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10-09-03

Rick Joyner: Das Pferd und das Mädchen

Eine prophetische Erzählung

Dies ist der bisher letzte Teil eines längeren Berichtes Rick Joyners, von dem er angekündigt hat, dass es Fortsetzungen geben wird. Wer diesen Artikel bis zum Ende liest, wird verstehen, warum. Er oder sie wird fragen: "Und jetzt?" Ich glaube, dass das Absicht ist. Der Artikel soll genau diese Frage auslösen. "Und jetzt? Was bedeutet das für mich ganz persönlich?"


Zum Verständnis dieses Abschnittes ist es wichtig, zu wissen, dass dies ein Bericht über ein geistliches Erlebnis (eine Vision) ist, das Rick Joyner in einem Hotelzimmer in London vor acht Jahren hatte. Er veröffentlicht dies jetzt, im Herbst 2003, weil, wie er sagt "es Zeit ist, dass sich das ausbreitet, was mir in der Vision gezeigt wurde". Joyner fährt fort: "Diese Botschaft war für mich, aber sie kann genauso für dich gelten, wenn du eine oder einer der Kommenden bist, über die viele seit Henoch gesprochen haben. Der Weckruf ertönt jetzt für die größte Kraft der Wahrheit und Gerechtigkeit, die jemals auf der Erde freigesetzt worden ist."
(Zu Henoch ein kleiner Hinweis: "Es hat aber auch von diesen geweissagt Henoch, der Siebente von Adam an, und gesprochen: Siehe, der Herr kommt mit seinen vielen tausend Heiligen." Judas 14.)
In den ersten Kapiteln, die ich noch nicht übersetzt habe, erzählt Rick Joyner, wie er eine Fackel erhält und zum Fackelträger berufen wird. Er erfährt, dass diese Fackel für die Gegenwart Gottes steht und für einen Dienst beziehungsweise eine Aufgabe gegeben wird, die der Fackelträger nur dann bewältigen kann, wenn er ganz nahe bei Jesus bleibt und sich durch nichts, auch nicht durch die Fackel selbst, von seiner Mission ablenken läßt. Es gibt und gab viele Fackelträger, und sie alle haben den Auftrag: "Du kannst Nationen mit diesem Feuer in Brand setzen. Dies ist das gleiche Feuer, das Mose im brennenden Busch sah. Es ist das Feuer, das ich ihm gab, um mein Volk zu befreien. Es ist das gleiche Feuer, das ich jetzt mit meinen Botschaftern aussende, um mein Volk wiederum zu befreien."
Am Schluß des bisher vorliegenden Textes schildert Rick Joyner dann eine Begegnung, die ich für Glaube.de übersetzt habe. Ich will dazu nichts erklären oder erläutern; der Text spricht auf fast poetische Weise deutlich genug über die Aufgabe, die jetzt der jungen Generation zufällt und darüber, welche Verantwortung die reiferen Christen dabei zu tragen haben.

Günter J. Matthia

Rick Joyner: Das Pferd und das Mädchen


Used by permission
For more information visit: MorningStar Ministries
Übersetzung: Günter J. Matthia, Redaktionsmitarbeiter Glaube.de

Ich stand in einem großen Tal. Als ich mich umsah, fiel mir ein wunderschöner Bach auf, der mitten hindurch floß. Es war ein natürlicher Anblick, aber auf eine besondere Art wirkte er wie vollkommen maßgeschneidert. Es sah so perfekt aus, dass ich nicht sagen konnte, ob ich mich im Bereich des Himmels oder der Erde befand.
Ich hörte zu beiden Seiten ein Geräusch von oben. Es klang wie Abertausende stampfender Füße. Dann erschien eine große Menge von Gestalten ringsumher auf den Bergkämmen. Es war eine Art Armee. Während ich beobachtete, wie sie langsam und zögernd, aber doch unbarmherzig von dort oben herabkamen, konnte ich schnell erkennen, dass dies eine Armee mit bösen Absichten war. Zehntausende von Geiern erschienen wie eine Wolke über ihnen, kreisten, als warteten sie auf eine Metzelei. Ich war entsetzt darüber, was sie diesem wunderschönen Ort antaten.
"Was wirst du dagegen tun?" fragte eine Stimme hinter mir. Ich drehte mich um, um zu sehen wer da sprach. Da war niemand außer ein großer, weißer Hengst. Er war atemberaubend schön, die Muskeln vibrierten, obwohl er still stand. In seinen Augen sah ich eine Intelligenz, die ich nie zuvor bei einem Tier gesehen hatte und ich fragte mich, ob er wohl gesprochen hatte.
"Was kann ich dagegen tun?" fragte ich.
"Ich sehe, dass du ein Fackelträger bist. Dieses Pferd ist für dich", fuhr die Stimme fort, "du mußt lernen, es zu reiten, wenn du das Böse aufhalten willst."
"Ist denn noch Zeit genug, es zu lernen?" fragte ich, während ich mich nach der Besitzerin der Stimme umsah, denn es war klar, dass nicht das Pferd sprach.
"Es ist noch Zeit."
Dann trat ein junges Mädchen, zwischen zehn und zwölf Jahren alt, hinter dem Hengst hervor. Sie trug eine Art Schuluniform, aber mit glänzendem Gold und Silber wie eine Rüstung überzogen. Ein Schwert war an ihrem Gürtel befestigt. Sie war dünn und hatte ein hübsches Gesicht mit Augen, die eine leidenschaftliche, durchdringende Entschlossenheit hatten. Sie strahlte mutige Zuversicht aus, die ihr in Verbindung mit ihrer kindlichen Reinheit einen verblüffenden Adel verlieh.
"Ich bin hier, um dich das Reiten zu lehren", sagte das Mädchen. "Wir haben Zeit" wiederholte sie, um mich zu beruhigen. Ich war besorgt wegen der riesigen bösen Macht, die zu uns herunter kam, aber sie war auf bemerkenswerte Weise völlig gelassen. Ich fragte mich, ob sie wohl zu jung war, um zu verstehen, was diese Horde aus der Hölle ihr und diesem Ort antun würde.
"Ich verstehe viel mehr, als du annimmst" antwortete sie, als wären meine Gedanken Worte gewesen. "Ich bin hier, um mit dir zu kämpfen, aber zuerst mußt du das Reiten lernen. Wir haben Zeit, aber keine Zeit zu verschwenden. Wir müssen anfangen."
"Dann laß uns anfangen", sagte ich, weil ich keine Sekunde vergeuden wollte. "Ich weiß, wie man ein Pferd reitet. Gibt es irgend etwas besonderes, das man wissen muß, wenn man dieses Pferd reiten möchte?"
"Ich weiß nicht", sagte sie, "ich habe noch nie ein Pferd geritten."
"Aber ich dachte, du hast eben gesagt, du wärest hier, um es mir beizubringen? Wie willst du mich lehren, wenn du nie ein Pferd geritten hast?"
"Du wirst lernen, indem du mich lehrst. Du wirst nicht vollständig mit diesem Pferd vertraut sein, bis ich mein eigenes habe und es so gut reiten kann, wie du. Du mußt auch verstehen, dass dieser Hengst nicht wie irgend ein Pferd ist, das du früher geritten hast."
"Sag mir schnell alles, was du weißt" antwortete ich und fragte noch: "Können wir aus diesem Bach trinken?" Ich fühlte mich sowohl durstig als auch schwach.
"Selbstverständlich. Darum sind wir hier."
Ich ergriff vorsichtig die Zügel des Pferdes. Dann zog ich sanft und es folgte mir ohne jegliches Anzeichen von Widerstand. Als wir am Ufer des Baches angekommen waren, schöpfte ich mit der Hand einen Schluck Wasser und brachte ihn an meine Lippen. Sofort wurde mein Sehvermögen deutlicher, mein Verstand wurde klar und ich fühlte mich stärker. Ich stupste das Pferd sanft vorwärts und es kniete nieder, um zu trinken. Ich hatte nie im Leben ein Pferd so trinken sehen. Das Mädchen machte das gleiche. Also beschloß ich, mich auch hinzuknien und mich satt zu trinken.

"Furcht macht dich schwach" sagte das Mädchen, als sie fertig war.
"Du bist ein sehr weises kleines Mädchen" antwortete ich und dachte, dass dieses Kind wirklich außergewöhnlich war. "Warum weißt du so viel - auch über die Fackel?"
Bevor sie antworten konnte, veranlasste uns der anwachsende Lärm von oben, hinauf zu schauen. Es gab offenbar Verwirrung in den Reihen der bösen Horden. Meine Augen waren jetzt durch das Wasser aus dem Bach so geschärft, dass ich die Fahnen über den einzelnen Divisionen lesen konnte. Sie waren nach verschiedenen Religionen, Philosophien und Mythen benannt. Die Verwirrung nahm zu, einige Divisionen begannen schließlich, einander zu bekämpfen. Eine riesige Staubwolke entstand und überall brachen Kämpfe aus. Bald verschwanden die Kämpfenden wieder über die Kuppen. Sie entfernten sich jedoch nicht weit, denn man konnte sie noch hören und die Staubwolken aufsteigen sehen. Dennoch schienen wir für eine Weile in Sicherheit zu sein.
"Darum haben wir noch Zeit", sagte das kleine Mädchen. "Diese Dämonen hassen einander fast so sehr wie sie uns hassen. Sie können nicht lange nebeneinander her marschieren, ohne dass Kämpfe unter ihnen ausbrechen. Das einzige, was sie vereinen kann, ist ein Kampf gegen uns. Deshalb müssen wir bereit zum Sieg sein, wenn wir in den Kampf gehen. Es reicht nicht aus, sie nur etwas zurückzuwerfen. Wenn wir kämpfen, müssen wir sie vollständig besiegen.
Viele Narren haben versucht, gegen sie zu kämpfen, bevor sie stark genug zum Sieg waren. Das hat den Feind nur stärker gemacht und er hat jedes Mal viel Boden von uns gewonnen. Wir sind jetzt in diesem kleinen Tal eingekesselt. Wenn wir das nächste mal kämpfen, müssen wir siegen oder wir werden sterben. Rückzug ist nicht mehr möglich. Wir können nirgends mehr hin."
"Wie alt bist du?" fragte ich. "Warum weißt du so viel?"
"Ich bin zwölf, aber ich kämpfe, seit ich fünf war. Ich habe in den Kämpfen viel gelernt, aber meine Weisheit stammt aus dem Fluß. Dies ist der Strom des Lebens. Er gibt Weisheit, die Leben bedeutet und Sehvermögen, das auf Wahrheit gründet."
Ich protestierte: "Dies ist ein wunderschöner Bach, aber kaum ein Fluß! Das kann nicht der Strom des Lebens sein!"
"Er ist es. Er ist klein, weil er immer nur so groß ist, wie er benötigt wird. Hierher kommen nicht mehr viele zum trinken, weil sie an den bösen Mächten vorbei müssen, die die Höhen besetzt haben. Die meisten begnügen sich damit, aus den schlammigen Bächen zu trinken, die nicht unter Angriffen stehen wie das wahre lebendige Wasser. Nur wenige sind durstig genug, um für dieses Wasser einen Kampf auf sich zu nehmen. Dabei kenne ich nichts, was einen Kampf mehr wert wäre."
"Musstest du dir deinen Weg hierher erkämpfen?"
"Das musste ich. Ich kam jenen Weg dort herunter", sagte sie, und deutete auf eine Stelle am hintersten Ende des Tales in meinem Rücken."
"Wie bist du an der Armee des Bösen vorbeigekommen?" wollte ich wissen. "Gibt es noch Lücken, durch die man schlüpfen kann?"
"Nein. Sie haben uns jetzt vollständig eingeschlossen. Aber jeder, der Mut und die Entschlossenheit besitzt, in Bewegung zu bleiben, kann es schaffen, durch sie hindurch zu kommen. Ich habe den schwächsten Teil ihrer Armee gewählt und bin mitten durch sie hindurch gegangen."
"Was war der schwächste Teil?"
"Da war eine große Division, die "Verspottung" hieß. Ich beschloss, dort hindurch zu gehen, weil ich wußte, dass sie mich nicht wirklich verletzen konnten. Mir wurde gesagt, dass sie, wenn sie meine Entschlossenheit sehen würden, vor mir den Weg freigeben müssten, und so war es auch. Sie schimpften und schrien Beleidigungen und schamlose, scheußliche Dinge, aber sie machten Platz und ließen mich durch. Mein Glaube funktionierte wie ein Schild und ich wurde noch nicht einmal verwundet."
"Wer hat dir gesagt, dass du das tun kannst?"
"Meine Mutter."
"Ist sie auch hier?" fragte ich. "Wo ist sie?"
"Sie hat es nicht geschafft. Sie hat gesagt, sie würde zurückgehen, um mehr Leute zu holen. Sie würde sie durchzubringen und mir später folgen. Ich glaube aber nicht, dass sie es tun wird."
"Warum nicht?"
"Sie hat mich sehr gut gelehrt, aber sie konnte selbst nicht tun, was sie mir beibrachte. Sie konnte die Beleidigungen und den Hohn nicht ertragen. Sie ging zurück, um mehr Menschen zu holen, weil sie die Zustimmung von Menschen braucht. Ich glaube nicht, dass jemand es schaffen kann, der sich groß darum kümmert, was andere Menschen von ihm halten."
"Kann sie es denn auf einem anderen Weg schaffen?"
"Es ist möglich, aber durch die "Verspottung" zu gehen, ist bei weitem der einfachste Weg. Sie wurde, als sie zögerte und anfing, sich zurückzuziehen, schnell überwältigt. Sie fing dann an, mich mit den Bösen zusammen zu verhöhnen. Wenn du einmal anfängst, vor der bösen Horde zurückzuweichen, bist du eine leichte Beute für sie. Sie ist jetzt eine ihrer Gefangenen."
"Das tut mir leid."
"Danke, aber ich habe sie nicht aufgegeben. Wir sind hier, um diese Macht des Bösen zu besiegen und die Gefangenen zu befreien. Die Zeit wird kommen, in der sie mit mir aus diesem Strom trinken wird - sie und viele andere, bis dieser Strom wieder groß ist. Dann wird er in das Meer strömen und allen Leben bringen."

Während sie sprach, überschritt eine große Division der Armee des Bösen die Bergkuppe und bewegte sie viel zügiger als vorher und in relativ guter Schlachtordnung herunter in das Tal. Wie versteinert schauten wir zu und die Division rückte fast ein Drittel des Weges vor. Dann wurde sie von hinten durch eine andere Abteilung der Armee des Bösen angegriffen. Verschiedene weitere kamen dazu und beteiligten sich an dem Kampf gegen die erste Division. Der Vormarsch kam zum Stehen und die meisten der Kämpfer drehten sich um zum Kampf. Aber ein großer Teil der Gruppe blieb an dem Punkt, den sie erreicht hatten, und begann, eine Festung zu bauen.
Als ich das Mädchen anblickte, sah ich sie zum ersten mal nervös. Dann bemerkte ich, dass auch das Pferd aufgeregt war.
"Was machen wir jetzt?" sagte ich, und war überrascht, dass ich ein Kind in einer so ernsten Angelegenheit um Rat fragte.
Ohne zu antworten kniete das Mädchen am Wasser nieder und begann, mit Entschlossenheit zu trinken. Schnell gewann sie ihre Fassung wieder, aber ihre Aufmerksamkeit blieb auf die Stelle gerichtet, an der die Feinde die Festung errichteten.
Das Pferd war so aufgeregt, dass ich Angst hatte, es würde durchgehen. Ich ging hinüber, um die Zügel zu ergreifen und war erstaunt über die Art, wie es mir direkt in die Augen sah. Ich versuchte, so ruhig wie möglich zu bleiben, weil ich das Gefühl hatte, dass das Pferd ausschlagen würde, sobald es Furcht in mir wittern konnte. Der Hengst ließ mich die Zügel nehmen und ich führte ihn wieder zum Wasser. Es war schwieriger, ihn zum Trinken zu bringen als vorhin, aber als er trank, beruhigte er sich. Zuletzt trank ich selbst, und der Friede und die Freude erfüllten mich wieder, während meine Sehstärke sogar noch mehr zunahm.
"Was machen wir jetzt?" antwortete das Mädchen schließlich, indem es meine Frage von vorher wiederholte. "Wann immer diese Frage in mir aufsteigt, wende ich mich zuerst zum Fluß und trinke. Dann bete ich, und das müssen wir jetzt auch tun. Ich war an zwei anderen Orten, an denen dieser Fluß strömte, und beide wurden vom Feind erobert. Wir dürfen das hier nicht geschehen lassen. Dieses mal müssen wir kämpfen." Sie sah mich prüfend an. "Ich werde alleine kämpfen, wenn es sein muß."
"Das ist sehr edel", antwortete ich, "aber wie können wir gegen so viele bestehen?"
Sie antwortete mir nicht, sondern begann zu beten. Ich hörte ihr einige Minuten beim Gebet zu. Ihre Bitten waren zielgerichtet und präzise. Sie versuchte nicht, Gott die Dinge zu erklären. Hauptsächlich bat sie den Heiligen Geist um Mut, Weisheit und die Vollmacht, den Feind zu besiegen. Sie betete für ihre Mutter und Menschen, die sie lieb hatte, die jetzt Gefangene der bösen Mächte waren. Dann betete sie für bestimmte Orte um Befreiung vom Feind. Es war das Gebet eines erfahrenen Kriegers, dessen Mentalität die Schlacht war. Es war aber auch wie das Gespräch mit einem vertrauten Freund, was mich so anrührte, dass ich mir nicht vorstellen konnte, dass der Herr ihre Bitten nicht erhören würde. Als sie ihr Gebet beendet hatte, sah sie mich an und alles, was ich sagen konnte, war "Amen!".
"Du hast gefragt, wie wir eine solch riesige Armee besiegen können. Warum denn nicht? Wir haben unseren Herrn auf unserer Seite."
"Das verstehe ich, aber wie gingen denn die anderen Orte verloren, um die du gekämpft hast? Was können wir tun, damit es diesmal anders ausgeht? Bist du sicher, dass es keine weiteren Wasserläufe wie diesen hier mehr gibt?"
"Es gibt nur einen Strom, aber er erscheint an verschiedenen Stellen an der Oberfläche. Mir wurde gesagt, dass es früher sehr viele solche Orte gab, dass es aber jetzt kaum noch welche gibt, weil so wenige Menschen bereit waren, um sie zu kämpfen. Ich bin mir nicht sicher, ob es noch einen zweiten Ort wie diesen hier gibt. Im Augenblick brauchen wir mehr Kämpfer, nicht mehr Flüsse. Ich habe gehört, dass jedes Mal, wenn ein neuer Fluß durchbrach, dieser schnell verloren ging, weil so wenige dafür kämpfen wollten, dass er erhalten bleibt."
"Warum kämpfen die Menschen nicht, um solch einen Ort zu verteidigen? Sind sie immer so hoffnungslos in der Unterzahl wie wir in diesem Moment?"
"Ich glaube nicht an das Wort "hoffnungslos", aber ich glaube, dass diejenigen, die den Fluß suchen, immer in der Minderheit sind. Ich habe sagen hören, dass es besser sei, verborgene Brunnen auszugraben als den Strom zu suchen, weil sie kein so bedeutendes Ziel für den Feind darstellen. Alle, die solches Brunnenwasser lieben, scheinen auch eine Mentalität der Miesmacherei zu haben. Ich kenne ein paar solcher Brunnen, nicht weit von hier in diesem Tal. Das Wasser dort ist gut, aber nicht so gut wie dieses. Die meisten Brunnen waren zu seicht, um lange bestehen zu bleiben. Sie helfen einigen Menschen, aber nur wenn das Wasser frei fließt wie hier, kann es ein Tal in ein solches Paradies, wie du es siehst, verwandeln. Dieses Wasser muß fließen, um lebendig und rein zu bleiben."

Da hörte ich Schritte hinter mir. Ich drehte mich um und sah einen Mann, der wie ein Kolonialherr gekleidet war.
"Sie hat recht", sagte er, "Brunnen können ein paar Menschen helfen, aber meist sind sie eine vorübergehende Sache, trocknen schnell aus. Du hast es hier auf jeden Fall mit einem wirklich wertvollen Schatz zu tun."
"Ja", antwortete ich, "ich habe noch nie etwas so wunderbares getrunken."
"Ich habe über das Mädchen geredet."
"Ja, sie ist bemerkenswert für jemanden, der so jung ist."
"Du wirst noch vielen wie ihr begegnen. Sie werden bessere Kämpfer sein als die meisten Männer deines Alters. Du musst auf sie vorbereitet sein."
"Wie kann ich mich vorbereiten?"
"Du musst lernen, dieses Pferd zu reiten."
"Wer bist du?" forschte ich.
"Ich bin John Wesley. Ich spreche zu dir als ein Fackelträger, dem auch ein Pferd wie dieses gegeben wurde. Du bist hier, um bei der Vorbereitung der Kommenden zu helfen. Zu meiner Zeit gab es nur eine Handvoll Fackelträger und nur wenige, die das weiße Pferd reiten konnten. In deiner Zeit wird es Tausende von Fackelträgern und Hunderte von diesen großartigen Hengsten geben. Du bist einer von denen, die dabei helfen sollen, sie aufzuwecken, zu trainieren und auf die letzte Schlacht vorzubereiten."
"Ich habe nicht das Gefühl, dass ich irgend jemanden ausbilden kann. Ich lerne mehr von diesem kleinen Mädchen als ich ihr beibringen kann."
"Trinke weiter und höre weiter zu. Meine Erfahrungen werden dir helfen, genau wie die aller Fackelträger, die es vor dir gab. Was wir dir nicht geben können, werden dir die Kinder geben. Sie sind weise, weil sie belehrbar sind.
Eines musst du jetzt wissen und verstehen: Sie hat recht, wenn sie sagt, dass es keinen Rückzug gibt. Ihr seid eingekreist und es gibt keinen Ort mehr, an den man fliehen könnte. Ich kann dir aber auch versichern, dass es, wenn ihr kämpft und nicht aufgebt, keine Niederlage geben kann."
"Das ist sehr ermutigend" sagte ich. "Aber erkläre mir, warum einigen zwar eine Fackel, aber kein Pferd anvertraut wird."
"Viele haben die Ehre, die Gegenwart des Herrn sichtbar zu tragen, aber wenige sind berufen, etwas zu beginnen, was du eine Bewegung nennen würdest. Das Pferd steht für die Bewegung, die dir anvertraut wurde. Der Sinn solcher Bewegungen liegt darin, Bollwerke der Wahrheit zu werden, von denen aus der Feind zurückgeworfen werden kann. Außerdem sind sie Zufluchtsorte für die Gefangenen, die befreit wurden. Dort können sie geheilt werden. Viele Menschen werden sich eng zu denen halten, die eine Fackel haben, aber in die Schlacht werden sie nur denen folgen, die ein Pferd besitzen.
Dein erster Auftrag ist es, diesen Ort hier zu verteidigen und anschließend diejenigen herbeizurufen, die wirklich nach dem Leben suchen. Dann müssen sie ausgebildet und ausgerüstet werden, um das wieder zu erobern, was die Mächte des Bösen unter ihren Füßen zertrampelt haben.
Wie deine Waffenträgerin hier es dir bereits gesagt hat: Je mehr du von diesem Wasser trinkst, um so größer wird der Fluß. So kannst du aus diesem Bach einen Strom machen, der überfließt, bis er viele andere Orte erreicht."
"Wie kann ich andere hierher ziehen?" fragte ich. "Es ist offensichtlich, dass wir eine ganze Menge Kämpfer gebrauchen könnten."
"Du wirst andere anziehen, indem du selbst aus dem Fluß trinkst. Die Blinden werden jedem folgen, der sehen kann. Je besser du sehen kannst, um so mehr werden sie von dir angezogen. Wenn sie kommen, werden sie blind und verletzt sein, aber du musst sie zum Wasser leiten, damit sie trinken, bis sie geheilt sind und sehen können.
Denke daran: Egal, wie sie zunächst aussehen, einige von denen, die kommen, werden die Mächtigen sein, deren Kommen Henoch prophezeit hat.
Die Fackel, die du trägst, wird viele anziehen, aber die Gegenwart des Herrn ist nicht genug."
Ich protestierte: "Wie könnte die Gegenwart Gottes nicht ausreichen? Es gibt nichts größeres! Sie ist sogar noch wunderbarer und belebender als dieses Wasser!"
"Diesbezüglich hast du recht, aber viele, die seine Gegenwart lieben, bleiben trotzdem schwach und unreif, weil sie nur die Freude das Herrn erleben wollen und nicht bereit sind, dem Konflikt ihrer Zeit ins Auge zu sehen. Seine Gegenwart wird immer das Beste sein und uns in die Ewigkeit begleiten, aber da ist auch ein Kampf, der gekämpft werden muß, ein Krieg muss gewonnen werden. Du brauchst Anbeter, die gleichzeitig Krieger sind. Alle, die nicht für den Kampf ausgebildet und ausgerüstet sind, werden in ihm unterliegen. Das war die Stärke, die ich hatte - Menschen auszubilden und auszurüsten, sie nicht nur um mich zu sammeln. Darum gibt es Dinge, die du von mir lernen mußt.
Nur wenige Fackelträger hatten die Fähigkeit, Menschen zu einer überwindenden Kraft wachsen zu lassen. Ich tat dies, indem ich kleine Gruppen von Menschen zu kleinen Bollwerken der Wahrheit zusammenschloß. Einige von ihnen standen auf, um ihre Nachbarschaft zu erobern. Andere wuchsen zu mächtigen Bollwerken, die Städte gewinnen konnten. Zusammen formten wir das Schicksal von Nationen, auch deiner Nation.
Deine Nation ehrt immer noch Paul Revere dafür, dass er auf die Leute zuging und sie in die Schlacht rief. Der Himmel wird diejenigen ehren, die auf die Christen zugehen und sie in dieser Stunde mobilisieren. Mit diesem Pferd kannst du reiten und die Menschen vor einer Invasion ihres Landes warnen. Du kannst sie mobilisieren, damit sie den guten Kampf kämpfen. Ihr könnt euch nicht weiter zurückziehen. Es gibt keinen Ort mehr, an den man fliehen kann. Wenn ihr dem Feind widersteht, wird er fliehen. Wenn ihr nicht widersteht, seid ihr dem Untergang geweiht."
Das kleine Mädchen beobachtete schweigend. Sie stand aufrecht, wachsam und bereit. Wesley ging zu ihr hinüber und legte die Hand auf ihre Schulter.
"Der Herr berief zwölf Männer. Er veränderte sie und dann veränderten sie die Welt.
In deiner Zeit wird er das gleiche mit den Kindern tun.
Es ist auch die Zeit der Löwin: Eine große Zahl von Frauen wird das Evangelium verkünden. Es wird viele großartige Männer Gottes in deiner Zeit geben, aber die große Bewunderung und die große Ehre wird den Kindern und Frauen gelten, die in der Weisheit und in der Kraft des Herrn vorangehen. Erinnere dich, dass Eva, die erste Frau, verführt wurde. Es herrscht Feindschaft zwischen ihr und der Schlange. Es wird die Frau und ihre Nachkommenschaft sein, die dem Feind den Kopf zermalmt. Frauen haben in diesem Kampf einen besonderen Platz. Es ist ihre Zeit, und die Zeit der Kinder, Zeichen und Wunder zu sein. Sie werden der letzten Schlacht die entscheidende Wendung geben. Sammle die Kinder und hilf ihren Müttern und du wirst alles haben, was du benötigst."

Ein Flackern, das ich aus den Augenwinkeln bemerkte, erregte meine Aufmerksamkeit. Die Festung, die der Feind gebaut hatte, wurde dazu benutzt, brennende Pfeile in alle Richtungen abzuschießen. Es war unübersehbar, dass sie versuchten, das wunderschöne Tal, in dem wir waren, in Brand zu setzen.
Wesley drehte sich um, legte mir beide Hände auf die Schultern und sagte: "Du kannst nicht jedes kleine Feuer auslöschen. Du mußt diese Festung zerstören!"

Plötzlich war ich allein, saß in meinem Hotelzimmer und fragte mich, ob ich wach gewesen war oder geschlafen hatte.

...
Quelle: MorningStar magazine MorningStar Ministries
Mit freundlicher Genehmigung und herzlichen Segenswünschen für Glaube.de von MorningStar Ministries

Der Autor
Rick Joyner ist der Gründer und Leiter von "MorningStar Publications and Ministries" in Charlotte, North Carolina, USA. Er ist außerdem der Senior-Pastor der "MorningStar Fellowship" Gemeinde und Autor von über einem Dutzend Bücher. Er gibt das "MornigStar Journal" und das "MorningStar Prophetic Bulletin" heraus und ist Teil der Leiterschaft der "MorningStar School of Ministry", der "MorningStar Fellowship of Ministries" und "MorningStar Fellowship of Churches", die alle Teil der großen Vision und Verpflichtung von MorningStar sind, in Zusammenarbeit mit Kirchen und Gemeinden zukünftige Leiter auszurüsten.
Rick Joyner und seine Frau Julie wohnen mit ihren fünf Kindern (Anna, Aaryn, Amber, Ben und Sam) in North Carolina, USA.

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