Druckversion
Dieser Text ist ein Artikel der Kategorie:
25-04-07

Reinhard Bonnke: Halte, was du hast, damit niemand deine Krone nehme!

"Man muss gestorben sein, um in dieser Welt eine Ehrenkrone zu erhalten."


Die Welt ehrt die Toten mehr als die Lebenden. Gott handelt anders. Er ehrt beide.Welch eine Zusicherung, dass das Leben nicht erst schwinden muss, um gekrönt zu werden. In der Bibel steht eine Krone immer als Symbol für Belohnung. Es kann durchaus sein, dass in der Auferstehung unsere Häupter geschmückt werden und dabei der strahlende Glanz des göttlichen Lebens zu Tage tritt. Auf jeden Fall wird es mehr als nur eine Krone oder ein Diadem sein, die unsere Stirne zieren.

Es erscheint wie ein Fehler der Natur, dass Bäume oftmals jahrhundertelang stehen, während das menschliche Leben nur einige Jahrzehnte dauert. Was sind wir? Eins wissen wir: das Drama um Christus auf dieser Erde, das die Himmel erschütterte, geschah für uns Menschen und nicht für irgendwelche Bäume. Aber weshalb ruht das göttliche Interesse so stark auf Geschöpfen derart kurzer Lebensdauer?

Die Antwort liegt in der Frage. In Christus werden wir mit Leben gekrönt. Unser kurzes natürliches Leben wird in ewiges Leben verwandelt, das wir als neue Geschöpfe durch die Kraft der göttlichen Unsterblichkeit empfangen. Wir sind für ein erneuertes Dasein bestimmt.

Im Buch der Weisheit Salomos steht: "Wir wollen uns mit Rosen bekränzen, ehe sie verwelken" (Weisheit 2,8). Ist es erstrebenswert, die in Vergessenheit gehenden Ehrungen der Welt entgegenzunehmen? Die Zukunft für die einzig dauerhafte Krone liegt in Christus. Er ist heute der Einzige, der uns mit offenen Armen einlädt und sagt: "Kommt zu mir! " Er wird uns niemals abweisen. Christus ist die Tür und sagte: "Klopft an, dann wird euch geöffnet." Das Licht und die Wärme seines Vaterhauses strömen uns einladend entgegen. "Geh hinein zu deines Herrn Freude! " "Geh hinein! " lautet die große Einladung Gottes, die uns in der Bibel immer wieder begegnet. "Holt schnell das beste Gewand und zieht es ihm an, steckt ihm einen Ring an die Hand und zieht ihm Schuhe an" (Matthäus 11,28; 7,7; 25,21; Johannes 6,37; Lukas 15,22).

Der krönende Lohn ist in Christus
Im Sendschreiben an die Gemeinde in Philadelphia warnt Christus vor Feinden, Dieben und Betrügern, die uns um unsere unvergängliche Gabe und unser geläutertes Gold berauben wollen. Jeremias schmerzvoller Schrei in den Klageliedern 5,16 lautete: "Die Krone ist uns vom Haupt gefallen. Weh uns, wir haben gesündigt. " Das muss absolut nicht sein. Welchen Sinn hat es, wenn nach Erfüllung unserer Lebensaufgaben unsere Arbeit ohne Gewinn bleibt? Der krönende Lohn ist in Christus. Entweder leben wir "in ihm" oder wir bleiben draußen. Die Entscheidung liegt bei uns. Wir entscheiden über unser Schicksal, entweder in Sünden oder in Christus zu sterben; entweder mit einem Sarg oder einer Krone zu enden, indem mühevolle Jahre mit uns für immer begraben oder in unendlichen ewigen Gewinn verwandelt werden.

Gott sprach zu Abraham: "Fürchte dich nicht, Abram, dein Lohn wird sehr groß sein" (1. Mose 15,1). Für Christus zu leben oder für ihn zu sterben, verheißt reiche Frucht in der Ewigkeit. Jedes Glas Wasser, das wir in seinem Namen dargereicht haben, ist für den Tag der Belohnung festgehalten, der uns ewiges Leben und eine Fülle von Freude in seiner Gegenwart beschert. Jakobus 1,12 verspricht uns: "Selig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet; denn nachdem er bewährt ist, wird er die Krone des Lebens empfangen, die Gott verheißen hat denen, die ihn lieb haben. "

Es heißt nicht: "Selig ist der Mann, der Anfechtung erleidet", sondern "der darin ausharrt, die Prüfung besteht und seinen Glauben in Gott behält". Jakobus drückt damit aus, dass die Glaubensprüfung Ausdauer hervorbringt, die wiederum mit Glückseligkeit und einer Krone belohnt wird. Jakobus erwähnt später Hiob als Beispiel eines Menschen, der in der Anfechtung Geduld bewies und sich weigerte, Gott zu verfluchen (Jakobus 5,11).

In Jakobus 1,13-15 zeigt er auf, wie wir unsere Krone verlieren können: "Niemand sage, wenn er versucht wird, dass er von Gott versucht werde. " Gott für unsere Versuchungen verantwortlich machen zu wollen, ist ein übler Trick Satans. "Manch einer ruiniert sich durch eigene Schuld, macht dann aber Gott dafür verantwortlich! " (Sprüche 19,3). Adam machte Gott für sein Fehlverhalten verantwortlich und sagte: "Die Frau, die du mir zugesellt hast, gab mir von dem Baum, und ich aß" (1. Mose 3,12). Jakobus erinnert uns, dass mit der Krone alle geehrt werden, die ihn lieben. Keiner, der meint, Gott wolle ihn aufs Glatteis führen, kann ihn wirklich lieben oder an ihn glauben. Gott spielt mit uns keine Spielchen, sondern er beschenkt uns mit "guten und vollkommenen Gaben" (Jakobus 1,17).

Wir können uns selbst unserer Krone berauben
Im Sendschreiben sagt der Herr: "Halte, was du hast, damit niemand deine Krone nehme! " Was hatte die Gemeinde in Philadelphia zu halten? Der Herr sprach von ihrer offenen Türe, von ihrer kleinen Kraft, dass sie sein Wort und seine Gebote hätten und dass einige von ihnen Säulen in seinem Tempel wären. Mit diesen Attributen saßen zwar ihre Kronen fest auf ihren Häuptern, doch waren ihnen Plünderer auf den Fersen.

Jesus schrieb der Gemeinde in Smyrna und versprach den Märtyrern dieser Gemeinde die Krone des Lebens. Der Apostel Paulus sprach angesichts seiner zu erwartenden Hinrichtung von der "Krone der Gerechtigkeit, die mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag geben wird" (2. Timotheus 4,8).

Das Römische Reich beraubte viele Herrscher ihrer Throne und Kronen, trotzdem reichte seine Macht nicht aus, um auch nur einem Christen das göttliche und königliche Diadem zu entreißen. Doch was Rom nicht schaffte, gelingt auf andere Art und Weise. Wir können uns selbst unserer Krone berauben. Das beste Beispiel dafür ist Esau, der sein Erstgeburtsrecht für eine einfache Mahlzeit verkaufte und sich damit selbst betrog.

Die Gefahr droht aus drei Richtungen: von der Welt, vom Fleisch und vom Teufel. Und dieser dreifache Angriff richtet sich gegen jeden Bereich unserer Natur. Er gleicht einer vielköpfigen Hydra. Selbst unsere Liebe kann zur reinen Geldliebe verkommen.

Der Schreiber des Hebräerbriefes stellt in Kapitel 12,14-17 die Tragödie Esaus auf dieselbe Stufe mit der Gottlosigkeit und sexuellen Unmoral. Die Kirchengeschichte schildert die speziellen Gefahren, denen geistliche Leiter ausgesetzt sind. Enttäuschungen über Gemeindeglieder oder mangelnder Erfolg weckte in manchen Pastoren das Gefühl der Gottverlassenheit. Sie glichen Demas, der "diese Welt lieb gewonnen" hatte. Sie wiederholten Jesu Schrei vom Kreuz: "Warum hast du mich verlassen? " Doch Gott hatte seinen Sohn nicht verlassen, wie sich drei Tage später in machtvoller Weise zeigte. Galater 6,1 verweist auf die Gefahr: "Liebe Brüder, wenn ein Mensch etwa von einer Verfehlung ereilt wird, so helft ihm wieder zurecht mit sanftmütigem Geist, ihr, die ihr geistlich seid; und sieh auf dich selbst, dass du nicht auch versucht werdest. "

Pastoren und Seelsorger werden oftmals mit sehr intimen Angelegenheiten ihrer Gemeindeglieder konfrontiert. Einige von ihnen sind dabei in ihren Gefühlen sehr verletzt. Das macht den Seelsorger oftmals auch sehr angreifbar. Möglicherweise reagiert er zu liebevoll und unweise, ergreift Partei und verliert an Vertrauen. Das Ganze endet oftmals in Selbstmitleid und endlosen Gewissensqualen. Es ist eine kostbare Wahrheit, dass Gott immer vergibt und echte Seelsorger dazu bringt, die Gefallenen nicht zu verachten, sondern sich über sie zu erbarmen, das Verkehrte wieder zurechtzurücken und ihnen "Wein" und "Öl" zur Heilung und Stärkung ihrer Seele zu verabreichen. Gott sagt: "Ihrer Sünden und ihrer Ungerechtigkeit will ich nicht mehr gedenken" (Hebräer 10,17). Das ist das Wunder der Barmherzigkeit, das die Gemeinde Jesu vermitteln soll. Doch Sünden erweisen sich als Bumerang. Gott kann unsere Sünden aus seinem Gedächtnis löschen, aber wir sind nicht Gott und können nicht dasselbe Wunder an unserem Gewissen bewirken. Uns selbst zu vergeben, fällt uns enorm schwer. So wie Jeremia sagte: "Das Gold hat seinen Glanz verloren. "

Die Krone des Dienstes
Die Krone, die wir für unseren Dienst und unsere Treue empfangen sollen, kann auch verloren gehen. Paulus drückte seine Besorgnis wie folgt aus: "Ich bilde mir nicht ein, dass ich es schon ergriffen hätte." Er fügte hinzu: "Das Ziel vor Augen, jage ich nach dem Siegespreis: der himmlischen Berufung, die Gott uns in Christus Jesus schenkt" (Philipper 3,14).

Wie kann solch ein Verlust geschehen, wenn wir mit dem Wort Gottes in unserer Hand vor den Menschen stehen? Kann der Bibellehrer seine Krone verlieren? Alle Prediger sind einer besonderen Versuchung ausgesetzt: der Selbstverherrlichung als Egotrip. Ein Gottesdienstbesucher lobte einst einen bedeutenden Prediger und sagte: "Das war eine großartige Predigt." Dieser antwortete: "Ich weiß, der Teufel hat es mir eben auch gesagt." Gemeindeleiter setzen vielleicht alles daran, um eine möglichst gute Position zu erreichen und sich auf den Schultern eines anderen in den Mittelpunkt zu stellen, um "von den Menschen gesehen zu werden", wie Jesus sagte. Aber was folgt dann? "Ob aber jemand auf dem Grund mit Gold, Silber, kostbaren Steinen, mit Holz, Heu oder Stroh weiterbaut: das Werk eines jeden wird offenbar werden; jener Tag wird es sichtbar machen, weil es im Feuer offenbart wird. Das Feuer wird prüfen, was das Werk eines jeden taugt. Hält das stand, was er aufgebaut hat, so empfängt er Lohn. Brennt es nieder, dann muss er den Verlust tragen. Er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durch Feuer hindurch" (1. Korinther 3,12-15).

Ganze Missionswerke können aus selbstsüchtigen Motiven oder reinem Machtbestreben von Karrieremachern gesteuert sein. Aber in Wirklichkeit dient das Evangeliumsgerüst aus "Holz, Heu oder Stroh" nur ihren eigenen Zwecken. Wenn die Feuerprobe kommt, löst sich alles in Asche auf. Das Licht vom Kreuz dient nicht als Rampenlicht für irgendwelche Prediger. Christus starb nicht dafür, damit wir uns einen Namen machen, sondern allein für seinen Namen. Wer versucht, demütig zu sein, denkt sich, er sei groß, aber in Wirklichkeit ist er es nicht. Er spielt nur Theater. Jesus versuchte es nicht. Er war es. "Seid untereinander so gesinnt, wie es dem Leben in Christus Jesus entspricht: Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein" (Philipper 2,5f).
Der Bischof von Seleucia, Simon bar Sabba?e, der als Märtyrer starb, betete: "Herr, gib mir diese Krone, du weißt, dass ich mich danach sehne, denn ich habe dich von ganzem Herzen und ganzer Seele geliebt." Arbeite für Jesu Krone, dann gewinnst du deine eigene.

-------------------------------------------------------------------------------
Ein Artikel von glaube.de.
Autor: Reinhard Bonnke / Christus für alle Nationen
Mit freundlicher Genehmigung für Glaube.de
Weiterverwendung nur mit vorheriger Genehmigung des Autors.
-------------------------------------------------------------------------------

Nach oben



Name:
E-Mail:
[15:06:27] [CoCo new media] Martin Bauer: