John Stonecypher: Wen möchte Gott gebrauchen?

Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden. Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen. Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden. Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen. Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen. Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich. Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, wenn sie damit lügen. Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel reichlich belohnt werden. Denn ebenso haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind.
Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als daß man es wegschüttet
und läßt es von den Leuten zertreten. Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind. So laßt euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.
Als ich Student am College war, wählten die meisten meiner Freunde Computer als Hauptfach. Sie waren am College, um zu lernen, wie man Computer programmiert und wie man sie einsetzt, um all das zu tun, was man von ihnen erwartet. Das wollten sie lernen, damit sie nach ihrer Graduierung in der Lage wären, eine bessere Arbeit zu bekommen und bei einer besseren Firma eingestellt zu werden, je besser sie diese Materie beherrschten. Der Heilige Gral war für die meisten von ihnen natürlich Microsoft. Microsoft ist die größte und reichste Computerfirma der Welt, die nur die Besten der Besten einstellt. Bill Gates stellt nicht jeden X-Beliebigen in seinem Geschäft ein. Ihn interessieren nur die wenigen Auserwählten, die Creme der Creme. Meine Freunde arbeiteten wirklich hart, und einige von ihnen bewarben sich sogar um eine Arbeit bei Microsoft, aber keiner wurde eingestellt. Sie waren nicht genug auserwählt. So geht es in unserer Welt. Nur eine Handvoll wirklich begabter Leute und Glückspilze kommen nach ganz oben, der Rest von uns schaut zu ihnen auf und sagt: "Diese Burschen sind echt Spitze. Ich wünschte, ich könnte auch so wie sie sein und ebenso aufsteigen, aber dazu bin ich einfach nicht gut genug." Menschen, wie Sie und ich, werden nie auf den Titelblättern von Zeitschriften zu sehen sein. Jay Leno hat mich niemals in seine Show eingeladen, und ich habe auch keinen von Ihnen dort gesehen. Leute, wie Sie und ich, leben in relativ kleinen Häusern und unsere Autos bleiben unter einer bestimmten PS-Grenze. Wenn wir die Straße entlang gehen, fallen wir nicht auf, niemand interessiert sich, dass wir da sind, weil wir nicht berühmt sind. Unsere Welt sagt: "Gesegnet und mächtig sind die oberen Zehntausend. Gesegnet sind die Glück¬lichen, die Begabten, diejenigen, die keine Probleme haben, weil sie es sehr gut verstehen." Das ist die Seligpreisung der Kultur, in der wir leben. Aber das Evangelium, das Jesus bringt, läuft anders: Gott führt seine Geschäfte nicht in der Art wie Bill Gates. Gottes Geschäft funktioniert anders als bei Microsoft oder jedem anderen Geschäft dieser Welt. Gottes Geschäft hat eine andere Einstellungspolitik, wenn es darum geht, wer in seinem Geschäft sein sollte. Darum geht es bei den Seligpreisungen. Gott ist im Geschäft, die Welt zu verändern. Wen lässt er an seinem Geschäft Teil haben? Wer wird genug gesegnet sein, um eine Einladung zu bekommen, sich ihm in seiner Arbeit anzuschließen? Das wollen wir herausfinden. Bevor wir in den eigentlichen Text einsteigen...
Zwei Schlüssel zum Verständnis der Lehre Jesu:
"1. Jesus fasst seine Botschaft wie folgt zusammen:
Tut Buße (kehrt um); denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!? Ich würde diesen Text lieber so umschreiben: "Überdenkt nochmals eure Lebensstrategie, weil es jetzt für euch möglich ist, direkt unter der Herrschaft Gottes zu leben!" Sie und ich haben nicht viel Erfahrung mit Königreichen und Herrschern, darum gebe ich es manchmal lieber in der Geschäftssprache wieder, etwa so: "Gott will, dass Sie Teil seines Geschäfts sind. Denken Sie darüber nach. Lassen Sie jetzt alle nebensächlichen Aktivitäten fallen und treten Sie der Jahwe-Gesellschaft bei." Wir leben in einer kapitalistischen Kultur, darum denke ich, dass der klarste Weg der ist, dass wir verstehen, woran Jesus denkt, wenn er vom Königreich Gottes redet; in dem er ein Geschäft, ein Unternehmen sieht, in dem Gott aktiv wirkt. Dies ist die Hauptbotschaft Jesu. Das ist die Summe seines ganzen Lehrens. Das ist uns sehr nützlich, weil einige von seinen anderen Lehren in bestimmten Punkten schwierig zu verstehen sein können. Wenn wir jedoch auf einige dieser schwierigen Lehren stoßen, mit denen wir uns befassen, und sie auf diese kurz zusammengefasste Botschaft beziehen, kann es uns helfen zu verstehen, wovon Jesus sprach.
2. Jesu Lehrstil
Jesus hatte eine ganz eigene Art zu lehren; es hilft uns, seine Methoden und seinen Stil zu verstehen. Hier ist etwas Beachtliches: Er benutzt gern volkstümliche Ansichten und Gewohnheiten und stellt sie auf den Kopf. "Die Ersten werden die Letzten und die Letzten werden die Ersten sein." Die Menschen, die man für den Bodensatz hält, sind in Wirklichkeit diejenigen, die sich an der Spitze befinden. Das erzeugte einen gewaltigen Schock und machte einen Punkt verständlich: dieser Gott führt sein Geschäft anders als jedes andere Geschäft, das man je gesehen hat. Diejenigen, die Gott in sein Geschäft holt, sind nicht diejenigen, die man erwarten würde.
Mit diesen beiden Schlüsseln im Sinn, sind wir bestens gerüstet, alle Lehren von Jesus zu verstehen, einschließlilch der Seligpreisungen, die wir uns heute ansehen möchten.
Normalerweise höre ich die Seligpreisungen in dem Sinn gepredigt, dass sie Anweisungen sind, um gesegnet zu werden. Die Idee ist, dass nur Gott bestimmte Leute segnet. Das würde bedeuten, dass das Königreich des Himmels nur bestimmten Arten von Menschen zugänglich ist. Darum sei es Ihre Aufgabe, eine solche Person zu werden; denn diese Worte seien Anweisungen, wie man im Todesfall in den Himmel eingehen kann. Diejenigen Menschen hingegen, die nicht auf dieser Liste stehen, würden demnach nicht hineinkommen. Falls wir aber denken, dass Jesus darauf aus ist, geraten wir in echte Schwierigkeiten. Zum Beispiel: "Selig sind, die da Leid tragen." Meint Jesus damit, dass ich mich schuldig fühlen sollte, wenn ich glücklich bin? Ist es rechtschaffener, zu weinen als zu lachen? Wie sollen wir das verstehen?
Hier ist der Schlüssel: Lesen Sie die Seligpreisungen im Licht der Generalbotschaft von Jesus, dass ewiges Leben für jedermann verfügbar ist. Vergessen Sie auch nicht, dass Jesus gern von dem ausgeht, was Menschen vermuten, und diese Dinge dann genau auf den Kopf stellt, um seinen Punkt klar zu machen. Das führt dann dazu: Die Seligpreisungen sind keine Anweisungen, wie man in das Königreich hineinkommen und gesegnet sein kann. Wenn Sie genau hinsehen, erkennen Sie, dass hier keine Anweisung steht, etwas zu tun - es gibt an dieser Stelle keinen einzigen Befehl! Vielmehr sind die Seligpreisungen Veranschaulichungen der Tatsache, dass keine Person vom Königreich ausgeschlossen werden kann, nicht einmal die Leute, die sich am unteren Ende dieser Welt befinden.
Die Segnungen des Reichs Gottes und seiner Herrschaft sind für ALLE MENSCHEN verfügbar, auch für die "nicht Gesegneten?.
Jesus sitzt auf einem Berg, umgeben von Menschen, welche die weltlichen und die religiösen Leute die "nicht Gesegneten bezeichnen würden. Die Leute seinerzeit mögen darüber diskutiert haben, wen Gott in das Königreich eingehen lassen würde; aber jeder stimmte überein, dass DIESE Art von Menschen ganz sicher nicht hineingehen würden. Soviel stand jedenfalls fest. Also begann Jesus seine Predigt mit dieser Seligpreisung, um diese Ansicht auf den Kopf zu stellen, indem er zeigte, dass sich die ganze Welt in ihrer Vorstellung darüber irrt, wen Gott segnen kann - ja, Gott kann sogar solche segnen.
1 Als er aber das Volk sah, ging er auf einen Berg und setzte sich; und seine Jünger traten zu ihm. 2 Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach: 3 Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.
"Arm an Geist." Angenommen, ich käme zu Ihnen und sagte: "Sie sind geistlich arm. Wenn es um geistliche Dinge geht, sind Sie einfach verarmt." Was würde ich damit meinen? Das: Wenn ich eine Liste von geistlich gesinnten Menschen, die ich kenne, aufstelle, dann würden Sie ziemlich weit unten auf der Liste stehen. Das bedeutet, dass ich, wenn ich jemanden für ein Eröffnungsgebet brauchte, Sie wahrscheinlich nicht darum bitten würde, weil Sie nicht sehr geistlich sind. Ich weiß, dass "arm an Geist" normalerweise so ausgelegt wird, dass Sie in Bezug auf Gott bedürftig sind, dass Sie wissen, wie sehr Sie Gott brauchen. Ich habe sogar gesehen, wie Übersetzer dieses ungefähr so verdrehten: "Gesegnet sind diejenigen, die wissen, dass sie arm sind". Das ist unbedingt wahr und gut, aber ich sehe in diesem Vers nicht, dass das so gesagt wird. Was ich hier sehe, ist ein Kommentar über Menschen, die in geistlichen Dingen schwach sind. Ob Sie mir zustimmen oder nicht, ist unwichtig; doch ist es eine Diskussion wert; und, ehrlich gesagt, habe ich nicht das egotistische Bedürfnis, immer im Recht zu sein. Außerdem ist es nicht wichtig, weil ... Warum ist die geistlich arme Person gesegnet? Schauen Sie genau hin: Weil sie schwach im Geist ist? Nein, denn "ihrer ist das Königreich des Himmels." Das Königreich des Himmels ist ihnen zugänglich. Das Geschäft Gottes stellt Leute ein, sie können einsteigen, wenn sie wünschen. Es heißt nicht, dass niemand sonst hinein gehen kann; es heißt nur, dass ihnen das Königreich zugänglich ist - was es in der Tat auch ist. Das sind gute Nachrichten für die Armen im Geist unter uns, weil wir nicht einmal daran dachten, eine Chance zu haben, in das Geschäft Gottes hinein zu kommen. Wir wollen uns noch einige dieser "Gesegneten" anschauen ...
4 Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.
Sind sie gesegnet, weil Trauern eine solch gute und heilige Aktivität ist? Nein, sie sind gesegnet, weil das Königreich der Himmel für sie gekommen ist und es ihnen jeden Trost bringt, den sie brauchen. Meine Oma starb letzte Woche, und wir trauerten. An einem einzigen Tag verloren sieben Astronauten gleichzeitig ihr Leben, als das Weltraumshuttle Columbia hoch oben am Himmel explodierte. Ja, wir trauern, wir weinen. Und wenn man trauert, hat man manchmal das Gefühl, dass alle Hoffnung verloren ist, besonders wenn es eine Tragödie ist, die einen sehr tief trifft. Man scheint ganz und gar ungesegnet und nicht segnungswürdig zu sein. Man fühlt sich eher wie verflucht, sagt man. Doch, Kopf hoch! Jesus sagt: "Das Königreich, das ich euch zu verkündigen gekommen bin, ist so schön, dass es uns jeden nötigen Trost geben kann." Ihre Tragödie wird sich auflösen durch die Kraft dieses Königreichs, und Sie werden Trost finden.
5 Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.
"Sanftmütig" ist eines jener Wörter, die über die Jahre von Menschen sentimental dargestellt und romantisiert worden sind, damit sie einigermaßen heilig aussehen. Man könnte hier auch das Wort "schüchtern" einsetzen. Eine sanftmütige Person ist schüchtern, eingeschüchtert, nicht bestimmend. Wenn jemand seine Meinung über etwas sagt, würden Sanftmütige niemals sagen, dass sie damit nicht übereinstimmen, selbst wenn dies der Fall ist, weil sie meinen, dass sie sich irren müssten. Kinder von Alkoholikern verhalten sich oft so. Sie können nicht für ihr gutes Recht eintreten, so dass sie nie viel bekommen. Sie steigen nie auf und bekommen auch keine Gehaltserhöhungen bei ihrer Arbeitsstelle, weil sie sich nie überwinden können, darum zu bitten, und ihre Chefs wissen, dass sie sich nie melden werden. Die allgemeine Weltweisheit sagt, dass es kaum etwas Ungesegneteres gibt, als ein solcher Mensch zu sein. Sie bekommen nie etwas, wenn Sie so sind! Denn diejenigen, die schüchtern und nicht bestimmend sind, werden einfach zu Boden getreten, weil sie es nicht schaffen, anders zu sein. Zu diesen Leuten sagt Jesus: "gesegnet seid Ihr, weil das Königreich für Euch verfügbar ist und niemand kann es Euch wegnehmen." Ihre Schüchternheit und ihr unsicheres Verhalten hält Gott nicht davon ab, ihnen die ganze Erde zu geben. Der Herr ist ihr Hirte, und nichts wir ihnen mangeln.
6 Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.
Der biblische Gedanke, der hier mit "Gerechtigkeit" übersetzt wird, hat zwei Seiten. Auf der einzelnen Seite bedeutet sie persönliche moralische Gerechtigkeit. Auf der mehr kommunalen oder gesellschaftlichen Seite bedeutet sie, was wir soziale Gerechtigkeit nennen würden. Zum Beispiel sah Martin Luther King, dass so vieles im Umgang zwischen weißen und schwarzen Amerikaner so falsch war, dass er danach hungerte und dürstete, um diese Beziehungen richtig zu stellen. Vielleicht befindet sich die Gerechtigkeit, nach der Sie hungern, in Ihnen selbst. Vielleicht scheitern Sie gerade in einem besonderen Bereich der Sünde so sehr, dass Sie geradezu schreien, um von dieser Art Sünde, in der Sie feststecken, befreit zu werden. Vielleicht fühlen Sie sich durch ein ungerechtes Urteil sehr verletzt, wie Eltern, die erfahren, dass der Mörder ihres Kindes gerade aus dem Gefängnis entlassen worden ist, und er sie noch auslacht. Solche wissen, was es heißt, nach Gerechtigkeit und Rechtschaffenheit zu hungern und zu dürsten. Jesus sagt zu diesen Menschen: "Gesegnet seid Ihr, weil die Gerechtigkeit, nach der Ihr Euch sehnt, ganz gewiss kommt." Die persönliche moralische Reinheit, nach der Sie sich sehnen, ist für jeden verfügbar, der sie will. Sie werden mit dem ERFÜLLT, für das Sie leiden.
7 Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.
Diese Seligpreisung ist ein direkter Schlag ins Gesicht der Weisheit unserer Welt. Die Welt sagt: "Verflucht sind die Gnädigen, denn sie sollen ausgenutzt werden."
Tatsächlich trifft dies auch außerhalb der Herrschaft des Himmels zu. In der großen Depression gab es Kaufleute, die ihren Nachbarn ihre Produkte auf Kredit verkauften, obgleich sie fest damit rechnen mussten, dass sie nie bezahlt werden würden. Das ist Barmherzigkeit. Viele von ihnen haben deswegen ihre Geschäfte verloren. Wenn aber jemand unter der Herrschaft des Himmels lebt, dann wird er als ein Barmherziger feststellen, dass er selbst auch Barmherzigkeit erfährt, die seinen Bedarf deckt - für diese Leute wird gesorgt werden. Im Königreich Gottes wird niemand durch die Maschen eines Netzes fallen.
8 Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.
Kierkegaard sagte: "Reinheit des Herzens bedeutet, eine Sache zu wollen." Sie können nur eins wirklich wollen und darin sind Ihre Loyalität und Prioritäten völlig ungeteilt - das ist die Reinheit des Herzens. Natürlich hat kein Mensch, außer Jesus, diese tatsächlich erreicht. Wir haben ein sehr geteiltes Herz. Wir sind nicht in allen Punkten rein. Ich denke, diejenigen, die Jesus mit diesem Kommentar anspricht, sind solche Leute, die von ihrer eigenen Unreinheit und der Unreinheit ihrer Umgebung wissen, und sie können diese nicht ertragen. Wir könnten sie "Perfektionisten" nennen. Nichts ist ihnen jemals gut genug, um glücklich oder okay zu sein. Sie sind immer bereit, Ihnen zu sagen, was an Ihrem Verhalten, Ihren Plänen oder der Welt im Allgemeinen falsch ist. Die gute Nachricht ist, dass das Königreich für diese Leute verfügbar ist, was bedeutet, dass sie Gott sehen werden. Dann, wenn sie es tun, entdecken sie schließlich die absolute Vollkommenheit, die sie so sehr brauchen.
9 Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen.
Jemand zu sein, der Frieden macht, ist etwas Wunderbares und Gutes. Aber fragen Sie die Leute, die es tun, und sehen Sie, ob sie sich bei ihrem Tun sehr gesegnet fühlen. Sehen Sie Polizisten im Fernsehn, die Verbrecher jagen und Kämpfe beenden. Das sind Friedensstifter - Leute, die zwischen zwei Feinde schreiten und erreichen, dass sie sich beruhigen. Einer, der Kriege verursacht, ist in einer gefährlichen Position, weil er von der anderen Seite beschossen werden kann. Ein Friedensstifter ist in einer noch schlechteren Lage, weil NIEMAND auf seiner Seite ist und die Kugeln sofort aus beiden Richtungen kommen können. Fragen Sie einen Polizeibeamten, ob er sich gesegnet fühlt, wenn er in jemandes Haus geht, um eine häusliche Unruhe zu beenden. Die gute Nachricht ist, dass es im Königreich des Himmels Anerkennung gibt, dass dies Gottes Werk ist: undankbaren, sündigenden Menschen Gutes zu bringen. Wenn Sie sich mitten in den Kampf begeben, wird niemand Ihnen danken. Aber unter der Herrschaft des Himmels wissen Sie, dass Sie als ein Kind Gottes auftreten. Wenn Ihr Leben im Königreich geführt wird, ist selbst das Friedensstiften eine gute Aufgabe.
10 Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich.
Judy Blume schrieb ein Buch für Jugendliche: Ein neues Mädchen in der Schule, das übergewichtig war. Alle Kinder machten sich lustig über sie und waren sehr gemein. Aber ein anderes Mädchen setzte sich schließlich für das übergewichtige Mädchen ein. Dann wurde dieses Mädchen sogar schlechter als das erste behandelt. Für das Richtige aufzustehen, ist nicht immer eine dankbare Sache. Ist das Ihnen schon mal passiert, dass Sie sich unterhiellten und plötzlich jemand einen rassistischen Witz erzählte und Sie sich weigerten zu lachen? Ich wette, dass die ganze Gruppe Sie sehr schätzte, nicht wahr? Für das Richtige aufzustehen, bringt Ihnen normalerweise nicht viel Dank ein. Abraham Lincoln stand gegen die Sklaverei auf; dafür wurde er ermordet. Martin Luther King stand gegen Rassismus auf, dafür tötete man ihn. Leute, die gegen Gangster aussagen, begeben sich in ein Zeugenschutzprogramm. Wie hoch ist dann aber ihre Lebensqualität, nie in der Lage zu sein, jemandem seinen wirklichen Namen oder seine Geschichte erzählen zu können? Aber Jesus sagt: "Ihr seid gesegnet, weil selbst Ihr ein gesegnetes Leben haben könnt. Das Königreich Gottes geht sogar bis zu Ihrem Versteck, in dem Sie sich vor den Leuten verstecken, die Sie töten wollen. Jetzt kommen wir zum letzten "gesegnet sind":
11 Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, wenn sie damit lügen. 12 Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel reichlich belohnt werden. Denn ebenso haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind.
Sie, deren Familien über Sie reden und über Sie lachen, weil Sie von Ihrem Schaukelstuhl aufgestanden und zu diesem Jesus übergelaufen sind. Wir haben alle eine Erfahrung wie diese gemacht; denn unser Weg in Gottes Nachfolge war etwas anders. Damals, als ich ein Kind war, machten sie sich über mich sehr lustig. Das war ein schreckliches Gefühl. Es geschieht tatsächlich immer noch, jetzt sogar öfters als gewöhnlich, weil ich über meinen Glauben viel freier rede. Zu uns sagt Jesus, wir sollten vor Freude springen, wenn dies geschieht, weil ich weiß, dass mein Leben jetzt im Königreich Gottes so schön ist, dass es jede Beschimpfung von Leuten, die das nicht verstehen, wert ist. So weiß ich, dass ich in guter Gesellschaft bin, weil die Welt alle Propheten Gottes auf dieselbe Weise behandelte.
Was Sie tun sollten: Setzen Sie Ihren Namen an die Stelle aller Arten von Menschen, die gesegnet sind, und lesen Sie die Seligpreisungen für sich persönlich. Etwa so: "Gesegnet ist Bob, denn ihm gehört das Himmelreich?? Machen Sie diese Übung täglich eine Woche lang, und stellen Sie fest, wie das Ihr Denken beeinflusst, besonders Ihre generelle Fähigkeit, dankbar und fröhlich zu sein, auch angesichts von Schwierigkeiten.
Alle "nicht Gesegneten" der Welt können an der Segnung des Königreichs Gottes Teil haben; Jesus kam, um zu tun, was notwendig war, die Türen WEIT zu öffnen und jeden DAZU einzuladen. Wenn Sie sich im Geschäft Gottes engagieren wollen, sind Sie eingeladen. Selbst wenn Sie zum untersten Bodensatz gehören, sind Sie eingeladen. Die Tatsache, dass Sie eingeladen sind, macht Sie zu einem Gesegneten, weil das Eintreten ins Geschäft Gottes das Beste ist, das einem Menschen passieren kann. Wir wurden GESCHAFFEN, um Teil des Geschäfts Gottes zu sein. Wir werden nie glücklich oder erfüllt sein, bis wir im Schützengraben bei Gott liegen und sein Werk mit ihm tun.
Warum sagt Jesus, dass diese "nicht Gesegneten" gesegnet sind?
Weil sie an Gottes Seite mitarbeiten, die Welt zu verändern. Eine Rolle im Königreich des Himmels zu spielen, bedeutet, sich an Gottes Geschäft zu beteiligen, dass Gutes vollbracht wird. Darum geht es in den letzten paar Versen. Gott möchte Sie als Mitarbeiter in seinem Geschäft einstellen; Ihre Stellenbeschreibung lautet, "Salz" und "Licht" zu sein.
13 Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als daß man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten.
Zur Zeit Jesu war Salz nicht genau dasselbe, was wir heute haben. Haben Sie bemerkt, dass das Salz in Ihrem Salzstreuer nicht aufhört, salzig zu sein, selbst wenn Sie es eine längere Zeit nicht benutzen? Das liegt daran, dass das heutige Salz aus sehr dauerhaften Chemikalien besteht, aus Natrium und Chlorid. Aber in den Tagen von Jesus hatten sie kaum raffiniertes Salz. Was sie hatten, war im Allgemeinen Kalkstein, der Salz enthielt, praktisch in ihn hinein gemischt. Wenn man es dann der Luft, besonders wenn die Luft Feuchtigkeit enthielt, aussetzte, wurde das Salz aus dem Kalkstein gesaugt, sodass schließlich nur Kalkstein übrigblieb. Wenn das geschah, gab es keine Möglichkeit, Salzwasser wieder einsaugen zuu lassen, um das Salz zurückzubringen. Es war einfach nutzloser Kalkstein, denn man als Schotter für einen Weg verwenden oder auch zur Geruchsverbesserung auf einen Düngerhaufen werfen konnte. Der Punkt, den Jesus macht, ist, dass Sie dazu bestimmt sind, nützlich wie Salz zu sein. Salz ist eine unglaublich nützliche kleine Chemikalie. Salz ist ein Reinigungsmittel. Sie sollen ein Reinigungsmedium sein, mit welchen Teilen der Welt Sie auch in Kontakt kommen mögen. Salz ist ein Konservierungsmittel. Sie sollen jemand sein, der, wo immer er hingeht, Situationen verbessert. Eine Freundin war als Teenager bekannt dafür, dass sie einfach ein guter Mensch war. Sie fuhr weder jemanden an noch richtete sie Leute, wenn sie etwas falsch machten. Doch wusste jeder, dass sie persönlich sehr hohe Normen hatte. Das Ergebnis war, dass jedes Mal, wenn sie in einer Gruppe war, sich jeder einer zivilisierteren Sprache bediente und sich anderen gegenüber höflicher verhielt. Das ist ein Konservierungsmittel. Salz ist ein Geschmacksverstärker für Speisen. Weil Sie sind, wo Sie sind, soll das Leben etwas interessanter, etwas würziger für Ihre Umgebung sein. Nicht die oberen Zehntausend, nicht die Mächtigen dieser Welt sind es, die die Welt verändern; es sind diejenigen, die niemand wahrnimmt. Ihre Arbeit ist meist unsichtbar. Aber sie sind diejenigen, die echten Eindruck machen. Es sind Menschen, wie Sie und ich, die Jesus still und demütig dienen.
Sie sind etwas ganz Besonderes, sagt Gott. Sie können aber dieses Sein verlieren, wenn Sie es vernachlässigen. Das Salz in Jesu Tagen war grundsätzlich Kalkstein mit Salz vermischt. Wenn man es offen stehen ließ und der Luft aussetzte, sickerte das Salz schließlich aus ihm heraus, und alles, was einem verblieb, war wertloser Kalkstein. Man konnte es als Schotter für einen Weg verwenden und das war auch alles. Ihr hochgradiger Salzgehalt als Jünger ist damit vergleichbar. Vernachlässigen, ignorieren Sie ihn nicht. Darum ist eine beständige, geistliche Bildung so wichtig, ob es sich um Gottesdienst und Gebet oder um die Teilnahme an einer kleinen Gruppe handelt. Diese helfen verhindern, dass Sie Ihren Salzgehalt ignorieren. Denn, wenn der Salzgehalt sich aus Ihnen gelöst hat, dann sind Sie nutzlos für Gott, dann haben Sie die Gelegenheit Ihres Lebens versäumt, Teil von etwas zu sein, das alle Ewigkeiten lang andauert. Es gibt nichts Tragischeres als das.
Woher aber kommt Ihr Salzgehalt? Sie könnten sich anschauen und sagen: "Ich bin nicht anders als jeder andere. Wie kann Gott sagen, dass ich salzig bin? Ich bin es nicht." Die abschließenden Verse und ein anderes Bild geben uns einen Hinweis:
14 Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. 15 Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind. 16 So laßt euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.
Genauso, wie Sie Salz sind, sind Sie auch ein Licht, eine Lampe. Bedenken Sie folgendes: Wie leuchtet eine Kerze? Jemand muss sie anzünden. Jemand, der Zugang zu einem Feuerzeug hat, zündet den Docht an, sie brennt. Sie bekommen Ihr Salz auf dieselbe Weise, wie Sie Ihr Licht erhalten. Es kommt direkt von Gott. Er zündet Sie an, damit Sie Liebe und Wahrheit in Ihrer Umgebung ausstrahlen. "Licht der Welt", klingt so grandios und groß. Wenn aber etwas so groß ist, denken wir kaum darüber nach. Wie kommt das? Sie sind das Licht Ihrer Nachbarschaft. Es gibt Häuser nördlich, südlich, westlich und östliches Ihres Hauses. Gott stellte Sie dorthin, um eine Lampe für sein Licht an jenem Ort zu sein. Sie sind das Licht Ihres Arbeitsplatzes, Ihres Büros, Ihres Arbeitstrupps, Ihrer Mitangestellten, Ihres Arbeitgebers. Gott setzte Sie aus einem bestimmten Grund dorthin. Er hat Sie als Feuer angezündet, oder er tut es in diesem Moment, und er hat Sie nicht unter einen Scheffel gestellt. Stattdessen hat er Sie genau an der Stelle platziert, wo dieses Licht leuchten soll. Wenn Sie dieses Licht verstecken, dann wird an diesem Ort kein Licht brennen, und die Welt verliert etwas Unbezahlbares. Sie sind nicht ersetzbar.
Was Sie tun sollten: Machen Sie eine "Salz und Licht Überprüfung? Ihres Lebens:
1. Frage: "Ist mein Lebensweg bedeutend anders als der von Nichtchristen aus meiner Umgebung?" So können Sie prüfen, wie "salzig" oder "hell" Sie sind.
2. Frage: "Habe ich genug Kontakt zu Nichtchristen, damit mein ?Salzgehalt' sie beeinflussen kann, sie auf Gott durstig zu machen? Versuche ich zu verstecken, was Gott in mir wirkt, verberge ich mein Licht vor den Leuten meiner Umgebung, weil es mich verlegen macht, anders zu sein?"
Gott ändert die Welt. Das tut er durch das Aufrichten seiner Herrschaft in den Herzen von Menschen. Er fordert einen Menschen nach dem anderen auf, sich ihm in seinem Geschäft anzuschließen. Wenn Sie an dieser Arbeit teilnehmen möchten, wenn Sie sich an Gottes Geschäft, das er hier tut, beteiligen wollen, dann gibt es nichts, das Sie zurückhalten könnte. Sie sind eingeladen, ohne Rücksicht auf all das Schlechte in Ihrem Leben, ohne Rücksicht darauf, wie tief unten am Totempfahl Sie sich befinden. Es ist unwichtig, ob Sie arm, behindert, überstrapaziert, krank, deprimiert oder neurotisch sind. Gott will Sie in seinem Team haben. Gesegnet sind Sie; denn Ihrer ist das Königreich des Himmels.
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Autor: John Stonecypher, mit freundlicher Genehmigung:
Stiftung Weltweite Kirche Gottes in Deutschland
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