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08-04-06

John Halford: Evolution: Tatsache oder Glaube?

Wie gut ist der Beweis dafür, dass sich das Leben auf natürliche Weise, ohne einen Schöpfer, entwickelt hat?



Der erste Vers der Bibel sagt uns: "Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde." Dies sagt uns nicht genau, wie er es tat.

Durch den "Glauben erkennen wir, dass die Welt durch Gottes Wort geschaffen ist, so dass alles, was man sieht, aus nichts geworden ist" (Heb 11,3).


Gott aus dem Bilde gelassen



Viele von uns sind ganz zufrieden damit, es dabei zu belassen - eine Sache des Glaubens. Aber andere suchen eine wissenschaftliche Erklärung für den Ursprung des Universums und der darauf folgenden Entwicklung millionenfacher Lebens­formen. Daran ist nicht unbedingt etwas Falsches. Wissenschaftliche Entdeckungen und biblische Offenbarung müssen nicht miteinander in Konflikt stehen. Das heißt, es sei denn, die Wissenschaft lässt Gott aus dem Bilde.



Leider lässt die weit verbreitete wissenschaftliche Erklärung für den Ursprung und die Entwicklung des Lebens - die Evolutionstheorie - Gott aus dem Bilde. Die Theorie schlägt vor, dass das Leben ursprünglich aus lebloser Materie entstand und sich schrittweise über Milliarden von Jahren durch natürliche Prozesse entwickelt hat.



Obwohl Anhänger der Evolutionstheorie zugeben, dass sie nicht ausreichend verstehen, wie dies passierte - dass es passierte, ist für sie nicht verhandelbar. Für sie ist die Evolution einer der "Tatsachen" des wissenschaftlichen Lebens. Aber sollte es so sein?



Gewiss bedarf es Glauben, um zu glauben, dass es einen Schöpfergott gibt. Aber zu glauben, dass es keinen Gott gibt, benötigt ebenfalls Glauben.



Lag Darwin richtig?



Obwohl sich die Details geändert haben, basiert die Evolutionstheorie im Wesentlichen auf den Konzepten von Charles Darwin (1809-1882). Er war nicht der Erste, der vorschlug, dass sich das Leben allmählich hin zur Komplexität entwickelte, aber er propagierte eine wissenschaftliche Theorie, um zu erklären, wie die Evolution statt­ge­funden haben könnte.



Darwins Ideen trugen dazu bei, das wissenschaftliche Denken über mehr als 100 Jahre zu prägen. Seine ursprünglichen Konzepte wurden umgeformt, weil Darwin die Rolle der Genetik nicht voll verstand. Die Theorie, so wie sie heute im Klassen­zim­mer gelehrt wird, ist als Neo-Darwinismus bekannt. Im Kern basiert der Neo-Dar­winis­mus auf zwei Voraussetzungen: Erstens, dass lebendige Organismen willkür­lichen Verände­run­gen durch Mutationen unterliegen. Zweitens, dass einige Verände­run­gen ihren Empfängern einen Vorteil verschaffen, sodass sich durch natürliche Auslese (bekannt geworden als "Überleben des Tüchtigsten") neue Arten entwickeln.



Einige Wissenschaftlicher haben darauf hingewiesen, dass die zweite Voraus­setzung, dass besser angepasste Lebensformen leichter überleben können, ein Zirkel­­schluss ist. Offensichtlich, wenn nur die Tüchtigsten überleben, dann sind jene, die überleben, die Tüchtigsten. Dies beweist weder die Evolution noch widerlegt es sie. Aber wie steht es mit der ersten Voraussetzung? Können sich durch willkürliche Mutationen neue Arten entwickeln?



Mikro- und Makroevolution



Gewisse Eigenschaften von lebenden Pflanzen und Tieren ändern sich - dies kann nicht bestritten werden. Tierzüchter haben schon lange gewusst, wie man Veränderun­gen durch künstliche Auslese nutzt. Das Potential für die Veränderung bei Tieren und Pflanzen ist als Mikroevolution bekannt, und es erklärt, warum wir eine solche Le­bens­­viel­­falt auf der Erde haben. Nicht nur verschiedene Gattungen von Hunden, Katzen und Pferden, sondern Hunderte von verschiedenen Züchtungen.



Die Evolutionstheorie schlägt vor, dass dieses Potential für Veränderungen innerhalb der Arten einer Lebensform eventuell erlaubt, sich allmählich in eine andere zu entwickeln, in eine völlig verschiedene Art, Gattung oder Familie - ein Prozess, der als Makroevolution bekannt ist.



Wenn Evolution funktionieren sollte, muss genau das passieren. Aber - und das ist entscheidend für unser Verständnis, warum einige Wissenschaftlicher mit dieser Theorie ein Problem sehen - es wurde noch nie bewiesen, dass Makroevolution wirklich geschieht! In der Tat, die Beweise scheinen auf eine andere Schlussfolgerung hinzudeuten.



Es kann nicht bewiesen werden, dass Makroevolution stattfindet - eine grund­legen­de Voraussetzung der Evolution basiert auf wackligem wissenschaftlichem Boden, und um diese Theorie zu akzeptieren, braucht man - nennen wir es wie es ist - Glauben. Ein Paläontologe oder evolutionärer Biologe mag dieses Wort wegen seiner religiösen Assoziation nicht lieben. Aber weil eine Definition von Glauben in Websters Ninth New Collegiate Dictionary (Wörterbuch) "fester Glaube an etwas, wofür keinen Beweis gibt" ist, dann ist es Glaube.



Aber Glaube unterliegt nicht wissenschaftlicher Untersuchung und das ist der Grund, warum die Evolutionstheorie in Frage gestellt wird. Nicht nur von Kreationisten (Anhängern der Schöpfungslehre), sondern auch von Wissenschaftlern vieler Wissenschaftszweige, die auf wissenschaftliche Integrität verpflichtet sind. Diese Wissen­schaftler glauben, dass, weil diese grundlegende Voraussetzung der Evolution nicht bestätigt wurde, die gegenwärtigen Schlussfolgerungen den Ursprung neuer Arten nicht ausreichend erklären können, wenn man sie anhand der eigenen Regeln der Wissenschaft untersucht.



Immer noch fehlende Bindeglieder



Charles Darwin erkannte in seiner Theorie einige mögliche Fehler. Insbesondere wusste er, dass, falls sich die Evolution über die Epochen langsam fortsetzt, wie er vorgeschlagen hatte, sollten wir erwarten, in den fossilen Ablagerungen Beweise für Übergangs-Lebensformen zu finden ("fehlende Bindeglieder"). Die Tatsache, dass keine solchen Fossilien gefunden wurden, war nach Darwins Worten "der größte Einwand, der gegen meine Theorie vorgebracht werden kann."



Darwin schrieb diese Worte in den frühen Tagen der Paläontologie, als erst wenige Fossilien in Klassen eingeteilt worden waren. Er war zuversichtlich, dass weitere Entdeckungen seine Ideen bestätigen würden. Das war aber nicht der Fall. Bis heute wurden ca. 200 Millionen Fossilien gefunden und in ungefähr in 1 Million Arten eingeteilt. Aber in dieser riesigen Masse gibt es immer noch keine ausreichenden Fossilien, die jenseits aller Zweifel als Übergangsformen bezeichnet werden können, und nur wenige sind Kandidaten für Zwischenformen.



"Die extreme Seltenheit von Übergangsformen in den fossilen Ablagerungen hält sich unbeirrt als das Markengeheimnis der Paläontologie", schreibt Stephen Jay Gould, Paläontologe an der Harvard-Universität in der Mai 1997 Ausgabe von National History (S. 14).



Eine wissenschaftliche Theorie muss auf einer objektiven Analyse der Tatsachen beruhen. Aber bislang gab es keine Beweise, um die Evolution zu bestätigen. Es deutet auf eine andere Erklärung hin. Statt zu zeigen, dass sich das Leben allmählich von einfachen hin zu komplexeren Formen entwickelt, scheinen die fossilen Ablage­run­gen darauf hinzudeuten, dass Lebensformen plötzlich auftreten, dann existieren sie mit nur wenigen Veränderungen über Millionen von Jahren und sterben manchmal plötzlich aus.



In Erkenntnis dessen haben einige Anhänger der Evolutionstheorie eine Änderung des Darwinischen Modells der allmählichen Evolution vorgeschlagen. Ein Modell mit der Bezeichnung "Unterbrochenes Gleich­gewicht" unterstellt, dass, da die Fossilien zeigen, dass Arten über lange Perioden stabil bleiben, Makroevolution dann plötzlich stattgefunden haben muss (plötzlich, d. h. auf einer geologischen Zeitskala, was bedeutet, dass es in Millionen statt in Hunderten von Millionen Jahren passierte). Dieser Ansatz umgeht das Problem der fehlenden Übergangsformen, aber es löst das Hauptpro­blem nicht: Es scheint eine "Arten-Barriere" zu geben, über die hinaus Veränderungen nicht geschehen.



Schweineflügel und zylindrische Eier



Heute haben Wissenschaftler dies auf verschiedene Weise bestätigt, von denen Darwin keine Vorstellung haben konnte. Wir verstehen jetzt, dass Mutationen auf der Ebene der Gene und Chromosomen stattfinden. Aber auch wenn man sie auf der molekularen Ebene untersucht, zeigen genetische Arten Widerstand, sich über eine bestimmte Grenze hinaus zu verändern.



Ökologe Ed Deevey schrieb in The Yale Review: "Einige erstaunliche Dinge wurden durch Kreuzungen und Auslese innerhalb einer bestimmten Artenbarriere oder innerhalb des größeren Kreises von nah verwandten Arten erreicht, wie z. B. Weizen. Aber Weizen ist immer noch Weizen und nicht z. B. Grapefruit. Und wir können genauso wenig den Schweinen Flügeln wachsen lassen wie Hühner zylindrische Eier legen können (S. 631-640).



Ein Kartenhaus



Stellen Sie sich das eingebaute Potential von Veränderung innerhalb einer Art wie ein Blatt von Karten vor. Sie können Sie mischen und viele Variationen des ursprüng­lichen Blattes bekommen. Aber egal wie lange man mischt, es werden dadurch keine neuen Karten entstehen.



Farbige Schaubilder über die Entwicklung des Lebens und rekonstruierte fossile Entwick­lungen können für jemand, der an die Schöpfung oder an irgendeine Theorie, die plötzliches Erscheinen vorschlägt, ziemlich einschüchternd sein. Der Beweis für die Evolution, wenn er auf diese Weise präsentiert wird, ist überwältigend. Aber solche Vorführungen konzentrieren sich selten auf die Schwächen in der zugrunde­liegenden Theorie.



Wenn aber jemand nicht beweisen kann, sie sich Arten entwickeln, bedeutet eine geschickte Vorführung oder der Eindruck eines Künstlers nicht viel. Es ist ähnlich wie bei einer Reisevorbereitung, wenn jemand sich einen Reiseführer und Straßenkarten kauft und dann herausfindet, dass das Auto keine Maschine hat!



Wissenschaftler, die die Evolution kritisieren, treten nicht unbedingt für die Sache der Kreationisten ein. Viele wollen einfach, dass ihre Kollegen in der Paläontologie und evolutionären Biologie akkurat und objektiv sind.



Sie erkennen an, dass die Evolution ohne bestätigende Daten die Auszeichnung nicht verdient, als eine autoritative Theorie betrachtet zu werden. Brächte man Spekulationen über eine solche unbestätigte Prämisse in irgendeinem anderen Wissen­schaftszweig vor, würde dies als stark auf Vermutungen basierende Hypothese betrachtet werden, nicht als eine Idee, auf die man einen größeren Zweig der Erkenntnis gründet. Andere Ansichten über den Ursprung und die Entwicklung des Lebens verdienen es, gehört zu werden.



Schmutzig und persönlich



Aber Evolutionisten sind so menschlich wie wir alle und es ist für sie schwer, die Rolle, die der Glaube in ihrem Denken spielt, zuzugeben. Beachten wir, was Stephen Jay Gould über das, was er als die "schmutzige und persönliche Seite der Wissen­schaft" bezeichnete, sagt: "Unsere Methoden, über die Welt zu lernen, sind stark von unseren gesellschaftlich vorgefassten Meinungen und gefärbten Denkweisen beeinflusst, die jeder Wissenschaftler auf irgendein Problem anwendet. Die Klischee­vorstellung von einer völlig rationalen und objektiven ?wissenschaftlichen Methode? mit einzelnen Wissenschaftlern als logische (und austauschbare Roboter) ist eine Mythologie, die auf dem Dienst am eigenen Ich beruht" (Natural History, Februar 1994, S. 14).



Leider scheinen viele Evolutionisten im Zirkelschluss-Denken gefangen zu sein: Evolution muss wahr sein; daher muss es einen Mechanismus geben, der die Evolution hervorbringt. Der beste Kandidat ist immer noch natürliche Auslese durch willkürliche Mutationen. Aber bis gezeigt werden kann, dass dies auf natürliche Weise auf der Ebene der Makrobiologie geschieht, sollte es eine Vermutung bleiben. Und Schlussfolgerungen, die darauf basieren, müssen im Glauben akzeptiert werden, ob Evolutionisten dies nun zugeben oder nicht.



Ein Fall für Demut



Dies sollte diejenigen unter uns, die an einen göttlichen Schöpfer glauben, beruhi­gen. Es macht gewiss nicht weniger Sinn, an einen Schöpfer, als an die Evolution zu glauben. Aber Vorsicht: Das Versagen der Evolution, ihren Fall zu beweisen, etabliert Gott für den Skeptiker und Agnostiker nicht automatisch als Schöpfer. Und obwohl die Beweise das plötzliche Erscheinen von Leben sehr nahe legen, etabliert dies nicht wissenschaftlich die Tatsache, dass ein solches Leben von Gott geschaffen wurde. Einige Kreationisten, die einen fundamentalistischen Ansatz zur Bibel haben, vereinfachen die Frage zu sehr. Einstein sagte einmal: "Machen Sie die Dinge so einfach wie möglich, aber nicht einfacher als sie sind."



Genau wie Stephen Jay Gould sagte, hat die Wissenschaft ihre schmutzige und persön­liche Seite, genauso wie einige Sichtweisen der Bibel. Einige biblische Rekonstru­ktio­­­nen der Schöpfung benutzen Schriftstellen und Zirkelschlüsse, um ihre vorge­fassten Meinungen zu bestätigen. Vorgefasste Klischeevorstellungen sind nicht der Weg zum Verständnis. Anhänger der Evolutionstheorie sind nicht in der Lage gewe­sen, den Ursprung und die Entwicklung des Lebens zufriedenstellend zu er­klären. Aber ihre Suche hat Informationen zu Tage gebracht, die zu heraus­fordernden und aufregenden Fragen führen.

Außerdem gibt es unter denen, die an Gott als Schöpfer glauben, viele Standpunkte. Wissenschaftler mit einem tiefen Respekt für die Bibel (und es gibt viele davon), erkennen, dass ein Reichtum an Informationen noch darauf wartet, entdeckt und interpretiert zu werden. Die Suche nach den Ursprüngen sollte eine Arena sein, wo sich Wissenschaft und Glaube mit gegenseitigem Respekt und Toleranz begegnen. "Es gibt Bogus und Pseudowissenschaft, genauso wie es Bogus oder Pseudoreligion gibt, und der einzige lohnende Kampf findet zwischen Echtheit und Bogus, nicht zwischen Wissenschaft und Religion statt (Ken Wilber, Quantum Questions, New Science Libarary, 1984, S. 21).



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Die Wunder der Schöpfung (Anhang)



Ein Anhänger der Evolutionstheorie bemerkte einmal: "Wenn Gott wirklich existiert, scheint er Käfer ungeheuer gerne zu mögen", weil er so viele davon gemacht hat. Unser Schöpfer mag gerne Käfer und auch alles andere, was er geschaffen hat. Er sagte, dass alles "sehr gut" war (1Mo 1,31).



Gottes Schöpfung ist ein lebendiger Beweis für seine absolute Beherrschung des Lebens. Er schuf das Leben und erhält es, ob nun auf einem Berg, um den der Wind pfeift, in einer öden Wüste oder im tiefsten Abgrund des Ozeans. Er kann seine Schöpfung schön oder bizarr, robust oder zerbrechlich, "größer als das Leben" oder mikroskopisch winzig machen. Aber stets perfekt, kompliziert und funktionell. Durch die Wunder der Schöpfung hat uns Gott gezeigt, dass er das Leben liebt.



Gott liebt auch Sie und möchte, dass Sie Leben haben. Nicht bloß ein paar kurze Jahre, sondern ein Leben, das ewig währt. Gott möchte so sehr, dass Sie dieses Leben haben, dass "er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben" (Joh 3,16).



Wir, die Geschöpfe, waren nie in der Lage, Leben herzustellen. Nicht einmal einen kleinen Käfer. Aber wegen der Liebe unseres Schöpfers wird uns Leben gegeben, das ewig währt. Demütigend, nicht wahr?


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Ein Artikel von www.glaube.de
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Autor: John Halford , mit freundlicher Genehmigung:
Stiftung Weltweite Kirche Gottes in Deutschland
Textbearbeitung:Jürgen Motzkus Redaktionsmitarbeiter Glaube.de
Foto: sxc.hu
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