John Mulinde: Der Ruf der Stunde

Die Völker des Kontinents waren durch ein heidnisches, götzendienerisches Römisches Reich lose verbunden, dessen Kontrolle distanziert und entfernt zu sein schien, jedoch Auswirkungen auf das täglich Leben all seiner Einwohner hatte.
Es gab eine wachsende, von Rom kontrollierte, Kirche, die sich zunehmend den heidnischen Götzen und Praktiken des Kontinents anpasste und ihre Lehre veränderte, um die gerade aktuellen Glaubensströmungen auf dem Kontinent mit einzubeziehen.
Europa heute
Ich denke, dass Europa heute in einem sehr ähnlichen Zustand ist, nur dass es jetzt um Anpassung an die Modernität geht. Der Kontinent ist vielerorts nominell christlich, in anderen Gegenden ganz offen atheistisch.
In mancher Hinsicht beten die Europäer verschiedene mysteriöse, geistliche Gottheiten, menschliche Helden und den Geist der Wollust an. Überall wuchert das Böse üppig, aber es ist in moderne Technologie und schicke Rhetorik gekleidet. Auf diese Weise soll es attraktiv und angenehm aussehen und sich auch so anfühlen.
Moralische Standards wurden so sehr untergraben und ausgehöhlt, dass es überhaupt keine verbindlichen Werte mehr zu geben scheint. Jedermann ist sein eigener Herr und hat das Recht, "seine eigene Wahrheit" und "seine eigene Ethik" zu definieren. Niemand spürt mehr die Autorität, einander in Fragen der Moral zu korrigieren, nicht einmal Eltern gegenüber ihren Kindern.
Das meiste Böse wurde nicht nur entkriminalisiert und massiv durch die Medien und kommerzielle Unternehmen angepriesen, sondern auch durch Gesetze gegen all diejenigen geschützt, die es wagen könnten, sich dagegen auszusprechen. Die Medien sind zur Autorität in moralischen Regeln und Werten geworden. Was sie gutheißen, ist in Ordnung, was sie kritisieren oder verdammen, wird von den Menschen gemieden, da sie um ihr eigenes Überleben im System fürchten.
Die Gemeinde
Die Gemeinde hat, wo sie überhaupt existiert, viele Kompromisse geschlossen und sich den Forderungen der Zeit und dem aktuellen Druck gegen göttliche Werte angepasst. Für Menschen, die den Herrn lieben, ist es aufgrund der Wirkungsweise des Systems und der Einschränkungen, die es ihnen auferlegt, sehr schwierig, gemäß der Wahrheit des Evangeliums zu leben.
Auch viele Prediger haben ihre Predigt und ihre Lehre den Strömungen der Zeit angepasst. Sie bemühen sich, den Menschen ein gutes Gefühl zu geben und sie dem Diktat des Systems anzupassen. Die Anzahl der Lehren, die die Linie zwischen richtig und falsch und zwischen heilig und unheilig verschieben, wächst. Viele Diener des Evangeliums haben es sich zur Aufgabe gemacht, aus dem Gewissen der Menschen die Überführung des Heiligen Geistes "wegzumassieren", so dass es für die Menschen viel schwieriger geworden ist, zu echter Umkehr und Veränderung zu gelangen.
Die Ausgesonderten stehen auf
Aber am Horizont sehe ich, verstreut über den ganzen Kontinent, oft isoliert und allein, Männer und Frauen, Junge und Alte, Farbige und solche europäischer Abstammung, die an ihre eigenen Grenzen kommen.
Sie sind es leid, dass die Dinge so sind, wie sie sind. Ihre Herzen bäumen sich gegen die Strömungen der Zeit auf, und tief in ihrem Geist wächst ein Schrei. "Genug ist genug!"
Es reicht ihnen. Sie können den Status quo nicht länger ertragen. Ihre Herzen schreien nach den guten alten Wahrheiten des Evangeliums.
Sie verlieren unter Schmerzen alles, wofür sie bisher gelebt hatten. Sie kehren der Welt den Rücken zu und geben sich mit ihrem ganzen Leben hin, um den Herrn zu suchen. Sie lehnen die Kompromisse und den Abfall ab, der in ihrer Zeit gelehrt wird. Sie kehren zu den uralten Schriften der Bibel zurück, um selbst die Wahrheit zu suchen.
Während sie sich für den Herrn aussondern, beginnt der Geist des Herrn, sich ihnen zu nahen. Sie sind immer noch verborgen, so wie Daniel und seine Freunde in den drei Jahren ihrer Aussonderung in Babylon. (Daniel 1, 3-20)
Aber Gott arbeitet in ihnen, um sie auf die Zukunft vorzubereiten: Zeiten großer Prüfungen und Versuchungen.
In den kommenden Tagen werden viele Menschen fallen und ihren Glauben verraten! Niemand wird die Prüfungen durchstehen, es sei denn, der Herr selbst unterstützt ihn. Aber das Volk, das seinen Gott kennt, wird sich stark erweisen und entsprechend handeln. (Daniel 11, 32)
Ich sehe kleine Gruppen von Männern und Frauen, die sich mit diesen verborgenen Leitern zusammenschließen. Sie werden von denen gefördert und betreut, die ihnen vorangegangen sind. Aber ich kann auch erkennen, dass dies keine Förderung ist, die auf akademischer Lehre und akademischem Training beruht. Die Hilfe basiert darauf, einander zu helfen mit Gott in eine so tiefe Verbindung zu kommen, dass Gott selbst beginnt, jeden unmittelbar und individuell zu lehren. (Jeremia 31, 33-34)
Die Vorläufer teilen ihren Lebensstil und ihre Überzeugungen mit den anderen und ermutigen sie. Eisen schärft Eisen; aber jede beteiligte Person soll ihre eigene, direkte Begegnung mit Gott haben. Es ist Gott, der sie persönlich lehrt und in ihrem Leben wirkt.
Dies ist eine sehr außerordentliche Gemeinschaft von Männern und Frauen. Sie haben sich vor Gott und vor einander festgelegt, sich gegenseitig bedingungslos in Bündnistreue zu lieben. Da sie einander in Demut dienen, wird niemand höher als der andere geachtet. Dennoch erkennen sie an, dass die Gaben und Berufungen dem Einzelnen auf übernatürliche Weise, gemäß dem Plan Gottes, gegeben worden sind.
Sie geben jeder Person bereitwillig Raum, die Aufgabe zu übernehmen, für die Gott sie ausgerüstet hat. Sie feiern ihr Nichts-Sein und bevorzugen es - in ihrem ungekünstelten, Christusähnlichen Lebensstil - sich anderen unterzuordnen.
Die Ernte
Ich sehe, dass diese kleinen Gruppen von Männern und Frauen, Jungen und Alten, entschlossen sind, die Verlorenen und Geblendeten Europas zu erreichen, die Ketten der Gefangenschaft zu zerbrechen, den Schleier der Verführung zu zerreißen und den Griff der Welt von Gottes Volk zu lösen.
Sie erleben sofort Verfolgung: Dinge werden falsch dargestellt, sowohl von öffentlichen Stellen wie den Medien, als auch von vielen in den etablierten Kirchen und Gemeinden.
Sie leben in Angst und Bangen und müssen sich verbergen. Aber sie sind dennoch bereit, ihr Leben für das Evangelium und für die Menschen, denen zu dienen sie gerufen sind, niederzulegen.
Sie treffen sich in kleinen Gruppen, um zu beten, zu planen und Strategien auszuarbeiten. Sie versammeln sich in Kirchengebäuden, in Wohnungen, Cafés, auf Spielplätzen, am Arbeitsplatz, an geheimen Orten oder einfach auf der Straße.
Sie treffen sich, um einander zu ermutigen und einander zu dienen, in dem Bewusstsein, dass jeder von ihnen an jedem Tag und zu jeder Stunde gerufen werden kann, für den einen Herrn zu sterben, für den zu leben sie sich freudig entschieden haben.
Trotz der Gefahren für ihr Leben sind ihre Arbeit und ihr Dienst überaus kraftvoll und mit nichts zu vergleichen, was jemals in der Geschichte der modernen Kirche und Gemeinde bezeugt wurde. Wenn sie losgehen, werden Berge zur Ebene und Täler füllen sich vor ihnen auf. Tausende von Menschen auf dem ganzen Kontinent, die den Sinn des Lebens in allen Arten von Perversion gesucht hatten, merken plötzlich, dass es im Leben eine echte Bestimmung gibt.
Die Blinden werden geheilt, die Abhängigen werden befreit, die Prostituierten werden rein, der Stolze wird gedemütigt, wenn die Hungrigen ihre weltlichen Lüste verlassen und die Verlorenen nach Hause eilen.
Die herkömmlichen Kirchen und Gemeinden können oder wollen die Ernte nicht auffangen, deshalb entstehen schnell neue Strukturen, die frei sind von der unreinen menschlichen Kontrolle.
Die Bewegung wächst beständig weiter und breitet sich über Städte und Nationen auf den gesamten Kontinent aus. Sie macht das Königreich Gottes sichtbar. Es ist keine Bewegung, die der Kontrolle eines einzelnen Menschen oder einer Organisation unterworfen ist. Selbst diejenigen, die Vorreiter in ihr sind, werden in dieser großen Welle aufgesogen. Nur Gott wird sichtbar werden, wie er vorangeht. (Joel 2, 11)
Transformation
Während diese hingegebenen Menschen den Himmel mit ihren anhaltenden Gebeten durchdringen, beginnen die Wolken der Dunkelheit aufzubrechen und werden durchlässig für den Fluss des Heiligen Geistes über ganze Bevölkerungsgruppen.
Dann wird offenbar, dass das System der Welt zusammenbricht. Alles, worauf der Mensch jemals vertraut hat, gibt nach, und während einige in ihrer menschlichen Art ums Überleben kämpfen (und dabei immer böser und böser werden), finden um so mehr Menschen Hoffnung und Ruhe im Herrn. Die Schichten der Gesellschaft beginnen, sich in allen Lebensbereichen zu verändern.
Die Gemeinde wird neu belebt und transformiert, Familien gewinnen eine neue Stabilität und echte Liebe, in der alle Familienmitglieder sicher und erfüllt sind.
Menschen in öffentlichen Leitungspositionen und führende Politiker entdecken die Bedeutung der Wahrheit, was sich bei einigen im Dienst in öffentlichen Institutionen manifestiert. Europa wird verändert: Nicht durch Stärke oder Macht, sondern durch den Heiligen Geist.
Dies geschieht, während die Mächte der Finsternis noch finsterer und aggressiver werden. Es ist keine billige, leichte Erfahrung mehr, Christ zu sein. Man muss Christus völlig ausgeliefert sein - oder man kann dem Druck und der Verfolgung nicht widerstehen. Es ist der uralte Kampf, der zum Höhepunkt kommt. Und für all diejenigen, die von Gott vorbereitet wurden, ist es eine Zeit gewaltiger Siege.
Diese Bewegung ist nicht auf Europa begrenzt. Die Ausgesonderten erheben sich auf der ganzen Welt, schon jetzt, während wir gerade sprechen.
Auf der ganzen Welt gibt es eine Bewegung solcher Menschen, die noch eine kurze Zeit verborgen sind. In Afrika, Asien, in den USA, in der Region des Pazifik, im Nahen Osten, in den Polarregionen und auf den Inseln inmitten der Meere wachsen sie heran.
Diese Bewegung breitet sich über Kontinente und Meere aus. Das Geschehen ist von Gott selbst in Gang gesetzt worden, weil er eine Armee von Menschen vorbereitet, die geschaffen sind, um die individuellen Herausforderungen jeder Region der Welt in Angriff zu nehmen.
So sieht sie aus, die Gemeinschaft der modernen Nasiräer: Ausgesondert für Gott und entschlossen, allen Umständen zum Trotz, das Werk des Missionsbefehls vor dem Tag seiner Wiederkunft zu vollenden.
Die treibende Kraft dieser Menschen ist der Kampfesruf des Herrn, der bald kommt. (Joel 2, 11)
Jeder von ihnen sehnt sich nach dem Tag der Erscheinung des Herrn, wenn wir ihn sehen werden, wie er ist. Wir werden in Seine Augen sehen - dieses Lächeln sehen - und dann diese kostbaren Worte hören: "Gut gemacht, treuer Knecht!"
Hierfür geben wir alles auf, um Jesus Christus und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden zu erkennen. (Philipper 3: 7-12)
Der Ruf
Diese Worte klingen laut in meinem Geist: Diese Bewegung wird nicht erst entstehen! Der Prozess hat bereits begonnen.
In allen Nationen haben Männer und Frauen, Jugendliche und Alte, den Ruf des Herrn gehört, dass sie Ausgesonderte sein sollen.
Es gibt einige, die es vorgezogen haben, zu zaudern und sich in leere Entschuldigungen zu flüchten, während andere bereits begonnen haben, den Weg zu gehen. Sie haben die Kosten überschlagen und sind zu dem Schluss gekommen, dass es keinen Wert hat, den vergänglichen Dingen dieser Zeit nachzujagen, wie König Salomo in seinen letzten Tagen.
Sie ziehen es vor, den überfließenden Reichtum und die Erfüllung zu suchen, die nur in dem einen Christus gefunden werden kann, der heutzutage von seiner eigenen Kirche so zurückgewiesen und falsch dargestellt wird.
Gott ist schon am Werk im Leben dieser Menschen. Sie sind noch eine kurze Zeit verborgen an seinen sicheren Orten - mit all denen, die Gott zu ihnen hinzufügt.
Dies ist eine Vision dessen, was in unseren Tagen im geistlichen Bereich geschieht. Für Menschen, die den Geist und den Hunger Gottes haben, ist klar, was Gott gerade tut.
Der Ruf zur Aussonderung ist kein Ruf, über den man diskutieren kann. Eine Wahl steht nicht zur Disposition.
Wir alle wissen, dass sämtliche irdischen Anstrengungen, die Probleme der Menschheit zu lösen, fehlgeschlagen sind. Und die Art, wie die Dinge in vielen Gemeinden in den Nationen Europas laufen, lässt keinen Zweifel daran zu, dass diese Gemeinde bald nicht mehr als biblische Gemeinde des Herrn zu erkennen sein wird - wenn Jesus nicht bald eingreift.
Der Herr wird sich seinem Volk weder aufdrängen, noch wird er zu uns kommen, wenn wir in unseren irdischen Versuchen stecken bleiben. Er ruft uns auf, unser Leben für seines niederzulegen. Die Herrlichkeit Gottes fließt, wo das Christusleben fließt.
Dies ist der Ruf der Stunde: "Sondert euch aus für den Herrn." Er wird tief greifend in deinem Leben arbeiten, um dich auf die bevorstehenden Zeiten vorzubereiten. Er wird in dir das tun, was du nicht für dich selbst tun kannst. Christus wird dich zur Erfüllung deiner Bestimmung in dieser Welt führen.
Möge der gute Herr uns auf dem ganzen Weg bis zum Ziel helfen.
JOHN MULINDE
WORLD TRUMPET MISSION
Joel 2, 1
Stoßt in das Schopharhorn in Zion und blast Lärm auf meinem heiligen Berg, dass alle Bewohner des Landes erzittern; denn der Tag des HERRN kommt, ja, er ist nahe.
Zephania 2, 1-3
Tut euch zusammen, sammelt euch, du Volk ohne Scham, ehe der Ratschluss sich erfüllt - wie Spreu verweht, geht der Tag vorüber! -, ehe der grimmige Zorn des HERRN über euch kommt, ehe der Tag des Zornes des HERRN über euch kommt!
Sucht den HERRN, alle ihr Demütigen im Land, die ihr sein Recht übt! Sucht Gerechtigkeit, sucht Demut; vielleicht werdet ihr Bergung finden am Tag des Zorns des HERRN!
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Ein Artikel von Glaube.de
Download als PDF-Datei aller vier Teile über www.gebet-fuer-berlin.de unter "Material".
Dieser vierte Teil wurde bei der Konferenz schriftlich verteilt, die Predigten der ersten drei Teile können als CD oder Kassette beim Medienladen des Christlichen Zentrum Berlin bestellt werden.
Internet: www.cross-continental-media.com oder per Post an Cross Continental Media, Herwarthstr. 5, 12207 Berlin, oder per Telefon: 030 460 65 359 und Fax: 030 460 65 360
Autor der Mitschrift: Günter J. Matthia, Redaktionsmitarbeiter Glaube.de
Weiterverwendung nur nach Rücksprache mit Glaube.de
Teil 1:
Der unzuverlässige Gott
Teil 2:
Hört Gott überhaupt zu?
Teil 3:
Das Evangelium vom Königreich
Teil 4:
Der Ruf der Stunde
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