Sigrid und Martin Baron: Was feiern wir an Weihnachten?

Denk mal einen Moment nach. Was fällt dir spontan zu Weihnachten ein?Vielleicht Geschenke, Santa Claus, Rentiere, Rednose Randy, Geschenke, Elfen, Nordpol, Glockenklang, Plätzchen, Sternschnuppe, Krippenspiel, Geschenke, Tannenbaum, Kerzen, Gänsebraten, Engel, zu viel zu essen, Geschenke, heilige drei Könige, Lichter ketten, X-mas, Geschenke, Jingle Bells, Schnee, Ochs und Esel, Adventskalender, Lametta, Geschenke …
Nun, als Christen wissen wir natürlich, dass Weihnachten ein Fest ist, bei dem es nicht wirklich um Konsum, Musikgedudel, Weihnachtsmann, Lichterglanz und Tannenbaum geht, sondern um die Person in der Krippe. Aber das ist vielen Menschen völlig verborgen.
Wenn wir uns die biblische Weihnachtsbeschreibung ansehen und das mit dem vergleichen, was in unserer Gesellschaft heute mit Weihnachten in Verbindung gebracht wird, so sehen wir – freundlich bezeichnet – eine herbe Diskrepanz.
Der Gesellschaft ist es brillant gelungen, dieses wunderbare Fest unseres Gottes mit abstrusen, sonderbaren, und zugegebenermaßen mitunter auch schönen Bräuchen völlig zu vernebeln. In all der Emotion, all der Vermarktung, all dem Drumherum findet man schier den Kern der Sache nicht mehr. In Nürnberg ist das Christkind (also das Christuskind, sprich: Jesus) zu einem Mädchen mit weißem Nachthemd und blonden Locken degradiert worden. Das meiste, was man als Normalsterblicher mit Weihnachten in Beziehung bringt, hat mit der eigentlichen Sache eigentlich gar nichts zu tun.
Dabei ist der Grund dieses Festes das absolut einschneidenste Geschehnis der gesamten Geschichte des Universums. Weihnachten bezeichnet einen unglaublich markanten Punkt im Lauf der Zeiten. Es hat den Lauf der Welt in der sichtbaren, vor allem aber auch in der unsichtbaren Welt für immer vollständig verändert und war der Startschuss zum Triumphzug Jesu, der in der völligen Niederlage des Feindes gipfelte.
Durch all die Traditionen, die Bräuche, den Rummel, ist uns so oft die unglaubliche Brisanz dieses Festes nicht wirklich bewusst. Gott selbst, der Schöpfer, derjenige, der alles erdacht, gewollt, geplant, geschaffen hat, schickte den Messias in die Welt, begibt sich in all die Beschränkungen, Zwänge und Eingrenzungen menschlichen Daseins hinein und opfert sich selbst.
Wir können nicht ermessen, was das wirklich – ich meine: richtig wirklich –bedeutet: Das völlig undenkbar, unvorstellbar, unerklärbar ist. Die Bibel spricht von einem Geheimnis. Es ist etwas, das vielleicht auch die Engel nicht nachvollziehen können.
Weihnachten denken wir an etwas, das in keiner Religion der Welt auch nur ansatzweise denkbar ist, ja, es noch nicht einmal so richtig im Judentum war. Gott schickt seinen Sohn. Hier versucht nicht der Mensch durch irgendwelche Opfer und religiöse Exerzitien zu Gott zu kommen; Nein, hier wendet sich Gott, der gefallenen Menschheit zu. Die Initiative zur Rettung geht nicht vom Menschen aus, sondern von Gott.
Der Messias Gottes tritt in der Person Jesus Christus auf das Schlachtfeld dieser gefallenen Erde und sagt dem Feind damit den absoluten Kampf an.
Der allmächtige Gott kommt in die Ohnmacht des menschlichen Lebens. Der allwissende Sohn Gottes kommt in die Unwissenheit eines kleinen Babys, das alles, absolut alles, erst erlernen und verstehen muss. Jesus kommt in die Begrenztheit des menschlichen Körpers, der ausschließlich an einem einzigen Ort präsent sein kann. Er kommt in die beschränkte Lebensspanne eines menschlichen Lebens hinein. Dem Sohn Gottes, des Schöpfers der aller Reichtum des Universums genoss, kommt in die Armut und den Dreck eines Stalles. Der 'Sohn Gottes, vor dem die Engel ihr Angesicht vor Ehrfurcht verhüllen, wird Mensch und bald schon verraten, verleumdet, bespuckt, geschlagen, verspottet, verlacht, gefoltert … und getötet.
Den Kampf um den Menschen. Den Kampf um Leben und Tod – um ewiges Leben und ewigen Tod!
Dass Jesus als Baby in diese Welt hineingeboren wurde, ist der absolute, unwiderlegbare Liebesbeweis Gottes. Es zeigt seine Hingabe, für dieses gefallene Geschöpf den Weg zurück zum Vaterhaus, zum Haus Gottes, bahnen zu wollen. Es zeigt seine Entschlossenheit, um den Menschen zu kämpfen um ihn aus der Verlorenheit und dem ewigem Tod heraus zu retten.
In Jesu Geburt fand der Kampf seinen Beginn – in Kreuz und Auferstehung seinen Höhepunkt. Krippe und Kreuz gehören untrennbar zusammen.
Das ist es, was wir an Weihnachten feiern. Und das ist doch wirklich genial!
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Ein Artikel von glaube.de.
Autoren: Sigrid und Martin Baron / sigrid@gottes-haus.eu
2007 Mit freundlicher Genehmigung für Glaube.de
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