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23-07-03

Bitterkeit im Herzensgarten

Wir können unmöglich ohne Ungerechtigkeit und Kummer durch unser Leben gehen. Eine einzige Wunde unserer Seele kann tiefe Bitterkeit hervorrufen, unsere Wurzeln der Existenz vergiften, wenn wir Kämpfe nicht in Christus bewältigen.
"Seht darauf, dass nicht jemand Gottes Gnade versäumt, dass nicht etwa eine bitter Wurzel aufwächst und Unzufriedenheit anrichtet und die Gemeinde dadurch befleckt wird." (Hebrär 12, 15)


Während meiner jetzt 33 Jahre im Dienst Gottes habe ich leider viel zu viele Christen kennen gelernt, die ihre Freundlichkeit zur Kunst der Perfektion betrieben haben, während sie innerlich einen Geist des Ärgers, von Zynismus oder Abneigung ausgelebt haben. Sie haben das Gift "Bitterkeit" in vollem Umfang geschluckt mit der Folge eines geistlichen Todes.

Das Problem ist: Als Christen wissen wir, dass öffentlicher Ärger gegenüber anderen falsch ist. Wir unterdrücken Ärger lieber als eine Ungerechtigkeit Gott zu übergeben und zu vergeben. Ärger ist das Ergebnis von erkannter Ungerechtigkeit. Unterdrückter Ärger mündet immer in Bitterkeit. Anders ausgedrückt: Ärger ist wirklich unerfüllte Rache. Die Bibel zeigt uns nicht nur Biographien von Glaubenshelden auf. Sie dokumentiert auch das Leben gewöhnlicher Menschen, Individuen mit unserem Kummer. Einige haben Verlust und Verletzung überwunden, ebenso damit verbundene Bitterkeit. Andere wurden zum abschreckenden Beispiel.

Ein biblisches Beispiel


Betrachten wir Naomi vom Buch Ruth. Eine Verfolgung in Israel veranlasste Naomi's Familie zur Auswanderung nach Moab. Ohne jede familiäre Unterstützung oder Unterstützung des Bekanntenkreis, lebt Naomi als Ausländerin in einem fremden Land. Naomi wird Witwe, dem Tod ihres Gatten folgt der Verlust ihrer beiden bereits erwachsenen Söhne. Dann kehrt Naomi in Begleitung von Ruth nach Israel zurück. Allen, die sie kennen, lässt sie wissen: "Nennt mich nicht Naomi, nennt mich Mara (bitter), denn der Allmächtige hat mir viel Bitteres angetan (Ruth 1, 20).

"Naomi" bedeutet angenehm, erfreulich, freundlich. Wir können uns gut vorstellen, wie ihre Eltern bei der Namensgebung gebetet hatten, dass ihr Name eine Prophezeiung über ihr Leben darstellt. Stattdessen ist offensichtlich genau das Gegenteil eingetreten. Naomi war über ihren Verlust tief verbittert. Sie war so sehr verbittert, dass sie den "Allmächtigen" beschuldigte, ihr "viel Bitteres" angetan zu haben. Hast Du jemals eine verbitterte Person erlebt, an der nichts "erfreuliches" war? Es ist wahr: Wir sollen mit den Weinenden weinen! Eine "bittere Seele" jedoch bedeutet, dass der Geist in einer zeitlichen Verzerrung gefangen ist, man lebt in Erinnerung an Schmerz.

Vor einigen Jahren habe ich eine Frau kennen gelernt, die durch eine schwierige Scheidung ging. Zwei Jahre lang rief ich sie ab und zu an. Jedes Mal erzählte sie mir genau dieselben Dinge über ihren Ex - Ehemann. Sie war zwar von ihm geschieden, dafür jedoch mit einem Geist der Bitterkeit verheiratet, der sie in ihrem Schmerz gefangen hielt. Bei Naomi war diese Bitterkeit mehr oder weniger gegen Gott gerichtet. Sie war ärgerlich, dass ER diese Umstände in ihrem Leben zugelassen hatte. "Der Herr hat mich leer zurückgebracht" (Ruth 1, 21). Meine Sorgen sind allein Gottes Schuld!

Ein Gegensatz bei Hiob


Vergleiche ihr Leben mit Hiob's erstem Verlust (Hiob 1, 1 - 22). Hiob verlor Familie und Güter, doch er beugte sich und betete an "Der Herr hat's gegeben und der Herr hat's genommen. Gelobt sei der Name des Herrn" (Hiob 1, 21).
Die Art und Weise, wie wir Sorgen bewältigen, enthüllt die Tiefe unserer Anbetung! Wenn uns das Leben bedrückt, bluten wir dann Lobpreis oder Bitterkeit aus? Hiob beugte sich und suchte die Gegenwart Gottes. Naomi zog sich zurück und sprach über Gott hinter seinem Rücken.

Ich habe liebe Freunde, die ihren einzigen Sohn als Teenager verloren. Mitten in ihrem Kummer wurden sie zum Beispiel wahrer Anbetung. Über die Jahre gesehen reinigte und vertiefte eigentlich der Schmerz ihre wahre Anbetung. Ihr Leiden machte sie gegenüber Leiden Anderer mitfühlender (siehe 2. Korinther 1, 3-4). Ich habe auch Bekannnte, die sich aufgrund des plötzlichen Verlustes eines geliebten Menschen innerhalb von Wochen von Gott zurückgezogen haben und verbittert wurden. Not perfektioniert den Charakter nicht - er enthüllt ihn! Not bringt an's Licht, was in uns tatsächlich vorgeht.

Bitterkeit vergiftet


Von jeher unterschied man giftige von essbaren Pflanzen. Generell gesprochen gilt, dass süsse Pflanzen oder Früchte üblicherweise bedenkenlos essbar waren. Bittere Kräuter dagegen machen krank oder töten. Die bittere Erfahrung des Lebens führt gleichsam, in unserem Geist verdaut, zur Vergiftung und zerstört unsere Gedanken, Erwartungen und Einstellungen. Verwundete Beziehungen oder Ungerechtigkeiten; es kann mit einer grösseren Enttäuschung oder einem Verlust beginnen - Solche Erfahrungen können Deine Seele verletzen. Sobald Bitterkeit in die menschliche Seele eindringt, kann sie jeden Aspekt unserer Existenz verdunkeln wie Tinte ein Wasserglas.

In der Tat ruiniert Verbitterung nicht nur unser Leben. Im Brief an die Hebräer wird davor, als einer Wurzel von "Befleckung" vieler, gewarnt. Diese geistliche Wurzel ist versteckter, ungelöster Ärger, der tief unter der Oberfläche unseres Lebens begraben liegt. Nach außen erscheinen wir als "saubere Christen", bis wir über jemanden sprechen, der uns verletzt hat. Und wie ein bestimmtes Thema zur Sprache kommt, "springt" diese Wurzel auf und befleckt andere. Sei vorsichtig, was Du sprichst, wenn Du noch nicht mit Deiner Verbitterung zurande gekommen bist, damit Du sie nicht mit Worten befleckst. Wenn Du mit einer verbitterten Person sprichst, dann gib acht, dass der Geist von Bitterkeit nicht auch noch auf Dein Leben transferiert wird!

Bitterkeit durch Vernachlässigung


Im 1. Mose finden wir in Esau, dem Bruder Jakobs, eine andere bittere Seele. Esau hat in jungen Jahren dümmlicher weise sein Recht auf Erstgeburt weg gegeben und verlor damit den Segen seines Vaters, als er alt war. Als Esau verstand, dass er beides an seinen jüngeren Bruder verloren hatten, "schrie er laut und wurde über die Massen betrübt", wie die Bibel uns in 1.Mose 27, 34 beschreibt.

Wenn wir etwas durch Faulheit oder Nachlässigkeit verlieren, kann dies ebenso Verbitterung unserer Seele hervorrufen. Dazu kommt, dass betrügerisches Handeln oder rechtmässiger Verlust genauso sehr zerstörerische Folgen haben kann. Ich kenne Menschen, die sich nicht um ihre Ausbildung bemüht haben. Heute erhalten sie als verbitterte Arbeiter Mindestlohn. Ich kenne junge alleinerziehende Mütter, die sich von betrügerischen Männer die Jungfräulichkeit stehlen ließen, was sie später ebenfalls verbittert hat. Ich kenne einen Pastor, der so sehr seinem Dienst verpflichtet war, dass er andauernd seine Frau vernachlässigt hat. Schließlich hat sie sich von ihm geschieden. Schreien und Betteln half nichts, er hat den bitteren Verlust seiner Frau erlitten und den Respekt seiner Gemeinde verloren.

Der Verlust Esaus verbitterte ihn sehr; jedoch haben wir, wie Esau, wegen unserer Vernachlässigung die wertvolleren Elemente des Lebens verloren? Haben andere den Segen erhalten, der für uns bestimmt war? Und hat dieser Verlust Bitterkeit in uns verursacht? Möge der Herr diese Wurzeln der Bitterkeit aufdecken, die, wie zeitverzögertes Gift, uns langsam töten.

Gott wünscht uns, unsere Fähigkeit zu Liebe und Lachen zurückzugeben. Demnächst besprechen wir, wie man ganz von Bitterkeit frei kommt und
wirklich frei wird. Im Moment, lassen Sie uns den Thron der Anmut Gottes näher kommen und ihn bitten, uns unsere Herzen zu zeigen. Lassen
Sie uns ihn fragen, ob der Garten unserer Seelen wirklich von den bitteren Wurzeln frei ist.


www.frangipane.org

Francis Frangipane ist Autor der Bücher:
Heiligkeit, Wahrheit u.d. Gegenw. Gottes, Geistlicher Kampf auf drei Ebenen, Das Haus des Herrn, Gemeindespaltung, Der Ort der Bewahrung
erhältlich bei www.asaph.de.

Quelle: www.elijahlist.com
Uebersetzung: Peter H. Sehne / Glaube.de
(P.H. Sehne, Associate Pastor, Christ Redeemer Fellowship Granite Shoals TX)

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