Joyce Meyer: Wie die Ehe harmonisch bleibt (oder wird)

Das Gespräch zwischen Ehepartnern ist wichtig, und die Fähigkeit zu guter Kommunikation trägt dazu bei, eine starke Beziehung zu schaffen. Eine mangelhafte Ausdrucksfähigkeit dagegen kann Probleme verursachen - selbst in den alltäglichsten Situationen. Um eine gesunde Beziehung in einer Ehe zu schaffen und aufrecht zu erhalten sind verschiedene Arten der Kommunikation notwendig. Ein wirklich guter Austausch zwischen Mann und Frau ist aus meiner Sicht für die Gesundheit jeder Ehe lebensnotwendig. Das beinhaltet alles vom Mitteilen bestimmter Informationen bis zum Klären von unterschiedlichen Ansichten und dem Gespräch, in dem wir die Geheimnisse unseres Herzens miteinander teilen.
Informationen austauschen
Manche Kommunikation hat nur das Ziel, klare Informationen zu geben. Dadurch vermeidet man viel Verwirrung und Missverständnisse. Dave und ich betonen beispielsweise ständig die Notwendigkeit, dass die Mitarbeiter unseres Dienstes miteinander reden. Wenn in einem Büro die Informationen nicht weitergegeben werden, kann das zu allen möglichen Problemen führen. Ich glaube, dass auch die geteilte Verantwortung von Mann und Frau in der Ehe unbedingt den Austausch von Informationen benötigt.
Manchmal übersieht man, wie sehr die Mitteilung von Informationen die Pläne der Menschen beeinflusst, mit denen wir leben oder arbeiten. Wenn wir mit unserem Ehepartner die notwendigen Dinge nicht klar besprechen, vermitteln wir dabei unterschwellig, dass uns die Zeitplanung und die Pläne unseres Partners nicht wichtig sind. Ich glaube, dass es viel besser ist, wenn eine Frau ihren Mann an das Fußballspiel des Sohnes erinnert, als wenn er es verpassen würde. Genauso wichtig ist es, dass der Mann seiner Frau rechtzeitig ankündigt, dass er Überstunden zu leisten hat oder aufgrund einer Terminverschiebung bei einem bestimmten Anlass nun doch nicht dabei sein kann. Kleine Erinnerungen an Dinge, die erledigt werden müssen, zum Beispiel der Einkauf auf dem Heimweg oder das Abholen der Kleider aus der Reinigung zeigen, dass die Ehepartner gegenseitig an der Tagesplanung und der verfügbaren Zeit interessiert sind.
Wer es in einem bestimmten Bereich zu guten Leistungen bringen möchte, muss üben. Das gilt auch für die Kommunikation. Der Austausch von Informationen ist zwar nicht die persönlichste Form des Gespräches, aber durchaus notwendig. Schon darin zeigt sich, dass wir am Leben unseres Partners interessiert sind, und das ebnet den Weg für tiefer gehende Gemeinschaft.
Gemeinschaft genießen
Manche Kommunikation dient schlicht der Gemeinschaft - indem man einfach mit einander redet. Während wir beim Informationsaustausch eher zueinander reden, heißt Gemeinschaft, dass wir miteinander sprechen.
Wenn wir mit unserem Ehepartner sie intimsten Hoffnungen und Sorgen besprechen, bauen wir gegenseitiges Vertrauen und Anerkennung auf, was uns fester aneinander bindet. Es geht dabei dann nicht darum, unseren Tagesablauf zu planen, sondern um freundschaftlichen Austausch von Ideen und das Gespräch an sich. Wenn wir unserem Ehepartner das Geschenk der ungeteilten Aufmerksamkeit machen, wird die Sehnsucht nach Gemeinschaft miteinander gestillt.
Ich lade Dave manchmal ein, sich mit mir zu einer Tasse Kaffee hinzusetzen. Das sind gute Gelegenheiten, um das Gespräch am Leben zu erhalten, einander zu fragen, womit wir gerade beschäftigt sind, unser Interesse deutlich zu machen. Ich kann hervorragende Gespräche mit Dave auslösen, indem ich einfach frage: "Wann fängt die Baseball-Saison an?" Sport ist zwar nicht mein Lieblingsthema, aber ich weiß, dass Dave Sport liebt. Das ist der Grund, warum ich mich ernsthaft dafür interessiere. Es zeigt ihm, dass ich mich mit den Dingen beschäftige, die ihm wichtig sind. Ich bin überzeugt, dass Gott uns ein echtes Interesse an den Dingen geben kann, die unseren Ehepartner beschäftigen, wenn wir uns dafür wirklich interessieren. Das lässt unsere Nähe in der Ehe wachsen.
Wenn man Gemeinschaft genießen möchte, sind sowohl das Reden als auch das Zuhören notwendig. Übe dich darin, deinem Partner ungeteilte Aufmerksamkeit zu geben, so oft du nur kannst. Ich bin sicher, dass häufige und regelmäßige Kommunikation auf dieser Ebene es wesentlich erleichtern kann, mit Problemen fertig zu werden.
Probleme lösen
Die Kommunikation, um Probleme zu lösen, ist tatsächlich eine hohe Kunst. Konflikte gehören zum Leben jedes Menschen, daher ist es wichtig, wie wir damit umgehen. Die Unfähigkeit, mit Problemen so umzugehen wie Christus, ist oft der Auslöser zu ernsthaften Schwierigkeiten in einer Ehe.
Eine der wichtigsten Überlegungen, wenn wir uns mit einem Konflikt beschäftigen, ist der richtige Zeitpunkt. Wir können uns in gewaltige Schwierigkeiten hineinstürzen, wenn wir nicht auf Gottes Zeitpunkt warten. Wenn wir jedoch fortwährend versuchen, einem Konflikt aus dem Weg zu gehen, kommen wir genauso unweigerlich in die größten Probleme hinein. Einfach die Augen vor etwas zu schließen, das Gott uns als Konflikt gezeigt hat, ist keine Lösung. Wir lesen in Prediger 3 Vers 7, dass es eine Zeit zum Reden und eine Zeit zum Schweigen gibt. Keineswegs sollen wir niemals über Probleme sprechen. Wir sollen nur nach dem richtigen Zeitpunkt Ausschau halten, wenn wir möchten, dass unser Ehepartner unsere Besorgnis in der richtigen Weise zur Kenntnis nehmen kann.
Früher wollte ich mich sofort mit Dave hinsetzen und reden, sobald zwischen uns ein Problem aufkam. Ich bestand darauf, "jetzt augenblicklich" alles zu besprechen und dass keiner von uns aufstand, bevor alles geklärt war. Ich bin Gott dankbar, dass ich inzwischen für seinen Heiligen Geist empfindsam bin, der mir dabei hilft, die richtige Balance zwischen dem Ausweichen vor Problemen und dem zu schnellen Ansprechen der Probleme zu finden. Ich habe inzwischen gelernt, zuerst zu beten: "Gott, ist das der richtige Zeitpunkt?" Ich weiß nämlich, dass Gottes Kraft dann zur Lösung des Konfliktes zur Verfügung steht, wenn sein Zeitpunkt gekommen ist.
Löwe oder Lamm?
Es ist für die Kommunikation mit deinem Ehepartner entscheiden wichtig, dass du verstehst, wo eure verschiedenen Persönlichkeiten Konflikte hervorrufen können. Wir müssen uns zum einen über die eigenen Eigenschaften im Klaren sein: Bin ich jemand, der Probleme sofort angreift wie ein Löwe, oder bin ich eher ein Lamm, das sich zurückzieht und nicht mit unangenehmen Dingen beschäftigen möchte?
Wir sehen im Neuen Testament durchgehend, dass Jesus auf zwei total gegensätzliche Arten reagiert. Wie ein Löwe wirft er die Tische der Händler im Tempel um und sagt ihnen unmissverständliche Schelte (Matthäus 21, 12-13). Wie ein Lamm steht er vor den religiösen Leitern und sagt kein einziges Wort der Verteidigung, als er mit falschen Anklagen überschüttet wird. In Jesaja 53, 7 heißt es über Jesus: Er wurde misshandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf wie das Lamm, das zur Schlachtung geführt wird und wie ein Schaf, das stumm ist vor seinen Scherern; und er tat seinen Mund nicht auf.
Es ist nicht einfach, sich nicht zu verteidigen, wenn wir falsch verstanden wurden oder wenn uns fälschliche Beschuldigungen treffen. Löwen-Charaktere wie ich müssen es lernen, sich zurückzuhalten und auf Gott zu warten. Lamm-Charaktere dagegen müssen es lernen, im Gehorsam Gottes Leitung gegenüber zu sprechen, ob es ihnen nun liegt oder nicht.
Wann immer wir mit jemandem über kontroverse Themen reden müssen, sollten wir immer beten, dass die Gnade und das Erbarmen Gottes uns zu Lämmern mit Löwenherzen macht. Dann müssen wir warten, bis der Heilige Geist uns hilft, eine ausgewogene Perspektive zu finden. Dann müssen wir die Situation aktiv angehen. Der Schlüssel zum Wachstum unserer Fähigkeiten ist das Lernziel: Etwas ansprechen, wenn Gott sagt, dass wir es ansprechen sollen und etwas ruhen lassen, wenn es uns sagt: Lass es sein. Und wenn Gott uns beauftragt, in einer Angelegenheit aktiv zu werden, sei es in der Ehe oder in sonstigen Beziehungen, dann dürfen wir das ausschließlich in Liebe tun.
In Liebe entgegentreten
Ich halte es für die beste Möglichkeit, den Frieden in einer Ehe zu bewahren, wenn wir schwierige Themen in Liebe ansprechen. Im 1. Petrusbrief 4, 8 lesen wir, dass die Liebe eine Menge von Sünden bedeckt. In anderen Worten: Wenn es einen Streitpunkt zwischen mir und meinem Ehepartner gibt, dann kümmern wir uns im privaten Umfeld darum. Das hilft uns, keine Mauern durch Angriffe zwischen uns aufzubauen. Wenn solche Dinge in der Öffentlichkeit behandelt werden, führt das nur zur Demütigung des Partners. In Matthäus 18, 15 lesen wir: Wenn aber dein Bruder sündigt, so geh hin, überführe ihn zwischen dir und ihm allein! Wie viel mehr gilt das für Ehepaare - und wir würden uns doch das gleiche wünschen, wenn wir selbst schuldig werden.
Es ist auch hilfreich dabei, in Liebe zurechtzuweisen, wenn wir nicht vergessen, dass wir selbst Fehler haben und machen. Wir müssen uns demütigen und begreifen, dass wir ohne die Gnade Gottes ebenso in der Versuchung fallen würden. Mit diesem Verständnis können wir wirklich sanftmütig unserem Ehepartner entgegentreten; oder jedem anderen Menschen, mit dem ein Konflikt besteht. Unser Motiv sollte sein, dass derjenige die große Liebe Gottes sieht - und nicht das Niedermachen der Person.
Dave und ich haben es gelernt, zuerst zu beten und auf Gottes Bestätigung bezüglich der Notwendigkeit und des Zeitpunktes zu warten, bevor wir ein strittiges Thema ansprechen. Wenn wir dann glauben, dass der Herr uns leitet, beginnen wir das Gespräch damit, unseren eigenen Kampf mit Schwachstellen in uns zuzugeben. Weil wir glauben, dass Gott dies erwartet und weil wir einander lieben, fangen wir dann an, die Dinge zu besprechen, die uns Probleme bereiten. Dann beginnen wir, an diesen Fragen zu arbeiten.
Demut und Liebe drücken einen Konflikt völlig anders aus als sich vor jemanden hinzustellen und mit kritischer Haltung eine Liste von Fehlern des Gegenüber vorzutragen. Das Ziel von demütiger Liebe ist immer die Wiederherstellung der Gemeinschaft, der Friede zwischen Ehepartnern, und der Wunsch, die Wege Gottes in seinem Leben verwirklicht zu sehen. Das Ziel ist, den Partner zu segnen und ihn Christus ähnlicher zu machen.
Die Liebe Christi zeigen
Die Bibel nennt das Einswerden von Mann und Frau ein großes Geheimnis und deutet die Ehe als Bild für Christus und die Gemeinde (Epheser 5, 31-32). Daher ist es eine gute Idee, sich hin und wieder zu fragen: Spiegelt die Kommunikation zwischen meinem Ehepartner und mir die Liebe wider, die Christus für seine Gemeinde hat? Lieben wir einander, indem wir uns der Tagesabläufe und Zeiteinteilung des anderen bewusst sind? Helfen wir dem Partner durch Informationen, die Gestaltung des Alltags zu erleichtern? Drückt sich die Liebe Christi in dem Wunsch aus, einfach nur Zeit miteinander zu verbringen, zu erfahren, was den Partner gerade beschäftigt, einander unser Herz zu öffnen? Und zeigen wir einander schließlich die Liebe Christi durch die Art, in der wir Probleme und Fehler ansprechen?
Deine Ehe soll nicht nur für euch beide, sondern auch für Eure Umgebung ein Segen sein. Gott möchte durch die Ehe ein Bild seiner Liebe zu den Menschen zeichnen. Die Art und Weise, in der wir durch Worte, Taten und Einstellungen kommunizieren, stellt den Menschen um uns herum die Liebe Gottes vor die Augen. Wenn wir die Art und Weise Gottes lernen, miteinander umzugehen, können wir für viele Menschen um uns herum ein Bild der Liebe des Herrn zeichnen.
Büchertipp: "Traum statt Trauma. Tipps für lebenslanges Eheglück" von Joyce Meyer
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Ein Artikel von www.Glaube.de
Autorin: Joyce Meyer
2007 Mit freundlicher Genehmigung nur für Glaube.de von Joyce Meyer Ministries.
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