betreffen. Vielleicht sind es ehrenwerte Ziele, aber vielleicht schockiert es dich zu erfahren, dass es im Grunde nicht das ist, was Gott möchte.
Gesucht: Getaufte, schlaue Köpfe
Gott ist nicht gegen Ausbildung Gott kann getaufte, schlaue Köpfe gebrauchen. Vielleicht sollten wir den jungen Menschen sagen: Genieße eine gute Ausbildung und lass sie dann hinter dir. Wahrheit ist, dass Gott deine Ausbildung so lange nicht gebrauchen kann, bis etwas mit dir passiert. Bis das Selbst unter Kontrolle und Jesus auf dem Thron unseres Lebens ist, sind wir in den Belangen des Himmels kraftlos. Die Kraft im Reich Gottes kommt einzig und allein durch Loslassen. Wenn du zu einem Ende mit dir selbst kommst ans Ende deines Weges, dann bist du direkt im Vorgarten Gottes vorgefahren! So passierte es mit Mose. Nachdem er gewisse Dinge auf seine eigene Art getan hatte, fand er sich schließlich selbst als ins Exil versetzter Prinz Ägyptens vor, der um sein Leben lief. Mose lebte nun am anderen Ende der Wüste und hütete Schafe, obwohl er, wie jeder andere gute Ägypter auch, darin trainiert worden war, Schafe und Schafhirten mit gleichem Enthusiasmus zu hassen. Dies bedeutet, dass ihn seine Sünden vom Haus des Pharaos hin zu den Niedrigsten der Niedrigen führten. In anderen Worten steckte Gott das Gesicht des Mose in denselben Dreck, den er verursacht hatte. Er schob Mose vom Thron des Pharaos beiseite und trennte ihn vom Reichtum und Einfluss des pharaonischen Hofes. Danach brachte er ihn zur Wüste und verlangte von ihm, genau das zu tun, was man ihn zu hassen gelehrt hatte. Wenn Gott sich aufmacht, etwas in dir heranreifen zu lassen, dann sei nicht überrascht, wenn er dich mit seinem einzigartigen Loslassensprozess vertraut macht, damit du erfolgreich wirst. 40 Jahre lang verlangte dieser Prozess von Mose, blökenden Schafen zu folgen und jede Hintergasse, Quelle und Oase der Wüste Sinai kennen zu lernen. Er nahm es nicht wahr, doch zur selben Zeit wurde ihm das Wissen und die Erfahrung vermittelt, die er zukünftig brauchen würde, um den Plan Gottes zu erfüllen. Der Apostel Paulus bezog sich auf diesen Prozess, als er sagte: Damit wir trösten können, die in allerlei Bedrängnis sind, durch den Trost, mit dem wir selbst von Gott getröstet werden. (2.Kor. 1,4b).
Sei darauf vorbereitet, heute einer anderen Person dein Gestern zu geben
Manchmal durchleben wir Dinge nicht so sehr für uns, sondern um einer anderen Person willen. Dein Gestern könnte das Heute einer anderen Person sein. Vielleicht bereitet dich Gott darauf vor, sein oder ihr Heute aus den Erfahrungen deines Gesterns zu nähren. Dies bedeutet nicht, dass du dich nicht fragen wirst, warum diese Dinge gerade in deinem Leben passieren. Das Im Nachhinein ist ein unschätzbarer Weg, um lernen, wie bestimmte Dinge in den Plan Gottes hineinpassen. In der Ökonomie Gottes gibt es keine Verschwendung. Er weiß ganz genau, was er tut. Gott führte Mose, den Prinz Ägyptens, doch zugleich Mörder, in die Wüste, um ihn zu lehren, wie er ein Hirte und Befreier sein konnte. Genau in dieser Wüste des Loslassens lernte Mose viele Dinge, die er wissen musste, um später Israel durch die Wüste Sinai zu führen. Mose war nicht gerade enthusiastisch, als es darum ging, nach Ägypten und zu den damit verbundenen Erinnerungen zurückzukehren. Er wollte eine Mitleidsparty veranstalten, doch es kam niemand außer dem Teufel (Dies geschieht auf den meisten Mitleidspartys). Auch David war mit dem Prozess des Loslassens vertraut. Er selbst schrieb: Auch wenn ich wandere im Tal des Todesschattens
(Ps. 23,4). Jeder von uns wird seinen eigenen Tälern begegnen und von Zeit zu Zeit den kalten Todesschatten auf seinen Schultern verspüren. David, derselbe Mann, der als Exilant und Geächteter in einer Höhle lebte und später um sein Leben lief, als sein eigener Sohn plante, ihn zu töten, hält ein paar Worte der Weisheit für uns bereit. Der Psalmist, der Jahrzehnte des Loslassens ertrug, während er vor den Armeen Sauls davonlief, sagte: Wenn du in einem Tal des Schattens bist, dann lauf einfach weiter. Was du brauchst, ist ein ununterbrochener Lauf mit Gott, selbst wenn er dich durch das dunkle Tal gehen lässt. Wälze dich nicht darin. Verweile nicht dort. Stell dein Zelt nicht unter diesem dunklen Schatten auf. Und schmeiß auf keinen Fall in diesem Tal eine Mitleidsparty.
Sprich: Hier bin ich, damit du herausfindest, wer du bist
Mose erkannte, dass der Prozess des Loslassens seine Stärken zu Schwächen und seine Schwächen zu Stärken machte. Als sich Mose zur Seite wandte, um den brennenden Busch auf dem Berg Sinai näher zu betrachten, rief ihm Gott aus dem Busch heraus zu und Mose antwortete: Hier bin ich (2.Mose 3,4b). Nur 7 Verse später fragte Mose: Wer bin ich
? (2.Mose 4,11b). Du wirst so lange nicht herausfinden, wer du bist, bis du zu Gott sagst: Hier bin ich. Wir müssen uns erst einmal zur Verfügung stellen. Es ist nicht gut, wenn wir zuerst versuchen herauszufinden, was Gott möchte, um dann darüber zu entscheiden, ob wir ihm folgen wollen oder nicht. Wir müssen uns bedingungslos zur Verfügung stellen und einfach nur sagen: Hier bin ich. Das bedeutet, dass wir uns ihm selbst hingeben auf diese Weise wird die Kraft Gottes in unserem Leben freigesetzt. Gott war mit seinem widerwilligen Befreier geduldig. Mose begann nicht damit, das Rote Meer zu teilen. Er musste damit beginnen, kleine, vorsichtige Schritte des Glaubens zu gehen, um seine Ängste loslassen und die Allmacht Gottes wahrnehmen zu können. Gott fragte: Mose, was ist in deiner Hand? Wir wissen, dass es nur ein Stab war, ein Hirtenstab, ein bloßer Stecken. Doch aus diesem Stock wurde ein Wunder, als ihn Mose auf Gottes Anweisung hin losließ. Wann hörte es damit auf, weiter ein Wunder zu sein? Das Wundersame stoppte und das Alltägliche trat wieder ein, als Mose den Stab wieder aufhob. Dies ist die Kraft des Loslassens. In der Zeit Moses und Davids war es gebräuchlich, dass ein Hirte seine Erzählungen oder seine persönliche Geschichte in das Holz seiner Gehilfen einkerbte. Es wurde dann als Familienerbstück von Generation zu Generation weitergegeben. Als Gott zu Mose sprach: Gib mir deinen Stab, war es, als ob er sagte: Gib mir deine Vergangenheit. Es war das letzte Symbol der Autorität. Mose ließ sein Zepter in Ägypten zurück. Zu diesem Zeitpunkt war der Hirtenstab das Symbol seiner Autorität über jene blökenden Schafe. Nun sagte Gott: Gib mir deine Autorität! Wirf auch diese zu Boden. Mose hätte sagen können: Du hast bereits alles von mir genommen. Ich benötige diesen Stab, damit ich mich darauf stützen kann, doch er entschied sich, seine Vergangenheit loszulassen und den Willen Gottes zu begrüßen. Der Herr sagt zu jedem von uns: Lass los, wenn du der/die sein möchtest, den/die ich dich sein lassen möchte. In diesen Momenten entdecken wir die Kraft des Loslassens. Erst, wenn alles und jeder außer Gott gegangen ist, erkennen wir, dass Gott alleine genügt.
Oben ist unten und du stirbst, um zu leben
Jesus sagte einmal: Wenn jemand der Erste sein will, soll er der Letzte von allen und aller Diener sein (Mk. 9,35b). In der Ökonomie Gottes kommt das oben einem unten gleich und der Weg, um zum Leben zu gelangen, dem Sterben. Der Weg zu empfangen besteht im Geben: Die Gesetze des Reiches Gottes verhalten sich zu denen der Welt entgegengesetzt. Nach dem Gesetz musst du im Schatten Ägyptens raffen und emporklettern, egal, mit wem du gerade zusammentriffst. Dies klappt aber nicht, wenn du versuchst, diese Einstellung in die Umgebung der Gemeinde mit hineinzubringen du musst sie loslassen. Gott erwartet von uns, einige Dinge selbst zu tun, doch manchmal geraten wir außer Kontrolle und versuchen, alles selbst zu tun. Wir müssen unseren dummen Drang, unseren eigenen Weg zu gehen, mit der Bereitschaft loszulassen eintauschen. Die Sünde trat auf, weil der Teufel sagte: Ich will. Die Erlösung kam, als Jesus sagte: Doch nicht mein Wille, sondern der deine geschehe! (Lk. 22,42b). Paulus wusste, wie man Dinge Gott überlässt. Er sagte: Ich will aber sehr gern (alles) aufwenden und mich aufopfern für eure Seelen. Wenn ich euch (also) noch mehr liebe, werde ich (dann) weniger wiedergeliebt? (2.Kor.12,15) Paulus stellte nicht hier mal ein wenig zur Verfügung und dort mal ein wenig, ein wenig jetzt und ein wenig später. Er bot alles uneingeschränkt an. Dieses Geben und bereit sein zu geben macht uns nur wenig aus. Wir haben aber dann Probleme, wenn wir selbst zur Währung werden und es ums Ausgeben geht. Loslassen wird wichtig, wenn Gott damit beginnt, Dinge aus dir und von dir wegzunehmen. Paulus musste zum Beispiel lernen, wie man liebt, ohne zurückgeliebt zu werden. Niemand von uns mag gerne diesen Part. Mose rang um Ausreden, um die Berufung Gottes zu vermeiden, als der Herr zu ihm sagte: Okay, nun tu deine Hand unter deinen Gewandbausch
und nun zieh sie wieder heraus. Mose war geschockt, als er sah, dass seine Hand von Lepra bedeckt war! Was hatte er getan, dass er dies verdiente? Vielleicht wollte Gott Mose wissen lassen, dass er um die kleine Sünde wusste, die von diesen Händen herstammte. Tu sie zurück und nun wieder heraus. Als Mose seine Hand wieder herauszog, war seine Haut wieder vollständig sauber und rein. Gott lehrte Mose zwei Lektionen. Erstens: Jede Person, die das Fleisch nicht kontrollieren kann, kann auch den Teufel nicht hinausschmeißen. Du musst erkennen, was in deinem Herzen ist, und dein Fleisch durch Umkehr und Gehorsam rein halten. Dann kannst du dich um den Teufel kümmern.
Die kontrollierende Hand ist eine kraftlose Hand
Mose, leg deine Hand auf dein Herz. Es wird offenbaren, was in deinen Händen verborgen liegt. Die zweite Lektion bestand darin, dass Gott keine Wunder durch jede Person tun kann, die gerne kontrolliert. Gott ließ Mose wissen, wer maßgebend war und woher die Kraft kam. Gott beabsichtigte, den Teufel in Verlegenheit zu bringen und den Pharao zu demütigen, doch zuerst musste er an der Haltung Moses arbeiten. Du wirst niemals für das Reich Gottes erfolgreich sein, solange du dich nicht selbst als Bedrohung für den Feind wahrnimmst. Wir sind für ihn mehr Bedrohung, als er es uns gegenüber sein kann wenn wir uns an Gott hingeben. Du kannst dir sicher sein, dass der Prozess des Loslassens und der Vorbereitung in unserem Leben manchmal verwirrend erscheint. Mose versuchte, die Kinder Israels aus Ägypten hinauszuführen, doch plötzlich änderten sich die Dinge und sie nahmen eine Wendung hin zum Desaster. Er und die Israeliten fanden sich schließlich am Ufer des Roten Meeres wieder, die Armee des Pharao ihnen dicht auf den Fersen. Der Pharao war gerade vom Totenbett seines Erstgeborenen zurückgekehrt, Rache befand sich in seinen Augen und Gewaltbereitschaft in seinem Herzen. Seine Verfolgungsjagd den jüdischen Menschen hinterher war erbarmungslos und Mose wusste, dass er sich näherte.
Das Volk sagte: Wir sollten nach Ägypten zurückkehren. Mose sagte: Bleibt stehen. Gott sagte: Geht vorwärts.
Manchmal finden wir uns an einem ähnlichen Ort wieder. Die Menschen um uns herum fragen: Was machst du, du gehst ja in diese Richtung? Geh dahin zurück, wo du dich wohlgefühlt hast. Zwischenzeitlich sagt vielleicht ein Leiter, den du respektierst: Vielleicht solltest du einfach mal für eine gewisse Weile an diesem Punkt stehen bleiben. Vielleicht ist das Timing gerade einfach nicht das richtige. Die einzige Möglichkeit, deinen Weg unter den widersprüchlichen Meinungen zu finden, besteht darin, die Frage zu stellen: Was sagt Gott? Geh vorwärts.
Verlange nicht nach der Kraft, solange du die Reinheit nicht wichtig nimmst
Wir besitzen die Angewohnheit, Kraft empfangen zu wollen, ohne ihre Zwillingsschwester, die Reinheit, ebenfalls mit einzuladen. Kraft ist nur im ausbalancierten Beisein kompromissloser Reinheit sicher. Achte darauf, nichts vorzeitig zu richten und nicht in Dinge hineinzuschlittern, bevor du nicht durch die Feuer der Reinigung gegangen bist. Du musst die Reinheit nicht hinter dir lassen, um deine Kraft zu vergrößern. Während wir weiter durch die Wüste des Loslassens gehen, müssen wir uns daran erinnern, dass der Glaube die Währung des Reiches Gottes ist. Er ist uns nichts schuldig. Er ist unserem Glauben etwas schuldig. Mit Glauben können wir alles kaufen, was Gott besitzt. Er ist nicht von der Ausdauer in unseren Gebeten beeindruckt, selbst wenn Gebet die Voraussetzung für einen erfolgreichen christlichen Lauf ist. Was Gott bewegt, ist Glaube. Die Hingabe bewegt ihn nicht, selbst wenn Hingabe eine ehrenwerte Sache ist. Wir müssen glauben, dass er fähig ist, bevor er etwas tun möchte.
Finder Heulmeister, Verlierer Gewinner
Kinder gebrauchen während eines gewissen amerikanischen Spiels die folgenden Worte: Finder Gewinner, Verlierer Heulmeister! Jesus sagt: Wer sein Leben verliert, der wird es finden. Das Gesetz seines Reiches lautet Finder Heulmeister, Verlierer Gewinner. Die Kraft des Loslassens wird freigesetzt, wenn du betest: Vater, ich lege dir mein Selbst, meinen Ruf, meine Ausbildung, meine Vergangenheit, meine Zukunft und meine Gegenwart zu Füßen. Ich möchte das Beste, was du für mich bereithältst. Du musst so lange beten, bis du deine Wünsche auf einen reduziert hast: dem Herrn von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit aller Kraft zu dienen. Bete, bist all deine Furcht auf eine einzige Furcht reduziert wird die Furcht des Herrn. In diesem Moment wirst du eine herrliche Freiheit erleben. Was den Stab in deiner Hand angeht: Das natürliche Werkzeug für den Dienst Gottes, das in dein Leben gelegt wurde, wird in einen Stab Gottes verwandelt werden. Moses Stab war anfangs ein einfacher Hirtenstab, eine Hilfe zum Schafehüten und um das Gleichgewicht des Schafhirten an unwegsamen Orten zu garantieren. Als Mose lernte, Gott mehr als Menschen zu fürchten, und er seinen Stab auf den Befehl Gottes hinlegte, ergriff Gott vom Stab Moses Besitz und gebrauchte ihn, die Kinder Israels auf wundersame Weise aus ihrer Gefangenschaft zu befreien. Gott sucht nach gewöhnlichen Menschen, die sich einfach ihm selbst überlassen. Es ist in der Tat erstaunlich, was Gott tun wird, wenn wir uns ihm aufrichtig zur Verfügung stellen. Zwei gewöhnliche Menschen, die von Gott im Alten Testament gebraucht wurden, nahmen an einem der seltsamsten Kämpfe teil, die jemals in der Menschheitsgeschichte ausgefochten wurden. Als sich die Männer Amaleks entschlossen, einen Kampf mit Mose und den Israeliten anzuzetteln, sprach Mose zu einem Mann namens Josua, dass er ein paar Männer auswählen sollte, um am nächsten Tag mit Amalek zu kämpfen. Die einzig beruhigenden Worte, die er gegenüber Josua aussprach, waren folgende: Morgen will ich mich auf den Gipfel des Hügels stellen mit dem Stab Gottes in meiner Hand (2.Mose 17,9b). Josua zeichnete sich hauptsächlich dadurch aus, dass er dem Mose als sein Gehilfe treue Dienste erwies. In der Zwischenzeit kletterte ein zweiter gewöhnlicher Mann namens Hur gemeinsam mit Mose und dem Hohenpriester Aaron einen Hügel hinauf. Solange Mose den Stab Gottes in seiner Hand hochhielt, gewannen Josua und die Israeliten. Als der Stab niederging, gewannen die Amalekiter. Josua hätte vom Kampffeld aufschauen und sagen können: Mose, warum kommst du nicht hinunter und kämpfst?, doch er tat es nicht. Hätte er es getan, hätte Mose geantwortet: Ich kämpfe hier gerade. Es ist nur eine andere Art Kampf.
Hebe treu den Stab hoch, den Gott dir gegeben hat
Dasselbe könnte auch über die Heiligen gesagt werden, die treu und geduldig für verschiedene Missionen und Menschen im Reich Gottes Fürbitte tun. Jedes Mal, wenn sie beten, heben sie den Stab Gottes hoch, den er ihnen gegeben hat den Stab des Gebets. Sie wissen, dass Paulus Recht hatte denn die Waffen unseres Kampfes sind nicht fleischlich
(2.Kor. 10,4). Egal, welchen Stab Gott in deine Hand legt, du kannst dir sicher sein, dass es sich dabei um einen Stab des Sieges und des Kampfes handelt. Wenn du nicht Leiter sein kannst, dann solltest du dem Leiter dabei behilflich sein, Erfolge zu erzielen. Jesus sagte einmal, dass die größten Leiter im Reich Gottes diejenigen sind, die den anderen dienen. Im Leib Christi ist der Erfolg eines Einzelnen der Erfolg aller. Als Mose nicht länger den Stab Gottes hochhalten konnte, setzte er sich auf einem Felsen nieder und Aaron und Hur traten herbei, um seine Arme und den Stab Gottes hochzuhalten. Wusstest du schon, dass dies die einzige Aufzeichnung von allem ist, was Hur jemals vollbrachte? Wir können weiterhin Folgendes feststellen: Seine Kinder und Enkelkinder wurden auf großartige Weise in der Stiftshütte gebraucht und waren für ihre Treue bekannt.2 Wir erinnern uns an Hur nur als den Mann, der die Arme seines Pastors hochhielt. Doch weil er diese einfache Aufgabe übernahm, gab er an seine Kinder und Enkelkinder einen Geist weiter, der sie auf Positionen großen Einflusses und großer Verantwortung emporhob. Hur war treu darin, die Hände des Mannes Gottes emporzuhalten, der sein Leiter war. Dieser Geist der Loyalität und Hilfsbereitschaft wurde durch seine Kinder an mindestens zwei Generationen weitergegeben. Wir können hier folgende Lektion lernen: Der Prozess des Loslassens scheint auch immer von uns zu verlangen, dass wir die Hände unseres Pastors oder Leiters hochhalten. Egal, ob du dazu berufen bist, das Evangelium zu predigen, in einer Sonntagsschulklasse zu lehren oder ein effektiver Zeuge in deinem Geschäftsbüro oder deiner Nachbarschaft zu sein: Sei nicht überrascht, wenn Gott dich darum bittet, deinen Stab oder deine Gabe lange genug niederzulegen, um deinem Pastor dabei zu helfen, etwas für ihn zu tun, wofür er einfach keine Zeit hat. Denk nicht immer: Das ist nicht meine Aufgabe
Genauso, wie die Jünger der Apostelgeschichte anderen die Aufgabe übertrugen, Tische zu bewirten, damit sie sich dem Gebet und dem Wort widmen konnten, solltest auch du alles, wozu du in der Lage bist, tun, um deinen Pastor davon zu befreien, damit er dasselbe tun kann.
Anm.: 1. Siehe 2.Mose 2,12. 2. Siehe 2.Mose 31,2-11; 35,30-35; 1.Könige 4,7-8.
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Ein Artikel von Glaube.de
Quelle: Auszug bzw. Zitat aus dem Buch:
T.F.+Tommy Tenney: Die geheimen Kraftquellen Gottes
Mit freundlicher Genehmigung vrh Verlag 2002
Foto: sxc.hu
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