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17-02-04

Pastor Gerd Ballon: Ehe, Ehescheidung und Wiederheirat

2 mal lebenslänglich - so lautete das Urteil am Tage der Trauung. Aber was, wenn es - trotz allen Bemühens - nicht mehr geht?
Es geht um die nicht leichten Fragen zum Thema Eheführung, Ehescheidung und Wiederheirat. Viele Fragen die Christen beschäftigen, entweder weil sie noch nicht verheiratet sind und den richtigen Partner suchen, oder weil sie verheiratet sind, aber sich lieber trennen würden. Oder aber die Ehe schwierig ist, weil der Partner nicht Christ ist. Oder weil sie bereits geschieden sind und gerne wieder heiraten wollen. Pastor Gerd Ballon beleuchtet das Thema, wie er es aus Sicht der Bibel versteht...


Predigt: 1. Kor 7, 8-16.23


Zu diesem Thema sind zunächst ein paar Vorbemerkungen wichtig.


Vorbemerkungen


1. Ich bin Gott ausdrücklich dankbar für die Ehen. Ich freue mich über die Ehen wiederverheirateter Partner. Gott hat sie bestätigt und gesegnet. Und da dürfen wir ihm danken und ihn preisen. Ich freue mich über Mischehen, die Gott segnet, wo also ein gläubiger und ein ungläubiger Partner miteinander Ehe führen und sich respektieren. Mir liegt daran, daß niemand aus diesem Kreis sich von mir angefragt fühlt. Mir geht es um Aussagen in die Zukunft. Und ich möchte deutlich machen, was ich selber von Gottes Wort her zu diesem Thema glaube und denke. Das ist mir sehr wichtig, am Anfang zu sagen.


2. Ich will auch sagen, worum es mir bei diesem Thema geht. Ich beobachte, wie selbstverständlich und leichtfertig auch Christen mit dem Thema Scheidung und Wiederheirat umgehen. Manchmal wird schon eine neue Partnerschaft vor einer endgültigen Scheidung gestaltet. Und keiner der Partner macht sich Gedanken darüber, daß das vielleicht Gott garnicht gefallen könnte. Hier erleben wir eine ziemlich heftige Liberalisierung, einen Pendelschlag in die Gegenrichtung. Mir geht es deshalb um eine, am Wort Gottes ausgerichtete, deutliche Eingrenzung und Abgrenzung unseres Verhaltens in der christlichen Gemeinde. Ich erlebe hier bei mir selber, wie ich auf dem Hintergrund unserer gesellschaftlichen Veränderungen eher immer mehr theologisch konservativ denke und rate.


3. Dabei ist auch wichtig, daß Sie verstehen, daß ich mich geprägt sehe und bestimmen lasse von der Art und Weise, wie Jesus Christus selbst mit Menschen umgegangen ist und heute umgeht. Dabei ist mir sein Gespräch mit der Ehebrecherin besonders wichtig. Wir finden es in Joh 8,1-11. Da wird ja eine auf frischer Tat beim Ehebruch Ertappte zu ihm geführt. Und als Jesus herausgefordert wird, die göttliche Ordnung zu vollstrecken, da sagt er (V. 7): "Ja, dann steinigt sie. Aber den ersten Stein soll der werfen, der selbst noch nie gesündigt hat." Das tut dann aber niemand. Und dann steht Jesus allein da mit der Frau. Nur: anstatt sich an sein eigenes Gebot zu halten und es als der wirklich Sündlose zu vollstrecken, handelt Jesus als der Seelsorger souverän. Er schenkt dieser Sünderin einen ganz neuen Anfang und sagt: "Dann verdamme ich Dich auch nicht. Geh aber und sündige nicht noch einmal." Jesus setzt sich hier für diesen einen Menschen über seine Ordnung hinweg. Seine Liebe sucht diese verlorene Frau. Und er schenkt ihr, die die Schuldige ist, eine neue Chance. Ich werde später noch deutlich machen, warum mir diese Seite meines Herrn so wichtig ist im Zusammenhang mit diesem Thema.


4. Ich werde am Ende einige grundsätzliche Dinge sagen und in 3 Thesen zusammenfassen. Sie zu beachten, kann nicht der Beliebigkeit des Einzelnen überlassen werden, sondern ist Sache der christlichen Gemeinde heute.



1. Kor 7, 8-16.23.


1. Ehe ist ein lebenslanges Übungsfeld von Liebe, Demut, Unterordnung und Neuanfang

(1. Kor 7,10,11)

Der Vers 10 sagt das ganz deutlich: Ehe ist unaufkündbar. Und dieser Satz gellt und schreit in den Ohren von Menschen, die in einer Scheidungsgesellschaft leben. Ehe ist schon längst nicht mehr eine lebenslange Beziehung. Sie ist zu einer Situationspartnerschaft geworden. Ändert sich die Situation meines Lebens, so ändert sich oft auch der Lebenspartner. Lebensphasen wechseln, wie uns die Psychologie lehrt. Also kann es auch sein, daß die Ehe irgendwann nicht mehr so wie vorher geht. Zuviel hat sich geändert. Die zwei Partner sind nicht mehr dieselben. Man beginnt nach Alternativen zu suchen. Die Ehe löst sich auf. Patchwork - Familien nennt man die Beziehungen, die nun zustande kommen, Familien mit Kindern aus verschiedenen Partnerschaften, manchmal nach drei, vier Beziehungen. Gelegentlich unüberschaubar.


Christen leben hier schon lange nicht mehr wie auf einer Insel. Die Scheidungsrate steigt auch dort. Und das Leiden und die Hilflosigkeit sind groß, denn außer den jeweiligen Menschen werden auch innerste Werte verletzt und uminterpretiert. Woher kommt das?


Das hat sicher mit der niedrigen Schwelle zu tun, die von der Ehe zur Scheidung führt. Es ist normal, sich zu trennen. Es ist ungewöhnlich, ein Leben lang zusammenzubleiben.


Aber wichtiger ist wohl das andere: wichtige christliche Werte sind uns abhanden gekommen: lebenslange Treue - eine Treue, die von der Verläßlichkeit des anderen lebt; die dessen Treue als einen Wert betrachtet, für den ich eine andere attraktive Frau, einen attraktiven Mann stehenlasse - dieser Wert ist verlorengegangen.


Aber auch der Anspruch, selber unbedingt immer glücklich sein zu müssen, verhindert zunehmend lebenslange Partnerschaften - auch schon unter Christen. Viele Ehen scheitern schon in dem Augenblick, wo Ehe zur Herausforderung wird, zur Erprobungsphase von Geduld, Liebe und Vertrauen. Ehen scheitern, weil ein Ehepartner Rücksicht auf den andern nehmen müßte. Und das will er nicht. Ehen scheitern, wenn Kinder eben nicht so werden, wie man sie sich gedacht hat: Pflegeleicht und angepaßt an die eigenen elterlichen Egoismen.


Jedoch, Gott hat sich Ehe lebenslang gedacht. Und er hat durchaus eingeplant Zeiten des Leidens aneinander, Zeiten der Enttäuschung und des Sich-neu-Findens; Zeiten in Unzufriedenheit und Frust. Zeiten der Traurigkeit und des Zweifelns am anderen. Keine Ehe kommt ohne diese Erfahrungen durch. Die Feier einer Goldenen Hochzeit ist ein Fest in Erinnerung an die Überwindung all dieser Herausforderungen. Sie ist ein Fest in der Freude gemeinsamen Altwerdens unter Verlust mancher Attraktivität. Aber sie ist auch ein Fest der Treue Gottes und der Treue zueinander, der Demut zweier Menschen voreinander und ihrer lebenslangen Hoffnung füreinander. Und sie ist ein Eingeständnis gegenseitigen Realitätssinns und tiefen Respekts.


Auch unsere christlichen Ehen leiden an Realitätssinn und Überforderung, übertriebenen Hoffnungen usw. Deshalb, liebe Ehepaare: hört das als Auftrag Gottes: lebenslang. Lebenslang. Dazu gibt es vom Wort Gottes her keine Alternative.


Der Apostel Paulus hat hier viel Vertrauen in Gottes Treue und in die Bereitschaft der Ehepartner, beieinander zu bleiben. Er kann, wie in V. 11 gesagt, sich sogar durchaus vorstellen, daß zwei Menschen nach einer Scheidung wieder zusammenfinden, sich versöhnen und anschließend mit neuer Hoffnung weitermachen. Aber er kann sich nicht vorstellen, daß Christen bereits eine neue Ehe schmieden, während einer oder beide noch verheiratet sind und ihre Scheidung vorbereiten.


Wer das tut, gibt doch seiner Ehe und seinem Partner keine Chance mehr. Er hat viel zu früh einen Schlußstrich gezogen.


Und wer hier zweifelt, daß der Apostel die Lage überblickt, der mache sich bewußt, was Paulus in den Versen 12 - 14 sagt. Nur wer das erlebt oder erlebt hat, worum es hier geht, kann nachvollziehen, wozu Paulus hier Ehepartner ermutigt. (lesen)


Es muß nicht nur ein Segen sein, wenn in einer Ehe der eine plötzlich Christ wird. Für den anderen heißt das: mein Partner entfremdet sich total. Er wird vollkommen anders. Er verläßt gemeinsame Ansichten und Absprachen. Er wird mir vielleicht total fremd. Und Paulus sagt: Ihr Christen: haltet das aus - dieses Mißtrauen, dieses lebenslange Anfragen, das Hetzen gegen den Glauben, das der - Lächerlichkeit - Preigeben, das Drohen vor Konsequenzen, die Versuche, mir das Christsein abzuschwatzen oder mich müde zu machen in der Nachfolge Christi; die Vertrauensbrüche; den Ehebruch und das Lauern darauf, ob der andere als Christ auch wirklich ernstmacht und mir vergibt.


Haltet das aus, ihr christlichen Ehepartner - haltet durch - denn Gott wird das heiligen. Euch selber, Euren ungläubigen Ehepartner (der vielleicht niemals Christ werden wird), Eure Kinder.


Du, wenn es Dir in deiner Ehe nicht gut geht - bitte vergiß das nicht:
Ehe ist ein lebenslanges Übungsfeld von Liebe, Demut, Unterordnung und Neuanfang,auch für Dich.


Es ist eine wichtige Aufgabe, Ehepartnern Mut zu machen zur Ehe, zum Durchhalten, zu neuen Anfängen und neuen Ideen zur Besserung. Gott will lebenslange Ehe. Auch wenn um uns herum die Ehewelt untergeht und die Verletzungen unsagbar werden. Bleib bei Deinem Mann, bei Deiner Frau. Und glaube an Gottes Hilfe und Kraft.


Aber wenn es trotz allen Bemühens nicht mehr geht?


2. Im Falle einer Scheidung springt die Eheampel auf Gelb - und dann? Und dann?

(1. Kor 7,11.15)

Der barmherzige Gott läßt Paulus in V. 15 sagen: wenn mein ungläubiger Ehepartner es absolut nicht mehr mit mir aushält an seiner Seite, dann mag er sich scheiden lassen. Und dann - springt die Ampel auf Gelb und anschließend auf Grün. Desgleichen, wenn meine Ehe durch den Ehebruch des anderen vollkommen vernichtet wird. Auch dann ist derjenige in der Ehe, der mehr das Opfer denn der Täter ist, frei zur Wiederheirat (Bibelstelle Matth 19,9 - Wer sich von seiner Frau scheidet, es sei denn wg. Ehebruchs) Paulus würde aufgrund der Endzeitstimmung damals - und vielleicht auch heute - wohl sagen: besser, wenn Du unverheiratet weiterlebst. Besser - um Deiner Hingabe an Christus willen. Aber - Wiederheirat ist dann erlaubt.


Nur, viele Ehen gehen heute nicht daran kaputt, daß hier unüberbrückbar das Christsein des Einen oder der Ehebruch des Einen die Weiterführung einer Ehe unmöglich machen. Sie gehen kaputt, weil zu früh aufgehört wurde zu kämpfen, zu leiden, zu hoffen, in Demut zu ertragen und dann - endlich - den Durchbruch und den Neuanfang zu erleben. Das ist ja das Schlimme: in so vielen christlichen Ehen ist der Ehebruch der verzweifelte Schrei zweier Menschen, die lange vorher aufgehört haben, sich in Hoffnung zu mühen, damit ihre Ehe wieder gelingen und sich fangen kann. In vielen Ehen sind die Egosimen die eigentliche Ursache fürs Scheitern, viel zu hohe Erwwartungen an sich und den anderen, mangelnde Liebe zum anderen Partner und - zu Gott und Christus. In vielen Ehen hatte lange vorher die Agape, dieses Geschenk Gottes an zwei Menschen, aufgehört. Und parallel dazu der Glaube an einen großen und mächtigen Helfer - Christus.


Und dann tritt Leichtfertigkeit an die Stelle der Treue und Hoffnung. Und dann kommt es zum fatalen Irrtum in Gedanken, zu dem Glauben nämlich: Gott ist doch so barmherzig. Er kann doch nicht wollen, daß ich lebenslang unglücklich bin. Er wird mir doch eine zweite - und heute schon heißt es dann: dritte oder vierte Chance geben. Gott ist doch so gut. Er kann nicht wollen, daß ich für den Rest meines Lebens in der alten Konstellation mit geringer Hoffnung um eine Besserung ringe. Und dann hören die Partner nicht mehr hin. Sie hören nicht die leise Stimme Gottes, die Mut macht, die Hoffnung verspricht, die auf Demut und Liebe zum anderen dringt und an das lebenslange Versprechen erinnert: bis daß der Tod uns scheide. Sie hören diese Stimme nicht - und treiben die Zerrüttung voran mit jedem neuen Tag. Und rennen auf die Scheidung zu - und auf die vermeintliche bessere neue Chance.


Und hier sehe ich die erschreckende Gefahr - und eine galoppierende Entwicklung. Und hier, in dieser Fehlmotivation und Frühresignation - liegt für mich die seelsorgliche Aufgabe. Denn allen, die jemals in diese Entwicklung hineingeraten, möchte ich im Auftrag Gottes gern warnend sagen: Halt! Paß auf, wohin Du rennst. Du belügst Dich, wenn Du meinst, Du hättest die zweite oder dritte Chance sicher. Wer leichtfertig seine Ehe für beendet erklärt und die Scheidung forciert, dem möchte ich eindringlich sagen: die Ampel springt auf Gelb und dann auf Rot. Diese zweite Chance gibt es von Gottes Wort her nicht so einfach. Du belügst Dich und gehst zu leichtfertig mit Gottes Rettungsmöglichkeiten für Deine jetzige Ehe um. Kehre zurück zu dem "bis daß der Tod Euch scheidet!" Und arbeite unter Schweiß und Tränen weiter. Laß Dir von anderen helfen. Aber gibt nicht auf.


Wie will ich das aber tun, wenn ich bereits während des Scheidungsprozesses einen anderen Menschen liebgewinne? Wie soll mein derzeitiger Ehepartner denn dann noch eine Chance haben?


Wer sich als Christ bewußt macht, daß die Scheidung von seinem Partner ein lebenslanges Alleinbleiben und Unverheiratetsein nach sich zieht, wird vielleicht vorsichtiger im Anstrengen einer Scheidung. Von Gott her läßt sich sagen: die sichere zweite Chance gibt es für glaubende Menschen so nicht.


Gott segne uns deshalb in unserem Bemühen um eine gute Ehe, im Bemühen um eine Verbesserung unserer Ehe, im Bemühen um die Rettung unserer Ehe. Mit Gottes Hilfe ist vieles möglich, was uns unmöglich erscheint. Gott segne Dich!


Und nun hören Sie: für manche Christen ist mit dem bisher Gesagten diese Predigt zu Ende. Alles gesagt. Nichts geht mehr. Nur - wer Menschen in der Verantwortung vor Gott seelsorgerlich begleitet, der wird - und ich betone, daß es die seltenen und nicht allgemein ableitbaren Fälle sind und immer bleiben werden - der wird - vielleicht nur einmal in seinem Leben - erleben, wie der lebendige Gott in seiner Souveränität und Barmherzigkeit selbst diese seine Ordnung um zweier Menschen willen korrigiert, indem er in der Seelsorge an diesen Menschen Schuld, Leichtfertigkeit und frühzeitige Resignation auf die innige Bitte dieser Menschen hin vergibt und ihnen das Geschenk macht, daß in diesem Fall die Ampel auf Grün springt, und daß eine Gemeinde dann diesen Weg in aller Vorsicht und Verantwortung mitzugehen vermag. So kann Jesus einem Menschen diesen Weg öffnen, der erst nach einer gescheiterten Ehe zum Glauben kommt und erlebt: Gott gibt mir in seiner Gnade eine neuerliche Ehechance.


Das ist für mich die Auslegemöglichkeit aus Joh 8, 1-11. In seiner Barmherzigkeit und Souveränität wirft Jesus damals den Stein auf die Frau nicht. Und diese Souveränität erleben wir manchmal in der christllichen Gemeinde bei der Wiederverheiratung Geschiedener, die für diese Scheidung verantwortlich waren. Und wenn Gott das schenkt, dann darf die Gemeinde sich dankbar mit dazustellen und seine seelsorgerliche Liebe Geschiedenen gegenüber loben.


Ich sage das in aller Vorsicht und im Angesicht eines Gottes, vor dem ich mich zu verantworten haben werde, wenn ich in einem solchen Fall nach intensiver Seelsorge und vielen Gesprächen dann auch mit zwei Menschen einen solchen Weg gehen sollte und eine Wiederheirat als ein Geschenk der souveränen Gnade Gottes annehme und dann auch feiern kann. Und ich möchte mich mit ihnen freuen an 2. Kor 5,17: "Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur. Das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden." - Dies darf auch hier gelten und leuchten als Wort Gottes in eine neue Ehe hinein.


Mein Anliegen ist aber, alle diejenigen, die Jesus nachfolgen und verheiratet sind, zu warnen vor Leichtfertigkeit und vor dem Irrglauben, Ehe wäre beliebig wiederholbar. Sie ist es nicht. Gott will, daß wir Ehe lebenslang leben, gestalten, zu neuem Leben erwecken und Gott dadurch verherrlichen, daß wir in einer ehegestörten Welt Zeugnis ablegen dafür, daß die Ehen von Christen lebenslang gelingen können - nicht ohne Kampf und Leiden und Demut und Unterordnung und Hoffnung wider alle Vernunft und Neuanfangen und Neuanfangen und Neuanfangen - aber in all dem gesegnet von einem Gott, der die Macht hat, auch das Kaputteste wieder zu heilen und mit seiner wunderbaren Agape zu erfüllen. Einem Gott, der die dunkelsten Tage und Stunden mit uns lebt und durch die schwärzesten Täler unserer Ehe geht - und unendlich barmherzig zu uns Menschen ist - in Jesus Christus.


Und wer glaubt, er schaffe es in seiner Ehe nicht mehr - der mag auf das Kreuz blicken und dort sehen: dort stirbt Gott für mich, damit meine Ehe weiterleben kann.

Zum Schluß:

Einige Thesen


1. Die Bibel spricht nirgendwo davon, daß jeder Mensch nur einen einzigen Partner auf dieser Welt vorfindet, mit dem er glücklich werden könnte. Diese Auffassung von Christen führt oft zu Ängsten, ob ich denn auch zur richtigen Zeit und am richtigen Orte sein werde, wenn Gott mir meinen Lebenspartner zuführt. Viele schwierige Partnerschaften haben darin ihren Ursprung, daß Menschen sich in ihrer Wahl mehr von christlichen Gefühlen und Torschlußängsten denn von der Vernunft leiten lassen.


Sehr wohl aber will Jesus Christus uns helfen, aus den mancherlei Möglichkeiten nützlicher Partnerschaft einen Lebenspartner zu finden, der optimal zu uns paßt und uns glücklich macht, so wie wir ihn. Gott hier um Führung zu bitten ist nicht nur legitim, sondern sehr wichtig. Dabei auf den Rat christlicher Freunde zu achten und mit sehr viel Vernunft bei der Sache zu bleiben bewahrt vor voreiligen und oft fragwürdigen Beziehungen.


Ich sage Ihnen das, um Sie zu ermutigen, gut aufzupassen und nicht in eine Falle zu laufen. Wer lebenslang eine Ehe führen und gestalten will, der mag sehr prüfen, mit wem er das ein Leben lang wagen will. Aber er mag auch viel Mut haben. Es lohnt sich - das sage ich nach 31 Jahren Partnerschaft und 24 Jahren Ehe.


2. Das Wort Gottes macht deutlich, daß vollzogene Sexualität vor der Ehe vor Gott Schuld ist, die die Beziehung zu Gott, zum Partner und zur Gemeinde hin belastet und die nur durch Einsicht und Vergebung geklärt werden kann. Dabei ist auch wichtig, daß Christen vor der Öffentlichkeit ein klares Verhalten zeigen und eindeutig sind. Wer vor der standesamtlichen Trauung intim miteinander lebt, in einer Wohnung zusammenzieht oder nachts beieinander bleibt, verletzt Gottes gute Ordnung zur Partnerschaft bzw. beschädigt in der Öffentlichkeit den Ruf der christlichen Gemeinde. Deshalb ist sein Verhalten nicht Privatsache, sondern ein Anliegen der ganzen Gemeinde.


(5. Mose 22,20.21.28; 2. Korinther 11,2; Matthäus 27, 5 + 6; 1. Thess 4,12; Kol 4,5).


3. Wenn schon geschlossene Ehen schwierig werden können, in denen ein Partner später Christ wird, so sind gemischtchristliche Partnerschaften ein umso größeres Risiko für den gläubigen Partner. Das Argument, der andere könne am Beispiel des Christen zu einer Entscheidung für den Glauben an Jesus gelangen, wird entkräftet durch die erschreckend vielen Beispiele von Christen, die in einer solchen Partnerschaft lau und unglaubwürdig wurden. Vor solchen Beziehungen warne ich eindringlich. Ich sehe sie als Glaubensgefährdung und nicht als Ausdruck göttlichen Retterwillens. An einer Eheschließung solcher Mischehen würde ich nur unter großen Vorbehalten mitwirken können.


(1. Kor 7,12-16; 2. Kor 6,14)


Gott segne diese Predigt mit seinem Heiligen Geist, damit jeder wirklich nur das wahrnimmt, was Gott ihm und uns allen sagen wollte. Gott segne uns alle. Amen.


Pastor Gerd Ballon


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Ein Artikel von www.glaube.de
Textbearbeitung: Corinna Petersen / Redaktionsmitarbeiterin Glaube.de ***********************************************************
Quelle und Autor: Pastor Gerd Ballon - Freie evangelische Gemeinde München-Nord
muenchen-nord.feg.de
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