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24-10-09

Susanne Dwehus: Ihr seid das Salz?

Worauf bezog sich Jesus mit dem Salz-Vergleich? Dass wir alles versalzen werden? Nein. Dass das Salz zum Salzen nun einmal da ist, musste ja nicht erklärt werden. Was hat es denn mit dem Salz-Gleichnis nun auf sich? Einige Gedanken zum Nachdenken und Meditieren...


Ihr seid das Salz? Ihr seid das Salz!

Wir kennen das Thema wohl alle. Wer schon einmal gekochte Kartoffeln gegessen hat, bei denen Salz im Kochwasser fehlte, wird mir wohl zustimmen, dass Salz bestimmte Speisen einfach erst so richtig lecker macht.

Wenn wir also Salz zu uns nehmen, das wirklich lebensnotwendig ist, nehmen wir nicht mühsam bittere Medizin zu uns, sondern Salz schmeckt zu vielen Gerichten einfach, ist im Brot enthalten etc.

Salz ist lebensnotwendig und bringt Geschmack ans Essen. Wir müssen es nicht notgedrungen zu uns nehmen und herunterwürgen. Salz und Brot wurde in unserer Gegend früher zum Einzug in ein Haus oder eine Wohnung geschenkt, mit dem Wunsch, dass diese wichtigen Dinge in der neu bezogenen Heimat niemals ausgehen mögen.

Salz dient auch zum Haltbarmachen, sogar zum Reinigen, zum Gesundmachen von Wasser (2. Könige 2,20 ff.). Auch wenn ein Zuviel an Salz sehr wohl ungesund ist und eine extreme Falschdosierung sogar tödlich sein kann, ist das nicht die Gefahr, auf die Jesus hinweist.

Jesus beschäftigt sich in diesem Gleichnis (Matthäus 5,13 ff.) nicht mit der Gefahr des Ver- oder Übersalzens, sondern spricht statt dessen davon, was passiert, wenn „das Salz nicht mehr salzt“.

Salz, früher sogar als „weißes Gold“ bezeichnet, ist lebenswichtig, genauso wichtig ist es, dass wir Nachfolger Jesu von Gott erzählen. Und das ist nicht fade, so wie Salz durch nichts zu ersetzen ist (auch wenn man mit Kräutern auch gut würzen kann, keine Frage) jedoch so wie Salz unersetzbar ist in seiner Funktion, so ist die Weitergabe des Glaubens unersetzbar hier auf unserer Erde.

Salz wird gegessen so wie das Weizenkorn, das in die Erde fällt und erstirbt und so Frucht bringt (Johannes 12,24), so stellen wir unser Leben in den Dienst Gottes als Folge Seiner Liebe zu uns.

In 4. Mose 18,19 und 2. Chronik 13,5 wird auch vom Salzbund gesprochen, ein Bund, der ewig hält und rein ist. Ein Bund zwischen Gott und den Menschen, weil wir IHM so wichtig sind - ist das nicht herrlich?

Also, wenn wir das Salz-Gleichnis weiter lesen, sagt Jesus uns, dass wir unser Licht nicht unter den Scheffel stellen sollen – also das Evangelium verkünden, von Gottes Liebe erzählen.

Mein Eindruck ist, dass die Tendenz groß ist zu denken: ach, mein Pastor kann das viel besser als ich, ja und der Gemeindeleiter erst, und der Gastredner von letzter Woche fand so schöne Worte, so wunderbar könnte ich das ja nie sagen. Und damit wird das Reden von Jesus, von Gottes Retter-Liebe delegiert an einige wenige.

Aber erreichen die auch meinen Nachbarn? Meinen Kollegen auf der Arbeit? Meine Friseurin, meine Kinder und ihre Freunde? Nein, das ist dann wohl mein Job. Und das heißt nicht, dass ich jedes Mal beim Einkaufen der Kassiererin den Heilsplan Gottes erklären muss – es sei denn, die Kassiererin kann da gar nicht genug von bekommen. Dann bitte: rede :). Aber es heißt doch eigentlich: dass ich offen sein muss, wenn Gott will, dass ich rede, dass ich dann auch rede. Oder schreibe, oder in sonst einer Art meine Talente einsetze, die mir Gott, der HERR gegeben hat, um die Welt zu Ihm zu ziehen.

Wir sind nämlich Salz mit Botschafter-Qualität – wir stehen vor der herausfordernden Aufgabe, Menschen zu Gott hinziehen zu dürfen. „Lasst Euch versöhnen mit Gott“ ist unsere Botschafter-Aufgabe. Und wer kann das besser weitergeben als wir Nachfolger Jesu? Wer ist sonst auf dieser Welt dazu in der Lage? Mal ganz ehrlich, wer – wenn nicht wir?

Und wenn wir immer auf günstigere Gelegenheiten warten – wer weiß denn, ob die Gelegenheit, die sich uns heute bietet, überhaupt noch einmal wiederkommt? Als ich vor vielen Jahren meinem Vater im Krankenhaus es noch einmal ganz klar und in wenigen Worten erklärte, wie das mit Jesus so ist, fühlte ich mich auch geführt, ein Drängen zum Reden hatte ich und ich hätte wahrlich nicht gedacht, dass das meine letzte Gelegenheit war. Mein Vater starb unerwartet früh. Darum möchte ich einfach weitergeben: Lasst uns sensibel sein und sensibel werden für Situationen, in denen wir von Gott reden können, uns „gedrängt“ fühlen dürfen. Wer weiß, ob sich diese Gelegenheit noch einmal ergeben wird? Und wer kennt nicht den Gedanken: „Hätte ich mal.. damals....“ ?

HERR, schenke Du uns ein Reden-Wollen von Dir. Schenke uns den Hunger danach, von Dir zu erzählen, damit die Welt es in dem jeweiligen Bereich, in dem wir leben, auch hört, dass DU uns aus Liebe gerettet hast und unser Leben mit uns gemeinsam leben willst. Amen.

Lasst uns Salz sein – mit Botschafter-Qualität.
So sind wir nun Botschafter/Gesandte an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott! (2. Korinther 5,20)

 

 

© SusanneDwehus

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Ein Artikel von Glaube.de

Autor: Susanne Dwehus Mitarbeiterin bei www.glaube.de

Bearbeitung: Jürgen Motzkus, Redakteur bei www.glaube.de

Foto: www.sxc.hu

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