Konzentriertes Gebet
Es gibt viele Dinge, die dich vom Gebet abhalten wollen - und wenn du es dann geschafft hast, deine Konzentration in Beschlag nehmen wollen. Eines aber stimmt: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt! Also lass uns ein wenig die Gefahren und Hindernisse bzgl. Konzentration beim Gebet anschauen.
- Ablenkung. Ob Telefon, Familie, Arbeit, Nachdenken und Bewältigung verschiedener Erlebnisse und vieles andere mehr - vieles kann dich ablenken. Jesus empfiehlt deswegen (Mt. 6,6) "geh in dein Zimmer und schließe hinter dir die Tür zu." Sich in die Einsamkeit zurückziehen, ist ein wesentlicher Schlüssel für konzentriertes Gebet.
- Kein konkretes Ziel haben. Wenn wir beten und nicht wissen, wo wir hin wollen, können wir nicht konzentriert beten. Unser Ziel ist, dass Gott verherrlicht wird, dass Sein Wille geschieht und Seine Herrschaft kommt (vgl. das Vaterunser). Wenn unsere Ziele sich immer mehr mit denen unseres Herrn identifizieren, werden wir sukzessiv konzentrierter - und damit erfolgreicher beten.
- Beten aus einem Pflichtgefühl heraus. Wer nur betet, weil er es als Pflicht empfindet, wird sehr schnell abgelenkt werden, weil es schlichtweg langweilig ist. Das Reden mit Gott ist mehr als eine Pflicht. Es ist unser tägliches Bedürfnis, unser Lebenselixier, die Quelle unserer beständigen Kraft und Energie. Das gibt einen ganz anderen Motivationsschub konzentriert "am Ball zu bleiben". Mach dir das ständig bewußt.
- Müdigkeit. Für viele moderne Menschen - auch Christen - ist dies scheinbar ein Kavaliersdelikt. Man achtet zu wenig auf körperliche Fitneß, Frische und auch geistige und seelische Entspanntheit. Kein Wunder, dass es beim Gebet oft unkonzentriert zugeht. Paulus sagt in 1. Kor. 9, 27: "Ich zerschlage meinen Leib und trainiere ihn, damit ich nicht, nachdem ich anderen gepredigt habe, selbst verwerflich werde."
- Mangelnder Glaube. Wer kein tiefes immer stärker werdendes Vertrauen in Gott hat wird schnell beim Beten schlapp. Die Konzentration nimmt ab, der Gebetsfluss erlahmt. Glaube ist Wissen, Vertrauen auf Gottes Verheißungen, Proklamieren, dass das, was Er gesagt hat, stimmt und in Erfüllung gehen wird.... Betest du so? Dann wirst du konzentriert beten können.
- Fehlen der ersten Liebe. Die Liebe ist die größte Kraft! "Und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in Ihm." Wer aus der ersten Liebe gefallen ist, wird kaum Konzentration beim Gebet erleben können. Es ist höchstens nur noch eine (manchmal lästige) Beruhigung des angeschlagenen Gewissens. Wenn du aus der ersten Liebe gefallen bist, dann gibt es nur eins: Kehre augenblicklich zu ihr zurück. Wenn du wissen willst, wie das geht, dann lies Offenbarung 2, 4-7! Dann wirst du wieder konzentriert beten können.
- Unbereinigte Beziehungen. Wer zu seinen Brüdern und Schwestern oder zu anderen Menschen keine bereinigten Beziehungen hat, kann konzentriertes Gebet geradezu vergessen. 1. Petr. 3,7 sagt uns z.B.: "dass ein Mann, der seine Frau nicht ehrt und liebt, davon ausgehen muss, dass seine Gebete nicht beantwortet werden." Wenn du aber von vornherein weisst, dass deine Gebete keine Erhörung finden, kannst du es gleich bleiben lassen, von dem konzentrierten Gebet ganz zu schweigen. Also bringe erst alle deine Beziehungen zu deinen Mitmenschen in Ordnung. Bitterkeit, Unversöhnlichkeit, Neid und Eifersucht, etc. hindern dein konzentriertes Gebet total.
- Ansehen von Menschen suchen. Weisst du, dass dies die Pharisäer permanent taten? Ihnen war wichtig, dass sie beim Beten beobachtet wurden, dass man sah, "wie heilig und rein" sie waren und wie unendlich viel sie für Gott taten..... Und was hatten sie davon? Nichts, absolut nichts! Sie plapperten wie die Heiden und von echter geistlicher Konzentration beim Gebet keine Spur! (vgl. Mt. 6, 5) Du kannst es besser machen! Es ist doch ganz egal, was Menschen über dich denken, ob sie dich beim Beten sehen oder nicht, schau auf den Vater, der ins Verborgene sieht, Er wird dir vergelten!
- Nur beten in neuen Sprachen. Der Apostel Paulus lehrt uns, dass wir nicht einseitig beten sollen, sondern dass Ausgewogenheit erforderlich ist. Er sagt z.B.: "Wenn ich in Sprachen bete, so betet mein Geist, aber mein Verstand bleibt fruchtleer. Was ziehe ich daraus für Konsequenzen? Ich will beten mit dem Geist, aber ich will "auch" beten mit dem Verstand; ich will lobsingen mit dem Geist, aber ich will "auch" lobsingen mit dem Verstand." (1. Kor. 14, 14/15). Wenn beides in deinem persönlichen Gebetsleben vorhanden ist, wirst du wesentlich konzentrierter und damit effektiver und fruchtbarer beten können.
Vielleicht hast du schon einmal in deinem Leben einen buddhistischen asketisch lebenden Mönch bewundert, der stundenlang konzentriert seine meditativen Gebetsübungen macht. Er hat instinktiv vieles von dem, was in der Bibel an Gebetshindernissen steht aus seinem Leben entfernt. Die Frage ist natürlich, ob er an der richtigen Adresse ankommt. (Die Frage kann hier natürlich nicht eingehend behandelt werden.) Aber entscheidend ist doch, was mit dir passiert, damit dein Gebetsleben konzentriert, zielgerichtet und effektiv ablaufen kann. Nun kannst du die Dinge aus deinem eigenen Leben ausräumen, die dich bis jetzt gehindert haben. (Übrigens gibt es noch viel mehr Dinge, die dir dann Gott persönlich zeigen wird.) Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg bei der Beseitigung aller Hindernisse auf dem Weg zum konzentrierten Gebet. Jeden einzelnen Schritt in diese Richtung wird Gott dich segnen!
In Jesu Liebe verbunden,
Peter Wenz
Quelle: 2002 BGG -Stuttgart






