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13-03-04

Pastor Thomas Vollenweider: Keine Zeit!

<FONT color=darkred>Keine Zeit </FONT>ist Ausdruck unserer Zeit. <FONT color=darkred>Keine Zeit </FONT>ist oft Ausflucht und Ausrede. Schön, dass Sie sich die Zeit nehmen, einen Moment verweilen, inne halten, diese Zeilen lesen.
Wir teilen den Tag ein in Stunden, die vergehen, das Jahr in Zeitabschnitte, Jahreszeiten. Mancher nennt die Zeit "kostbarste Ressource des Menschen". Jeder hat Zeit zur Verfügung und jeder muss lernen, damit klug umzugehen.


Wenn wir sagen <FONT color=darkred>keine Zeit</FONT>, meinen wir in der Regel nicht, dass uns die Zeit fehlt - jeder von uns hat gleich viel Zeit zur Verfügung - sondern, dass wir uns die Zeit für etwas nicht nehmen wollen. Es ist also eine Frage der Priorität. Zeit haben ist keine Zeitfrage. (Anton Kner)

Und deshalb ist eine wichtige Überlegung: Was ist uns wichtig? Wofür nehmen wir uns Zeit? Welches sind die Dinge im Leben, auf die es ankommt? Wie wollen wir leben?

Wir brauchen Zeit zum Leben.

Jemand hat gesagt: Das einzige Mittel Zeit zu haben, ist sich Zeit zu nehmen. Denn wenn uns etwas wirklich wichtig ist im Leben, dann nehmen wir uns dafür Zeit. Denken wir doch nur mal an die Dinge, die uns Spaß machen. Zum Beispiel Eis essen, Fußball spielen, Filme ansehen... Wer muss zu seinem Hobby schon überredet werden?

Zeit ist auch das Kostbarste, was wir jemandem schenken können. Zuhören, einfach für jemanden da sein. Nicht gleich wieder wegrennen zum nächsten Termin. Zeit für die Familie. Zeit mit Freunden verbringen. Jemand hat das in einem Gedicht sehr schön ausgedrückt:

Du hast - keine Zeit, auf meine Fragen einzugehen.
Keine Zeit, um mir Geschichten zu erzählen.
Keine Zeit, zu sagen, wie es um dich steht.
Keine Zeit, weil die Zeit so schnell vergeht.
E-mail oder Telefon, kein reply; du gehst nicht ran.
Im Chatroom warten, Online sein.
Keine Message, bleib allein.
Briefe schreiben mit der Hand.
Slogan sprühen an die Wand.
Zetteln kleben an die Tür.
Trotzdem hör ich nichts von dir.
Denn Du hast - keine ZeitÂ…

Keine Zeit für Beziehungen, keine Zeit zum Gespräch. Ist uns das nicht wichtig genug?

Darum geht es auch in einem Text aus dem Lukas-Evangelium: Unterwegs wurde Jesus von einem Mann angesprochen: «Ich will mit dir gehen, ganz gleich wohin.» Jesus gab ihm zu bedenken: «Die Füchse haben ihren Bau, die Vögel ihre Nester, aber der Menschensohn hat hier keinen Platz, an dem er sich ausruhen kann.» Einen anderen forderte Jesus auf: «Gehe mit mir.» Als dieser erwiderte: «Ja, Herr, aber vorher laß mich noch meinen Vater beerdigen», antwortete ihm Jesus: «Überlass es denen, ihre Toten zu begraben, die nicht auf Gott hören und nichts vom ewigen Leben wissen wollen. Du aber sollst verkünden, daß Gott seine Herrschaft aufrichtet.» Noch einer sagte zu Jesus: «Ich will mit dir gehen, Herr. Wenn ich mich von meiner Familie verabschiedet habe, komme ich mit.» Ihm antwortete Jesus: «Wer anfängt zu arbeiten und sich dann durch irgend etwas ablenken läßt, kann Gottes Auftrag nicht ausführen.» (Lukas 9, 57-62)

Wenn Jesus uns anspricht und in Seine Nachfolge ruft, sagen wir dann auch "Ja, Herr, aber…" - sind dann auch noch 1000 Dinge wichtiger - oder nehmen wir uns Zeit für Gott, richten unser Leben auf Ihn aus? Wenn jemand auf die Einladung zum Gottesdienst sagt "Ich habe keine Zeit.", so will er/sie damit sagen, dass Gott zur Zeit für ihn/sie nicht so wichtig ist. Dass Gott diesen Stellenwert nicht in der Prioritätenliste hat, das Ausschlafen, das Hobby, die Arbeit oder was auch immer sind wichtiger.

Wenn wir aber anfangen Gott ernst zu nehmen, dann werden wir uns auch die Zeit nehmen, um mit Ihm zu reden, in der Bibel zu lesen, Ihn besser kennen zu lernen.

Schön, dass Sie sich die Zeit genommen haben, dass es Ihnen wichtig ist, diesen Text auf sich wirken zu lassen. Ich wünsche uns allen Zeit - Zeit zur Muße, Zeit für das Schöne im Leben, Zeit zu uns selber zu finden, Zeit mit Freunden, Zeit für die Familie, Zeit mit Gott, Zeit zum Leben.

Wir haben keine Zeit zu verlieren. Geben wir doch Gott Priorität in unserem Leben, folgen wir Jesus, ohne Aufschub, ohne Wenn und Aber. Er nimmt sich Zeit für uns. Er hat keine Mühe gescheut, uns Seine Liebe zu zeigen. Sagen wir doch nicht zu Gott "Ich habe keine Zeit für Dich.", denn Er hat uns die Zeit geschenkt.

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Ein Artikel von www.glaube.de
Autor: Thomas Vollenweider, Berlin, Pastor der Lydia-Gemeinde und Superintendent der Kirche des Nazareners, Vorstandmitglied bei Gemeinsam für Berlin
Textbearbeitung: Günter J. Matthia / Redaktionsmitarbeiter Glaube.de
Quelle: Predigten der Lydia-Gemeinde
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