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24-08-05

Winfried Hahn: Das Wechselspiel zwischen natürlicher und geistlicher Identität

Was heißt Identität überhaupt und warum ist sie so wichtig für mein Leben? Die Bibel sagt, dass es für den gläubigen Menschen nicht nur eine natürliche Identität, sondern auch eine geistliche Identität gibt.


Eine biblische Herausforderung gegen die Verflachung und Verarmung des inneren Menschen

Der Begriff Identität wird in unserer Zeit sehr häufig verwandt. Sowohl in wissenschaftlichen als auch in populärwissenschaftlichen Veröffentlichungen spielt er eine große Rolle. Er scheint zu einem schillernden Modebegriff geworden zu sein, der häufig verwendet wird, ohne klare Definition, gleichsam als Begriffshülse, die jeder füllen kann, wie es seinem eigenen Gutdünken entspricht. Aber dennoch scheint eines deutlich zu sein, nämlich dass es sich hierbei nicht nur um einen Modebegriff handelt, sondern vielmehr um eine Bezeichnung, die bei aller Unschärfe durchaus bedenkenswerte und mit der menschlichen Existenz zutiefst bedeutsame Zusammenhänge und Inhalte widerspiegelt. So soll an dieser Stelle der Versuch unternommen werden, einige Gedanken zu diesem schillernden Begriff zu äußern, ohne den Anspruch einer erschöpfenden, wissenschaftlichen Maßstäben genügenden Abhandlung zu genügen.

Zunächst möchte ich einige Anmerkungen dazu machen, was der Begriff Identität beinhalten kann. In dem Wort Identität steckt der Begriff identisch, identisch sein mit etwas. Es stellt sich hierbei die Frage: Identisch womit? Jeder Mensch erlebt im Laufe seines Lebens eine ganze Reihe von Prägungen, die von außen kommen, sei es durch Eltern, Kameraden, Kollegen und Freunden, wobei besonders die Menschen eine wichtige Rolle spielen, denen man Autorität zubilligt. Aber nicht nur Prägungen, die von außen kommen, bestimmen unsere Identität, sondern auch Ziele, Wertvorstellungen, Maßstäbe, vor allem Lebenskonzepte, Perspektiven, die der einzelne Mensch im Laufe seines Lebens entwickelt. Dabei ist die Frage angesprochen: Welchen Sinn sieht der Einzelne für sein Leben? Welche Erwartungen und Wünsche drängen nach Erfüllung? Welche Ziele werden angesteuert? Dabei geht es nicht nur um die Richtung, die ein Mensch bezüglich der großen Ziele seines Lebens ansteuert, sondern auch darum, welche Werte, welche Moral, welche Ethik prägt ihn, und nach welchen Tugenden und persönlichen Eigenschaften, trachtet er?
Es gibt noch eine Reihe weiterer Bereiche und Aspekte, die für die Identität eines Menschen bestimmend sind. Empfindet er sich identisch, konkruent, deckungsgleich mit seiner Rolle als Junge, Mädchen, Mann oder Frau? Ist es ihm möglich, eine geschlechtsspezifische Identität (Körperidentität/sexuelle Identität zu entwickeln und zu leben? Kann er sich identifizieren mit seinem Beruf? Ist seine innere Beziehung zu seiner Herkunftsfamilie geklärt oder schämt er sich seiner Herkunft und möchte seine inneren Wurzeln am liebsten verleugnen? Lebt er eine positive Identität zu seiner Herkunftsfamilie oder zu seiner gegenwärtigen Familie? Ist die Frage seiner Familienidentität geklärt oder befindet sich der Einzelne hierin in einem Spannungsfeld? Sind diese Bereiche identisch, konkruent mit den inneren Erwartungen, Zielvorstellungen und Prägungen des Menschen? Oder befindet er sich hier in einem Zwiespalt? Ist er zufrieden und einverstanden mit der Rolle, die er im Rahmen seines Bekanntenkreises, Freundeskreises, seiner Nachbarschaft, seinem näheren und weiteren sozialen Umfeld spielt? (Rollenidentiät, Identität in der sozialen Bezugsgruppe) Bei dem Identitätsfindungsprozess ist ein zentraler Bereich der der individuellen Identität. Dabei spielen Fragen der Kleidung - ob modisch gekleidet, alternativ gekleidet - Fragen der Haarlänge; kurz gesagt: des Outfits, das man sich zulegt, eine bedeutende Rolle. Welches Auto fahre ich? Welche Hobbys habe ich? Lebe ich in einer kleinen Mietswohnung oder habe ich ein eigenes Haus mit Garten, vielleicht sogar mit Swimmungpool? Mache ich lieber Urlaub im Wohnwagen auf dem Campingplatz oder bevorzuge ich ein Nobelhotel? All dies sind Fragen, die mit dem persönlichen Lebensstil und mit der individuellen Identität sehr verflochten sind.� Diese und andere Bereiche werden in Skizze1 dargestellt.


Einen besonders wichtigen Aspekt in Bezug auf die Identitätsfindung stellt der weltanschauliche Bereich dar. Jeder Mensch muss für sich die Fragen beantworten: Woher komme ich? Wozu lebe ich? Wohin gehe ich? Die Beantwortung dieser existenziell wichtigen Fragen unterscheidet den Menschen im Wesentlichen vom Tier. Kein Tier ist in der Lage, ein religiöses Bewusstsein auszuprägen oder die Frage nach einem höheren Wesen, nach Gott zu stellen. Auch die Frage von Verantwortung, von Schuld und Rechenschaftspflicht kennt ein Tier, das in vielen Bereichen instinktgesteuert ist, nicht. Für den Menschen handelt es sich hierbei jedoch um zentrale Begriffe und Handlungsfelder. Deshalb muss jeder Mensch Antworten auf diese Fragen finden. Dies sind wesentliche Aspekte im Zusammenhang mit dem Identitätsfindungsprozess, den jedes Individuum durchläuft. Deshalb ist es für den christlichen Therapeuten oder auch für den Seelsorger unumgänglich, diese Fragen bei der Begleitung und Hilfestellung von Menschen zu thematisieren oder zu berücksichtigen.
Ob ich eine gesunde Identität ausprägen kann, ist von verschiedenen Faktoren abhängig, z.B. ob wesentliche innere Bedürfnisse des Menschen gestillt sind, ob es ihm gelingt sinnvolle Perspektiven Ziele und Aufgaben zu finden. Aber auch der Bereich der Charaktereigenschaften und Tugenden spielt eine entscheidende Rollen, denn jedes Talent verkümmert, wenn es nicht durch Tugenden und Disziplin entfaltet wird.


Identität ist kein statischer Zustand, den ein Mensch einmal erreicht hat, sondern es ist ein lebenslanger Entwicklungsprozess, der immer wieder Veränderungen unterworfen ist. Diese Veränderungen werden häufig hervorgerufen durch andere Lebensumstände, wie zum Beispiel den Wechsel einer Arbeitsstelle mit veränderter beruflicher Position oder den Wechsel des Wohnortes mit der Veränderung des sozialem Umfeldes (gehörte zum Beispiel jemand in einer Gemeinde zum Gemeinde- oder Ortschaftsrat und wechselt nun seinen Wohnort, so verliert er diese Position, was durchaus einen Einfluss auf sein inneres Empfinden,d.h. auf seine Identität haben kann), auch der Tod eines nahestehenden und geliebten Menschen kann die Identität eines Menschen nachhaltig beeinflussen und verändern, aber auch an allen wichtigen und einschneidenden Lebensphasen entsteht eine Veränderung unserer Identität. Der Schüler hat eine andere Identität als der Student, der Student hat eine andere Identität als der Berufsanfänger, der Berufsanfänger hat eine andere Identität als der erfahrene und fortgeschrittene erfolgreiche Routinier, während dieser wiederum eine Veränderung seiner Identität dadurch erfährt, dass er vielleicht im Rahmen des Alterungsprozesses von seiner Position von Jüngeren verdrängt wird und sich auf eine andere Form des Daseins als Pensionär einstellen muss. Identität ist verschiedenen Wandlungen unterworfen, und es ist eine der Herausforderungen des Lebens, sich in seiner Identität jeweils so weiter zu entwickeln oder den Gegebenheiten anzupassen, dass man dabei glaubhaft und glaubwürdig bleibt. Die Entwicklung einer glaubwürdigen inneren Identität entscheidet darüber, ob der Lebensstil eines Menschen als autentisch empfunden wird, oder ob der Eindruck vorherrscht, eine unnatürliche Persönlichkeit mit aufgesetzten, nicht verinnerlichten Verhaltensweisen zu sein. Ein autentischer Lebensstil zeichnet sich durch Reifungsprozesse der Persönlichkeit aus, die häufig durch das Durchleben und Bewältigen von Krisen geprägt und begünstigt werden. Manche Menschen erleben es krisenhaft, wenn die Veränderung vom Teeny zum Erwachsenen sich vollzieht. Es ist ja auch ein gravierender Unterschied, ob man mit dem Rucksack loszieht, um die Welt zu erobern, oder ob man als junger Vater oder junge Mutter einen Kinderwagen durch die Gegend schiebt, verbunden mit der Verantwortung für andere Menschen. Krisenhaft wird auch die sogenannte Midlife-Crisis von vielen erlebt. Die Lebensmitte markiert für den Menschen in unserer heutigen Zeit einen entscheidenden Wendepunkt und ist ein Veränderungsprozess, der bewusst bewältigt werden muss. Unsere Zeit ist geprägt von dem Idol der ewigen Jugend. Jung sein wird mit gut, schön, leistungsfähig, alt sein wird mit schwach, rückständig, senil in Verbindung gebracht. Die Lebensmitte stellt die Wende von der positiv behafteten Jugend zum negativ behafteten Alter dar. Diese Veränderungen müssen bewältigt werden im Sinne einer Bejahung und nicht eines Verdrängungsprozesses. Ist es nicht so? Alle wollen alt werden, aber wer will schon gerne den Preis dafür bezahlen: Verlust der Schönheit, der Vitalität, der Dynamik, der geistigen und psychischen Flexibilität. Nur wer es schafft, diese sich ankündigenden scheinbaren Defizite zu bewältigen, im Sinne eines Reifungsprozesses zu bejahen, findet zur Reife und Weisheit des Alters und kann zum väterlichen Ratgeber für die jüngere Generation werden. Gelingt dies nicht, besteht die Gefahr, zum nörgelnden, die alten Zeiten verklärenden Greis zu werden, der von seiner Umgebung als Belastung empfunden wird. All dies sind Veränderungsprozesse, die im Rahmen einer positiven Identitätsentwicklung bewältigt werden müssen. Gelingt es nicht, eine der jeweiligen Situation adäquaten Identität zu entwickeln, prägen sich Fehlentwicklungen bis hin zu der Gefahr einer psychischen Erkrankung aus.�
Das bedeutet, die Ausprägung einer gesunden Identität hat sehr viel mit der Fähigkeit zu tun, sein Leben zu bewältigen und damit zu steuern. Die Steuerfähigkeit ist eine direkte Auswirkung einer autentischen angemessenen Identitätsentwicklung. Wenn sich jemand mit seinen Lebensumständen nicht identifizieren kann, so entsteht in ihm eine innere Spannung, die ihre Ursache darin hat, dass er Bereiche seines Lebens und seiner Umstände ablehnt und sich in seinem Inneren nicht deckungsgleich, als nicht identisch, sondern zerrissen empfindet. Diese Spannungszustände können das Wohlbefinden so stark beeinträchtigen, dass unerwünschte Verhaltensweisen in Form einer Symptombildung einer psychischen Erkrankung entstehen und der Mensch die Steuerfähigkeit über sein Leben verliert. Somit hat die natürliche Identität sehr viel mit der Fähigkeit, die Umstände seines Lebens zu bewältigen, zu steuern und damit zu verarbeiten, zu tun. Dies wird in Skizze 3 dargestellt.


Die Bibel legt jedoch nahe, dass es für den gläubigen Menschen nicht nur eine natürliche Identität, sondern auch eine geistliche Identität gibt. Diese geistliche Identität nennt das neue Testament die neue Schöpfung. Die Bibel spricht davon, dass wir dem alten Menschen gestorben sind und nun eine neue geistliche Identität empfangen haben. Paulus bringt es mit folgendem Ausspruch kurz zusammengefasst auf den Punkt: Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir. Was ist nun diese neue, diese geistliche Identität? Wenn Paulus sagt: Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir, das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden - dann verneint er damit nicht die Existenz der natürlichen Identität. Wie aus den obigen Ausführungen zu ersehen ist, ist die natürliche Identität die Steuerfähigkeit des Menschen über die verschiedenen Bereiche seines Lebens. Die Bibel lehrt sehr klar, dass der Mensch für sein Tun und Handeln verantwortlich ist. So lesen wir im Epheserbrief, dass das Ziel der menschlichen Entwicklung, so wie Gott sie sieht, der mündige, selbstverantwortete Mensch ist, der nicht mehr den Machenschaften und Beeinflussungen seiner Umwelt schutzlos ausgeliefert ist. [Eph.4, 13 und 14: ...bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zur vollen Mannesreife, zum Vollmaß des Wuchses der Fülle Christi. Denn wir sollen nicht mehr Unmündige sein, hin- und hergeworfen und umhergetrieben von jedem Winde der Lehre...]

Dies ist die Beschreibung eines mündigen und verantwortungsbewussten Menschen. Auch der gläubige Christ wird sich Gedanken darüber machen, welchen persönlichen Stil in Bezug auf Kleidung, Outfit, Beruf, Kindererziehung etc. er pflegen will. Diese geistliche Identität ersetzt also nicht die natürliche. Man kann ein geistlicher Mensch sein und in seinem persönlichen Lebensstil Anzug und Krawatte bevorzugen. Man kann aber auch als geistliche -gesinnter Mensch ein alternatives Outfit pflegen. Das alte Wesen, die sündige Natur, von der die Bibel spricht, ist also nicht die natürliche Identität, sondern das sündige Wesen, das zwar unsere natürliche Identität durchzieht, aber nicht gleichbedeutend mit ihr ist. Das sündige Wesen oder auch das Fleisch beinhaltet Stolz, Egoismus und moralische Verdorbenheit und wohnt in jedem Menschen. Dies gilt es abzulegen. Es bedeutet jedoch nicht die Preisgabe seiner natürlichen Identität, die unabdingbar notwendig ist, um die Steuerfähigkeit und damit die Verantwortung für sein eigenes Leben wahrzunehmen.

Was ist aber nun die geistliche Identität, von der die Bibel spricht? In jedem gläubigen Menschen wohnt der heilige Geist und befähigt ihn, den Willen Gottes zu tun. Der heilige Geist ist gleichsam eine Quelle der Kraft, des Lebens, der Vitalität und der Kreativität, eine übernatürliche Gabe, die Gott als Geschenk dem Gläubigen ins Herz legt. Es ist die Natur und die Kraft, die das neue Wesen bestimmt. Es ist das Bewusstsein, Kind Gottes zu sein und in Gott einen Vater zu haben, der immer zu einem steht, der einem, nicht im Stich lässt. Somit ist diese neue Identität gekennzeichnet von der Wirksamkeit des heiligen Geistes, von der Erfahrung, Gott als Vater zu haben und Kind Gottes zu sein. Gleichzeitig empfangen wir von Gott Vision, Perspektive, ja, eine Berufung für unser Leben. Die Bibel zeigt, dass jeder, der Christus nachfolgt, eine wunderbare und herrliche Berufung hat. Da ist niemand zu schlecht, niemand zu unbegabt, niemand ist untauglich, um mit Gottes Hilfe etwas Gutes bewirken zu können. Das ist diese herrliche Berufung, dieser gewaltige und wunderbare Zuspruch Gottes an jeden Menschen: Ich kann etwas Gutes aus dir machen und ich habe dich dazu berufen, dass durch dich etwas Sinnvolles geschieht. Somit ist die göttliche Berufung Teil dieser neuen Identität, diese geistliche Identität aus Gott, die uns dazu befähigt, etwas Gutes zu tun, und uns beschenkt, unser Leben mit einer geistlichen Perspektive, d.h. mit Vision führen zu können. Jeder ist in der Lage, mit der Hilfe Gottes, Gutes zu tun. Der eine hat die Gabe des Gebets, und seine Gebete bewirken Segen im Leben seiner Mitmenschen, der andere hat die Gabe der Ermutigung und des Tröstens, und er kann als Seelsorger wirken. Wieder ein anderer hat die Gabe der Evangelisation, um andere zum Glauben zu führen. Wieder ein anderer hat die Gabe, in schwierigen Lebenslagen Unterstützung und Hilfesetellung im ganz praktischen Sinne. zu geben. Jeder Mensch hat eine Berufung und Begabung, die Gott in sein Leben hineingelegt hat. Dies ist in höchstem Maße Sinn stiftend und förderlich für die Persönlichkeitsentwicklung des Einzelnen und im Falle einer psychischen Erkrankung heilend und freisetzend. Diese neue Indentität aus Gott wird im wesentlichen auch von dem Wissen und dem Bewusstsein bestimmt: Ich muss nicht perfekt sein, ich darf Fehler machen, denn mein himmlischer Vater steht zu mir und vergibt mir. Auf diese Weise wirkt diese neue geistliche Identität unterstützend, freisetzend und helfend auf unsere natürliche Identität ein. Natürliche und geistliche Identität sind in einem die Persönlichkeit entfaltenden positiven Wechselspiel. Die geistliche Identität und das Wirken des heiligen Geistes unterstützt unsere natürliche Identität, wenn es darum geht, die Steuerfähigkeit, die Verantwortung für unser Leben zu übernehmen. Der heilige Geist befähigt zu einer autentischen, kreativen und erfüllten Lebensgestaltung.�



Es ist ein tiefes Geheimnis, das sich nur dem glaubenden Menschen erschließt:�
Gott sagt "Du" zu uns. Du , ich mag Dich, und freue mich an Dir. Indem Gott dieses gewaltige Gegenüber, der Schöpfer des gesamten Universums, "Du" zu uns sagt, werden wir zum "Ich" . In der Begegnung des Schöpfers mit seinem Geschöpf finden wir zu dieser einzigartigen, übernatürlichen Identität, die uns zu dem werden läßt, was wir sind und sein sollen: Menschen mit Sinn, Ziel und Berufung. Gott sagt Du zu seinem Geschöpf, dadurch werden wir zu seinem Gegenüber, d.h. wir werden zum "Ich" und dürfen unsere kreative, schöpferische und sinnerfüllte Identität mehr und mehr entfalten.
Dies ist das Ziel aller seelsorgerlichen und therapeutischen Bemühungen, nämlich, dass der hilfesuchende Mensch frei wird für die Begegnung mit Gott und dadurch seine Bestimmung, Berufung und damit seine ganz persönliche Identität findet. Seelsorge und Therapie löst Blockaden und innere Verkrampfungen auf, um auf diese Weise die heilende und freisetzende Begegnung des Menschen mit seinem Schöpfer zu ermöglichen . Diese Begegnung zwischen dem Schöpfer und Geschöpf ist der entscheidende Faktor für die Heilung des Menschen in seinem tiefsten Inneren.. Da wo ein Mensch seine Verletzungen, Enttäuschungen und Ängste vertrauensvoll in Gottes Hand legen kann, entsteht diese heilende Begegnung zwischen Geschöpf und Schöpfer. Deshalb ist das Ziel aller seelsorgerlichen Bemühungen die Wiederherstellung und der Aufbau der oftmals zerbrochenen Vertrauensfähigkeit des hilfesuchenden Menschen.

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Textbearbeitung: D. Bauer / Redaktionsleitung Glaube.de
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Eingereicht vom Herausgeber/Autor:
Winfried Hahn, Pädagoge und Pastor im übergemeindlichen Dienst.
Geschäftsführender Heimleiter und Therapeut im De `Ignis Wohnheim-
Haus Tabor in Engelswies.
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