Helmut Steitz: Entscheidungen

Jesus selbst hat seine Zuhörer immer wieder herausgefordert, eine Entscheidung zu treffen. Diese konnte und kann für- oder gegen ihn ausfallen.
So bleibt es mir überlassen, ob ich den Tag mit Jesus beginnen will, ob ich ihn in meine Entscheidungen mit einbeziehe, oder nicht -und schließlich - ob ER der HERR meines Lebens sein darf, oder nicht.
Die Bibel zeigt uns ein markantes Beispiel auf, das Jesus seinen Zuhörern erzählte. In diesem Gleichnis wird deutlich, wie viele Entscheidungen in unserem Leben anfallen und wie wichtig es ist, die richtige Entscheidung zu treffen.
1. V12: .... gib mir den Teil des Vermögens, der mir zufällt.
Der jüngere Sohn zweier Brüder entscheidet sich, seinen Vater bereits zu dessen Lebzeiten um sein Erbe zu bitten.
Er wollte nicht so lange warten, bis er von Gesetzes wegen sein Erbe erhält. Denn dies hätte bedeutet, dass er erst nach dem Tod seines Vaters Anspruch auf sein Erbe hätte geltend machen können. Vielleicht erschien ihm die Zeit zu lang. Vielleicht wollte er jetzt was erleben- nicht mehr warten. Seine Entscheidung hatte zur Folge, dass er rein rechtlich keine weiteren Ansprüche stellen konnte. Weder an den Vater, noch an seinen älteren Bruder. Ganz gleich, wie weit das Vermögen noch anwachsen würde.
2. V12 . . . der Vater teilte ihnen die Habe. Der Vater entschied sich, dem jüngeren Sohn das Erbe auszubezahlen.
Jetzt war es also soweit: Der jüngere Sohn hatte alles empfangen, was ihm vom derzeitigen Erbteil zustand und damit alle weiteren Ansprüche verwirkt.
Wir lesen nichts davon, dass der Vater seinem jüngeren Sohn etwa gut zugeredet hätte: "Willst du es dir nicht noch einmal überlegen, bedenke doch die Konsequenzen", nein, der Vater gab seinem Sohn, um was er bat.
Genauso verhält sich Gott auch bei uns Menschen. Er lässt uns die Freiheit, sich für oder gegen das zu entscheiden, was er für uns bereit hält.
Manchen Christen geht es auch nicht schnell genug. Und so steigen sie lieber auf halbem Wege aus, anstatt sie mit Jesus die ganze Wegstrecke zurücklegen.
So wie diesem Sohn, legt auch Gott uns keine Steine in den Weg, wenn wir uns plötzlich anders entscheiden. Denn bei Gott gibt es keinen Zwang, sondern nur Freiwilligkeit.
3. V13 .... brachte der jüngere Sohn alles zusammen und reiste weg.....
Ohne sich zunächst weitere Gedanken zu machen, traf der jüngere Sohn eine Entscheidung und packte seine sieben Sachen zusammen, um in ein fremdes Land zu reisen.
Dort angekommen, entschied er sich, sein Erbteil zu vergeuden.
Er kannte dort keinen Menschen, aber er hatte ja eine Menge geerbt.
So war es ihm möglich, sogenannte "Freunde" mit Geld auf seine Seite zu ziehen.
Da uns die Bibel hier sagt, dass der Sohn verschwenderisch lebte, können wir davon ausgehen, dass es ein Trinkgelage und eine Völlerei nach der anderen gab.
Dies alles ging eine Weile gut und die "Freunde" blieben ihm so lange treu, solange der Rubel rollte und Nachschub vorhanden war.
Gekauftes Vertrauen ist aber kein Vertrauen. Gottes Wort warnt eindringlich, uns überhaupt auf Menschen zu verlassen. Denn es sagt: Hütet euch, ein jeder vor seinem Freund, und setzt auf keinen Bruder Vertrauen. Denn jeder Bruder treibt Hinterlist, und jeder Freund geht als Verleumder umher. Und sie betrügen einer den anderen, Wahrheit reden sie nicht. (Jer.9,3+4)
Gott warnt uns also, unser Vertrauen auf Menschen zu setzen.
Da wir von den sogenannten Freunden nichts mehr hören, als das Erbe verprasst war, können wir davon ausgehen, dass dieser Sohn wieder gänzlich allein dastand.
Nichts war es mit wirklicher Freundschaft. Alle hatten zu ihm gehalten, solange der Rubel rollte- aber jetzt??..
4. V15 ... und er ging hin und hängte sich an einen der Bürger jenes Landes....
Eine große Hungernot hatte das Land überrollt und auch unser reicher Jüngling bekam dieses Leid zu spüren.
Eben noch hatte er Geld in Hülle und Fülle und nach seiner Vorstellung jede Menge Freunde. Aber die Situation veränderte sich schlagartig, so dass er erneut eine Entscheidung treffen musste. Diese sah so aus, dass er sich an einen reichen Mann jenes Landes wandte, weil er sich von dort Hilfe und Zuwendung versprach.
Aber, anstatt wieder Boden unter die Füße zu bekommen, rutschte der Sohn, der aus sehr reichen Verhältnissen stammte, immer tiefer ab.
Er hatte aus seiner ersten Erfahrung nichts gelernt. Denn er wandte sich wieder zu einem Menschen hin. Dieser aber nutzte ihn genau so aus, wie all seine sogenannten Freunde vorher.
Zwar gab es bei ihm nichts mehr zu holen, aber der Reiche schickte ihn auf den Acker, die Schweine zu hüten.
Wieder wurde es nichts mit inniger Zuwendung, Liebe, Geborgenheit.
Der einstmals reiche Sohn konnte nicht einmal seinen natürlichen Hunger stillen. Aber, als er über seine bisher getroffenen Entscheidungen nachzusinnen begann, da fing es in ihm an zu arbeiten.
6. V18 ... ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen....
Nachdem er alle Für und Wider abgewägt hatte und sein Leben, vor seinem Weggang von Zuhause und danach Revue passieren ließ, erkannte er, dass es selbst den Tagelöhnern seines Vaters besser ging, als ihm.
Er erinnerte sich, dass es da jemanden gab, der immer für ihn gesorgt und bei dem es ihm an nichts gefehlt hatte.
Und er traf die Entscheidung umzukehren. Eine Entscheidung, die sein jetziges Leben wieder grundlegend verändern sollte.
Er machte sich auf, sein altes Leben hinter sich zu lassen, indem er zu seinem Vater zurückkehrte.
7. V.8 .... Vater, ich habe gesündigt.....
Und die nächste Entscheidung folgte auf dem Fuß. Denn er ging nicht etwa mit Stolz geschwellter Brust zu seinem Vater zurück, sondern in einer- für ihn völlig neuen- Demutshaltung.
Auch versuchte er nicht irgendetwas von seiner Vergangenheit "schön" zu reden oder abzuschwächen- im Gegenteil.
Er gestand seinem Vater all seine Vergehen ein. Und dieses Sündenbekenntnis vor seinem Vater brachte ihn wieder in die völlige Freiheit und führte ihn wieder in den Stand zurück, in welchem er vorher gewesen war.
Dies machte der Vater durch seine Entscheidung seinem Sohn unmissverständlich deutlich.
8. V20 Der Vater wurde innerlich bewegt und lief seinem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn zärtlich.....
Denn der Vater verurteilte sein Kind nicht, sondern freute sich riesig, dass sein Sohn wieder zuhause war. Er nahm den Sohn- der für ihn immer Sohn war und geblieben ist- in seine Arme und küsste ihn zärtlich.
Es bedurfte keiner großen Worte, keiner Vorhaltungen (Ich hab es Dir doch gleich gesagt..)oder anderer Dinge, weil der Sohn sofort wieder die Liebe verspürte, nach der er sich gesehnt hatte, als er in den Armen des Vaters lag.
Diese Liebe kannte nur eine Entscheidung: Vergebung.
Diese Haltung bestätigt uns Gott auch in seinem Wort, wenn er uns durch Johannes zuruft: Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von jeder Ungerechtigkeit. (1.Joh.1,9)
Jesus selbst sagt uns: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen. (joh.6,37)
An diesen beiden Aussagen erkennen wir die Entscheidung des Vaters.
Gott hat sich von Anfang an für uns entschieden, auch dann, wenn wir manchmal von seinem Weg abkommen und wir uns gegen ihn entscheiden. Der Vater nimmt uns von neuem an, wenn wir mit unserer Schuld vor ihn treten und sie ihm bekennen.
Und Jesus verspricht uns, dass dies für alle Menschen gilt, denn er wird niemanden hinauswerfen, der wie dieser Sohn, mit offenem Herzen die Vergebende Gnade Gottes sucht.
9. V22 Der Vater nimmt den Sohn wieder auf und feiert ein Fest.....
Jesus erzählt hier haarklein, wie sich der Vater-Gott- gegenüber jedem verhält: Nicht Tadelung, oder ein "geschieht dir ganz recht so", sondern Vergebung von allen seinen Sünden. Und dies bringt der Vater vor seinem ganzen Haus dadurch zum Ausdruck, indem er seinen Sohn neu einkleiden, ihm einen Ring an seine Hand stecken und ihm Sandalen an seine Füße geben lässt. Der Ring war das sichtbare Zeichen dafür, dass der Sohn wieder in die Familie aufgenommen war- mit allen formalen Rechten.
Dies bedeutete, dass der Vater seinem Sohn wieder alle Rechte zusprach, die er vor seinem Weggang hatte.
Gott entscheidet sich nicht, uns zu verdammen, wenn wir von ihm weggelaufen sind, sondern uns bei unserer Rückkehr wieder in den Status zu versetzen, in welchem wir vorher waren.
10. V22 Annahme der Geschenke von Seiten des Sohnes
Der davon gelaufene Sohn nimmt das Gnadengeschenk seines Vaters an.
Anstatt des vorherigen Hochmuts, des Stolzes und der Überheblichkeit, nimmt der Sohn nun das alles mit Freuden an, was sein Vater für ihn hat vorbereiten lassen.
Somit entscheidet er sich für den Vater und für dessen Gnade.
11. V28 .... sein älterer Bruder wurde zornig (eifersüchtig).....
Mitten in die Wiedersehensfreude platzte der ältere Sohn hinein.
Er kam gerade vom Feld zurück und wunderte sich über das große Treiben im Haus. Als ihm gesagt wurde, weshalb dieses Fest stattfindet, entscheidet sich dieser sofort gegen seinen Vater.
Denn er kann und will die Entscheidung seines Vaters weder akzeptieren, noch mittragen.
"Der hat doch das ganze Erbe durchgebracht. Ich aber habe nie gegen den Vater gehandelt- im Gegenteil. Bisher habe ich mich immer korrekt verhalten, mir kann man schließlich keinen Fehltritt nachweisen."
Die Selbstgerechtigkeit trennte den älteren Sohn vom Herzen des Vaters.
Er entschied sich mit dieser Haltung für seine Selbstgerechtigkeit und gegen die vergebende Liebe des Vaters.
Aber, der Vater hatte sich für beide Söhne entschieden.
12 V28 Der Vater kommt auch dem älteren Sohn entgegen und lädt ihn ein, mitzufeiern....
Als der ältere Sohn seinem Vater seine angebliche Gerechtigkeit vor Augen führen will, begegnet der Vater auch ihm in Liebe.
Und er verdeutlicht diesem Sohn, dass er völlig andere Maßstäbe setzt, indem er die Einladung zum Fest auch an diesen Sohn ausspricht.
Gleichzeitig ist dies auch eine Einladung an den älteren Sohn, zur Vergebung und Barmherzigkeit. Wenn er sich entscheidet, diese Einladung anzunehmen, wird er auch seinem Bruder in derselben Liebe begegnen können, wie es der Vater beiden Söhnen gegenüber tat.
Dieses Prinzip gilt auch für unser Leben. Je mehr wir uns entscheiden, nach dem Willen des Vaters zu leben, desto leichter wird es uns gelingen auch die zu lieben, die wir bisher nur schwer oder- wie in dieser Geschichte- gar nicht (mehr) lieben konnten.
Denn Gott hat sich für alle Menschen entschieden.
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Ein Beitrag von Glaube.de
Autor: Glaube.de Mitglied Pepe (Helmut Steitz)
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Foto: sxc.hu
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