Druckversion
Dieser Text ist ein Artikel der Kategorien:
14-01-10

Bayless Conley: Anforderungen an einen Leiter - Teil 2

Es gibt spezielle Dinge, von denen die Bibel sagt, dass wir besonders auf sie achten sollen, weil wir dadurch bestimmte Dinge lernen, die Gott uns vermitteln möchte.


In der vergangenen Woche fingen wir an, über Soldaten, Sportler und Farmer zu sprechen.

Wir wiederholen ein wenig davon, damit Sie den Kontext der letzten Botschaft vor Augen haben. Die drei Berufe des Soldaten, des Sportlers und des Farmers spiegeln einige sehr, sehr wichtige geistliche Wahrheiten wider, die wir verstehen müssen, wenn wir ein erfolgreiches Leben haben wollen und ein Leben, das Gott gefällt.

Wir sprachen am Schluss darüber, Widrigkeiten zu erdulden. Unser Leben ist nicht immer leicht und vielleicht haben Sie es gerade schwer. Hören Sie, es kommt Hilfe! Nehmen Sie bitte Ihre Bibel und lassen Sie uns gemeinsam Gottes Wort studieren.

Nun zum nächsten Punkt; drittens sagte Paulus dem Timotheus, er solle über einen Soldaten nachdenken. Er bringt ihm im 2.Timotheus ein großartiges Gleichnis. „Du nun erdulde die Widrigkeiten als ein guter Streiter Jesu Christi."

Sie können Soldat sein, sind aber kein guter Soldat, wenn Sie keine Widrigkeiten erdulden. Diese Aussage „Widrigkeiten erdulden" besteht im Griechischen nur aus einem Wort, welches aus drei Teilen zusammengesetzt ist, drei Worte in einem. Das erste Wort bedeutet Partnerschaft. Das zweite Wort bezieht sich immer auf etwas Gemeines, etwas Schlechtes oder Böses. Wenn es nur aus zwei Teilen bestünde, hätte Paulus gesagt: „Timotheus, lass uns Anteil haben an etwas, das gemein, schlecht und böse ist." Aber er fügt ein drittes Wort hinzu - den dritten Teil des Wortes werden Sie kennen - es ist das Wort „Pathos". Es beschreibt Leiden, meint aber eher psychisches als körperliches Leiden. Bei all der Verfolgung, die passierte, all dem Stress in der Gemeinde, der massiven Abwanderung von Leitern und anderen aus der Gemeinde fühlte sich Timotheus verraten. Er spürte die Verletzungen; sein seelischer Schmerz muss immens gewesen sein. Und Paulus ermutigte ihn, Widrigkeiten zu erdulden. Er sagte: „Schau, Timotheus, wir beide erleben das. Ich erleide das genau so wie du und wir müssen einfach mit diesen bösen, gemeinen Umständen klar kommen. Wir werden etwas leiden müssen, aber, Bruder, wappne dich und gehe durch."

Paulus schrieb in Apostelgeschichte Kapitel 14: „Wir müssen durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes hineingehen."

Tatsache ist, Freund, dass wir manchmal verletzt weiterspielen müssen. Wir müssen gute Soldaten Jesu Christi sein und Widrigkeiten erdulden. Unser Gehorsam dem Herrn gegenüber darf nicht von unseren Gefühlen abhängig sein, auch nicht davon, ob es um uns herum gut oder schlecht aussieht.

Ein Soldat sagt nicht: „Nun, Herr Unteroffizier, ich habe nicht vor, diesen Befehl auszuführen." Er sagt nicht zu seinem Vorgesetzten: „Ich habe keine Lust zu marschieren. Es geht mir irgendwie nicht so gut." Nein, Soldaten gehorchen, egal, wie sie sich fühlen. Sie gehorchen.

Unser Gehorsam ist oft sehr entscheidend! Und manchmal... hören Sie... müssen Sie einfach Widrigkeiten erdulden. Manchmal gehen Sie durch die schlimmste Krise oder Prüfung Ihres Lebens und um Sie herum scheint alles zu zerfallen. Nehmen Sie es einfach hin! Ich weiß, dass Sie das heute nicht hören wollten aber es ist dennoch wahr. Wir dürfen nicht aufgeben!

Ein Freund auf den Philippinen, Paul Chase, ließ eins der Teams aus seinem Dienst ein paar Wochen auf verschiedenen Inseln predigen und evangelisieren. Am Abend vor der Rückkehr des Teams zeigte Gott ihm sehr deutlich, dass sie am nächsten Abend eine Evangelisation auf dem Militärstützpunkt veranstalten sollten. Das Team kehrt zurück. Sie sind fertig! Alle sind total kaputt und er sagt: „Wisst ihr, morgen abends werden wir eine weitere Evangelisation hier auf dem Militärstützpunkt durchführen." Sie sagten: „Paul, wir sind am Ende. Du weißt, dass wir müde sind. All die Fahrerei, der zurückliegende Dienst... weißt du... wir möchten das eigentlich nicht tun." Er sagte: „Nein, es muss sein. Der Heilige Geist hat mir sehr deutlich gemacht, dass wir das tun müssen." Sie sagten: „Gut, wir sind dabei." Sie zeigten einen Film, Paul predigte und viele Soldaten kamen nach vorne und knieten sich hin... viele von ihnen hatten ihre Waffen auf den Rücken geschnallt... sie knieten sich hin und nahmen Christus an. Eine Woche später gerieten zwei LKWs mit Soldaten in einen Hinterhalt und 23 von ihnen wurden von Guerillakämpfern getötet. Jeder der 23 getöteten Männer kniete am Altar und nahm eine Woche zuvor Christus an.

Was wäre passiert, wenn diese Soldaten des Herrn gesagt hätten: „Wir haben keine Lust. Wir sind zu müde. Es geht nicht." Es hing sehr viel davon ab! Und wenn wir Christus dienen wollen, müssen wir manchmal psychisch, körperlich und geistlich einige Widrigkeiten erdulden.

Im Verlauf nennt er dann noch einen weiteren Gedanken der sich auf den Soldaten bezieht,
2.Timotheus 2:4.

2.Timotheus 2:4
„Keiner, der in den Krieg zieht, lässt sich in Alltagsgeschäfte verwickeln, denn er will, dass sein Heerführer mit ihm zufrieden ist."

Natürlich ist Jesus derjenige, der uns in den Dienst gestellt hat und letztendlich ist es unser Ziel, Ihm zu gefallen, nicht wahr? Wer außer mir möchte gerne hören: „Gut gemacht, du guter und treuer Knecht!" Gut, wir werden nicht hören ‚gut gemacht', wenn wir nur gut angefangen haben. Wir werden auch nicht ‚gut gemacht' hören, wenn wir den Dienst trotzt guter Absichten nicht vollenden. Er muss vollendet sein, damit wir „gut gemacht" hören.

Das Wort „verwickeln" - keiner, der in den Krieg zieht, lässt sich in Alltagsgeschäfte verwickeln, denn er will, dass sein Heerführer mit ihm zufrieden ist. Das Wort „verwickeln" wird in verschiedener Weise gebraucht. Einmal bedeutet es, dass etwas verschränkt oder verwoben ist. Mit diesem griechischen Wort beschreibt Matthäus, dass die Soldaten stachelige, dornige Zweige einer Kletterpflanze nahmen und daraus die Krone flochten, die sie Jesus auf Sein Haupt legten. Dort steht dasselbe Wort, das hier als „verwickelt" übersetzt wird. Es bedeutet, verwoben zu sein. Es beschreibt im Griechischen auch jemanden, der rennt und der dabei durch lose Kleidungsstücke, die sich an den Beinen verfangen, zu Fall kommt.

Was für ein Bild für uns, wenn wir bedenken, dass Paulus Timotheus sagte, wir können es  uns als hingegebene Christen nicht leisten, uns zu sehr mit Dingen zu beschäftigen, die im Lichte der Ewigkeit unwichtig sind. Er spricht von Alltagsgeschäften und es geht um Prioritäten. Gott sei Dank, Gott  segnet uns! Er ist der Gott des Segens in jeder Beziehung. Er gibt uns Weisheit, die uns voranbringt. Er verleiht uns körperliche Kraft, damit wir hart arbeiten und erfolgreich sein können. Die Bibel sagt, der Segen des Herrn allein macht reich und eigene Mühe tut nichts hinzu, aber manche haben sich so sehr in die alltäglichen Dinge der Welt verstrickt und das, was sie besitzen, beschäftigt sie so sehr, dass sie in ihrem Lauf für Jesus zu Fall kommen. Ihre Prioritäten sind verkehrt. Gottes Reich ist nicht Nummer eins. Jesus sagte: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes, und dies alles wird euch hinzugefügt werden."

Manchen ist vieles andere wichtiger als Gottes Reich. Wir müssen danach streben, dass unser Besitz uns niemals ans Herz wächst. Gott möchte uns mit Dingen segnen.

Lassen Sie mich Ihnen drei Dinge, drei Gedanken, weitergeben, die Ihnen helfen können, Dinge zu besitzen, ohne dass sie Ihnen ans Herz wachsen, die Ihnen helfen können, nicht so sehr mit Alltäglichkeiten verwachsen und verwoben zu sein, dass Sie in Ihrem Lauf für Jesus zu Fall kommen.

Gut, Nummer eins: Vertrauen Sie nicht auf Ihrem Besitz.

Nummer zwei: Seien Sie großzügig mit Ihrem Besitz.

Nummer drei: Wahren Sie im Hinblick auf Ihren Besitz eine Ewigkeitsperspektive.

Sie können das aufschreiben, wenn es Sie interessiert. Alle drei Gedanken entnehme ich

1.Timotheus 6:17-19. Vertrauen Sie nicht auf Ihren Besitz; seien Sie im Hinblick auf Ihren Besitz großzügig und wahren Sie im Hinblick auf Ihren Besitz eine Ewigkeitsperspektive. Gott wird all das sowieso verbrennen. Er erschafft einen neuen Himmel und eine neue Erde. Alles wird im Feuer verbrennen, alles Gold, alle Diamanten, alle Autos, alle Häuser, alles! Es ist nur zeitlich! Und es ist gesund, im Hinblick auf unseren Besitz die Ewigkeit im Blick zu behalten.

Gut, machen wir weiter. Als nächstes, sagte er, sollen wir uns mit Sportlern beschäftigen. Er sagte, wer Sport treibt... in Vers 5: „Auch wer an einem Wettkampf teilnimmt, kann nur gewinnen (oder den Siegeskranz empfangen), wenn er sich an die Regeln hält." Es ist die Rede von einem Profi, der hart trainiert. Er trainiert sehr diszipliniert, damit er an dem Tag des Wettkampfes nicht nur gute, sondern überragende Leistungen  bringt und gewinnt. Er tut es nicht nur so bei Gelegenheit. Das hier verwendete Wort beschreibt einen professionellen Sportler, aber das ist nicht der wichtigste Punkt des Apostels Paulus. Er sagt, er bekommt keinen Siegeskranz, keinen Preis, wenn er die Regeln nicht beachtet. Er muss die Regeln des jeweiligen Sports einhalten.

Die Living Bible gibt den Vers so wieder: „Beachtet die Regeln des Herrn, wenn ihr Ihm dient, so wie ein Sportler entweder die Regeln einhält oder disqualifiziert wird und keinen Preis gewinnt."

Ich könnte vielleicht eine 28-wöchige Serie über alle Regeln machen, aber es gibt eigentlich nur zwei  übergeordnete Regeln in Gottes Reich, zwei Gesetze, die für unseren Lauf für Gott und unseren Dienst für Gott maßgeblich sind. Erstens das Gesetz des Glaubens und zweitens das Gesetz der Liebe. An diese Regeln müssen wir uns halten.

Paulus schrieb im Römerbrief: „Wo bleibt nun das Rühmen? Es ist ausgeschlossen. Durch welches Gesetz? Durch das Gesetz des Glaubens." Glaube ist ein Gesetz; Glaube ist eine Regel und Gott verlangt uns ab, dass wir im Glauben handeln. Wir wurden aus Gnade durch Glauben errettet und alles andere, was Gott für uns und durch uns tut, kommt genauso zustande: aus Gnade durch Glauben. Sein Werk beginnt, wird fortgesetzt und vollendet durch Glauben, nicht durch die Kraft des Fleisches.

In der Situation von Timotheus muss er ganz bestimmt unter anderem nach dieser Regel seinen Lauf meistern. Er ist an einem gefährlichen Ort in einer gefährlichen Zeit. Er muss Gott im Hinblick auf seinen Schutz vertrauen.

Wir sprachen bereits über seinen Umgang mit Menschen. Er muss Gott vertrauen im Hinblick auf Menschen und jedes Werk des Herrn muss fortlaufend finanziert werden. Er muss Gott vertrauen. Er muss Gott vertrauen hinsichtlich der Versorgung, wie wir es auch hier in Cottonwood tun. Freund, Tag für Tag und Woche für Woche vertrauen wir, dass Gott die Gemeinde versorgt. Es ist ein Wandel im Glauben.

Das gilt auch für jeden Einzelnen von uns. Wir müssen Gott vertrauen, dass Er uns schützt.  Wir müssen Gott im Hinblick auf Menschen vertrauen und wir müssen Gott im Hinblick auf unsere Versorgung vertrauen. Gott erwartet, dass jeder von uns Ihm glaubt. So funktioniert das und nicht anders! Er verlangt uns Glauben ab. Unglaube disqualifiziert uns. Wir verlieren unsere Belohnung, wenn wir ein ungläubiges Herz haben.

Der Autor des Hebräerbriefes sagte: „Denkt doch an die Kinder Israels. All diese Segnungen wurden ihnen verheißen. Das verheißene Land, das Land, in dem Milch und Honig fließen. Aber sie kamen wegen ihres Unglaubens nie hinein." Und dann sagte er: „Folgt nicht diesem Beispiel des Unglaubens." Ihr Unglaube disqualifizierte sie, er wird auch Sie disqualifizieren. Gott verlangt uns diese eine Sache ab: Wir müssen Ihm vertrauen!

Vielleicht sind Ihre Umstände momentan sehr schwierig. Hören Sie: Vertrauen Sie auf Gott. Seine Gnade genügt und Glaube ist die Hand, die das ergreift, was Gott aus Gnade gibt.

Das zweite übergeordnete Gesetz ist das Gesetz der Liebe. Der Apostel Paulus schreibt auch in

Römer 13:8
„Seid niemand irgendetwas schuldig, als nur einander zu lieben! Denn wer den anderen liebt, hat das Gesetz erfüllt."

Im Jakobusbrief wird Liebe als das königliche Gesetz bezeichnet. Denken Sie über Timotheus nach.

All diese Leute haben ihn verlassen, in die er sich voll und ganz investiert hat. Er ist verletzt, ganz sicher, unweigerlich. Er muss ihnen vergeben. Er kann nicht zulassen, dass Bitterkeit in sein Herz und in sein Leben hineinkommt. Bitterkeit disqualifiziert uns.

Wenn Sie zulassen, dass eine Verletzung zu Bitterkeit führt, werden Sie disqualifiziert. Sie werden Ihre Belohnung verlieren.

Und obendrein muss er noch diejenigen lieben, die ihn verfolgen. Bedenken Sie das. Jesus sagte in

Matthäus 5:44:
„Liebt eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen und bittet für die, welche euch beleidigen und verfolgen."

Ohne Glauben und ohne Liebe disqualifizieren wir uns selbst.

Wissen Sie, es gibt eine interessante olympische Disziplin: Wettkampfgehen oder Schnellgehen. Es ist erstaunlich, diese Sportler zu beobachten. Ihre Hüften schwingen immer so hin und her und sie laufen so schnell. Es gibt eine 20 Kilometer Distanz und eine 50 Kilometer Distanz. Nur die Männer laufen die 50 Kilometer. Und bei diesem besonderen Sport herrschen strenge Regeln. Zum einen muss zu jeder Zeit ein Fuß am Boden sein. Wenn sich irgendwann beide Füße heben, bekommt man eine rote Karte. Überall an der Strecke sind Richter, die rote Karten vergeben, wenn beide Füße in der Luft sind. Zweitens muss das ausschreitende Bein völlig gerade sein, wenn der Fuß den Boden berührt. Wenn es gebeugt ist, setzt es eine Karte. Bei drei Karten wird man disqualifiziert. Die Richter an der Strecke schicken ihre roten Karten zum obersten Punktrichter, der an der Ziellinie steht. Er allein kann die Sportler disqualifizieren und sie um ihre Belohnung bringen.

Während der Olympiade in Sydney im Jahr 2000 trat die beste Schnellgeherin des Landes an. Sie lag in Führung und war kurz davor, in den Tunnel zu laufen, der in das Stadion führt. Vor dem heimischen Publikum lag sie 14 Sekunden in Führung und hatte die Goldmedaille schon fast gewonnen! Beim Einlauf in den Tunnel bekam sie ihre dritte rote Karte, sie brach zusammen. Das war ein trauriger Tag. Sie blieb dabei und gewann... ich glaube, bei der folgenden Olympiade, eine Medaille. Aber vor all ihren jubelnden Fans im eigenen Land muss es schon niederschmetternd gewesen sein, so kurz vor dem Ziel den Preis einzubüßen.

Ich möchte nicht unter dem Jubel der Engel und der Heiligen vergangener Generationen durch die Tore des Himmels gehen und dann herausfinden, dass ich disqualifiziert wurde, weil ich kein Vertrauen hatte oder zuließ, dass eine Verletzung mich in meinem Herzen bitter und hart machte.

Ich möchte meinen Preis nicht verlieren. Ein Sportler bekommt seinen Preis nur, wenn derjenige nach den Regeln kämpft. Wie gesagt, die beiden absolut übergeordneten Regeln sind Glaube und Liebe.

Schließlich sagt uns Paulus, dass wir über Farmer nachdenken sollen. 2.Timotheus 2:6.

2.Timotheus 2:6
„Es soll der Bauer, der den Acker bebaut, die Früchte als Erster genießen."

Ich bin noch nie einem Farmer begegnet, der nicht hart arbeitet. Wollen Sie etwas über harte Arbeit lernen? Werden Sie Farmer... oder gehen Sie doch in den Predigtdienst.

Alles, was Gott tut, geschieht aus Gnade durch Glauben, aber oft ist das auch mit harter Arbeit verbunden... die Spannung zwischen diesen Komponenten ist schon interessant. Paulus drückte es im 1.Korinther 15:10 so aus: „Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Seine Gnade mir gegenüber war nicht vergeblich, ich arbeitete mehr als alle anderen." Er sagte: „Was auch geschah, geschah durch Gottes Gnade. Ich bin, der ich bin, durch Gottes Gnade, aber ich arbeite mehr als alle anderen."

Das erinnert mich an jemanden, der eine Farm besucht. Er schaut sich ein riesiges Feld mit Mais an.

Es glitzert in der Nachmittagssonne, der Wind weht hindurch. Der Mann sieht den Farmer an und sagt: „Enorm, was der Herr getan hat!" Der Farmer sagte: „Ja, Gott war wirklich gut." Sie schauen sich die Weizenfelder an. Der Mann sagt zum Farmer: „Ehre sei Gott, Gott war so gut zu Ihnen." Der Farmer sagt: „Gott war wirklich gut zu mir." Sie gehen weiter und besichtigen den riesigen Gemüsegarten, nur für die Familie des Farmers. Dort gab es Gurken, Tomaten, Chilischoten und Kartoffeln. Er sah es sich an und sagte: „Fantastisch, was Gott getan hat!" Der Farmer hatte genug davon und sagte: „Ich bin Ihrer Meinung, Gott hat viel getan, aber Sie hätten die Farm sehen sollen, als Gott sie ganz für sich hatte."

Und genau da ist diese Spannung. Gott gibt uns den Boden. Gott gibt die Sonne. Gott lässt Regen fallen. Gott gibt uns die Fähigkeit, körperlich zu arbeiten und Er gibt uns Kraft. Doch Gnade wirkt am Anfang, mittendrin und am Schluss. Und dennoch gehört unser Einsatz dazu. Wir sind Gottes Mitarbeiter. Der hart arbeitende Farmer muss als Erster Anteil an den Früchten haben.

Farmer haben eigentlich alle Glauben, wirklich alle. Sie pflügen ihr Feld, sie bringen die Saat ein, anschließend bewässern sie es und wissen, dass eine Ernte kommen wird, ohne dass etwas im Sichtbaren zu sehen ist. Kein einziges Blättchen hat das Sonnenlicht erblickt und der Farmer erklärt kühn: „Es wird eine Ernte geben." Und er bereitet sich darauf vor. Er stellt den Mähdrescher bereit und alle anderen Geräte. Sie machen Raum für die Ernte. All diese Dinge geschehen im Voraus im Glauben, weil er an die Kraft des Samens glaubt. Farmer haben Glauben, sie haben Geduld und sie arbeiten hart. Ein großartiges Beispiel für uns Gläubige!

Und Paulus sagt Timotheus: „Der hart arbeitende Farmer muss als Erster Anteil an den Früchten haben."

Die Formulierung „muss" bedeutet im Griechischen, dass es eine Regel ohne Ausnahme ist. Der Farmer muss unbedingt als Erster Anteil an den Früchten haben. Ich denke, wir können daraus einige Schlüsse ziehen.

Erstens: Wenn Sie das tun, was Gott Ihnen gesagt hat, wird Gott Sie versorgen. Damit ist Lohn, Segen und eine Belohnung gemeint.

Ich habe schon vor langer Zeit herausgefunden, dass Gottes Zahltage nicht der Erste und der Fünfzehnte des Monats sind, aber Gott zahlt nie zu spät. Ich glaube, wenn wir Seinen Auftrag ausführen, wir Gott unserer Not begegnen. Der Farmer muss als Erster Anteil an den Früchten haben. Er ist der Erste, der Anteil am Ertrag seiner Arbeit hat.

Zweitens können wir es auch aus folgender Perspektive sehen. Timotheus hat treu den Samen des Evangeliums gesät, die eine Ernte menschlicher Seelen hervorbringen. Männer und Frauen werden wiedergeboren durch den unvergänglichen Samen des Wortes Gottes. So sicher, wie er das Wort durch seine Predigten ausgesät und die Samen durch seine Gebete bewässert hat, würde es eine Seelenernte geben.

Wissen Sie, ich bin mir ziemlich sicher, dass ich in den meisten Fällen nicht als Erster den Samen des Evangeliums ausstreue. Vielleicht war es Ihre Mutter, die Ihnen Geschichten über Jesus aus einem Bilderbuch vorlas, als Sie noch ein kleines Kind waren. Vielleicht hat Sie eine betende Großmutter früher auf Jesus angesprochen. Vielleicht hat Ihr Großvater früher Lieder über das Blut Jesu gesungen. Der Same des Evangeliums wurde in Ihr Herz gesät, aber erst, wenn wir darauf reagieren, keimt er, bringt Leben hervor und dann bringt er uns in eine Beziehung zu Gott. Ich möchte Ihnen heute sagen: Es gibt einen Gott im Himmel, der Ihren Namen kennt.

Mein Leben war ein absolutes Chaos. Ich nahm Drogen, ich war Alkoholiker und suchte an den verkehrten Stellen nach der Wahrheit. Gott sandte eines Tages einen 12-jährigen Jungen mit einer Hand voll Samen, um mit mir zu sprechen. Er pflanzte den Samen des Evangeliums in mein Herz, er war der Erste, der mir von Jesus Christus und der Errettung erzählte. Ich war Mitte 20 und hatte das Evangelium noch nie gehört. Ich landete in einer kleinen Missionsstation unter Obdachlosen,  Straßenkindern und Drogenabhängigen und gab eines Abends mein Leben Christus... ich weinte ungefähr eine halbe Stunde lang wie ein Baby. Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich den Frieden, nach dem ich suchte. Gott veränderte mich radikal. An diesem Abend wurde ich frei von jahrelangem Drogenkonsum. Gott wirkte in meinem Innern. Und die Errettung, die ich an jenem Abend in dieser kleinen Missionsstation empfing, ist seither in meinem Leben mehr und mehr sichtbar geworden.

Ich möchte Ihnen heute sagen: Vielleicht können Sie mit meiner Geschichte etwas anfangen; vielleicht sind Sie das andere Extrem. Ich heiratete jemanden, der ganz und gar anders geprägt war als ich.

Ich heiratete die weiße Weste in Person, eine Frau, die in ihrem ganzen Leben nie eine Zigarette rauchte und die nie eine Dose Bier trank. Sie war die Musterschülerin schlechthin... ein gutes, fleißiges Mädchen aus dem mittleren Westen. Aber eines Tages wurde ihr klar, dass sie genauso verloren ist wie jemand wie ich von der Westküste, der mit Drogen, Alkohol und Schlimmerem zu tun hatte. Sie bat Jesus Christus, in ihr Leben zu kommen und erlebte Errettung und Frieden mit Gott.

Vielleicht sind Sie ein aufrechter Bürger. Sie zahlen Ihre Steuern und gehen sogar in die Kirche.

Dadurch werden Sie kein Christ. Jesus sagte, wir müssen wiedergeboren werden. Das muss sein!

„Wenn jemand nicht wiedergeboren ist, kann er das Reich Gottes nicht sehen," sagte Jesus. Das geschieht, wenn wir die Entscheidung treffen, „ja" zu Jesus Christus zu sagen und aussprechen, dass Er unser Herr ist.

Wissen Sie, ich erzähle oft etwas aus meinem Leben, wie ich es in der Botschaft tat, die Sie gerade hörten und stelle es den Erfahrungen meiner Frau gegenüber. Wir waren so verschieden... in Australien sagt man, wie Kreide und Käse. Aber wissen Sie, wir beide erkannten, dass wir einen Retter brauchten und Jesus befreite uns. Und, Freund, Sie brauchen einen Retter. Die ganze Welt ist schuldig und unter Verdammnis vor Gott durch die Sünde. Die Bibel sagt, niemand ist gerecht, nein, nicht einer! Und Gott streckt nicht der Welt Seinen großen Finger der Verdammnis entgegen und sagt:
„Euch verdorbene Kreaturen werde ich ausrotten." Nein, Gott liebte die Welt so sehr, dass Er Seinen eingeborenen Sohn gab.

Ich weiß nicht, wer von Ihnen Kinder hat. Falls Sie Kinder haben, können Sie sich überhaupt vorstellen, wie es wäre, das Leben eines Ihrer Kinder für jemanden hinzugeben, der vielleicht nicht einmal darauf reagiert und der stattdessen die Faust erhebt und sagt: „Ich hasse dich, ich will nichts mit dir zu tun haben!"? Ihr Kind für so jemanden zu opfern wäre undenkbar, doch genau das hat Gott getan.

Manche Menschen erheben im Grunde ihre Fäuste Gott gegenüber und sagen: „Lass mich in Ruhe. Ich will Deine Wege nicht gehen. Ich werde mein eigener Gott sein. Ich werde selbst  entscheiden, was richtig und was falsch ist. Ich muss mich Dir nicht unterordnen und es ist mir egal, dass Du Deinen Sohn sandtest."

Tatsache ist, dass Gott Seinen Sohn dennoch sandte. Falls Sie Ihr Herz noch nie Jesus Christus öffneten, so sollten Sie es tun! Es geht nicht um ein religiöses Ritual oder um eine hohle Zeremonie, sondern darum, mit Gott zu leben und zu sprechen. Die Bibel sagt, dass Gott Jesus am dritten Tag von den Toten auferweckte. Wenn Sie das in Ihrem Herzen glauben und Ihn mit Ihrem Mund als Ihren Herrn anrufen, bringt Gott Sie in diese Beziehung zu sich selbst, die Errettung heißt. Diesen Frieden wird Ihnen keine Droge jemals geben können, mein Freund. Sie finden ihn auch nicht durch Sex mit einer anderen Frau oder mit einem anderen Mann. Sie finden ihn nicht durch religiöse Rituale. Sie werden ihn in einer Beziehung zu Gott finden, die zustande kommt, wenn Sie sich Seinem Sohn Jesus Christus hingeben. Öffnen Sie Ihm heute Ihr Herz. Und, Freund, wenn Sie das tun, schreiben Sie mir, schreiben Sie mir eine Email. Ich möchte Ihre Geschichte hören. Meine Zeit ist um. Seien Sie nächste Woche dabei. Das Wort wird uns sehr ermutigen. Gott segne Sie.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------
Ein Artikel von Glaube.de
Mit freundlicher Genehmigung von Antworten mit Bayless Conley e.V.
Quelle: Antworten mit Bayless Conley Predigt vom 10.01.2010
Textbearbeitung Jürgen Motzkus Redaktionsmitarbeiter bei Glaube.de
Foto: Bayless Conley
-----------------------------------------------------------------------------------------------------

Nach oben



Name:
E-Mail: