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21-07-07

Storch: Soteriologie und Prophetie

Anmerkung der Redaktion: Die Soteriologie (griechisch σωτηριολογία) nennt man in der christlichen Theologie die Lehre von der Erlösung des Menschen durch Jesus Christus. Sie bildet ein Teilgebiet der Dogmatik. Der Ausdruck kommt vom griechischen Soter - Retter, Heiland. (Definition von Wikipedia)


Soteriologie und Prophetie Teil 1



In der Glaubensbewegung haben wir viel den Ansatz dass wir schauen, was Christus bereits für uns getan hat. Die ganze Bewegung ist für ihr proklamierendes Gebet bekannt. Um ehrlich zu sein, ich proklamiere auch. Viel sogar, im Grunde täglich.

Ich weiß, dass mein Glaube durch das Hören des Wortes des Christus wächst (siehe Römer 10, 17), also bemühe ich mich, dass ich die richtigen Sache höre. Ich will unbedingt hören, was das Wort über mich sagt, denn in der Bibel ist offenbart, was Gott selbst über mich denkt.
Viel Zeit meines Gebetslebens geht also um das, was Jesus schon getan hat. Ich danke ihm dafür und ich sage mir selber und dem Feind, was Jesus für mich getan hat. "Ich bin geheilt in Christi Wunden, mir geht es gut. Ich bin frei in Jesus, denn wen der Sohn frei macht, der ist wirklich frei. Ich bin ein Überwinder."

Da es beim Proklamieren um das geht, was Jesus bereits getan hat, also um meine Erlösung, bezeichne ich es einfach mal als den "soteriologischen" Teil meines Gebets. Soteriologie ist in der Theologie die Disziplin die sich mit unserer Erlösung auseinandersetzt.



Je mehr ich so bete (und ich tue das seit Jahren!) um so mehr sehe ich, dass noch etwas weiteres dazu kommen muss. Das Opfer Jesu ist nur die eine Seite der Medaille. Die andere ist, dass Jesus selber in Abhängigkeit zu Gott gelebt hat (Johannes 5, 19) und es an uns ist unserem Meister darin zu folgen. Diese andere Seite nenne ich prophetisch, auch wenn diese Bezeichnung etwas unscharf ist. Es geht um den Unterschied zwischen dem ein und für alle mal offenbarten Willen Gottes, so wie er im Wort niedergelegt ist, und dem Erkennen des göttlichen Willens in jedem Moment.



Für mich ist das schon seit langem ein großes Thema, aber erst jetzt bekomme ich die Sprache um darüber zu schreiben. Es ist seltsam mit dem Zusammenspiel zwischen göttlicher Offenbarung und menschlicher Erkenntnis. Wir können Dinge wissen, aber auf eine Art, die es uns verunmöglicht, über sie zu reden - weil wir sie nicht mit dem Verstand begriffen haben. So in etwa ging es mir lange mit dieser Spannung zwischen dem offenbarten Willen Gottes und der Abhängigkeit von Gottes Geist.

Eine große Frage für mich war immer, dass ich in vielem, was ich aus der Glaubensbewegung mitbekommen hatte, diesen Unterton wahrgenommen habe: Dass wir automatisch über das verfügen, was Christus getan hat. Ich denke das nicht. Für mich ist klar, dass beides zusammengehört, das Erbe und die Führung des Geistes, der uns hilft dieses Erbe in unser Leben umzusetzen.



Soteriologie und Prophetie Teil 2



Gestern habe ich angefangen, meine Gedanken zur Beziehung zwischen dem Heil, das wir schon haben und der Abhängigkeit zu Gott, die wir brauchen, zu sortieren. Ich möchte gerne heute mit einer Sprachregelung weiter machen, die den meisten Christen bekannt sein dürfte. In der Theologie, gerade der charismatischen, glaubensgesinnten und pfingstlichen, ist immer wieder von der Unterscheidung von Rhema und Logos die Rede. Der griechische Text des Neuen Testamentes zieht diese Unterscheidung zwar nicht mit letzter Konsequenz durch, aber dennoch ist es eine gute Richtschnur, um an Gottes Wort heranzugehen. Rhema ist das gesprochene Wort Gottes, das uns in einer bestimmten Situation voll trifft. Gott selber spricht zu uns und das was er sagt mag für jeden anderen um uns herum vollkommen bedeutungslos sein, aber uns erwischt es voll.

Demgegenüber steht das Logos. Es ist Gottes Wort für alle Zeiten, niedergelegt in der Bibel. Dieses Wort ist nicht an Ort, Zeit oder Personen gebunden. Es ist zeitlos in seinen Aussagen und seiner Wahrheit.

Vom Logos Gottes kann aber kaum jemand leben. Wir brauchen die direkte Ansprache Gottes um uns im Glauben weiterzuentwickeln und mehr von Gott zu verstehen. Wenn er in Matthäus 4, 4 sagt, dass der Mensch nicht allein vom Brot lebt sondern von jedem Wort aus Gottes Munde, dann spricht er von einem Rhema. Das Logos-Wort kann nichts mit meiner Situation zu tun haben, aber Rhema erwischt mich voll - Gott selbst redet zu mir.



Wenn wir mit dem Heiligen Geist zusammen Bibel lesen, dann geschieht immer wieder etwas ganz phantastisches, ein großes Wunder: Logos wird zu Rhema und dieses Jahrtausende alte Wort wird lebendig.

Mit der Beziehung zwischen dem, was uns schon gehört, weil Jesus dafür gestorben ist und der Abhängigkeit von Gottes Reden und seinem Geist ist es dasselbe. Es ist eine Sache die Tatsache zu kennen, dass meine Krankheiten in Jesus geheilt sind und eine ganz andere, dass dieses Wissen in mir lebendig wird. Wir brauchen das Reden des Heiligen Geistes, damit wir in unser Erbe hineinkommen. Wenn er uns nicht leitet und wir nicht Gehorsam lernen, dann kann es sein, dass Christi Opfer für uns immer nur graue Theorie und nicht genossene Lebenswirklichkeit ist.



Hier haben auch das Suchen Gottes und geistliche Disziplin ihren Stellenwert. Wir erkennen die absolute Abhängigkeit von Gottes Führung auf dem Weg in unser Erbe.



Soteriologie und Prophetie Teil 3



Letztes Mal ging es um die Bedeutsamkeit, auf Gottes Geist zu hören, wenn wir in alles hineinkommen wollen, was Jesus für uns erkauft hat. Heute geht es um den ganzen Bereich des Dienstes.

Jesus diente auf eine sehr abhängige Weise von Gott. Er wusste, dass sein Vater im Himmel alle Menschen liebt und ihnen begegnen will. Er hatte keinen Zweifel daran, dass Gott heilt und durch ihn wirkt. Dennoch waren seine Methoden absolut unterschiedlich. Den einen Kranken legte Jesus die Hände auf. Den nächsten gab er einen Auftrag. Wieder anderen steckte er Finger in die Ohren, trieb böse Geister aus ihnen aus oder sprach einfach nur mit ihnen. Die Methoden waren so vielfältig wie die Krankheiten, mit denen er zu tun hatte und die Kranken, denen er diente.

Dabei ist ein Gedanke interessant. Wenn wir davon ausgehen, dass Gott jeden Kranken heilen will und dass er das manchmal auf eine bestimmte Weise tun will, wären die Kranken dann auch geheilt worden, wenn Jesus ihnen anders gedient hätte?



Die Frage ist nicht mit letzter Autorität zu beantworten, aber ich denke nein. Wenn Jesus nur das tat, was er den Vater in jeder gegebenen Situation tun sah, dann können wir davon ausgehen, dass Gott den Menschen gerade so dienen wollte, wie Jesus es tat. Dann war das die Methode der Stunde, die gerade dann zum Erfolg führte.

Es wäre also im Umkehrschluss auch möglich, dass jemand nicht die Heilung, Berührung, Tröstung, Erfüllung, oder was immer er gerade braucht von Gott bekommt, OBWOHL Gott sie gerne gegeben hätte, weil ein Diener Gottes falsch gehört hat. Das ist ein verstörender Gedanke, aber er folgt vollkommen logisch aus der Tatsache, dass Gott sich von Menschen abhängig gemacht hat und eine Dienstpartnerschaft mit ihnen eingegangen ist.

Unsere Verantwortung im Dienst ist damit eine doppelte: wir müssen herausfinden was uns in Christus gehört. Das geht über Bibellesen, beten, meditieren und ganz allgemein Gott suchen. Wir müssen aber auch zweitens in einer intimen Beziehung mit dem Heiligen Geist leben, um in der Lage zu sein, zu hören, was er in jeder Situation unseres Lebens zu sagen hat.



Zum Abschluss dieser kleinen Trilogie möchte ich noch ein Buch empfehlen, das mich sehr berührt hat und das mir viel klargemacht hat: "Spirit Within and Spirit Upon" von Kenneth Hagin. Ich habe das Buch ganz ahnungslos gekauft, als Gott gerade anfing, mit mir über dieses Abhängigkeitsding zu reden. Praktischerweise schrieb Mr.Hagin dann unter anderem auch über genau diese Dinge. Das Buch ist anders als die meisten Bücher von ihm: er schreibt viel mehr über seinen Weg in den Dienst und darüber wie hart es oft war. Es ist kein Buch, das nur über Siege ist, sondern ein Buch, in dem er viel über die Herausforderungen seines Dienstes schreibt. Ein sehr ehrliches Buch das unbedingt lesenswert ist.



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Ein Beitrag auf Glaube.de
Autor: Storch
Gefunden auf Die Schönheit des Komplexen - Storchs Blog
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Nur eine Bitte: nichts aus dem Zusammenhang oder sinnentstellend zitieren.
Foto: SXC
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