Druckversion
Dieser Text ist ein Artikel der Kategorie:
21-10-10

Storch: Gebet und Glaube - Markus 11,23-24 (Teil 2)

Einer des lesenswertesten Blogs derzeit ist Die Schönheit des Komplexen, aus dem hier der zweite Teil der Gdanken über Markus 11, 23-24 folgt.
Dies ist also die Fortsetzung, man sollte den Beitrag Gebet und Glaube Teil 1 gelesen haben.


Glauben
Das Kriterium, das darüber entscheidet ob Gebete erhört werden oder nicht ist der Glaube. Bitten im Glauben werden erhört, andere eher nicht (wobei es immer Ausnahmen gibt, aber ich möchte etwas plakativ arbeiten). Glaube garantiert, dass sich Gebete in Gottes Willen befinden.
Um das zu beweisen müssten wir noch einmal eine Stelle im Hebräerbrief nachschlagen, DIE Definition des Glaubens überhaupt.

 

Der Glaube aber ist eine Verwirklichung dessen, was man hofft, ein Überführtsein von Dingen, die man nicht sieht. (Hebräer 11,1)

 

Glaube braucht Überführung um wirklicher Glaube zu sein. Das griechische Wort bedeutet dasselbe wie das deutsche. Es geht darum, dass eine nicht-sichtbare Realität "sichtbar" gemacht wird. Insofern ist es auch gut möglich "Überzeugung" zu übersetzen oder englisch "inner conviction", dann geht es mehr darum wie diese Überführung in unser Leben kommt als darum, was sie ist. Etwas moderner würde man Überführung vielleicht als Offenbarungserkenntnis oder Offenbarungswissen übersetzen. Es bedeutet also, dass wir per Offenbarung des Geistes etwas wissen, das in Gottes Welt bereits Realität ist und das nur noch eines Gebets bedarf um in der sichtbaren Welt anfassbar zu werden.Dahinter steht eine Wahrheit, die vielen Christen verborgen ist obwohl sie eigentlich inhaltlich eines der Kernthemen unseres Glaubens darstellt: die Wirklichkeit der unsichtbaren Welt. Es gibt eine Welt, die unsere physischen Augen nicht sehen können, die aber wirklicher und echter ist als die Welt, die wir mit unseren fünf Körpersinnen wahrnehmen können. In dieser Welt ist jedes Versprechen Gottes ja und amen und es regiert das Vertrauen auf die unbedingte Zuverlässigkeit Gottes. In dieser Welt sind Dinge wahr, die es hier (noch) nicht sind. Unser grösster Auftrag als Christen auf der Erde ist es, in dieser Realität zu leben und dafür zu sorgen, dass sich unsere Welt der Gotteswelt anpasst: "Dein Reich komme, Dein Will geschehe, wie im Himmel, so auf Erden." Dieses Vaterunser ist nicht einfach das wichtigste Gebet der Christenheit, es ist ihr Erbe und Auftrag.Glaube kommt also wenn Gottes Wort kommt. Wenn Gott uns zeigt, was bei ihm beschlossene Sache ist und uns die Möglichkeit gibt das durch Gebet in unsere Welt zu ziehen, dann ist das Gebet im Glauben und im göttlichen Auftrag. Manchmal kommt diese Offenbarung blitzartig und punktgenau, "bete, dass jetzt das uns das passiert", manchmal haben Menschen eine globale Offenbarung und erleben immer Gebetserhörungen wenn sie um bestimmte Dinge beten. Ihre Offenbarung der Liebe Gottes ist z.B. so gross, dass es ihnen immer gelingt im Gebet zu erwirken, dass andere diese Liebe auch erleben.Wenn wir Gebet so angehen wird etwas ganz anderes daraus, als meistens unter Gebet verstanden wird. Gebet wird dann nicht mehr in erster Linie von uns und unseren Bedürfnissen her gedacht sondern von Gott und dem, was er tun will. Es ist ein Gebet, das erst einmal Gott sucht und dann betet, was der Vater zeigt und kein Gebet nach dem Muster "ich, mich, meiner, mir, Jesus segne diese vier." Dass solche Gebete mehr im Willen Gottes sind und erhörlicher sind als selbsüchtige versteht sich von selbst.Gebet vom Glauben her zu besehen gibt uns aber auch einen Hinweis darauf, wie wir effektiver für unsere Bedürfnisse beten können: indem wir wieder auf Gott hören und unseren Glauben mit dem aufbauen, was Jesus für uns getan hat. Gebet kann auf einem hervorragenden Verheissungsboden stehen wenn wir Gottes Wort kennen und permanent in seiner Überführung leben.SpannungDer letzte Teil von Markus 11,24-25 ist derjenige der gedanklich am schwersten nachvollziehbar ist: glaubt nur, daß ihr es schon erhalten habt, dann wird es euch zuteil.Wir sollen also glauben dass wir etwas haben bevor wir es bekommen. Das kommt manchen Leuten zurecht seltsam vor. Der normale gesunde Menschenverstand sagt uns doch, dass wir etwas entweder haben oder nicht; die Bibel redet eine ganz andere Sprache und sagt, dass wir glauben sollen dass wir es haben bevor wir es haben?Das ist der Grund warum es so wichtig ist sein Denken zu erneuern. Warum müssen wir (Römer 12,2) unser Denken erneuern bevor wir Gottes Willen erkennen können? Weil Gottes Wille unseren Verstand übersteigt. Das, was Gott tun will ist oft so beleidigend für den Verstand, dass wir im wahrsten Sinne des Wortes lernen müssen um zu denken. Nur wer lernt anders zu denken als man es ihm in der Welt beigebracht hat und Gottes Denke lernt, wird verstehen was Gott tun will. Die meisten Beter werden schon festgestellt haben, dass der Vers stimmt. Man tritt für etwas im Gebet ein und auf einmal, nach einer Zeit des Ringens und Kämpfens, hat man einen übernatürlichen Frieden. Man weiss: Gott hat das Gebet erhört, die Sache ist durch, das Anliegen hat sich erledigt. In aller Regel kann man zu diesem Zeitpunkt noch nichts von dem erkennen was sich verändert hat. Es hat sich im Sichtbaren rein gar nichts verändert und dennoch weiss man, dass Gott sich der Sache angenommen hat und dass man im Gebet durchgebrochen ist. Es vergeht immer etwas Zeit während sich unsere Welt der göttlichen Realität angleicht.Eine Geschichte aus dem Alten Testament veranschaulicht das auf hervorragende Weise. David wurde auf Befehl Gottes von Saul zum König gesalbt und war ab diesem Moment König über Israel. Dennoch gab es zeitglich noch einen anderen König, Saul, den Gott zwar längst abberufen hatte und der faktisch damit kein König mehr war, aber trotzdem noch immer auf dem Thron sass. In der sichtbaren Welt war Saul König weil er sich Gottes Ansagen nicht beugte. Aus der Sicht des Himmels war David König. Dieser Unzustand dauerte mehr als ein Jahrzehnt - erst dann war David "offiziell" König und thronte in Jerusalem. Manchmal dauert es lange bis sich Gottes Realität in unserer Welt durchgesetzt hat! ------------------------------------------------------------Ein Beitrag auf Glaube.deAutor: StorchGefunden auf Die Schönheit des Komplexen - Storchs BlogCopyrightvermerk: copyright is the "right to copy". In diesem Sinne: bedien Dich ruhig. Ich habe es selber nie gemocht, dass auf allen frommen Sachen immer c-right ist und man nie was benutzen durfte. Letztendlich geht es mir darum, dass die Botschaft unters Volk kommt, nicht mein Name.Nur eine Bitte: nichts aus dem Zusammenhang oder sinnentstellend zitieren.Foto: SXC------------------------------------------------------------

 

Nach oben



Name:
E-Mail: