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13-05-06

Jobst Bittner: Wie komme ich in eine tiefere Dimension?

David wusste, wohin er sich in seiner Not wenden musste: Die Augen des Herrn merken auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Schreien! (Psalm 34,16)


Die Wiederherstellung der persönlichen Liebesbeziehung zu Jesus

David wusste, wohin er sich in seiner Not wenden musste: Die Augen des Herrn merken auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Schreien! (Psalm 34,16) Er wusste, dass der himmlische Vater von dem Gebet seiner Kinder geradezu angezogen wird. Wenn er ein liebevolles und hingegebenes Gebet findet,kann er gar nicht genug davon bekommen und muss hinschauen, so wie sich ein Vater an seinem Kind nicht "satt sehen" kann. Wir müssen verstehen, dass Gott einfach nicht anders kann, als uns zu helfen und einzugreifen,wenn wir ihm nur die Möglichkeit dazu geben.

Was sind eigentlich die Gründe dafür, warum Christen aufhören zu beten? Ich denke, wir sollten hier einige Minuten innehalten und ernsthaft darüber nachdenken.

1. Weil ihre Liebe zu Jesus abgekühlt und lauwarm geworden ist.
Bei vielen Christen ist ihre Beziehung zu Jesus nur noch auf eine äußere Form reduziert. Sie leben als Christ wie ein Ehepaar, dessen Zuneigung füreinander erstorben ist. Ihre Kommunikation hat sich auf die alltäglichen Belange reduziert, anstatt dass sie weiter ihr Herz voreinander öffnen würden. Ihre Liebe ist billig geworden, da keiner von ihnen mehr bereit ist, einen Preis dafür zu bezahlen. Ähnlich ist es bei Christen, deren Liebe zu Jesus abgekühlt ist. Sie sind zu Namenschristen geworden, die sorgsam darauf bedacht sind, die äußere christliche Form zu wahren, aber nicht mehr bereit sind, für ihre Liebe den Preis der Hingabe im Gebet zu zahlen.

2. Weil sie ihre Prioritäten vertauscht haben.
Es gibt eine sehr einfache Regel dafür, wie wir unsere Liebesbeziehung zu Jesus messen können. Vergleichen Sie doch einmal die Wichtigkeit, die Sie einer bestimmten Sache beimessen mit der Wichtigkeit Ihres persönlichen Gebetes. Wenn Sie entdecken, dass Ihre Familie, Ihre Arbeit, Ihre persönlichen Hobbys oder auch Ihre vielfältigen Tätigkeiten in der Gemeinde wichtiger sind, als Ihre persönliche Zeit mit Jesus, haben Sie sehr wahrscheinlich die Prioritäten vertauscht und vielleicht sogar ganz aufgehört zu beten.

3.Weil sie gelernt haben, ohne Gebet zu leben.
Es ist sehr leicht, ein ganzes Leben ohne Gebet zuzubringen. Man würde das vielleicht nicht zugeben und statt dessen auf die Gebete in Gottesdiensten, auf die Tischgebete oder auch die liturgischen Gebete verweisen. Sicherlich haben diese Gebete einen wichtigen Stellenwert, aber sie ersetzen nicht Ihre tägliche persönliche Gebetszeit, in der Sie zu Ihrem himmlischen Vater kommen, um zu hören, was er Ihnen sagen und womit er Sie beauftragen möchte! Jesus sagt: "Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen!" (Johannes 14,23)
Wissen Sie, wieviel Liebe und Zeit verwendet werden kann, um ein Haus oder eine Wohnung so einzurichten, dass man sich darin so richtig wohl fühlt? Und haben Sie auch schon einmal ein Haus oder eine Wohnung gesehen, deren Zustand so fürchterlich war, dass Sie dort niemals einziehen und wohnen wollten? Gebetslosigkeit hinterlässt unsere geistliche Wohnung in einem derartigen Zustand, dass Gott mit seiner wunderbaren Kraft, Liebe und Gegenwart einfach nicht kommen und darin wohnen kann! Christen die so leben, sind sehr oft über die Kraftlosigkeit und fehlende Tiefe ihres Glaubens zutiefst entmutigt und glauben eigentlich nicht, dass Gott ihr Gebet erhört.

4. Weil sie nicht wirklich glauben, dass Gott ihr Gebet erhört.
Es gibt Christen, die in ihrem Gebetsleben so entmutigt worden sind, dass sie eigentlich zutiefst nicht mehr glauben, dass Gott ihr Gebet erhört. Vor vielen Jahren sprach mich ein Arzt an, der sich in einer schweren Glaubenskrise befand. Er meinte: "Erhörte Gebete sind für mich wie das Ergebnis eines Zufallsprinzips, so, als ob ich Lotto spielen würde." Vielleicht beteten Sie auch schon eine lange Zeit für eine Veränderung Ihrer Situation und Ihrer Nöte oder für die Anliegen Ihres Herzens. Irgendwann fängt man dann an, Gott zu beschuldigen und zu denken, dass nichts passiert und "es" eben bei einem nicht "funktioniert." Als ich mich mit dem Arzt weiter unterhielt, kam sehr schnell zum Vorschein, wie sehr er durch ein an Leistung orientiertes Denken geprägt worden war.
Der himmlische Vater suchte statt dessen seine Herzensbeziehung und seine Liebe. Echtes Gebet kommt aus dem Herzen! Wissen Sie, dass dies ebenso auch für unser ganz persönliches Gebetsleben gilt? Wie aber komme ich in eine tiefere Dimension einer Liebesbeziehung mit Gott? Ich möchte Ihnen fünf Schlüssel weitergeben, die mir dafür zu einer großen Hilfe geworden sind.

1. Schlüssel: Empfangen Sie einen neuen Wunsch und ein neues Verlangen!
Der Heilige Geist hört nicht auf, uns in die Gegenwart Gottes zu ziehen. Laufen Sie nicht mehr weg! Vielleicht ist sogar bei dem Lesen dieses kurzen Artikels in Ihnen das Verlangen geweckt worden, Ihre Zeit neu zu ordnen und Jesus im Gebet zu suchen. Geben Sie dem Werben des Heiligen Geistes nach! Ich möchte Sie ermutigen, das zu Ihrem ständigen Gebet zu machen: "Herr, bitte gib mir ein neues Verlangen nach einer tieferen Dimension deiner Liebe und Gegenwart." Sie können sich nicht vorstellen, wie gerne unser himmlischer Vater dieses Gebet erhört!

2. Schlüssel: Bereiten Sie Ihr Herz vor!
Der Himmel reagiert nicht auf geteilte Herzen. Wenn Jesus nicht wirklich unser Herr ist, dem wir die erste Stelle in unserem Leben einräumen, wird unser Gebet immer nur selbstzentriert und nicht mehr als eine meditative Erfahrung sein. Gott wird auf unsere Kurzzeitanrufe nicht reagieren, bevor wir unsere Herzen nicht von den modernen Götzen unseres Lebens gereinigt, Sünde bekannt und Vergebung empfangen haben. König David wusste, dass dies der einzige Weg ist: "Wenn ich Unrechtes vorgehabt hätte in meinem Herzen, so hätte der Herr nicht gehört! (Psalm 66,18) Seien Sie so mutig und lassen Sie sich nicht abhalten, vor Jesus Ihr Herz auszuschütten und Ihre Sünde zu bekennen. Wenn Ihnen dabei eine Person Ihres Vertrauens hilft und Vergebung zuspricht, ist das eine große Hilfe. Sie können sicher sein, dass Jesus sein Wort hält: "Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit!" (1. Johannes 1,9)

3. Schlüssel: Schließen Sie für Ihr Gebetsleben einen Bund der Verbindlichkeit!
Genialität ohne Verbindlichkeit führt niemals zum Erfolg! Das gilt in der Welt ebenso wie auch in unserem geistlichen Leben. Hören Sie nicht auf, Ihr Gebet zu einer täglichen geistlichen Übung zu machen, die Ihnen kostbarer ist als jeder andere Termin. Wenn wir zur Arbeit gehen oder die alltäglichen Dinge des Lebens ernst nehmen, werden wir ohne die nüchterne Entscheidung, an jedem Tag verbindlich und treu zu sein, versagen und andere enttäuschen. Wie viel mehr gilt das bei Gott! Ich empfehle Ihnen, vor Gott einen Bund der Verbindlichkeit zu schließen und mit ihm einen festen täglichen Termin auszumachen, an dem Sie ihn suchen und in seiner Gegenwart sind!

4. Schlüssel: Ihre "zusätzliche Zeit"!
Jemand der liebt, sucht immer wieder besondere Zeiten, um einfach mit seinem Geliebten zusammen zu sein. Das sind Zeiten der "Aussonderung" in denen Sie zuerst vielleicht einen ganzen Nachmittag, dann vielleicht auch ein, zwei oder drei Tage einfach mit Gott alleine sind. Ich verspreche Ihnen, dass diese Zeit Gottes Herz berührt und Ihr Leben verändert! Sie sollten dazu den Rücken "frei" haben von anderen Verpflichtungen und diese Tage ohne Computer, Fernsehen und Handy verbringen. Sunday Adelaja, der Pastor der größten Gemeinde in Europa, führt seinen Erfolg darauf zurück, dass er sich jeden Monat für 3 - 4 Tage zurückzieht, um im Gebet vor Gott zu sein.

5. Schlüssel: Leben Sie in der Wahrheit!
Das Scheinwerferlicht Gottes dringt durch jede innere Täuschung und Vorspiegelung falscher Tatsachen hindurch! Manchmal belügen wir uns selbst und sind Weltmeister im Verdrängen. Erst wenn wir es zulassen, uns im Lichte Gottes zu sehen und wir mit jeder Faser unseres Lebens die Gnade Jesu brauchen, sind wir wirklich vor seinem Thron angekommen. Wer dort steht, ist zu einer neuen Liebesbeziehung zu Jesus und zu seinen Brüdern und Schwestern durchgebrochen. (1. Johannes 1,7) Er sagt nicht mehr: "Gib mir", sondern betet an und gibt sich selbst ganz einfach hin, zuerst im Gebet und dann im alltäglichen Leben!

Ich möchte Sie ermutigen, Ihre nächste Gebetszeit nicht auf später zu verschieben. Nehmen Sie doch einfach diesen Artikel und bewegen Sie ihn im Gebet. Ich glaube, dass Jesus sich danach sehnt, Ihnen in neuer Weise zu begegnen und Sie in eine persönliche, tiefere Dimension der Liebesbeziehung mit Gott zu führen.

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Ein Artikel von Glaube.de.
Text entnommen aus "tosTrendletter" Ausgabe Februar/März 2006 mit freundlicher Genehmigung des Autors.
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