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05-04-07

David Sheridian: Im Schatten des Kreuzes

Das Kreuz zeigt das Ausmaß von Gottes Hass über die Sünde. Es zeigt auch das Ausmaß von Gottes Liebe und Gnade.


"Die Sonne verfinsterte sich geheimnisvoll, der Morgen war kalt und frostig, als sich der Schatten des Kreuzes auf einem einsamen Hügel erhob."

Dieser Satz aus dem bekannten Lied "Die Heilige Stadt" fängt die einsame Szene an dem Tag ein, den Christen heute Karfreitag nennen - an dem Tag, an dem Jesus außerhalb Jerusalems starb. Kurz davor, als Jesus seine berühmte Ölbergprophezeiung vollendet hatte, sagte er zu seinen Jüngern: "Ihr wisst, dass in zwei Tagen Passa ist; und der Menschensohn wird überantwortet werden, dass er gekreuzigt werde" (Mt 26,3). Zur selben Zeit verschworen sich die Hohepriester und religiösen Führer, um Jesus heimlich zu verhaften und zu töten. Da Hunderttausende von jüdischen Pilgern jeden Frühling nach Jerusalem kamen, hatten die Führer Angst, dass ein Aufstand entstehen könnte.

Die Schädelstätte
Die Reise begann damit, dass Jesus sein eigenes Kreuz wahrscheinlich bis an den Stadtrand trug. An einem bestimmten Punkt konnte er das Gewicht nicht mehr länger tragen. Simon von Kyrene wurde ausgesucht, um das Kreuz die restliche Strecke zu tragen. Auf Golgatha, was Schädelstätte bedeutet, wurde Jesus ungefähr um 9 Uhr morgens zusammen mit zwei Verbrechern an ein Kreuz genagelt, einer zu seiner Rechten, einer zu seiner Linken.

Jesus, im Zentrum, war der Mittelpunkt der folgenden Geschehnisse. Die Kreuzigung war die grausamste Form der Hinrichtung, die Menschen erfunden haben. Sie war eine entsetzlich qualvolle und schändliche Art zu sterben. Cicero nannte sie die "grausamste und abscheulichste Strafe". Josephus beschrieb sie als "die erbärmlichste Form des Todes". Obwohl Jesus starke körperliche Schmerzen erlitt, ist der Bericht in den Evangelien kurz und es fällt auf, dass ihm jeder Sensationalismus fehlt.

Das Zeichen des Kreuzes
Messianische Hoffnungen hatten zum Passa und zu dieser besonderen Jahreszeit mehr als sonst Hochkonjunktur. Über dem Kopf Jesu war ein Schild in aramäischer (der Sprache der Juden in Palästina), lateinischer (der Sprache der Römer) und in griechischer (der weit verbreiteten Sprache der damaligen Zeit) angebracht. Die Inschrift lautete: "Jesus von Nazareth, der König der Juden."

Das Kreuz war nahe an der Straße platziert, sodass dieses Zeichen die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich zog. Viele hielten inne und dachten über die Bedeutung dieser Bezeichnung nach. Einige stießen Beleidigungen aus und verspotteten ihn. Jüdische religiöse Führer mochten den Rückschluss von den Worten des Pilatus nicht, die als eine Spitze gegen sie beabsichtigt gewesen sein könnten. Sie versuchten, Pilatus unter Druck zu setzen, die Worte "er behauptete" hinzuzufügen, aber Pilatus weigerte sich, nachzugeben. Pilatus schrieb über Jesus in einer prophetischen Weise. Er lenkte die Aufmerksamkeit auf Jesus als Israels Messias, dem "König der Juden".

Das Los werfen und Vergebung
Die Soldaten nahmen seine Kleider und teilten sie in vier Teile, für jeden einen Teil. Das Unterkleid war ungenäht, von oben an gewebt in einem Stück. Vielleicht haben diese gelangweilten Soldaten dies schon vielmals zuvor getan, denn sie scheinen gegenüber dem unglaublichen Leiden, das nur über ihren Köpfen stattfand, völlig unbeteiligt. Jesus, rief zerschlagen und blutend aus: "Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun!" (Lk 23,34). Jesus praktizierte unter extremen Druck, was er gepredigt hatte - "Vergebt, so wird euch vergeben! (Lk 6,37).

Vier liebende Frauen
Unter dem Schatten des Kreuzes standen seine Mutter, die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas und Maria Magdalena. Diese Frauen hielten ihre einsame Wache, indem sie sich so nahe wie möglich an Jesus heranwagten. War es eine dieser Frauen, die das saumlose Untergewand geworben hatte, über welches die Soldaten das Los warfen? Als Jesus dort seine Mutter sah und die schattenhafte Figur seines Jüngers Johannes, der dabeistand, sagte er zu seiner Mutter: "Frau, siehe, das ist dein Sohn!" und zu dem Jünger: "Siehe, das ist deine Mutter!" Von dieser Stunde an nahm sie der Jünger zu sich. Hier sehen wir eine weitere selbstlose Tat unseres liebevollen Erlösers.

Drei Stunden der Finsternis
Zu Mittag hörte die Sonne auf zu scheinen und eine Finsternis bedeckte das Land. Gott hasst Sünde und sein Zorn über den sündigen Zustand der Welt richtete sich auf die Schultern seines Sohnes. Um 3 Uhr Nachmittag stöhnte Jesus aus tiefstem Herzen und schrie laut: "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" Bis zu dieser Zeit konnte sich Jesus mit dem Worten des Psalmisten trösten: "Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal des Todes, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir". Jesus musste die geistliche Qual der Trennung von seinem Vater im Himmel erdulden.

Damit die Schrift erfüllt wurde, sagte Jesus: "Mich dürstet." Ein Schwamm gefüllt mit Essig wurde auf ein Ysoprohr gesteckt und ihm an den Mund gehalten. Dies war nicht derselbe Wein, der Jesus angeboten wurde, als die Kreuzigung begann. Der "Wein" den Jesus verweigerte, war mit einem narkoseähnlichen schmerzstillenden Mittel vermischt. Es ist bezeichnend, dass das Blut des Passalammes unter Verwendung eines Ysopbüschels an die Türposten der Israeliten gestrichen wurde. Dies war ein Schatten auf Jesus hin, dem wahren Passalamm, der sich selber für die Welt opferte. Dieser essigähnliche Wein erfüllte die Heilige Schrift und half, seinen zugeschnürten Hals freizumachen, damit er sein Leben mit einem triumphalen Schrei beenden konnte.

Jesus sagte: "Es ist vollbracht!" und rief dann mit lauter Stimme aus: "Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände!" Er neigte sein Haupt, gab seinen Geist auf und machte seinen letzten Atemzug. Der Her gab freiwillig sein Leben, genauso wie er seine Jünger zuvor gelehrt hatte: "Ich bin der gute Hirte? Ich lasse mein Leben für die Schafe? Der Grund, warum mich mein Vater liebt, ist, dass ich mein Leben lasse - nur dass ich?s wieder nehme. Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es aus eigenem Antrieb. Ich habe Macht, es zu lassen, und habe Macht, es wieder zu nehmen (Joh 10,14-18). Niemand würde sein Leben nehmen. Der Zeitpunkt seines Todes weist auf seine souveräne Kontrolle über alle Dinge hin. Jesus war kein hilfloses Opfer der Launen anderer. Er gab sein Leben bereitwillig hin, wobei er jedes Detail im Vorhinein geplant hatte. Jesus starb.

Gebeine, die nicht zerbrochen wurden und eine durchbohrte Seite
"Weil es aber Rüsttag war und die Leichname nicht am Kreuz bleiben sollten den Sabbat über - denn dieser Sabbat war ein hoher Festtag -, baten die Juden Pilatus, dass ihnen die Beine gebrochen und sie abgenommen würden. Da kamen die Soldaten und brachen dem ersten die Beine und auch dem andern, der mit ihm gekreuzigt war. Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht; sondern einer der Soldaten stieß mit dem Speer in seine Seite, und sogleich kam Blut und Wasser heraus" (Joh 19,31-34).

Die meisten Kommentatoren, betrachten den folgenden Tag als einen doppelten Sabbat - der wöchentliche Sabbat und der erste Tag der Ungesäuerten Brote. Ein schwerer Hammer wurde benutzt, um die Gebeine der Füße zu zerschlagen. Dies machte es unmöglich, sich mit den Füßen hochzuziehen, um das Atmen zu erleichtern. Die Opfer starben dann innerhalb kurzer Zeit. Das Stoßen eines Speeres in die Seite Jesu diente dazu, doppelt sicherzustellen, dass er tot war oder es war einfach ein Akt der Brutalität. "Denn das ist geschehen, damit die Schrift erfüllt würde: Ihr sollt ihm kein Bein zerbrechen? Und sie werden auf den sehen, den sie durchbohrt haben" (Joh 19,36-37). Sogar in den Minuten nach seinem Tod, wurden zwei weitere Prophezeiungen über Jesus auf einen Schlag erfüllt.

Unser Kreuz auf uns nehmen
"Während seines Wirkens lehrte Jesus seine Jünger: "Da sprach er zu ihnen allen: Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach. Denn wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird's erhalten" (Lk 9,24). Sich dem Herrn zu nahen erfordert Selbstverleugnung, völlige Hingabe und treuen Gehorsam. Die Aussage über das Verlieren des Lebens wird in den Evangelien siebenmal erwähnt. Keine andere Lehre Jesus erhält eine solche Betonung.

Das Kreuz zeigt das Ausmaß von Gottes Hass über die Sünde. Es zeigt auch das Ausmaß von Gottes Liebe und Gnade. Jesus, der ganz Gott und ganz Mensch war, starb für alle Menschen, damit ihre Sünden vergeben werden können. Er zeigte, was wahre Liebe wirklich ist. Jesus allein, durch sein Kreuz, rettet Sünder. Christen nahen sich Jesus und finden Vergebung und Hoffnung, indem sie tagein, tagaus im Schatten des Kreuzes leben.

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Ein Artikel von www.glaube.de
Veröffentlichungen bedürfen der vorherigen Genehmigung der Autoren.
Autor: David Sheridan, mit freundlicher Genehmigung:
Stiftung Weltweite Kirche Gottes in Deutschland
Foto: Stiftunf WKG
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