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29-10-09

Susanne Dwehus: Maria oder Marta oder?

Sind sie eine Marta oder eher eine Maria? Verpassen Sie nicht den Segen Gottes, den er für sie hat. 


 

Viele kennen sicher das Gleichnis im Lukas-Evangelium, im Neuen Testament, Kapitel 10, die Verse 38-42:

Als sie aber weiterzogen, kam er in ein Dorf. Da war eine Frau mit Namen Marta, die nahm ihn auf. 39 Und sie hatte eine Schwester, die hieß Maria; die setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seiner Rede zu. 40 Marta aber machte sich viel zu schaffen, ihm zu dienen. Und sie trat hinzu und sprach: Herr, fragst du nicht danach, dass mich meine Schwester lässt allein dienen? Sage ihr doch, dass sie mir helfen soll! 41 Der Herr aber antwortete und sprach zu ihr: Marta, Marta, du hast viel Sorge und Mühe. 42 Eins aber ist Not. Maria hat das gute Teil erwählt; das soll nicht von ihr genommen werden.“

Dazu kennen sicher auch einige von uns Sätze wie: wenn es nur Marias gäbe – ohne Martas käme die Welt nicht zurecht, wir brauchen auch die Martas.

Ist das so richtig? Ich denke, nein.

Denn worum es in dem Bild auch geht – es gibt ja immer mehrere Aspekte, aber ich möchte diesen Einen herausgreifen: Es geht um das aktive Zuhören, wenn der HERR redet.

Das Bild mit der Maria, die Jesus aufmerksam zu Füßen sitzt, zeigt mir, dass wir Jesus zuhören sollen, wenn ER redet. Wir sollen unseren Alltag, unsere Verpflichtungen unterbrechen und einfach Jesus zuhören.

Jesus geht es doch weniger um gesellschaftliche Gepflogenheiten, die gewahrt werden müssen nach dem Denken: das macht man aber so – wie in dem Gleichnis: Ein hoher Gast braucht dringend ein erlesenes Gastmahl. Jesus geht es in erster Linie um Nähe.

Und wenn Jesus redet, dürfen wir zu Seinen Füßen sitzen und zuhören. Sonst entgeht uns etwas. Sonst gehen wir der Beziehung mit Gott aus dem Wege. Wir sollen uns doch um IHN versammeln, denn zuerst muss Gott uns dienen, bevor wir in den Dienst treten können.

Erst dann, wenn wir von Jesus gesegnet werden, können wir zum Segen für andere werden.

Ohne Gott sind wir leer und brennen bald aus, und ohne die Nähe Gottes bewusst zu suchen, werden wir in die Gefahr geraten, uns immer mehr nur Gesetzlichkeiten zuzuwenden.

Diesen Moment, wenn Gott redet, müssen wir entdecken, dafür offen sein, erwartungsvoll, und dann IHM alle unsere Aufmerksamkeit schenken. Keine Ablenkungen dann zuzulassen will geübt werden. Gott an die erste Stelle setzen in unserem Leben ist eine wunderbare Herausforderung. Und Gott wird uns dabei helfen. Gott wird uns nie ins Chaos stürzen. ER ist HERR über jede Situation. Ich erinnere mich an eine Freundin, die auf einer Autobahnfahrt das intensive Bedürfnis bekam, mit dem HERRN zu reden, sie fuhr auf einen Parkplatz und unterbrach ihre Fahrt.

Und auch dann, wenn wir unsere Tätigkeiten nicht unterbrechen können, so können wir innerlich aufmerksam sein. Gott zuhören wollen. Auch ein Arzt mitten in einer OP kann sich vom Reden Gottes führen lassen.

Es geht um die innere Bereitschaft. Haben wir denn schon einmal bewusst Ja gesagt zur inneren Nähe, die Gott möchte?

Oder möchte ich eigentlich nicht gestört werden in meinem Leben? Möchte ich meine Gottes-Beziehung auf geregelte Gebetszeiten beschränken und ansonsten mein Leben eigenständig leben? Das kann leicht zu einem Lebensstil werden nach dem Motto: 'Gott, ich melde mich schon, wenn ich etwas will.'

Aber was ist, wenn Gott etwas will?

Und ER uns z.B. aufmerksam machen möchte auf einen Menschen, der unsere Hilfe braucht? Wenn ER uns neue Ideen schenken möchte, wie wir auf der Arbeit besser vorankommen? Was ein Kind gerade an besonderer Aufmerksamkeit braucht? Wenn Gott mit uns reden möchte über Pläne, die ER für unser Leben hat, dann müssen wir Marias sein, dann müssen wir offen und aufnahmebereit sein für Sein Reden. Das ist der Unterschied zu Marta, suche ich die Nähe Gottes – auch über alle auferlegten Beschränkungen hinweg? Oder mache ich ganz abgegrenzt nur brav das, was man von mir verlangt, oder was ich meine, was von mir verlangt wird?

Maria sein bedeutet nicht – um in dem Bild zu bleiben – in Passivität zu verfallen.

Maria bedeutet, wachsam zu sein, den Moment abzupassen, wenn Gott mit uns ganz besondere Nähe pflegen will. Maria will da sein, wo der HERR ist. Sie sucht Seine Nähe, will hören und lernen. Das ist ein sehr aktives Verhalten. Sie will Jesus kennen lernen und gefüllt werden mit Gottes Segen. Sie will sich nicht ablenken lassen, sondern hat im Herzen begriffen, dass sie der Liebe Gottes auf der Spur bleiben muss.

Martas Ärmel-hochkrempeln und etwas tun ist gut und richtig – aber erst nachdem sie sich hat segnen lassen von der innigen Gemeinschaft mit Jesus. Dann erst kann sie aufstehen und ein Segen werden. Mögen wir immer aufmerksamer werden für die Nähe Gottes, für den Austausch mit IHM.

 

© Susanne Dwehus

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Ein Artikel von Glaube.de

Autor: Susanne Dwehus Mitarbeiterin bei www.glaube.de

Bearbeitung: Jürgen Motzkus, Redakteur bei www.glaube.de

Foto: www.sxc.hu

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