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03-12-03

Jack Winter: Ihn kennen

Die intime Beziehung, das Band, das zwischen dem Vater und dem Sohn besteht, ist so eng, dass nichts sie voneinander trennen kann. Wenn wir Jesus sehen, sehen wir den Vater. Können wir wirklich diese Wahrheit, die uns die Heilige Schrift vermittelt, erfassen?...


Jesus erzählte in den Evangelien die Geschichte vom verlorenen Sohn. Aber es gibt noch einen dritten Sohn, den wir uns ansehen müssen - den Sohn, der selbst die Geschichte erzählt. Jesus hat auch das Haus seines Vaters (die himmlische Herrlichkeit) verlassen, um in ein fremdes Land (auf die Erde) zu gehen.

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Wir sehen aber Jesus, der ein wenig unter die Engel erniedrigt war, wegen des Todesleidens mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt, damit er durch Gottes Gnade für jeden den Tod schmeckte.
Hebr. 2, 9

Er hat sich mit Huren, Trunkenbolden, Zöllnern und "Sündern” abgegeben:

Es nahten sich aber zu ihm alle Zöllner und Sünder, ihn zu hören; und die Pharisäer und die Schriftgelehrten murrten und sprachen: Dieser nimmt Sünder auf und isst mit ihnen.
Lk. 15, 1 - 2

Er wurde in allen Punkten ebenso versucht wie wir:

Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, sondern der in allem in gleicher Weise [wie wir] versucht worden ist, [doch] ohne Sünde.
Hebr. 4, 15

Und doch blieb er ohne Sünde. Er wurde "Immanuel” ("Gott mit uns”) und identifizierte sich so vollständig mit unserem Menschsein, dass er in der Lage war, alle Mächte des Bösen zu zerstören:

Weil nun die Kinder Blutes und Fleisches teilhaftig sind, hat auch er in gleicher Weise daran Anteil gehabt, um durch den Tod den zunichte zu machen, der die Macht des Todes hat, das ist den Teufel, und um alle die zu befreien, die durch Todesfurcht das ganze Leben hindurch der Knechtschaft unterworfen waren.
Hebr. 2, 14 - 15

Er hat uns durch seinen Tod mit dem Vater versöhnt und uns ihm nahe gebracht.
Denn es gefiel der ganzen Fülle, in ihm zu wohnen und durch ihn alles mit sich zu versöhnen - indem er Frieden gemacht hat durch das Blut seines Kreuzes - durch ihn, sei es, was auf der Erde oder was in den Himmeln ist.
Kol. 1, 19 - 20

Der Grund, warum Jesus diese Geschichte erzählt, ist, weil er die Liebe des Vaters offenbaren will und weil er und der Vater eins sind.
Ich und der Vater sind eins.
Joh. 10, 30
Er hat eine intime Beziehung mit dem Vater und er hat schon immer existiert, wie es im Johnannes-Evangelium deutlich wird, wo Jesus als "das Wort” bezeichnet wird.

Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles wurde durch dasselbe, und ohne dasselbe wurde auch nicht eines, das geworden ist. In ihm war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.
Joh. 1, 1 - 4

Jesus war von Anbeginn an da, als alle Dinge geschaffen wurden. Als Sohn Gottes lebt er in völliger Unterordnung zum Vater. Die Werke, die er tut, sind nicht seine Werke. Die Worte, die er spricht, sind nicht seine Worte. Es sind die Werke und die Worte des Vaters, der "in ihm lebt.”

Glaubst du nicht, dass ich in dem Vater bin und der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch rede, rede ich nicht von mir selbst; der Vater aber, der in mir bleibt, tut seine Werke.
Joh. 14, 10

Die Mission oder das wichtigste Ziel des öffentlichen Dienstes Jesu war den Vater und seine unendliche Liebe für den Sünder und für die Welt zu offenbaren.

Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen; und von jetzt an erkennt ihr ihn und habt ihn gesehen.
Joh. 14, 7

Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.
Joh. 3, 16
Als der Jünger Philippus Jesus bittet, ihm den Vater zu zeigen, antwortet Jesus:
Jesus spricht zu ihm: So lange Zeit bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Und wie sagst du: Zeige uns den Vater?
Joh. 14, 9
Jesus ist das exakte Abbild vom Wesen, der Art und dem Charakter des Vaters.

[Der Sohn], der Ausstrahlung seiner Herrlichkeit und Abdruck seines Wesens ist und alle Dinge durch das Wort seiner Macht trägt.
Hebr. 1, 3

Die intime Beziehung, das Band, das zwischen dem Vater und dem Sohn besteht, ist so eng, dass nichts sie voneinander trennen kann. Wenn wir Jesus sehen, sehen wir den Vater. Können wir wirklich diese Wahrheit, die uns die Heilige Schrift vermittelt, erfassen? Lasst uns einen Blick auf die Evangelien werfen und uns fragen:
Wer nahm die Kinder in den Schoß, wer hat für sie gebetet und sie gesegnet? Wer trieb die Geldwechsler aus dem Tempel? Wer hat der Frau, die beim Ehebruch ertappt wurde, Barmherzigkeit gezeigt.
Wer hat im Obergemach die Füße der Jünger gewaschen? Es war der Vater, der in Jesus lebt, der die Kinder gesegnet und die Geldwechsler vertrieben hat. Er hat der Frau, die beim Ehebruch ertappt worden war, Barmherzigkeit erwiesen und den Jüngern die Füße gewaschen. "Wenn du mich gesehen hast”, sagt Jesus zu Philippus, "dann hast du den Vater gesehen.”
Das Ziel und der Höhepunkt der neutestamentlichen Offenbarung ist der Vater. Wenn wir dabei stehenbleiben, nur Jesus zu kennen oder die Kraft des Heiligen Geistes zu erfahren, dann wird uns die Offenbarung und die Beziehung entgehen, für die Jesus gestorben ist. Jesus kam, damit wir eine persönliche Beziehung zum Vater haben und seine Liebe erfahren können.

Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.
Joh. 14, 6

Als ich Christ wurde, war Joh. 14, 6 eine der ersten Schriftstellen, die ich auswendig lernte. Ich war davon überzeugt, dass es eine der aussagekräftigsten Stellen ist, um die Göttlichkeit Jesu zu belegen. Ich sagte Menschen: "Wenn du Vergebung deiner Sünden haben willst, dann ist Jesus der Weg dazu.
Wenn du ewiges Leben haben willst, dann ist Jesus der Weg.” Diese beiden Aussagen sind wahr, aber ich habe trotzdem erst Jahre später die geistliche Wahrheit hinter diesen beiden Versen verstanden. Jesus sagt: "Ich bin der Weg, die Fürsorge zu erfahren, die dir als Kind gefehlt hat. Ich bin der Weg, die bedingungslose Liebe zu erfahren, nach der dein Herz schreit.
Durch meinen Tod am Kreuz habe ich dir den WEG ZUM VATER gebahnt." Viele von uns leben ein verpfuschtes Leben voller Niederlagen, weil uns die gute Elternschaft gefehlt hat, als wir Kinder waren. Jesus möchte uns aus dieser Bindung befreien und uns zu einer intimen Beziehung mit seinem Vater führen, damit wir die Elternschaft, die wir so dringend brauchen, erfahren können. Der Vater will das für uns tun, was niemand sonst tun kann.
ER will jedem in der Tiefe unseres Wesens begegnen. Er will uns von innen heraus verändern. Eines Tages, als ich ein Seminar über ‚Das Vaterherz Gottes’ gehalten habe, schrie mitten im Vortrag eine Frau auf: "Meine Mutter hat mich nicht geliebt, mein Vater hat mich nicht geliebt, mein Bruder hat mich nicht geliebt. Ich bin nie geliebt worden. Ich weiß nicht, was es bedeutet, geliebt zu sein!”
Sie saß neben ihrem Mann, aber ihr Hunger nach Liebe war so groß, dass er nicht imstande war, ihn zu erfüllen. Sie war so erschüttert, dass ich den Vortrag unterbrach, zu ihr hingehen und ihr dienen musste. Egal, ob es uns bewusst ist oder nicht, letztlich sehnen wir uns alle nach dieser Liebe. Aber wie können wir diese intime Beziehung zum Vater aufbauen?

Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht aufnehmen wird wie ein Kind, wird nicht hineinkommen.
Lk. 18, 17

Wir demütigen uns und werden wie kleine Kinder. Wir erlauben ihm, unser Vater zu sein.

- Ich in ihnen und du in mir - dass sie in eins vollendet seien, damit die Welt erkenne, dass du mich gesandt und sie geliebt hast, wie du mich geliebt hast.
Joh. 17, 23

"Ich in ihnen und du in mir" (V. 23). Wenn der Vater in Jesus lebt und Jesus in mir lebt, dann lebt der Vater in mir. Wenn der Vater in Jesus lebt und Jesus in dir lebt, DANN LEBT DER VATER IN DIR. Das ist das Geheimnis des in uns wohnenden Gottes - der Vater LEBT IN UNS.
Es ist kein größeres Maß an Intimität möglich! Wenn wir so leben, dann sind ebenso wie bei Jesus, unsere Werke nicht unsere Werke. Die Worte, die wir sprechen, sind nicht unsere Worte. Es sind die Worte und die Werke des Vaters, der in uns lebt. Das bedeutet, IHN ZU KENNEN.
Wenn der Vater in uns wohnt, dann können wir auch mit ihm eins sein. Wenn wir dieses Geheimnis verstanden haben, dass Gott in uns wohnt, dann können wir uns selbst als diejenigen sehen, die an der Tür stehen und auf die Rückkehr des verlorenen Sohnes warten. Wir können losrennen, wenn wir ihn kommen sehen, ihn in unsere Arme nehmen, mit Küssen überschütten, unsere besten Kleider geben und gemeinsam feiern. Warum? Weil wir das Herz des Vaters kennen.
Der Vater lebt in uns! Jesus, der dritte Sohn, der diese Geschichte erzählt, ist derjenige, der alle Forderungen des Gesetzes erfüllt hat. Er gibt sein Leben sowohl für den jüngeren als auch für den älteren Sohn.

Größere Liebe hat niemand als die, dass er sein Leben hingibt für seine Freunde.
Joh. 15, 13

Jesus hat die Strafe (Tod) für die Sünde bezahlt, so dass beiden Brüdern vergeben werden kann und sie frei werden können. Das ist das Herz des Vaters - jedem Mann und jeder Frau und jedem Kind die Möglichkeit zu geben, eine intime Beziehung zu ihm zu haben, eine Beziehung, die im Paradies verloren gegangen war, als Adam gesündigt hat.
Denn wenn durch die Übertretung des einen der Tod durch den einen geherrscht hat, so werden viel mehr die, welche den Überfluss der Gnade und der Gabe der Gerechtigkeit empfangen, im Leben herrschen durch den einen, Jesus Christus.
Röm. 5, 17

Wir haben die Wahl! Sind wir bereit, zum Vater zu kommen? Jesus ist der Weg!



Quelle: Auszug aus dem Buch "Heimkommen zu Gottes Vaterliebe", Autor: Jack Winter.
Mit freundlicher Genehmigung für Glaube.de vom Verlag "Down to Earth"
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