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03-02-06

CZK Seminar: Dein Leiterpotetial Teil 5 - Der Leiter als Visionsvermittler

Wir wollen in diesem Teil lernen, was den Leiter hauptsächlich auszeichnet, was ihn vom Manager/ Verwalter unterscheidet und was ihn letztlich befähigt andere zu leiten.

Die wesentliche oder auch wichtigste Fähigkeit des Leiters ist es, eine bessere Zukunft zu sehen, neue Gelegenheiten oder Märkte zu entdecken und durch verbale und nonverbale Kommunikation andere dafür zu begeistern, sich ungeachtet der im Weg stehenden Hindernisse dorthin aufzumachen!


Wir rufen uns daher nochmals ins Gedächtnis:

1.Leiter führen Menschen dahin, wo sie von alleine nie hingehen würden!
2. Leiterschaft ist Bewegung, weist in eine bessere Zukunft, zerbricht den Status quo, geht voran und zieht andere mit bis eine kritische Masse erreicht ist und die Bewegung nach vorne unumkehrbar wird.

In dieser Session geht es um den Bereich der Vision.
Was ist eine Vision? Wie bekomme ich eine Vision? Wie kommuniziere ich eine Vision? Das sind Fragen, die hier aufgegriffen und besprochen werden sollen. Außerdem beschäftigen wir uns mit dem Thema Rhetorik und wichtigen rhetorischen Grundlagen. Der letzte Punkt dreht sich darum, wie ich meine Vision umsetzen kann, damit sie nicht nur eine Idee bleibt, sondern Realität wird.

1.WAS IST EINE VISION?
Vision ist das Bild einer besseren Zukunft, bezogen auf meine aktuelle Situation!
Es spielt dabei keine Rolle ob meine aktuelle Situation "relativ" gut oder schlecht ist! Hier sehen wir den Unterschied zwischen dem Leiter und denen, die Leitung brauchen. Die Israeliten beispielsweise waren mit ihrer Sklaverei recht zufrieden. Sie hatten Essen und Trinken, einen Ort, an dem sie wohnen konnten, für sie war alles eigentlich ganz in Ordnung- bis auf die harte Arbeit und die Peitsche und "gelegentliche" Kindermorde durch den Pharao. Sie hatten keine Vision/Bild einer besseren Zukunft und versuchten, ihr aktuelles Leben so gut wie möglich zu organisieren.

Ein visionärer Mensch jedoch hat die Fähigkeit von Gott, das Bessere zu sehen- egal wie scheinbar gut die aktuellen Umstände sind. Wir müssen in diesem Zusammenhang verstehen lernen, dass Gott progressiv und nicht konservativ denkt und handelt. Er will mit uns ständig voranschreiten und uns ständig positiv weiter entwickeln.

"Und der HERR wird dich zum Kopf machen und nicht zum Schwanz, und du wirst immer aufwärts steigen und nicht heruntersinken..." (5. Mose 28.13)

"Jesus aber sprach zu ihm: Du sagst: Wenn du kannst ? - Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt!" (Markus 9.23)

Deswegen wird Gott uns als Leitern gemäß unserer Berufungen immer wieder neue Bilder einer besseren Zukunft geben, in die wir die Menschen führen sollen, die uns anvertraut sind. Egal ob das eine Kleingruppe ist, deine Familie, eine Gemeinde, ein Dienst, eine Firma oder ein politisches Gebilde.

2. WIE BEKOMME ICH EINE VISION?
Eine Vision fällt häufig als ein Gedanke in unseren Kopf und lässt uns nicht mehr los. Dies kann durch nachdenken, träumen, lesen oder durch Dinge, die wir anderswo gesehen haben, geschehen, z.B. Nöte, denen wir abhelfen wollen, Beten um Lösungen usw.
Gott kann alle diese Wege benutzen, um uns Visionen zu geben - aber auch der Feind kann diese Kanäle benutzen, um uns mit seinen Visionen zu versorgen.

Als Christen haben wir ein bewusstes Interesse, unsere Visionen und Aufträge von Gott dem Vater zu bekommen. Unser Vorbild darin ist Jesus Christus.

"Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich aus tun, sondern nur, was er den Vater tun sieht; denn was dieser tut, das tut Gleicherweise auch der Sohn. Denn der Vater hat den Sohn lieb und zeigt ihm alles, was er tut, und wird ihm noch größere Werke zeigen, so dass ihr euch verwundern werdet." (Johannes 5.19-20) Wir müssen lernen, dass es durchaus eigene menschliche Träume und Visionen in uns gibt, die uns bedrängen und nach Verwirklichung schreien und die sich gut und begeisternd "anfühlen". Viele weltbekannte Männer und Frauen hatten große Visionen und verwirklichten diese auch, aber von ihrem "Output" wissen wir, dass ihre Quelle nicht "göttlich" war.
Um eine Vision bewerten zu können brauchen wir einen inneren "Nordpol", das heißt ein Leben, das um unverrückbare Prinzipien herum gruppiert ist: Der bewusste Glaube an Gott und Jesus Christus und die Kenntnis seines Willens ist unser Nordpol, an dem wir Visionen ausrichten können.

2.1. EINIGE PRINZIPIEN
Die nachfolgenden Fragen in bezug auf Vision sollen helfen zu verstehen, aus welcher Quelle die Vision kommt und mit welcher Absicht sie verbunden ist. Es sind grundsätzliche Prinzipien, die man bedenken sollte, wenn man sich mit Vision beschäftigt oder schon eine hat.

1. Dient meine Vision dem Reich Gottes oder dient sie nur meinem persönlichen Zweck?
2. Suche ich Gottes Ehre darin oder meine eigene?
3. Dient meine Vision wirklich anderen Menschen oder eher nur mir?
4. Habe ich die Vision vor Gott bewegt und anhand der Bibel geprüft?
5. Habe ich mit anderen reifen Christen darüber gesprochen?


Die meisten der Fragen erfordern Integrität vor mir selber und deshalb ist es auch gut, sich mit anderen reifen Visionären darüber auszutauschen (Mentoring).

Wir müssen auch nicht "überängstlich" auf jede Reaktion in uns achten- jeder junge Leiter hat auch am Anfang "kleine" persönliche Ambitionen, ich denke da an Josef, der seine Visionen ziemlich stolz vor seinen Brüdern und Eltern ausbreitete oder einen Petrus, der immer vorne dran sein wollte. Aber ihre innere Haltung- ihr Herz war für Gott ok und mit ihrem "pubertären" Jungleitergehabe kam Gott in seiner Liebe schon klar und erzog sie zu echten Leitern.

3. WIE KOMMUNIZIERE ICH MEINE VISION ?
In der Art, wie ich meine Vision kommuniziere, zeigt sich ein weiteres Leitermerkmal.
Fast alle Leiter haben gute kommunikative Fähigkeiten. Sie sind imstande, durch Worte und Bilder Filme in den Köpfen der Menschen, die sie für ihre Vision gewinnen möchten, zu erzeugen.
Ein Leiter, der nicht kommunizieren kann, ist wie eine Pistole mit Ladehemmung: er ist geladen, aber es kommt nicht bei den Menschen an!

Wir werden im nächsten Punkt auf einige "rhetorische" Prinzipien eingehen, zunächst aber lernen, worauf es beim Vermitteln einer Vision, beim "Visioncasting", ankommt und warum wir als Leiter Visionen haben müssen.

Wichtig: 1. Bevor Menschen einer Vision vertrauen, müssen sie dem Leiter vertrauen!
Es gibt neben echten Visionären auch "Windbeutel". Das sind Leute, die immerzu von ihren Visionen und Träumen reden, aber nie etwas dazu tun, um sie Realität werden zu lassen. Menschen schauen sehr genau hin, wem sie folgen und was sein "Lebensbericht" ist. Wenn dein Leben keine Taten und keine Integrität aufweist, wird dir auch kaum jemand folgen.

2.Einem Leiter ohne reale und große Vision wird niemand folgen
Wer kein Ziel (Vision) hat, kommt nirgendwo an! Auf der Stelle "ausgelatschter" Ideen herumtreten will keiner und wer bereits in Durchschnittlichkeit lebt, hat wenig Motivation in eine andere Durchschnittlichkeit zu wechseln.

3. Menschen identifizieren sich mit Gewinnern (Visionären)
Menschen suchen instinktiv den Erfolg und folgen jenen die in dem, was sie tun, Erfolg haben (das ist ein Gesetz, das zunächst unabhängig von Moral funktioniert). Wenn wir die Geschichte Davids lesen, erkennen wir, wie sich dieses Prinzip in seinem Leben erfüllt hat und er vom Außenseiter zum König wurde, weil sich ihm immer mehr Männer und Krieger anschlossen, die Gott ihm zuführte.

"Da kam der Geist Gottes über Amasai, der später Befehlshaber von Davids Elitetruppe wurde. Er rief: «Zu dir, David, wollen wir gehören, und für dich, Sohn Isais, kämpfen wir! Wir wünschen dir und deinen Anhängern Erfolg und Sieg! Denn dein Gott ist da und hilft dir!» Da nahm David die Männer bei sich auf und ernannte sie zu Führern seiner Kriegstruppe." (1. Chronik 12.19)

4. Menschen wollen Teil von etwas Außergewöhnlichem und Großen sein
"Und Isaak säte in dem Lande und erntete in jenem Jahre hundertfältig; denn der HERR segnete ihn. Und er wurde ein reicher Mann und nahm immer mehr zu, bis er sehr reich wurde,(...) Sie sprachen: Wir sehen mit sehenden Augen, dass der HERR mit dir ist. Darum sprachen wir: Es soll ein Eid zwischen uns und dir sein, und wir wollen einen Bund mit dir schließen ..." (1.Mose 26.12-13.28)

Die Philister sahen den Erfolg Isaaks und wollten deshalb einen Bund mit ihm schließen, weil sie hofften, dass der Segen Gottes auch auf sie käme. Wenn deine Vision von Gott ist, wird sie prosperieren und Mensch wollen daran Teil haben

5. Eine Vision muss groß, kühn, außergewöhnlich und doch realistisch sein
Die Vision, die wir kommunizieren, muss außergewöhnlich und doch im Rahmen des Erreichbaren sein- wenn sie auch mit großen Wagnissen verbunden ist. Nur dann wird sie Menschen dazu bewegen, ihren Standort und ihren Status quo zu wechseln.

Eine Vision, die wir kommunizieren, muss deshalb folgende Vorgaben erfüllen:
a. S
pecific: genau bestimmt
b. Measurable: messbar ,spürbar
c. Acheivable: real ereichbar
d. Relevant: sie müssen einen Bezug zu aktuellen Bedürfnissen haben
e. Timeframe: sie müssen sich in einer überschaubaren Zeit erfüllen.

4. RHETORISCHE GRUNDSÄTZE
Rhetorische Fähigkeiten sind für Leiter unumgänglich - daran hat sich seit der Antike nichts geändert.

Demosthenes
schrie vor 2500 Jahren mit Kieselsteinen im Mund gegen die Meeresbrandung an, um seinen Sprachfehler wegzutrainieren. Anschließend stand seiner politischen Laufbahn nichts mehr im Weg.

Cicero schaffte es allein durch seine rhetorischen Fähigkeiten, zu höchsten Staatsämtern aufzusteigen.

Gut sprechen können ist eine Gabe, aber man kann sie- wie alles andere auch- bis zu einem gewissen Grad solide erlernen und beständig weiterentwickeln.

4.1 DIE BEIDEN WICHTIGEN SÄULEN BEIM REDEN 1. Sprache als Träger:
Viele haben etwas zu sagen, können sich aber nicht ausdrücken

2. Botschaft und Inhalt: Andere können sich ausdrücken, haben aber nichts zu sagen
Hier einige Beispiele aus der Schrift zum Thema "exzellente" Rede:
"Da nennt ihn ja David selbst seinen Herrn. Woher ist er dann sein Sohn? Und alles Volk hörte ihn gern." (Markus 12.37)
"In der Zwischenzeit war Apollos, ein Jude aus Alexandria, nach Ephesus gekommen. Er kannte sich in Gottes Wort gut aus und war ein gewandter Redner." (Apg. 18.24)
"Da wurde der HERR sehr zornig über Mose und sprach: Weiß ich denn nicht, dass dein Bruder Aaron aus dem Stamm Levi beredt ist? (...) ... und er soll für dich zum Volk reden; er soll dein Mund sein, und du sollst für ihn Gott sein." (2. Mose 4.14.16)
Im Gegensatz zu Unterricht, Vorlesung oder Schulung, die oft verordnet sind, ist die Visionsvermittlung etwas, zu dem der Zuhörer freiwillig kommt. Entsprechend wichtig ist die Qualität meiner Kommunikation:
- Wie motiviert sind die Menschen, mir von A-Z zuzuhören?
- Wie motiviert sind sie, freiwillig wiederzukommen, weil das, was ich zu sagen habe und wie ich es sage, für sie von Wert ist.

Viele Sprecher sind ignorant. Sie glauben es reicht aus, etwas "Geistliches" zu sagen, wobei das "wie?" keine Rolle spielt. Das ist ein großer Irrtum!

Wir leben heute in einer multimedialen Zeit.
Wir werden permanent mit Bildern, Nachrichten und Informationen bombardiert. Die Fähigkeit, diese Informationen aufzunehmen, übersteigt die Möglichkeit der meisten Menschen und so beginnen sie ihre Reizschwelle hochzuschrauben. Das bedeutet: nur wirklich Wichtiges, Bewegendes und Attraktives lasse ich an mich heran.
Das heißt zugleich aber auch, dass der Anspruch an die Qualität angebotener Informationen immer höher wird. Eine Predigt oder ein Vortrag, der keine Qualität aufweist, wird dazu führen, dass die Menschen nicht mehr kommen!
Diese Tatsache muss uns zwangsläufig zu der Frage führen, wer öffentlich Visionen vermitteln soll und wer nicht. Geht es darum, einen Einzelnen zu befriedigen, der unbedingt reden will - ihm seinen Auftritt zu geben - oder darum, viele zu erreichen und zum "dabei sein" zu bewegen.

Wir können lange darüber diskutieren- am Ende gibt es ein Bewertungskriterium: Wie viele Leute kommen beim nächsten Mal wieder oder machen mit?
Es gibt einen Spruch der besagt: Einem Leiter folgen (viele) Leute! Ich möchte das auch auf den Prediger anwenden: Ein Prediger hat (viele) Zuhörer!

Schaffst Du es nicht, deine Zuhörer zu fesseln und zu multiplizieren, dann feile an deiner Fähigkeit zu sprechen oder lass? es jemanden machen, der es kann.
Die Qualität unserer Kommunikation führt uns auch zur Frage: Wie viele und welche Leute kann ich sprachlich erreichen? Erkenne dein Level, erweitere es, oder akzeptiere es gegebenenfalls, aber gehe nicht mit Gewalt darüber hinweg (1:1, 1:10, 1:50, 1:100, 1:500 usw.)!

5. WIE SETZE ICH MEINE VISION UM
Es hört sich einfach an, aber es ist wahr: Wenn deine Vision von Gott ist, wird sie- nachdem du im Glauben hineingegangen bist- von alleine laufen.
Eine echte Vision zieht automatisch Ressourcen an: Helfer, Mitarbeiter, Material, Finanzen und Gunst.
Im Englischen gibt es den bekannten Spruch: "God?s will is His bill". Übersetzt heißt das: "Gottes Wille wird von ihm bezahlt." Daraus können wir auch ableiten, dass eine göttliche Vision uns in der Regel nicht an das Ende unserer aktuellen Ressourcen bringt, sondern diese noch vermehren wird.
Das Hineingehen in eine Vision hat viel mit dem persönlichen Glauben des Visionsträgers zu tun. Viele haben große Visionen und warten, dass andere sie zum Leben bringen. Andere wiederum haben große Pläne und wollen aber erst starten, wenn jemand ihnen eine Plattform dafür baut. Eine Vision, die Gott dir gibt, muss mit deinem Einsatz anfangen. Das heißt: du verlässt das Boot, du beginnst z.B. den Dienst an den Kindern alleine und nicht erst wenn 20 andere Mitarbeiter dabei sind. Wenn du in die Vollzeitigkeit oder Selbstständigkeit willst, heißt das z.B. du vertraust Gott und nicht irgendwelchen Menschen. Gleichzeitig aber hast du gut gehört von Gott und guten Rat von weisen Freunden eingeholt und wirst das richtige Timing aus Glauben und realer Umgebung finden, um den Absprung zu wagen!
Gott ist immer treu, wenn wir in Seinem Willen sind und deshalb ist es für einen Leiter auch so wichtig, vor allen anderen Dingen ausreichend Zeit vor Gott zu verbringen, um Seine Stimme zu hören und in ihr sicher zu werden. Dann wird Gott auch das Seine tun- egal, wie die äußeren Umstände aussehen mögen.

"Warum sollte ich diese Geburt erst einleiten und dann im letzten Moment noch verhindern? Meint ihr, ich verschließe den Mutterleib, damit das Kind ( die Vision) nicht zur Welt kommt - ich, euer Gott?" (Jesaja 66:9)

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Ein Artikel von Glaube.de
Mit freundlicher Genehmigung von Pastor: Uwe Dahlke, Christliches Zentrum Karlsruhe
Textbearbeitung: Jürgen Motzkus Redaktionsmitarbeiter bei Glaube.de
Veröffentlichungen im Internet oder in Print bedürfen der vorherigen Genehmigung der Autoren bzw. Glaube.de.
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[15:06:27] [CoCo new media] Martin Bauer: