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18-01-05

Günter J. Matthia: Naturkatastrophen, Terror, Krieg und der Wille Gottes

Zahlreiche Erklärungsversuche, Deutungen und Überlegungen zu der Flutkatastrophe in Asien kursieren unter Christen, genau wie 2001, als Amerika von Terroristen angegriffen wurde. Es ist selbstverständlich, dass wir versuchen, ein solches Geschehen zu begreifen und es aus biblischer Sicht zu interpretieren.

Die Naturkatastrophe in Südasien wird als die schwerste seit Menschengedenken bezeichnet, es gibt keine vergleichbaren Zahlen von Opfern der Naturgewalten in der Geschichtsschreibung. Ein deutliches Zeichen, dass die letzten Tage begonnen haben? Gericht Gottes oder Zufall? Vermeidbar in der Zukunft oder Vorbote einer Kette von Katastrophen?


Ich will und kann keine umfassende, hundertprozentige Antwort geben. Ich möchte die Leser vielmehr animieren, sich am Wort Gottes zu orientieren und den Blick auf das Entscheidende zu richten.

Vier grundsätzliche Gedanken sollen diesem Zweck dienen. Dieser Artikel richtet sich an Christen, daher verzichte ich darauf, die Gedanken nun in allen Einzelheiten biblisch zu erläutern, ich setze voraus, dass die Grundzüge des Charakters Gottes, der gefallenen Schöpfung und der Sünde im Zusammenhang mit der Gnade sowie die biblischen Aussagen zum Ende der Zeiten bekannt sind.

Viele der Gedanken in diesem Artikel sind in von mir besuchten Gottesdiensten seit dem 26. Dezember 2004 angestoßen worden. Ich bin sicher, dass auch jede Leserin und jeder Leser Impulse aus den Versammlungen der jeweiligen Gemeinde mitbringt und so für sich selbst ein umfassendes Bild entstehen lassen kann..



1. Es handelt sich nicht um Gericht Gottes über Sünde



Die Bibel spricht sehr deutlich und unmissverständlich über das Gericht Gottes, bei dem er die einen zur ewigen Errettung und die anderen zum ewigen Verderben richten und dieser Welt ein Ende bereiten wird - es wird zweifellos eintreffen. Doch das kommende Gericht hat nichts mit dieser Naturkatastrophe oder den noch bevorstehenden zu tun, so wie Gott nicht der Urheber des tausendfachen Mordes am 11. September 2001 in New York und Washington oder anderer Terrorakte und Kriege war.

Jesus machte seinen Zeitgenossen deutlich, dass die Menschen, die bei solchen Ereignissen zu Tode kommen, nicht wegen ihrer Sünde bestraft werden. Der Anschlag auf des World Trade Center und das Pentagon wurde von Menschen ausgeführt, wie der Mord an Juden beim Opferdienst im Tempel zur Zeit Jesu. Dazu fragte der Herr: "Meint ihr, dass diese Galiläer vor allen Galiläern Sünder waren, weil sie dies erlitten haben?" Die Flutwelle in Asien wurde nicht durch Menschen verursacht, genau wie der Einsturz des Turmes von Siloah. Jesus fragte: "Oder jene achtzehn, auf die der Turm in Siloah fiel und sie tötete: meint ihr, dass sie vor allen Menschen, die in Jerusalem wohnen, Schuldner waren?" Jesus verneint beides. (Lukas 13, 1-5)

Gott will, das ist sein erklärtes Anliegen, dass alle Menschen gerettet werden. (1. Timotheus 2, 1-5) Er will nicht den Tod des Sünders, sondern dessen Errettung. Jesus ist gekommen, um zu suchen, um zu retten, um die Gnade Gottes sichtbar und fassbar zu machen.

Es ist aber eine Tatsache, an der wir niemals vorbei kommen, dass Gottes Güte sich keinem Menschen, keinem Volk, keinem Erdteil zwangsweise aufdrängen wird. Wenn ein Mensch Gott ablehnt, kommt er nicht in den Genuss dieser Gnade.



2. Der Urheber solcher Katastrophen ist Satan



Der gefallene Erzengel, dem die Herrschaft über die Erde bis zum Gericht Gottes am Ende der Zeiten weiter untersteht, ist daran interessiert, zu zerstören und zu töten. Er sucht nach Möglichkeiten, seine Bosheit regieren und triumphieren zu lassen.

Die Herrschaft Satans wird unweigerlich zu Not, Trauer, Verzweiflung und Schmerzen führen, wie es jetzt in großem Maßstab in Asien sichtbar wurde. Es gehört zu den geistlichen Gesetzmäßigkeiten, dass die Sünde den Tod hervorbringt. Der "Lügner von Anfang an" verspricht Wohlstand, Erfolg, Sicherheit, Macht, Einfluss und belohnt mit dem Gegenteil. Er verführt und lockt mit dem Ziel, Gottes Schöpfung zu zerstören, Gottes Geschöpfe zu quälen, den Glauben an einen guten und gerechten Gott zu vereiteln.

Gott greift aber dann in diese Autorität Satans ein, wenn wir als Christen ihm das Mandat dazu geben. Er will dies tun und tut es gerne, jedoch niemals unaufgefordert, uneingeladen. Gottes Reich kommt nicht in das Reich der Finsternis hinein, wenn wir nicht bitten: "Dein Reich komme, dein Wille geschehe." Deshalb ist das Gebet so wichtig, so unverzichtbar. Durch den Segen der Aufrichtigen steigt eine Stadt auf, durch den Mund der Gottlosen aber wird sie niedergerissen. (Sprüche 11, 11)



3. Das Gesetz von Saat und Ernte



Es wurde in den Tagen nach der Flut deutlich, dass den am stärksten betroffenen Gebieten dieser Katastrophe eins gemeinsam ist: Es waren Hochburgen der Rebellion gegen Gott, der Christenverfolgung und der erklärten Feindschaft gegen Israel. Die Regierung Satans war in diesen Gegenden ohne nennenswerten Widerstand, gesät wurden über lange Zeit Hass und Gewalt. Die Christen wurden verfolgt und hatten ein schweres Los, viele mussten ihre Heimat verlassen (ich kenne einige Tamilen persönlich, die wegen ihres Glaubens verfolgt wurden und nach Berlin kamen).

Es zeigte sich vielmehr an manchen Stellen etwas anderes. Ich habe einen Bericht über ein christliches Dorf (eine Rarität in Südasien) gelesen, in dem nur drei Fischer, die auf das Meer hinaus gefahren waren, durch die Katastrophe ums Leben kamen, weil alle anderen zum Zeitpunkt der Flut in der auf einem Hügel erbauten Kirche zur Anbetung versammelt waren. Ich kann nicht beurteilen, ob dieser Bericht stimmt, aber er wäre typisch für Gottes Gnade inmitten der Ungnade Satans. Auch Berichte vom 11. September 2001 machten deutlich, dass Gott - wenn er eingeladen wird - die Anschläge Satans auf das Leben vereiteln kann und seine Güte gerne beweist.



4. Die Katastrophe wird zum Tor für die Liebe Gottes



Ausgerechnet in den Gebieten, in denen die Feindschaft gegen Christus und die Christen am erbittertsten war, waren Christen die ersten Helfer in der Not. Diejenigen, die jahrzehntelang erbittert bekämpft wurden, kamen in Scharen (unter anderem aus Süd-Korea), um als Ärzte und Techniker den Menschen zu dienen. Viele Retter in der Not trugen und tragen den kleinen Fisch am Revers und brachten die Barmherzigkeit Gottes hinein in das unermessliche Leid. Sie kommen und helfen denen, die erklärte Feinde des Christentums waren. Kirchen und Gemeinden weltweit helfen gezielt durch Gemeinden vor Ort in Asien mit Menschen, Material und Geld in der aktuellen Not und beim Wiederaufbau. Kann es ein besseres Zeugnis der Liebe Gottes geben?

Das Erbarmen Jesu bricht durch und es gibt kein Ansehen der Person. Der Verletzte wird nicht gefragt, ob er Moslem, Hindu, Atheist oder Christ ist, der Hungernde wird nicht wegen seiner Religionszugehörigkeit bevorzugt oder abgelehnt. Die kleinen und verfolgten Gemeinden und Kirchen im Katastrophengebiet werden zu Orten der Barmherzigkeit, die Menschen suchen und finden ausgerechnet bei denen Hilfe, die sie für Feinde gehalten hatten.



Wann kommt das Ende?



Diese Frage ist nicht neu. Sie ist so alt wie das Neue Testament. Jesus antwortete seinen Jüngern auf ihre Frage, welche Zeichen die Wiederkunft des Messias und das Ende des Zeitalters der Gnade ankündigen werden, mit klaren Auskünften.

"Seht zu, dass ihr nicht verführt werdet! Denn viele werden unter meinem Namen kommen und sagen: Ich bin's, und die Zeit ist nahe gekommen! Geht ihnen nicht nach! Wenn ihr aber von Kriegen und Empörungen hören werdet, so erschreckt nicht! Denn dies muss vorher geschehen, aber das Ende ist nicht sogleich da. Dann sprach er zu ihnen: Es wird sich Nation gegen Nation erheben und Königreich gegen Königreich; und es werden große Erdbeben sein und an verschiedenen Orten Hungersnöte und Seuchen; auch Schrecknisse und große Zeichen vom Himmel wird es geben. Vor diesem allem aber werden sie ihre Hände an euch legen und euch verfolgen, indem sie euch an die Synagogen und Gefängnisse überliefern, um euch vor Könige und Statthalter zu führen um meines Namens willen. Es wird euch aber zu einem Zeugnis ausschlagen." (Lukas 21, 8-13)

Nun haben schon die Jünger erwartet, dass diese Ereignisse zu ihren Lebzeiten geschehen. Inzwischen sind 2000 Jahre vergangen, und wir sind immer noch hier. Die Pest im Mittelalter, die großen Weltkriege - immer wieder erwarteten Christen die nahe Wiederkunft unseres Herrn. Immer wieder zeigte sich, dass die Naherwartung ein Irrtum war.



Einiges an diesen Worten Jesu ist längst erfüllt, bei anderen Dingen kann man geteilter Meinung sein. Nation hat sich gegen Nation erhoben - kann es noch verheerendere Konflikte geben? Was ist ein großes Erdbeben? Das, was wir jetzt erlebt haben, oder war das vergleichsweise gering? Hungersnöte kennen und sehen wir in vielen Teilen der Welt. Kann es noch größeren Hunger geben? Seuchen, die Millionen Opfer fordern, gab es (Pest, Cholera) und gibt es (Aids). Sind noch schlimmere Viren oder Krankheiten denkbar? Schrecknisse und große Zeichen vom Himmel - was können wir uns darunter vorstellen? Orkane und Unwetter, oder uns noch unbekanntes Unheil aus dem Weltall? Dass Christen und Juden in Gefängnisse und Synagogen überliefert werden, dass die Gemeinde Jesu und das Volk Gottes verfolgt und getötet werden - das gab es schon, das gibt es noch immer. Kann diese Verfolgung schwerer werden, zum Beispiel in Gebieten, die wir heute für "sicher" halten?



Wer weise ist, sagt uns die Bibel, kann die Zeit anhand der Zeichen beurteilen. Wir sollen ausdrücklich wachsam und aufmerksam sein. Es ist keine gute Idee, sich von der Wiederkunft Jesu oder den vorangehenden Ereignissen so überraschen zu lassen wie die fünf törichten Jungfrauen von der Ankunft des Bräutigams. Darum ist es wichtig, Prophetie und Einsicht aus dem Wort Gottes zu achten, darum ist es wichtig, bereit zu sein, zu jeder Minute unserem Herrn zu begegnen.
Aber wir gehen als Gemeinde an unserem Auftrag vorbei, wenn wir uns nur noch auf die Deutung der Zeichen der Zeit konzentrieren, anstatt das zu tun, was Jesus im Zusammenhang mit dem Blutbad im Tempel und dem Einsturz des Turmes von Siloah - also in einem mit heute vergleichbaren Zusammenhang - sagte: "Nein, sage ich euch, sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle ebenso umkommen. Er sagte aber dieses Gleichnis: Es hatte jemand einen Feigenbaum, der in seinem Weinberg gepflanzt war; und er kam und suchte Frucht an ihm und fand keine. Er sprach aber zu dem Weingärtner: Siehe, drei Jahre komme ich und suche Frucht an diesem Feigenbaum und finde keine. Hau ihn ab! Wozu macht er auch das Land unbrauchbar? Er aber antwortet und sagt zu ihm: Herr, lass ihn noch dieses Jahr, bis ich um ihn graben und Dünger legen werde! Und wenn er künftig Frucht bringen wird, gut, wenn aber nicht, so magst du ihn abhauen." (Lukas 13, 5-9)



Wir haben etwas zu tun!



Der Mensch, der nicht Buße tut, wird umkommen. Er mag ein angenehmes oder ein unangenehmes Leben geführt haben, aber er ist verloren, wenn Christus nicht sein Erretter werden darf. Dies den Menschen mitzuteilen ist unser Auftrag, dies ist unsere Verantwortung. Wir sind nicht berufen, über den Zeitpunkt der Wiederkunft Jesu zu spekulieren, sondern bis dahin alles zu tun, was in unserer Macht liegt, damit sein Wille geschehen und sein Reich kommen kann. Wir sind berufen, wie der Weingärtner zu düngen, zu bewässern, zu pflegen, damit Frucht entsteht, damit der Baum nicht abgehauen wird.

Wir sind berufen, durch Gebet und Flehen für unser Land, unsere Stadt, unsere Umgebung dem Satan den Herrschaftsanspruch zu entziehen (1. Timotheus 2, 1-5). Dies wird der Gott dieser Welt nicht hinnehmen wollen. Daher Jesu Aufforderung, nicht zu erschrecken und nicht zu verzagen, treu zu sein in jeder Anfechtung und Verfolgung.



Wir dürfen nicht auf die jetzige oder kommende Katastrophen starren wie das Reh in das Scheinwerferlicht. Wir sind diejenigen, die den Menschen den Weg zur Zuflucht zu zeigen haben. Wir sind diejenigen, die Antworten geben müssen, wenn alles zerbricht, was so sicher zu stehen schien. Wir sind diejenigen, die Licht in die Finsternis bringen müssen, ohne uns wird die Finsternis triumphieren.



Dazu ist ein festes Fundament unumgänglich. Niemand kann anderen Halt bieten, wenn er selbst schwankt. Dieses Fundament müssen wir den Herrn jetzt legen lassen, nicht dann, wenn ein Unglück herein bricht. Es ist zu spät, Öl kaufen zu wollen, wenn der Bräutigam in den Saal geht und die Türen verschließt.

Wir können nur durch die Gemeinschaft mit Gott, durch den Heiligen Geist, dieses Fundament bekommen. Nichts ist im Augenblick wichtiger, als Gottes Gegenwart zu suchen, damit sein Geist unseren Geist verwandeln und fest gründen kann. Nichts ist im Moment wichtiger, als unser Herz durch das Herz Gottes verwandeln zu lassen.


Das Fundament, das wir brauchen, sieht so aus: Gott ist uneingeschränkt gut. Seine Gnade und seine Güte sind unerschütterlich. Sie werden nicht unterbrochen oder aufgehoben, weil Gott Unglück verursachen möchte. Gottes Erbarmen gilt jedem Sünder, jedem Volk, jeder Nation. Gottes Zusagen hält er gewiss. Niemand, der den Namen Jesu Christi anruft, wird abgewiesen. Gott ist uneingeschränkt gut. Er ist ein Belohner für jeden, der glaubt, dass er ist und der ihn sucht und der sich Gott naht.



Ohne dieses Fundament kann niemand von uns in der Lage sein, Salz und Licht für die Menschen zu werden.



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Ein Artikel von Glaube.de
Autor: Günter J. Matthia / Redaktionsmitarbeiter Glaube.de
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