Druckversion
Dieser Text ist ein Artikel der Kategorie:
18-01-10

Bayless Conley: Anforderungen an einen Leiter - Teil 1

Wenn wir Dinge bedenken... ich glaube, die Bibel lehrt, wenn wir gründlich nahdenken und Dinge bedenken, gibt Gott uns Licht und Verständnis. Genau das wollen wir heute ein wenig tun.


 Der Apostel Paulus zeigt uns eine erstaunliche Analogie unseres geistlichen Lebens. Er sagt, wir sind wie Soldaten, Sportler oder auch Farmer. Jeder dieser Berufe hat ganz bestimmte sehr wichtige Aspekte, die sich auf unser Leben als Gläubige beziehen. Wir werden über Soldaten, über Sportler und über Farmer sprechen. Wenn Sie eine Bibel haben, müssen Sie sie zur Hand nehmen, weil Sie es sich nicht leisten können, die Dinge, die wir heute anschauen werden, zu verpassen. Ihr Leben könnte radikal verändert werden. Es ist erstaunlich - wenn Ihnen ein einziger Bibelvers lebendig wird, kann Ihr ganzes Leben auf den Kopf gestellt werden. Ich bete, Gott möge Ihnen den Geist der Weisheit und der Offenbarung geben, wenn wir uns gleich gemeinsam dem Wort zuwenden werden.


2.Timotheus 2:1-7
„Du nun, mein Kind, sei stark in der Gnade, die in Christus Jesus ist; und was du von mir in Gegenwart vieler Zeugen gehört hast, das vertraue treuen Menschen an, die tüchtig sein werden, auch andere zu lehren! Nimm teil an den Leiden als ein guter Streiter Christi Jesu! Niemand, der Kriegsdienste leistet, verwickelt sich in die Beschäftigungen des Lebens, damit er dem gefalle, der ihn angeworben hat. Wenn aber auch jemand am Wettkampf teilnimmt, so erhält er nicht den Siegeskranz, er habe denn gesetzmäßig gekämpft. Der Ackerbauer, der sich müht, muss als Erster an den Früchten Anteil haben. Bedenke, was ich sage! Denn der Herr wird dir Verständnis geben in allen Dingen."

Buchstäblich: „Der Herr wird dir Verständnis geben in allen Dingen, wenn du bedenkst, was ich sage."

Und er sprach in diesem Kapitel von fünf Dingen, die Timotheus bedenken sollte. Zunächst  sollte er die Gnade Jesu Christi bedenken, in der wir stark sein sollen. Zweitens sollte er die Tatsache bedenken, dass er die Dinge, die ihm anvertraut wurden, anderen weitergeben soll. Drittens nennt er zur Veranschaulichung den Soldaten, dann den Sportler und schließlich den Farmer. Über diese fünf Dinge werden wir heute nachdenken und sprechen.

Aber lassen Sie mich Ihnen erst einmal zum besseren Verständnis kurz erklären, warum Paulus Timotheus bestimmte Dinge sagte. Timotheus ist zu diesem Zeitpunkt Leiter der Gemeinde in Ephesus. Er prägt das Leben und die Ausrichtung der Gemeinde als leitender Pastor. Er hat drei Jahre lang sein Leben in die Menschen in Ephesus investiert. Doch Nero, der römische Kaiser, fing an, die Gemeinde massiv zu verfolgen. Nero ist tückisch und bösartig, er lässt Christen umbringen und auch foltern. Er dachte sich viele Methoden aus, um Menschen zu töten. Ihm wird nachgesagt, dass er Geige spielte, als Rom brannte und das Feuer, das er selbst entzündete, den Christen anlastete. So war das Umfeld, als Timotheus dort Pastor war. Es ist überliefert, dass viele Christen damals aus der Gemeinde in Ephesus aufgrund der Verfolgung durch den römischen Kaiser Nero abwanderten. Viele kehrten zu ihren heidnischen Tempeln zurück, betrieben wieder Götzendienst und wandten sich vom Glauben ab. Es war eine sehr schwierige und gefährliche Zeit.

Und bedenken Sie, Timotheus ist der berühmteste Christ in Ephesus. Was würde passieren, wenn Nero ihm gefangen nehmen würde? Diese Dinge müssen ihn sehr beschäftigt haben... die Menschen, die die Gemeinde verließen, von denen er vielleicht dachte, sie würden auf lange Sicht bleiben; die allgegenwärtige Verfolgung und die potentielle Lebensgefahr, in der er schwebte. Ich denke, dass Paulus ihm deswegen im ersten Kapitel schrieb: „Timotheus, fache Gottes Gabe an, die in dir ist.

Sie soll erneut brennen, denn Gott gab uns nicht einen Geist der Furcht, sondern einen Geist der Kraft, der Liebe und des gesunden Verstandes."

Manchmal, wenn wir sehr unter Druck sind, neigen wir dazu, uns zurückzuziehen und Dinge, die einst intensiv in unseren Herzen brannten, etwas erkalten zu lassen. Also sagte Paulus: „Schau mal, Timotheus, fache diese Gabe erneut an. Gott gab dir nicht den Geist der Furcht. Egal, was in deiner Umgebung passiert, du hast einen Geist der Kraft, der Liebe und des gesunden Verstandes." Und danach spricht er über die Dinge, die er bedenken soll. - Wir werden sie der Reihe nach bedenken. 

Zunächst sagte er im ersten Vers des zweiten Kapitels: „Sei stark in der Gnade, die in Christus Jesus ist." 

Gehen Sie doch bitte mit mir zu Vers 15 des vorigen Kapitels zurück. Paulus sagte Timotheus folgendes:

2.Timotheus 1:15-18
„Du weißt dies, dass alle, die in Asien sind, sich von mir abgewandt haben..."

Wie viele wandten sich in Asien von Paulus ab? Alle.              

„... unter ihnen sind Phygelus und Hermogenes. Der Herr gebe dem Hause des Onesiphorus Barmherzigkeit, denn er hat mich oft erquickt und sich meiner Ketten nicht geschämt; sondern als er in Rom war, suchte er mich eifrig und fand mich. Der Herr gebe ihm, dass er vonseiten des Herrn Barmherzigkeit finde an jenem Tag! Und wie viel er in Ephesus diente, weißt du noch besser."

Paulus wurde also auch verlassen. Alle verließen ihn. Er hebt zwei von ihnen hervor, die Timotheus offenbar kannte. Es müssen wohl Leiter oder Mitarbeiter gewesen sein. Jedenfalls sagt Paulus: „Ich wurde verlassen" und fügt hinzu: „Und obendrein bin ich angekettet." Er war in römischer Gefangenschaft, war eingekerkert und von allen verlassen. Er erzählt es Timotheus und sagt: „Weißt du, Gott schickte mir in meiner Not jemanden zur Seite, um mich zu trösten. Du kennst ihn gut, Onesiphorus." Und dann sagt er Timotheus: „Sei stark in der Gnade, die in Christus Jesus ist. Gott wird dir Menschen und Mittel geben, damit du die Aufgabe, die er dir gab, vollenden kannst. Sei stark in der Gnade. Schaue darauf und verlass dich auf sie, Timotheus, besonders in schwierigen Zeiten."

Paulus nannte davor ein paar seiner Probleme und erzählte von Gottes Hilfe. 

Ich möchte Sie heute einfach ermutigen. Vielleicht ist ihre momentane Situation besonders schwierig. Sie müssen auf Gottes Gnade schauen, mehr brauchen Sie nicht. Paulus hat sehr offen von seinen Schwierigkeiten erzählt. Er erzählt im ersten Kapitel vom 2. Korintherbrief davon, was in Asien passierte. Er sagte: „Denn wir wollen euch nicht in Unkenntnis lassen, Brüder, über unsere Bedrängnis, die uns in Asien widerfahren ist, dass wir übermäßig beschwert wurden, über Vermögen, so dass wir sogar am Leben verzweifelten." Sie hatten Probleme, denen sie sich nicht gewachsen fühlten und das unter anderen, weil ihn alle in Asien verließen. Aber dann sagt er folgendes: „Wir selbst aber hatten in uns selbst schon das Urteil des Todes erhalten, damit wir nicht auf uns selbst vertrauten, sondern auf Gott, der die Toten auferweckt."

Mit anderen Worten, wir haben Gott in einer hoffnungslosen Situation vertraut und Er hat uns geholfen. Wir schauten auf Seine Gnade und nicht auf unsere Fähigkeiten. Im Verlauf des

2. Korintherbriefes... ungefähr in Kapitel 12... spricht Paulus über einen Boten des Satans, der gesandt wurde, um ihn mit Fäusten zu schlagen. Im Griechischen ist von einem Engel die Rede, einem Boten. „Ein Engel, den Satan sandte, um mich mit Fäusten zu schlagen." Er sagte: „Um dessentwillen habe ich dreimal den Herrn angerufen, dass er von mir ablassen möge." Die Antwort des Herrn lautete: „Paulus, meine Gnade genügt dir, denn meine Kraft kommt in Schwachheit zur Vollendung." Und Paulus sagte: „Viel lieber also will ich mich meiner Schwachheit rühmen, damit die Kraft Christi auf mich herabkommt." Meine Gnade genügt dir. 

Das griechische Wort für genügen bedeutet buchstäblich: eine Barriere errichten oder etwas abwehren. Wenn ein Dämon den Auftrag hatte, ihn auf all seinen Wegen zu bedrängen und Gott sagte: „Meine Gnade ist alles, was du brauchst", dann sage ich Ihnen heute: Gottes Gnade ist alles, was Sie brauchen. Sie müssen sich bemühen, darin stark zu sein. Was Sie auch erleben: Verfolgung, Verrat oder Bedrängnis... Sie mögen den Eindruck haben, der Teufel greift mit aller Macht Ihre Finanzen, Ihre Familie oder Ihre Gesundheit an...Gottes Gnade reicht aus. Seien Sie stark darin.

Schauen Sie auf sie, verlassen Sie sich auf sie. Seien Sie nicht aus sich selbst heraus stark. Seien Sie stark im Herrn und in der Kraft Seiner Stärke. Er sagte Timotheus: „Das musst du bedenken, Timotheus."

In einem zweiten Bereich musste Timotheus wirklich auf Gottes Gnade schauen. Das Zweite, was er bedenken sollte, macht das deutlich. In Vers 2 sagte er: „ Was du von mir in Gegenwart vieler Zeugen gehört hast, das vertraue treuen Menschen an, die tüchtig sein werden, auch andere zu lehren!" Paulus sagt Timotheus also: „Mein Sohn, du musst es wieder wagen und erneut versuchen und dich somit auch verletzlich machen."

Es ist eine historische Tatsache, dass aufgrund der Verfolgung durch Nero Scharen von Gläubigen die Gemeinde in Ephesus verließen und wieder Götzen dienten. Das Feuer der Verfolgung offenbarte, wie tief ihre Hingabe an Jesus war wie jede andere ernste Schwierigkeit auch. Als Sie merkten, dass sie vielleicht für ihren Glauben sterben müssen, haben viele ihre Hingabe an Christus überdacht und den Herrn, die Gemeinde und ihren Pastor verlassen. Viele, in die Timotheus sich voll investiert hat und die er in den letzten drei Jahren ausbildete, verließen die Gemeinde. Timotheus dachte bestimmt, er kann sich auf lange Sicht darauf verlassen, dass sie zu ihm stehen und dass sie gemeinsam dem Herrn dienen. Er dachte: „In guten und schlechten Tagen werden sie da sein. Ich habe, so gut ich konnte, in sie investiert!" Schlechte Zeiten kamen und sie gingen. Das muss ihn verletzt und sein Herz gebrochen haben. Er muss sich verraten gefühlt haben. Er fühlte sich allein gelassen und verletzt.

Was mag er wohl gedacht haben? Ich kann nicht glauben, dass das passiert ist! Ich werde Menschen nie wieder so sehr vertrauen. Gott, jetzt zählen nur noch wir beide. Jesus, allein Du und ich, erhänge die anderen! Ich weiß, dass ich eine Berufung habe und darin werde ich treu sein, aber, Jesus, ich vertraue niemandem mehr außer Dir. Ich habe mich geöffnet und anderen alles gegeben, was in meinem Herzen ist und als ich sie brauchte, verließen sie mich! Paulus sagte: „Sohn, du musst von vorne anfangen, andere treue Männer finden und alles in sie investieren." Denn Tatsache ist, niemand von uns kann etwas Beeindruckendes alleine aufbauen.

Wenn das, was wir tun sollen und was Gott von uns erwartet, während unseres Lebens blühen und über uns hinaus existieren soll, müssen wir mit anderen zusammenkommen, anderen vertrauen, mit ihnen zusammenarbeiten und ihnen alles geben, was wir haben. 

Paulus wusste sehr genau, wie das ist, verlassen zu werden. Er hatte Timotheus vor dieser Aufforderung gesagt: „Schau mal, alle  in Asien haben mich verlassen, Timotheus, und du kennst diese Leute. Sie gingen. Sie waren Schlüsselpersonen in diesem Dienst und verließen mich. Aber Gott sandte Onesiphorus und das Werk wird vollendet werden!" Das ist nicht alles, was Paulus Timotheus darüber sagte. Schauen Sie sich 2. Timotheus 4:9 an.

2.Timotheus 4:9-11.16-17
„Beeile dich, bald zu mir zu kommen! Denn Demas hat mich verlassen, da er den jetzigen Zeitlauf lieb gewonnen hat, und ist nach Thessalonich gegangen, Kreszenz nach Galatien, Titus nach Dalmatien.

Lukas ist allein bei mir."

Schauen Sie sich Vers 16 an:

„Bei meiner ersten Verteidigung stand mir niemand bei, sondern alle verließen mich; es werde ihnen nicht zugerechnet. Der Herr aber stand mir bei und stärkte mich, damit durch mich die Predigt vollbracht werde und alle, die aus den Nationen hören möchten; und ich bin gerettet worden aus dem Rachen des Löwen."

Paulus stellte der Ermutigung an Timotheus, erneut in andere zu investieren, seine Erfahrung des Verrats voran und sprach danach erneut von Verrat. Alle in Asien, sagte er... „Bei meiner ersten Verteidigung stand mir niemand bei, sondern alle verließen mich. Wichtige Männer schieden aus dem Team aus und verließen nicht nur mich, sondern auch den Herrn und gingen zurück in die Welt.

Timotheus, ich weiß, wie das ist. Was du erlebt hast, ist kein Einzelfall." Paulus ermutigt ihn, von vorne anzufangen, erneut zu vertrauen, sich verletzlich zu machen, einfach unbefangen ganz von vorne anzufangen. 

Manchmal, wenn wir verlassen und betrogen werden, sagen wir in unserem Herzen: „Niemals wieder. Ich werde dort eine Mauer bauen und nie wieder in eine solche Situation kommen, wo ich derart verletzt werden kann... nie wieder!" Wir selbst engen uns dadurch sehr ein und Gott kann nur sehr begrenzt in unserem Leben wirken, wenn das geschieht.

Zwei Eigenschaften... zurück zum Kapitel 2... nannte Paulus dem Timotheus, um geeignete Menschen auszuwählen. Er sagte: „Sie müssen treu sein und fähig sein, andere zu lehren." Diese zwei Eigenschaften suchen wir: Treue und Fähigkeit. Nicht nur Fähigkeit, sondern zunächst Treue und dann Fähigkeit. Beides ist nötig. Und dann sagte Paulus: „Was du von mir gehört hast, vertraue ihnen an." 

Dort steht ein interessantes Wort, ein griechisches Wort aus zwei Teilen. Der erste Teil bedeutet nahe kommen, herankommen und sehr nah herankommen. Der zweite Teil bedeutet etwas niederlegen und hineinlegen. Wenn man sie zusammenfügt, bedeutet es, nahe an etwas oder jemanden herankommen und dort etwas deponieren. Er sagt Timotheus: „Du kannst dir die Menschen nicht vom Leibe halten, Timotheus. Aus der Entfernung kriegst du das nicht hin. Du musst ihnen so nah kommen wie möglich und ihnen alles geben, was du hast und was in dir ist. Dein zukünftiger Erfolg hängt davon ab." Er bekräftigt das sogar durch etwas, was er im ersten Kapitel sagte. Schauen Sie sich in Vers 12 etwas Bemerkenswertes an. Paulus sagte:

2.Timotheus 1:12
„Um dieser Ursache willen leide ich dies auch; aber ich schäme mich nicht, denn ich weiß, wem ich geglaubt habe, und bin überzeugt, dass er mächtig ist, mein anvertrautes Gut bis auf jenen Tag zu bewahren."

Timotheus hat dort vielleicht aufgehört zu lesen und gedacht:  „Paulus, ich stimme dir zu. Du vertraust dem Herrn. Du vertraust Ihm Dinge an. Das tue ich auch, vertrauen wir Jesus  und vergessen wir die anderen, denen man nicht vertrauen kann. Wir wissen, was passiert, wenn man anderen vertraut.

Ich halte nur zu Dir, Jesus!" Aber Paulus machte dort keinen Punkt. Er sprach darüber, dem Herrn zu vertrauen und Ihm Dinge anzuvertrauen, aber in Vers 13 sagte er Timotheus:

2.Timotheus 1:13-14
„Halte fest das Vorbild der gesunden Worte, die du von mir gehört hast, in Glauben und Liebe, die in Christus Jesus sind! Bewahre das schöne anvertraute Gut durch den Heiligen Geist, der in uns wohnt."

Dort wird das gleiche Wort gebraucht. Paulus sagte: „Wie ich Dinge Gott anvertraue, so vertraue ich sie dir an. Wir müssen Gott vertrauen und wir müssen Menschen vertrauen." Und Paulus sagte Timotheus: „Timotheus, ich habe Gott Dinge anvertraut und manches davon erfährt niemand anders, aber ich habe auch dir Dinge anvertraut und jetzt musst auch du anderen Menschen Dinge anvertrauen. Vertraue weiterhin Gott, aber du musst dich verletzlich machen und wirst vielleicht im Laufe der Zeit wieder verletzt werden, aber du musst auch anderen weitergeben, was dir gegeben wurde."

Ich habe einen guten Freund, in dessen Gemeinde einer der wichtigsten Leute... er ist Pastor einer bedeutenden Gemeinde in seiner Stadt... einer seiner wichtigsten Leute, den ich auch kannte und zu dem ich über eine Hochzeit Kontakt hatte, kam zu ihm und sagte: „Ich spüre, dass Gott mir sagt, dass meine Zeit hier vorüber ist, und dass ich wieder ins Arbeitsleben einsteigen und eine Weile im säkularen Bereich arbeiten soll. Ich habe den Eindruck, Gott sagt mir, es ist jetzt Zeit zu gehen."

Und er fragte: „Bist du sicher? Wir sind sehr froh, dich hier zu haben!" Er sagt: „Ja, ich steige wieder in den säkularen Beruf ein, in dem ich früher arbeitete, bevor ich anfing zu predigen." Er sagt: „Wenn du wirklich meinst, das sei von Gott." Er sagt: „Ja, und du kannst dir sicher sein: Ich würde nie in dieser Gegend eine Gemeinde gründen, denn das wäre nicht in Ordnung."

Beide waren sich darüber einig. Er fand es merkwürdig, dass er das sagte, aber er tat es. Mein Freund gab ihm ganz großzügig ein Auto. Er benutzte einen Dienstwagen der Gemeinde und den schenkten sie ihm. Sie ließen ihn an einem Sonntagvormittag zum letzten Mal in der Gemeinde predigen, sammelten ein enormes Opfer für ihn, segneten ihn und sagten: „Er war ein Segen für uns und wird jetzt wieder seinem früheren Beruf nachgehen. Wir wollen ihn jetzt segnen und uns bei ihm bedanken." Das taten sie auch.

Am nächsten Sonntag gründete er eine Gemeinde in unmittelbarer Nähe - 300 Leute kamen am ersten Sonntag - raten Sie mal, wo sie herkamen. Er hatte Kontakt zu Menschen, die er zu Seelsorgegesprächen einlud, wichtigen Leuten, und sagte: „Hier laufen bestimmte Dinge ziemlich schief. Ihr müsst wissen, dass es Misswirtschaft und noch weitere Probleme gibt. Ich werde eine Gemeinde gründen und wenn ich starte, würde ich mich freuen, wenn ihr kommen würdet. Aber sagt es nicht weiter! Das soll jetzt niemand erfahren. Ihr müsst einfach wissen, dass hier nicht alles in Ordnung ist und dass ich eine Gemeinde gründen werde." Also - peng! Er fängt an und hat auf Anhieb 300 Leute. Ich denke, mittlerweile sind sie auf 25 geschrumpft.

Mein Freund war total fertig! Am Boden zerstört wegen des Betruges und des Verrats! Die Gemeinde hat auch finanziell gelitten. Er war erschüttert über die Tatsache, dass die Leute einfach glaubten, was er über ihn sagte, ohne jemals zu kommen und ihn im Hinblick auf die Anschuldigungen zu befragen.

Menschen, in die er sich voll und ganz investiert hat... in einige sogar zehn bis fünfzehn Jahre lang... sie standen auf und gingen und glaubten die Dinge, die hinter verschlossenen Türen über ihn gesagt wurden. Ich stieg in ein Flugzeug, flog quer durchs ganze Land und sagte nur: „Hey, Bruder, ich will einfach bei dir sein." Wir verbrachten die nächsten drei Tage zusammen. Wir gingen essen. Ich denke, wir gingen ins Kino und waren einfach zusammen. Wir beteten miteinander, wir redeten miteinander. Er war wie benommen! Es... hat ihn sehr mitgenommen!

Und er kann sich entscheiden. Er kann entweder sagen: „Das passiert mir nie wieder! Jesus, ich vertraue Dir. Ich liebe Dich, aber ich öffne mein Herz nie wieder so jemandem. So etwas wird meinem Herzen nie wieder zugefügt werden. Ich werde eine Mauer darum bauen, und Du und ich, Herr, werden die Arbeit fortsetzen, vielen Dank dafür!" Oder: „Gott, mein Herz ist verletzt und wir beide wissen, dass dort Heilung stattfinden muss. Mir ist klar, alleine kriege ich das hier nicht hin und wenn es mich überdauern und jetzt blühen soll, brauche ich andere treue Männer. Gott, zeig mir andere treue Menschen, in die ich mich investieren und die ich lehren kann." Gott sei Dank hat er sich für diesen Weg entschieden!

Nun zum nächsten Punkt, drittens sagte Paulus dem Timotheus, er solle über einen Soldaten nachdenken. Er bringt im 2. Timotheus 2:3 ein großartiges Gleichnis.

2.Timotheus 2:3
„Du nun erdulde die Widrigkeiten als ein guter Streiter Jesu Christi!"

Sie können Soldat sein, sind aber kein guter Soldat, wenn Sie keine Widrigkeiten erdulden. Die Aussage „Widrigkeiten erdulden" besteht im Griechischen nur aus einem Wort, welches aus drei Teilen zusammengesetzt ist. Das erste Wort bedeutet Partnerschaft. Das zweite Wort bezieht sich immer auf etwas Gemeines, Schlechtes oder Böses. Wenn es nur aus zwei Teilen bestünde, hätte Paulus gesagt: „Timotheus, lass uns Anteil haben an etwas, was gemein, schlecht und böse ist."

Aber er fügte ein drittes Wort hinzu. Den dritten Teil des Wortes werden Sie kennen. Es ist das Wort „Pathos". Es beschreibt Leiden, meint aber eher psychisches als körperliches Leiden. Bei all der Verfolgung, die passierte, all dem Stress in der Gemeinde, der massiven Abwanderung von Leitern und anderen aus der Gemeinde, fühlte sich Timotheus verraten. Er spürte die Verletzungen. Sein seelischer Schmerz muss immens gewesen sein und Paulus ermutigt ihn, Widrigkeiten zu erdulden.

Er sagte: „Schau, Timotheus, wir beide erleben das. Ich erleide das genauso wie du und wir müssen einfach mit den bösen gemeinen Umständen zurechtkommen. Wir werden etwas leiden müssen, aber, Bruder, wappne dich und gehe durch!" Paulus schrieb in Apostelgeschichte, Kapitel 14: „Wir müssen durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes hineingehen." Tatsache ist, Freund, dass wir manchmal verletzt weiterspielen müssen.

Wir müssen gute Soldaten Jesu Christi sein und Widrigkeiten erdulden. Unser Gehorsam dem Herrn gegenüber darf nicht von unseren Gefühlen abhängig sein, auch nicht davon, ob es um uns herum gut oder schlecht aussieht. Ein Soldat sagt nicht: „Nun, Herr Unteroffizier, ich habe nicht vor, diesen Befehl auszuführen." Er sagt nicht zu seinem Vorgesetzten: „Ich habe jetzt keine Lust zu marschieren.

Es geht mir nicht gut." Nein, Soldaten gehorchen. Egal, wie sie sich fühlen, sie gehorchen. 

Unser Gehorsam ist oft sehr entscheidend! Und manchmal... hören Sie... müssen Sie einfach Widrigkeiten erdulden. Manchmal gehen Sie durch die schlimmste Krise oder Prüfung Ihres Lebens und um Sie herum scheint alles zu zerfallen. Nehmen Sie es einfach hin!  Ich weiß, dass Sie das heute nicht hören wollten, aber es ist trotzdem wahr. Wir dürfen nicht aufgeben!

Ein Freund auf den Philippinen, Paul Chase, ließ eins der Teams aus seinem Dienst ein paar Wochen auf verschiedenen Inseln predigen und evangelisieren. Am Abend vor der Rückkehr des Teams zeigte Gott ihm sehr deutlich, dass sie am nächsten Abend eine Evangelisation auf dem Militärstützpunkt veranstalten sollten. Das Team kehrt zurück. Sie sind fertig! Alle sind total kaputt und er sagt: „Wisst ihr, morgen abend werden wir eine weitere Evangelisation hier auf dem Militärstützpunkt durchführen." Sie sagten: „Paul, wir sind am Ende. Du weißt, dass wir müde sind. All die Fahrerei, der zurückliegende Dienst... weißt du, wir möchten das eigentlich nicht tun." Er sagte: „Nein, es muss sein. Der Heilige Geist hat mir sehr deutlich gemacht, dass wir das tun müssen." Sie sagten: „Gut, wir sind dabei." Sie zeigten einen Film, Paul predigte und viele Soldaten kamen nach vorne und knieten sich hin... viele von ihnen hatten ihre Waffen auf den Rücken geschnallt... sie knieten sich hin und nahmen Christus an. Eine Woche später gerieten zwei LKWs mit Soldaten in einen Hinterhalt und 23 von ihnen wurden von Guerillakämpfern getötet. Jeder der 23 getöteten Männer kniete am Altar und nahm eine Woche zuvor Christus an. 

Was wäre passiert, wenn diese Soldaten des Herrn gesagt hätten: „Wir haben keine Lust. Wir sind zu müde. Es geht nicht." Es hing sehr viel davon ab! Und wenn wir Christus dienen wollen, müssen wir manchmal psychisch, körperlich und geistlich einige Widrigkeiten erdulden.

Wissen Sie, wir müssen als gute Soldaten Christi Widrigkeiten erdulden. Wenn jemand Ihnen, als Sie zu Christus kamen und Ihm Ihr Herz gaben, erzählt hat, Ihre Probleme seien vorüber, wurden Sie angelogen. Er ist in den Schwierigkeiten mit uns und befreit uns aus Nöten. Er trägt uns durch und beschützt uns, aber, wissen Sie, die Bibel sagt, der Gerechte muss viel erleiden, aber aus alledem hilft ihm der Herr. Sie werden manches erleiden, einige Probleme haben und manche harte Zeit durchstehen, aber, Freund, ich sage Ihnen: wer bis zum Ende durchhält, bekommt die Krone des Lebens.

Ich weiß, dass einige meiner Leser schwere Zeiten hatten... Sie haben den Eindruck, Ihr Leben gerät total aus den Fugen, als geschähe buchstäblich ein Erdbeben in Ihrem Innern und alles ginge zu Bruch. Hören Sie, Gott kann Sie stärken. Sie müssen dranbleiben. Sie müssen auf Ihn schauen, um Kraft zu bekommen. Folgende herrliche Wahrheit kann Ihnen helfen. Der Apostel Paulus sagte: In all meiner Schwachheit, in aller Unfähigkeit, aus mir selbst heraus Resultate hervorzubringen, rühme ich mich, denn wenn ich schwach bin, ist Er stark. Gott kommt uns in unserer Schwachheit zu Hilfe und Seine Kraft zeigt sich vollends, wenn wir Ihm vertrauen. Ich halte es nicht für einen Zufall, dass Sie jetzt das hier lesen. Hören Sie, Gott ist bereit, all das zu arrangieren, diese ganze Botschaft, nur um Sie jetzt zu ermutigen. Sie werden es schaffen. Geben Sie bloß nicht auf! Gott liebt Sie. Wenn Sie Widrigkeiten erdulden, werden Sie die Güte Gottes in Ihrem Leben erfahren. Bis zum nächsten Mal!

 

-----------------------------------------------------------------------------------------------------
Ein Artikel von Glaube.de
Mit freundlicher Genehmigung von Antworten mit Bayless Conley e.V.
Quelle: Antworten mit Bayless Conley Predigt vom 03.01.2010
Textbearbeitung Jürgen Motzkus Redaktionsmitarbeiter bei Glaube.de
Foto: Bayless Conley
-----------------------------------------------------------------------------------------------------

Nach oben

Gottes Generäle (Band 1-3)

Gottes Generäle (Band 1-3)

Roberts Liardon

Auf einzigartige Weise wird in der beliebten Reihe "Gottes Generäle" Geschichte lebendig

Wenn Sie Ihre Titel hier präsentieren möchten, kontaktieren Sie uns bitte unter werbung(at)glaube.de

Wenn Sie Ihre Titel hier präsentieren möchten, kontaktieren Sie uns bitte unter werbung(at)glaube.de



Name:
E-Mail:

Wenn Sie Ihre Veranstaltung hier präsentieren möchten, kontaktieren Sie uns bitte unter werbung(at)glaube.de