Reinhard Bonnke: Im Willen des Vaters Teil 2

Es war wie ein erhobenes Banner, das diesen Namen als himmlisches Logo trug. Die prophetische Berufung von Mose war dieselbe, die jeder wiedergeborene Christ auch erlebt. Er bewies ebenfalls, dass der Herr der Freund und Helfer der Unterdrückten und ein Feind der Tyrannen ist. Heute stehen wir als Nachfolger in der Linie Moses und werden in die Welt gesandt, um dasselbe zu beweisen.
Wenn Gläubige den Auftrag zum Evangelisieren auf die leichte Schulter nehmen, geschieht dies in der Regel, weil sie nicht glauben, dass es eine große Rolle spielt oder weil sie sich überhaupt nichts draus machen. Sie sind der Meinung, Gott ist allmächtig und kann es ohne unsere Hilfe auch ganz gut alleine schaffen. Wir mögen es kaum glauben, aber das ist nicht Gottes Art, die Dinge so zu handhaben. Er schuf uns, damit wir seine Hände auf der Erde sind. Gott wirkt, wie wir bereits gesagt haben, aber er überlässt es völlig uns, der Welt das Evangelium zu verkünden. Wenn wir hierbei versagen, hält er keinen "Plan B" in Reserve. Es liegt in unserer Verantwortung.
Teilhaber der Freude
Der Schöpfer bestimmte die Abläufe und setzte uns hier als seine Mitarbeiter ein, um seine Pläne zu verwirklichen. Die Arbeit, die getan werden muss, wird entweder mit uns oder überhaupt nicht getan werden. Hierfür gibt es einen Grund. Gott freut sich besonders daran, wenn sich der Gottlose zu ihm wendet, und weil er uns liebt, ist er darauf aus, uns mit derselben Freudenfülle zu segnen. Die Einladung, die den Knechten im Gleichnis von den anvertrauten "Talenten" zugesprochen wurde, gilt auch uns: "Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn!" (Matthäus 25,21.23). Der Herr will, dass wir erfolgreich sind und uns darüber freuen.
Ein Freund erzählte mir folgende Geschichte. Als er vier Jahre alt war, gebrauchte sein Vater, ein Zimmermann, eine zweirädrige Handkarre, um damit Holz und sein Werkzeug zu transportieren. Manchmal nahm er seinen kleinen Sohn auf dem Wagen mit. Eines Tages wollte mein Freund unbedingt mithelfen, die Karre zu schieben. Als sie schließlich in die Nähe ihres Ziels kamen, half ihm sein Vater vom Wagen, legte seine kleinen Hände an die Griffe und sagte zu ihm, er könne ihm jetzt beim Schieben helfen. Die Bewohner des Hauses, zu dem sie unterwegs waren, sahen die beiden kommen und sein Vater erzählte ihnen stolz, wie ihm sein kleiner Sohn "geholfen" habe. Nun, ein Vierjähriger kann nicht sehr schnell laufen und hat auch ganz gewiss nicht die Kraft, eine schwere, mit Holz beladene Karre zu schieben. Der Vater wäre ohne die Hilfe seines Sohnes sicher schneller und besser vorangekommen. Dennoch steckte dahinter ein Prinzip, denn für den Vater war es eine größere Genugtuung, die Freude seines Jungen zu beobachten, als das Tempo zu beschleunigen.
Der Allmächtige, unser Vater - wünscht sich unsere Hände am Wagen. Mose konnte die Plagen Ägyptens nicht produzieren, aber er sprach die Befehle dafür aus. Er hatte keine Macht über Wind und Wasser, aber das Meer teilte sich auf seinen Befehl hin. Als Einzelner war er definitiv nicht dazu in der Lage, eine ägyptische Militärbrigade zu besiegen. Aber mit Gott gelang ihm genau das. Welch ein Unterschied zu seiner Rolle als Schafhirte. "Vom Herrn kommt die Rettung", heißt es in Jona 2,10, doch der Herr arbeitet nie allein. Er erwählt sich Freiwillige, die mit ihm zusammenarbeiten. Damit sie gerettet werden können, müssen die Unerretteten den Retter kennen und den kennen sie erst, wenn wir ihnen davon erzählen. (Römer 10,14). Wenn wir tun, was wir können, dann tut er das, was wir nicht können. Tue das Mögliche, dann tut er das Unmögliche.
Gottes bevollmächtigte Diener
Betrachten wir noch einmal das biblische Vorbild eines Dieners Gottes: Mose. Er war der demütigste Mensch auf der Erde, aber sicherlich nicht der mutigste. Er besaß kein Heer, um sein Machtgefühl damit zu demonstrieren. Israel glich noch einer unorganisierten Horde unterschiedlicher Stämme. Trotzdem entführte Mose vor den Augen Pharaos die gesamte Sklaven-Mannschaft samt ihren Kindern und ihrem ganzen Vieh. "Nicht eine Klaue durfte zurückbleiben" (2. Mose 10,26). Mit einem Gott wie diesem auf seiner Seite trat Mose furchtlos und voll Kühnheit und Tatkraft auf. Gott nahm ihm das Herz des Angsthasen und gab ihm dafür ein Löwenherz.
Mose handelte fortan mit außergewöhnlicher Sicherheit und mit Gespür. Von der Schafweide ging er geradewegs in Pharaos Thronsaal, in seiner Hand trug er den Hirtenstab und am Körper noch sein fleckiges Hirtengewand. Er durchschritt ein bewachtes Tor nach dem anderen und eine ganze Reihe kostbar beschlagener Palasttüren, bis er schließlich in der prunkvollen Gegenwart des Pharao stand. Hier kam ein Nobody, den Gott zu seinem Bevollmächtigten erkoren hatte und präsentierte eine eindeutige, kompromisslose Botschaft: "Lass mein Volk ziehen!" Pharao und seine Ratgeber starrten auf diesen wagemutigen Mann, der offensichtlich kein Diplomat war. Ich denke, sie lachten ihn aus. Doch Gott befand sich auf dem Kriegspfad und der mächtigste Herrscher der damaligen Welt war gegen Mose - und Gott - völlig chancenlos.
Der Gott der Befreiung, der einst Mose beauftragte, sendet heute uns mit derselben Botschaft: "Lass mein Volk ziehen!" Die Welt verschmäht unser Zeugnis und unsere evangelistischen Einsätze und versucht, diese zu ignorieren, doch wir genießen dabei den vollen Rückhalt Gottes. Paulus schreibt: "Ich werde verkannt und bin doch anerkannt" (2. Korinther 6,9). Er hat sich niemals wegen seiner Botschaft verschämt in irgendeine Ecke verkrochen. So konnte er vor dem König Agrippa sagen: "Der König weiß, wovon ich rede, und mit ihm kann ich frei und offen darüber sprechen. Ich bin überzeugt, dass ich ihm auch gar nichts Neues sage; denn die Sache hat sich ja nicht irgendwo im Winkel abgespielt" (Apostelgeschichte 26,26). Unser Christsein ist bekannt und ist für die Welt wie ein Floh im Ohr. Sie versucht vergeblich, es überhaupt nicht wahrzunehmen.
Die Königin von England verlieh keine Adelstitel an Wesley, Whitfield oder an einen der übrigen bekannten Evangelisten, dennoch hatten sie alle die volle Aufmerksamkeit und Anerkennung einer viel wichtigeren Person, nämlich Gott selbst. In Washington (USA) rief einmal jemand bei der Kirche an, die der Präsident regelmäßig besuchte, und fragte, ob dieser an jenem Morgen im Gottesdienst wäre. Die Antwort war, man wisse nicht, ob der Präsident kommen würde, aber man erwarte Gott - und der Anrufer möge diesen doch als wesentlich wichtigere Person betrachen.
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Den ersten Teil des Artikels finden Sie hier: Im Willen des Vaters Teil 1
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Ein Artikel von www.glaube.de
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