John Mulinde: Hungrig nach Gott

<FONT face=Arial>Die Vorgeschichte
Ich freue mich, wieder in Berlin sein zu können. In den letzten drei Jahren war ich oft in Berlin und saß allein da - dieses Mal bin ich nicht allein. Der Herr hat mir eine wunderbare Frau gegeben, wir hatten im Januar eine herrliche Hochzeit und seither ist vieles wie ein wunderbarer Traum für mich. Ich freue mich besonders, dass wir dieses Mal gemeinsam in Berlin sein können.
Ich glaube, dass wir alle hier sind, weil unsere Herzen auf das gleiche Ziel ausgerichtet sind. Und von tiefstem Herzen möchte ich sagen, dass wir eure Anwesenheit sehr schätzen, sie bedeutet uns viel.
Lasst mich ein bißchen über den Hintergrund der Last, die wir für Deutschland haben, erzählen.
Diese Last für Deutschland ist eingebettet in die Last, die wir für ganz Europa haben. In Afrika haben wir das Evangelium durch Missionare aus Europa empfangen. Wir spüren, dass wir eine geistliche Schuld gegenüber den Ländern Europas haben. Ich bin durch Gottes übernatürliche Führung in den Dienst für Europa gekommen. Ich bin mir sicher, dass die meisten von euch die Vision, die mir der Herr in Bezug auf Europa gezeigt hat, kennen. Da ging es um die Finsternis, die den Kontinent bedeckt und inwieweit diese Finsternis den Lebensstil auf dem Kontinent beeinflusst.
Jetzt ist es beinahe zehn Jahre her, dass ich diese Vision empfing. Manchmal empfinde ich eine gewisse Ehrfurcht, wenn ich sehe, wie Dinge, die ich in der Vision sah, in Erfüllung gehen. Es ist wirklich so, dass das Böse, über das der Herr in dieser Vision gesprochen hat, sich immer mehr manifestieret, dass es deutlicher zu sehen ist und dass es übler wird. Besonders jetzt, wo die Europäische Verfassung diskutiert wird, kann man die offene Ablehnung Gottes erkennen.
Aber das Ermutigende dabei ist, dass Gott sagt, Er sei noch nicht fertig mit Europa. Sein Plan ist ja nicht, sich einfach zurückzulehnen und zu schauen, was in Europa so abläuft. Der Herr arbeitet daran, sich ein Volk vorzubereiten, Einzelne herauszurufen, mit denen Er in Europa arbeiten kann. Als Gott mir die Vision gezeigt hatte, hat Er mich zunächst nach England geschickt und wir fingen an, in England zu arbeiten und ein Gebetsnetzwerk aufzubauen. Dort haben wir auch unsere erste Ministry Base in Europa aufgemacht.
Als wir anfingen, auf das europäische Festland zu gehen, starteten wir zunächst in Frankreich. Vielleicht erinnern sich einige von euch an die Geschichte, wie ich damals schließlich nach Berlin kam:
Ich erhielt die Einladung von Tom Hess und von der Gruppe, die hier für Israel betete, im Juni 1999 zu einer Gebetskonferenz zu kommen, bei der es um Israel und Deutschland ging. Meine Antwort war "Nein", weil ich bereits eine andere Verpflichtung zu der betreffenden Zeit hatte.
Es ist nicht so üblich, dass Leute immer wieder Einladungen schicken und drängen, selbst wenn man schon abgesagt hat, aber so ist es in diesem Fall geschehen. Nachdem ich "Nein" gesagt hatte, bin ich noch vier Mal eingeladen worden. Ich erinnere mich, wie mein Freund Tom Hess mich wiederholt angerufen und gefragt hat: "Hast du wirklich gebetet in dieser Sache?"
Einmal war ich in Paris, mitten in der Nacht rief mich Tom an und wir sprachen über viele Dinge. Dann fragte er mich: "Hast du über Berlin gebetet, denkst du, dass du kommen kannst?" Ich sagte: "Tom, ich kann nicht kommen, ich habe dir das schon gesagt." "Nun", sagte er, "ich dachte, du würdest noch mal darüber beten."
Gottes Zeitpunkt für Deutschland
Nach dem Gespräch beschloß ich: "Ich werde jetzt für diesen Mann beten, damit er Frieden haben kann, damit er endlich annehmen kann, was ich ihm gesagt habe."
So ging ich auf meine Knie und fing an zu beten. In diesem Moment sprach dann der Herr zu mir. Er hat nicht gesagt: "Geh nach Deutschland" oder "Geh nicht nach Deutschland". Er hat gesagt: "Dies ist meine Zeit für Deutschland." Und für mich hat das alles verändert, was ich bis dahin gedacht hatte.
Ich lehre meine Mitarbeiter immer, dass die beste Art und Weise, Gottes Hand zu sehen, die ist, in Gottes Zeitplan zu bleiben. Folglich habe ich mich damals entschlossen, nach Deutschland zu gehen. Ich bin nicht nach Deutschland gekommen, um irgendetwas zu tun, ich hatte kein besonderes Wort von Gott, ich hatte keine besondere Salbung, da war nichts. Ich kam eigentlich wie ein geistlicher Tourist nach Berlin, ich wollte sehen, was Gott tut. Da Er gesagt hatte, dies sei Seine Zeit für Deutschland, wollte ich sehen, was Er in Deutschland tut.
So kam ich nach Berlin, in diese Kirche. Da war ich nun, hatte kein spezielles Wort und so habe mich darauf vorbereitet, über Israel zu sprechen, da das ja das Thema der Konferenz war. Das, was folgte, ist eine lange Geschichte, die ich nicht ausführen möchte, aber in diesen paar Tagen haben mich zwei Dinge tief beeindruckt:
Das eine war der offensichtliche Mangel einer Gebetslast der Deutschen für ihr eigenes Land. In der Versammlung konnte man überhaupt nicht spüren, dass da ein Schrei für das Land in den Herzen war, ich empfand kein Verlangen, das Land für Jesus in Besitz zu nehmen. Erinnert euch daran, ich kam um zu sehen, was Gott gerade hier tat. Diese Ausschau war mir sehr bewusst.
Ich bemerkte also diesen Mangel und sagte mir: Es scheint gar kein Verlangen danach da zu sein, wirklich die Herrlichkeit Gottes sehen zu wollen.
Das Zweite war, dass zu dieser Zeit der Christopher Street Day stattfand, und es war ziemlich schrecklich auf den Straßen. Ich war schockiert, in meinem ganzen Leben hatte ich noch nie so etwas gesehen. Ich hätte nie gedacht, dass Menschen solche Dinge, wie ich sie da auf den Straßen gesehen habe, öffentlich zeigen würden. Dies geschah während des Tages. Die Gläubigen sagten mir: "Wenn du bloß wüsstest was spät am Abend oder in der Nacht geschieht, das ist einfach schrecklich."
Nach diesem Gespräch, als ich zurück in mein Zimmer ging, da war der größte Eindruck in meinem Herzen: Die Deutschen sprechen darüber, als ob es etwas ganz Normales wäre. Es ist schrecklich, es ist total verseucht, es ist böse, übel und es ist in sich selbst schockierend. Und die Christen reden darüber, als ob es etwas ganz Normales wäre...
Ich erinnere mich daran, ein kleines Mädchen gesehen zu haben. Sie hatte ihren Badeanzug an und ging zwischen zwei Frauen, die sehr leicht bekleidet waren. Das Kind hielt ein Banner empor: "Wenn ich erwachsen bin, dann möchte ich lesbisch sein." Ein kleines Mädchen. Das hat mein Herz so bewegt für die Kinder. Die Kinder wachsen in einer Umgebung auf, die zwischen richtig und falsch keinen Unterschied macht. Die Kinder wachsen in einer Gesellschaft auf, in der das Böse zum Guten erklärt wird. Ihr Empfinden für das, was gut und heilig ist, wird unterdrückt, wird regelrecht kalt gemacht. Ich fragte: "Herr, wo sind die Wurzeln, durch die das Reich Gottes wieder zum Leben gebracht werden kann? Herr, Du hast gesagt, das sei Deine Zeit für Deutschland, aber wo sind die Wurzeln, die guten Grundlagen, durch die Dein Reich kommen kann?"
Da habe ich dann dieses Wort vom Herrn bekommen:
"Ich suche einen Mann, der in den Riss tritt für dieses Land. Ich schaue aus nach einem Mann, der für dieses Land vor mir steht. Damit ich nicht Gericht auf dieses Land bringen muss, damit ich dem Land nicht das heimzahlen muss, was es vor mir getan hat. Aber ich habe keinen gefunden."
Das war für mich der Anfang meiner Gebetslast, da ist meine Hingabe an Deutschland geboren worden. Ich sagte: "Herr, wenn es irgend etwas gibt, das ich tun kann, um die Tür zu öffnen für diese Nation, damit sie beginnt die Last, die Du in Deinem Herzen für dieses Volk hast, zu erfassen, dann will ich es tun."
Ich wusste aber nicht, was ich tun könnte.
Vor einer Versammlung der Konferenz waren wir dann mit dem Leitungsteam in einem Nebenraum zum Gebet zusammen. Als wir beteten, spürte ich: Das Gebet ist so flach, es geht so oben drüber, da ist kein wirkliches Herzensverlangen.
Ich hatte fast Angst und fragte: "Herr, was ist hier eigentlich los? Wo ist die Last, wo ist der Schrei?" Nachdem ein Leiter nach dem anderen betete - ich kritisiere oder richte hier niemanden - bin ich in Tränen ausgebrochen. Ich wollte keine Szene daraus machen, ich habe mich sehr bemüht, mich zu kontrollieren, aber der Geist der Fürbitte kam auf mich und ich weinte und weinte, tiefes Seufzen kam aus meinem Herzen.
Plötzlich gab es einen Moment der Ruhe und dann fingen alle an zu weinen. Etwas geschah in unserer Mitte, es war eine neue Dimension im Geist, alle fingen an zu weinen. Und ich fing an zu beten, ich hörte mich selbst sagen: "Herr, wenn es irgendeinen Preis gibt, um durch diese Finsternis durchzubrechen und zu sehen wie Deine Herrlichkeit wieder in das Land hineinkommt, dann möchte ich ihn bezahlen."
Später fragte mich einer der Leiter: "Ihr habt diesen Geist des Gebetes in Uganda, könnt ihr uns helfen, diesen Geist zu empfangen?" Ich antwortete: "Ich bin so gerne dabei, wenn ich nur etwas dafür tun kann, dass der Heilige Geist hier in Deutschland durchbricht und Neues hervorbringt."
Auf und ab und wieder von vorne
Nun, es ist eine lange Geschichte, aber dies war der Anfang dafür, dass wir begonnen haben, Teams nach Deutschland zu schicken.
Die Hauptabsicht in unseren Herzen war, dass wir durch das Land gehen wollten, im Land beten wollten und im Land diesen Ruf aussenden wollten, aufzuwachen und sich darüber bewusst zu werden, wozu Gott dieses Land und Einzelne in diesem Land ruft.
Also fingen zwischen den Jahren 2000 und 2003 Teams an, zu kommen. Es war nicht immer leicht, wir hatten kulturelle Unterschiede und ich denke, es war für beide Seiten nicht einfach. Aber ich glaube, dass wir alle übereinstimmen, dass im Geist etwas geschehen ist in diesem Land. Es gab ein gewisses Maß von Wachwerden und Erkennen, was der Ruf des Herrn ist. Es gab ein Anwachsen des Hungers, die Dinge Gottes im Land sehen zu wollen. Und mehr und mehr Leute hatten das Verlangen, Gott zu suchen.
In der letzten Versammlung die wir hier, in diesem Gebäude hatten, war ich mit Michael Kimuli zusammen. Die Treffen waren gut, aber für uns war eines so deprimierend: Wir spürten, dass die geistliche Temperatur immer wieder anstieg und dann wieder abfiel und wieder anstieg, um erneut abzufallen, wie eine Kurve.
Wenn Fürbitter aus Uganda im Land waren, dann stieg die Kurve nach oben. Wenn sie wieder weggingen, ging nach einiger Zeit die Kurve wieder abwärts. Wir waren frustriert. Wir spürten, dass wir im Geist nie wirklich frei waren, um auf die nächste Ebene vorzudringen. Wir kamen im geistlichen Bereich immer wieder zum gleichen Ort zurück und mussten immer wieder dieselben Dinge betonen.
Wir empfanden, dass dies auch für die Deutschen frustrierend war. Die, die ernsthaft sind, geben sich ganz hinein und versuchen es sehr ernst und müssen immer wieder neu anfangen - so etwas ist entmutigend. Wir fingen also an, Gott erneut zu suchen, und auch uns zu fragen: "Lohnt es sich, auf diese Art und Weise weiter zu machen? Gibt es irgendeine Hoffnung?"
Wir schauten uns das System an, das System innerhalb der Gemeinden und das System der Welt draußen, die Denkweise. Es war hoffnungslos, es gab für uns keine Aussicht, dass sich dies verändern würde. Wir haben Gott gefragt: "Was kann man tun in einer solchen Situation?"
Der Herr sprach zu mir, unabhängig davon, was Er zu Michael Kimuli gesagt hat: "Bist du bereit, denselben Preis für Deutschland zu bezahlen, den du auch in deinem eigenen Land bezahlt hast? Bist du bereit, dein Leben niederzulegen und das Land buchstäblich zurückzufordern, wie du es in Uganda getan hast?"
An diesem Abend war es zum erstenmal für mich klar: Selbst wenn wir diese ganze Last für Deutschland hatten, hatten wir doch einen zu großen Abstand zu diesem Land. Das war beinahe so, als wenn wir zu den Deutschen gesagt hätten: "Wir haben euch jetzt alles gesagt, ihr könnt es nehmen oder ihr könnt es liegen lassen, es ist eure Wahl".
Es war so, dass Wellen von Negativismus auf uns zukamen, worauf wir einen Schritt zurück machten und sagten: Das ist jetzt eben ihre Reaktion. Was können wir tun?
Ich erinnerte mich daran, dass uns in Uganda dasselbe passiert war. Als der Herr uns in verschiedene Bezirke und Städte schickte, ist uns Ablehnung entgegengeschlagen, Misstrauen, wir wurden gedemütigt, es gab offenen Widerstand, da wurde manipuliert und manchmal schien es unmöglich, durchzudringen. Aber da war etwas in unserem Herzen, das sagte: Dies ist unser Land. Niemand, keine Gruppe von Menschen, keine Denomination, kein System wird dieses Land gefangen halten. Was immer notwendig ist, dieses Land freizusetzen, wir werden es tun.
Wir beteten, wir fasteten, wir taten alles, was wir zu tun wussten. Wir haben uns einfach festgelegt, alles zu durchlaufen, was notwendig war, damit der Preis bezahlt wurde, unser Land in die Freiheit zu bringen. Ich kann nicht sagen, dass dies bereits zu 100 % geschehen wäre, aber Uganda hat sich immer und immer wieder geöffnet und zwar das ganze Land. Menschen, die das, was Gott tun wollte, stark abgelehnt haben, haben sich gewandelt und werden jetzt mächtig von Gott im Land gebraucht.
Aber ich kenne auch den Preis, den das kostet. Ich habe einen solchen Preis für kein anderes Land bezahlt. Ich weiß, was es für eine Last und für ein Schmerz ist, den jemand trägt, während er auf diesem Weg geht. Für mich war es sehr schwer, zu Gott zu sagen: "Ja, ich bin bereit, denselben Preis für Deutschland zu bezahlen, den ich für Uganda bezahlt habe." Ich dachte an so viele Dinge, ich sagte: "Herr, wie können wir das tun, wir leben ja nicht einmal in diesem Land. Wir kennen noch nicht einmal die Tiefen dieses Systems." Ich fing an, alle möglichen Ausreden und Ausflüchte vor Gott auszubreiten.
Am nächsten Morgen beim Frühstück habe ich darüber mit Michael gesprochen und Michael sagte mir, dass er vier Monate zuvor in Leipzig war, während in der Stadt ein Treffen von Satanisten stattfand. Er wurde aufgerüttelt durch die Offenheit und die Kühnheit, mit der die Satanisten öffentlich auftraten. Als er mit christlichen Leitern darüber sprach, sagten sie: "Das ist jedes Jahr dasselbe, die kommen eben immer wieder hier zusammen."
Michael ging in sein Zimmer und schrie zu Gott. Er erzählte mir, dass der Herrn, während er im Gebet zu ihm rief, ihn fragte: "Bist du bereit, dieses Land in deinen Tränen zu baden, wie du Uganda in deinen Tränen gebadet hast?" Er hat mir dann erzählt, wie er darüber nachgedacht hat, welchen Preis wir für Uganda bezahlt haben und er hat gedacht: Das ist unmöglich, wir können diesen Preis hier gar nicht bezahlen!
Zu der Zeit stellten wir fest, dass Gott uns zu einer höheren Hingabe berufen hat, als wir es jemals zuvor erlebt hatten. Wir sprachen darüber, wir konnten den Preis beinahe greifbar vor unseren Augen sehen. Aber wir konnten nicht sehen, wie wir überhaupt dazu in der Lage sein sollten, einen solchen Preis für Deutschland zu bezahlen.
Ein unausweichlicher Kampf
So fuhr ich zurück nach Uganda und habe die Gebetsleiter und Fürbitter zusammengerufen. Wir haben darüber gesprochen. Am Ende waren zwei Dinge völlig klar:
Erstens: Während der letzten Jahre ist das Maß an Gebet in Deutschland immer größer und größer geworden. Jedesmal wenn Gebet nach oben steigt, muss etwas im geistlichen Bereich weichen. Wenn der geistliche Bereich in der Himmelswelt sich zu öffnen beginnt, dann geschehen zwei Dinge: Die geistliche Aktivität über diesem Land nimmt zu und der Geist des Herrn kommt diesem Land näher. Die Werke Gottes werden leichter in diesem Land, das ist die natürliche Folge.
Doch zur selben Zeit werden viele böse Geister zu dem Ort hingezogen, weil es darum geht, die Oberhand zu gewinnen. Entweder wird es einen Wechsel der Königreiche geben, von einem Königreich zum anderen Königreich, oder das alte Reich wird noch stärker, noch gefestigter daraus hervorgehen.
Wir erkannten, dass es das ist, was momentan in Deutschland geschieht. Die geistliche Aktivität über diesem Land ist weitaus stärker geworden, als sie war. Plötzlich bemerkten wir, dass das, worum es eigentlich geht, gewaltig ist. Wenn das Volk Gottes jetzt nicht wirklich durchdringt, dann wird die Finsternis sich nicht einfach auf demselben Niveau fortsetzen wie früher. Es wird vielmehr wesentlich schlimmer werden als je zuvor. Es wird noch schwieriger werden, durchzubrechen, als es vorher gewesen ist.
Zweitens: Ein Geist von Trägheit und Müdigkeit begann, sich im Land auszubreiten. Viele Christen, die Gott suchten und beteten, fingen an, müde zu werden. Sie begannen zu überlegen, ob es sich wirklich lohnt, Gott zu suchen oder ob sie sich besser mit anderen Dingen beschäftigen sollten. Wir spürten: Wenn nicht jetzt etwas geschieht, werden viele Leute, die sich ausgestreckt haben, sich nach Erweckung gesehnt haben, sich abwenden und andere Aktivitäten verfolgen. Das bedeutet aber buchstäblich, das Land dem Bösen zu überlassen, was wiederum bedeuten würde, dass es wesentlich schlimmer wird als es zuvor gewesen ist. Wir beteten und schrieen zu Gott. Wir sagten: "Herr, was können wir hier machen?"
Bei allem, was wir versucht hatten, war es so, dass es kurz nach oben ging und dann wieder nach unten - es trägt und hält einfach nicht.
Das haben wir mit der Frage abgewogen, die der Herr uns gestellt hat: "Bist du bereit, den Preis zu bezahlen?" Da haben wir mit Gott gestritten. "Du hast gesagt, wir können nicht in ein anderes Land gehen und die Arbeit für sie tun. Du hast gesagt, dass das Volk jedes einzelnen Landes selbst durch die Dinge gehen muss. Also wie könnten wir überhaupt diesen Preis für Deutschland bezahlen?"
Dann wurde es klarer: Wenn es möglich ist, dass die geistliche Temperatur ansteigt, wenn die Teams ins Land kommen, dann ist das, was jetzt wirklich notwendig ist, diese hohe geistige Temperatur aufrecht zu halten. Sie lange genug aufrecht zu halten, dass viele andere in dieser Temperatur gestärkt und gekräftigt werden und dass sie ausgerüstet werden, dies vorwärts zu tragen, bis der echte Durchbruch stattfinden kann. Es bedeutet nicht, etwas für die anderen zu tun, es bedeutet, lange genug mit ihnen zu stehen, damit der Durchbruch kommen kann.
Es ging nicht um eine Verpflichtung für ein paar Wochen oder Monate, der Herr will eine langfristige Hingabe. Die Bereitschaft, durch die Wellen und durch die Kämpfe gemeinsam mit den Deutschen hindurch zu gehen, muss dahinter stehen.
Gemeinsam mit den Deutschen das Ziel erreichen
So ist diese Idee einer Ministry Base in Deutschland geboren worden. Wir begriffen, dass es eine ständige Gegenwart von uns im Land geben soll, nicht mehr ein Hineingehen und dann wieder Herausgehen. Stattdessen ein anhaltendes Drängen und Drängen und Drängen, bis etwas geschieht. Wir wissen was das heißt, der Preis dafür ist sehr hoch im Geist. Aber wir haben die Kosten überschlagen und haben sie vor dem Herrn akzeptiert. Wir haben dem Herrn nur eine Bedingung genannt: "Wir werden gehen und alles tun, was Du sagst, wenn das Volk Gottes in Deutschland bereit ist, mit uns zu gehen. Wir können uns da nicht hinein drängen. Aber wenn es da einen Überrest gibt, der bereit ist, uns die Hände entgegen zu strecken, dann werden wir gehen. Wenn wir gehen sollen, dann muss es ein klares Signal aus Deutschland geben, eine klare Einladung. Es muss zu uns gesagt werden: Bitte kommt. Es muss einfach die Bereitschaft da sein, die Dinge voran zu bringen und den Weg zu ebnen."
Wir kennen so viele Pastoren in Deutschland, aber wir hatten nicht die Führung, irgendeinem Pastor zu schreiben. Wir haben statt dessen Hagen geschrieben und gesagt: "Sprich doch bitte mit den Pastoren in Berlin. Wir wollen das nicht offiziell oder formal machen. Wir wollen einfach eine Hand der Gemeinschaft nach Deutschland ausstrecken. Es soll so wenig bedrohlich sein wie nur irgend möglich, die Entscheidung liegt in der Hand der Deutschen. Wenn sie die Hand ausstrecken und sagen: Kommt!, dann werden wir kommen." Dieser Prozess hat über ein Jahr gedauert, bis wir zu diesem Tag heute gekommen sind.
Was haben wir euch anzubieten? Was können wir heute anbieten, was wir noch nie vorher gegeben haben?
Was immer wir in der Vergangenheit getan haben, war einfach nur ein Weckruf. Es war einfach ein Ruf, aufzustehen und anzufangen, Gott zu suchen.
Als der Herr in Uganda sagte: "Steht auf und beansprucht das Land", da haben wir uns im Glauben ausgestreckt. Aber wir haben nicht wirklich verstanden, und wir konnten uns auch gar nicht vorstellen, durch welche Kämpfe wir gehen würden. Doch einen Schritt nach dem anderen haben wir immer mehr Orte entdeckt, an denen wir kämpfen mussten, wir haben immer mehr geistlichen Widerstand gespürt. Eins ums andere Mal haben wir gekämpft und sind durchgebrochen. Jede Stadt war anders als die vorige, jeder Bezirk war anders als der davor. Wir sagen nicht, dass das, was wir in Uganda gelernt haben, unbedingt auch in Deutschland funktioniert, das sind zwei völlig verschiedene Länder, völlig verschiedene Zivilisationen. Aber es gibt zwei Dinge, die wir während der Kämpfe gelernt haben:
Erstens: Wir haben gelernt, sehr sensibel für den geistlichen Bereich zu sein. Wir haben eine Sensibilität bekommen, die Zeichen der Zeit im geistlichen Bereich zu lesen. Wir haben einen Glauben bekommen, zu erkennen, dass der Teufel dem nicht widerstehen kann, was Gott tun will. Es ist ein Glaube, der aus der Erfahrung von Kämpfen und Durchbrüchen geboren worden ist. Ein Glaube, ganz klar zu sehen: Jesus kann nicht vom Teufel überwunden werden. Und wenn Sein Volk wirklich mit Ihm übereinstimmt und vorwärts geht, dann muss der Sieg unweigerlich kommen. Wir sind nicht länger eingeschüchtert durch die Mächte der Finsternis.
Zweitens: Weil jede Stadt anders ist als die andere, mussten wir es lernen, sehr stark von Gott abhängig zu sein. Wir mussten Gott suchen und lernen, zu hören, welche Strategie Er hat, selbst wenn die Dinge total unmöglich aussahen. Und es ist etwas Kostbares, Wertvolles, wenn man lernt, so voranzugehen.
Wenn du das erlebst, wie nah Gott uns ist, wie Er bereit ist, in jede Situation hineinzusprechen, wie Er Antworten bringt für die Herausforderungen, denen wir gegenüber stehen - das ist begeisternd. Man sieht, dass Gott sich strategisch auf Kämpfe vorbereitet. Man ist dabei, wenn Er Seine Pläne seinem Volk bekannt macht und Seine Kräfte in Position bringt. Manchmal ist es geradezu erschreckend, aber wenn du dran bleibst, Ihm zu vertrauen und Ihm zu glauben; wenn du die Kämpfe mit Ihm kämpfst, und wenn dann der Sieg sichtbar wird: Dann wirst du verändert.
Du kommst in einen neuen Bereich, in den du dich niemals auf irgendeine andere Art hineinbringen könntest. Freude sprudelt über in dir, wenn du siehst, wie das Land sich geöffnet hat und wie die Menschen anfangen, sich in Seiner Herrlichkeit zu bewegen. Wenn Er dich dann in den nächsten Kampf schickt, dann bist du begeistert: Ich werde wieder einen weiteren Aspekt meines Gottes erleben, werde erneut die Kraft Seines Sieges sehen. Wenn du in eine Stadt gehst und du siehst eine bestimmte finstere Kraft, die die Leute quält, die Menschen gefangen hält, dann ist da dieses innere Seufzen und dieser innere Widerstand in dir, der sagt: Nein, Jesus hat bereits überwunden! Es gibt doch keinen Grund, warum Leute weiter auf diese Art und Weise leben sollten!
Das ist es, was sich in deinem Geist bewegen wird. Der Geist der Fürbitte und des Gebärens, des Seufzens kommt - und du weißt: Der Durchbruch wird kommen.
Wenn wir in ein Land kommen und feststellen, dass die Christen eine Art Friedensvertrag mit dem Status Quo geschlossen haben, stehen wir vor der größten Schwierigkeit im geistlichen Dienst. Der Sieg ist verfügbar für uns - aber die Gläubigen haben sich mit dem Bösen draußen vor ihrer Tür arrangiert. Wer ist bereit, zu sagen: "Was immer auch der Preis ist, ich will ihn bezahlen für das Ziel der Herrlichkeit, das ich sehe!"?
Das ist es, was wir mit uns herumtragen. Das ist es, was wir anbieten, was wir weitergeben wollen, womit wir Deutschland dienen wollen. Es gibt so viele verschiedene Aspekte, wie sich dieser Dienst ausdrücken kann. Das Wichtigste ist, vor allem die Herrlichkeit des Herrn in das Land zu bringen, den Sieg des Herrn in Deutschland sichtbar zu machen.
Wo immer du hingehst, auch in Uganda, gibt es im Leib Christi zwei verschiedene Arten von Menschen:
Der erste Typ sind die, die hungrig sind nach Gott. Das sind die, die verzweifelt sind. Die sich umschauen und sagen: "Das ist doch nicht alles, wofür Jesus gestorben ist!" Sie wollen mehr haben, sie glauben, dass es mehr geben muss. Sie fühlen sich zwar schwach, aber sie spüren diese Sehnsucht: Wenn ich nur irgendetwas tun könnte. Das sind die Leute, mit denen es leicht ist, zu arbeiten. Das sind die Leute, die wir immer zu finden versuchen. Jesus hat gesagt: "Lasst die Durstigen kommen und umsonst trinken." Wenn wir solche durstigen Christen finden, dann gießen wir ihnen unser Herz aus, wir teilen ihnen Dinge mit, die wir nie in einer Konferenz mitteilen würden. Wir können ihnen dann sagen, welchen Preis sie bezahlen müssen, wie wir unser Herz vorbereiten können, dass Gott mit uns vorwärtsgehen kann. Wir können mit ihnen gemeinsam die Reise antreten. Man kann die Tore aufbrechen und gemeinsam können wir dann eine geistliche Armee aufrichten, die im Gebet die Arbeit abdeckt. Ich glaube, Gott hält Ausschau nach dieser Art von Menschen.
Aber es gibt auch andere Menschen im Leib Christi: Manchmal sehen sie es einfach nicht, manchmal glauben sie einfach, es sei alles in Ordnung, auch wenn es überhaupt nicht in Ordnung ist. Manchmal haben sie soviel Misstrauen, dass sie sich gar nicht ausstrecken wollen oder etwas versuchen wollen, was ja vielleicht falsch sein könnte. Andere sind betrogen und erblindet. Sie gehören zu Jesus, aber sie sind den Weg der Welt gegangen und haben dem Heiligen Geist die Tür verschlossen. Es ist sehr schwer, mit ihnen zu arbeiten.
Aber Gott liebt sie, Jesus ist für sie gestorben und Jesus möchte, dass sie mit Ihm gehen. Man kann sie nicht aufgeben, wir richten sie nicht, wir verurteilen sie nicht, wir schauen sie nicht als Feinde an, sie sind auf unserer Seite, sie gehören zum Reich Gottes. So gibt es diesen Ansatz, den wir anwenden müssen: Wir beten für sie, wir reden mit ihnen, wir dienen ihnen und glauben wirklich Gott, dass Er sie durchbringen wird. Und wir erlauben uns nie, der Lüge des Teufels zu glauben, dass unser Kampf gegen sie wäre und gegen sie ausgefochten werden muss. Unser Kampf ist nicht gegen sie, wir kämpfen nicht gegen Fleisch und Blut, wir kämpfen nicht gegen Christen, wir kämpfen gegen geistliche Kräfte.
Rings herum gibt es natürlich die Welt, die Menschen, die Jesus überhaupt noch nie gekannt haben. Wir müssen unsere Hausaufgaben machen, damit diejenigen, die da draußen sind, wirklich hinein kommen können.
Wenn wir den Preis bezahlen, werden sie das Licht sehen, auch die Moslems. Das hat alles mit dem zu tun, was jetzt vor uns liegt.
Wenn wir kommen, dann wollen wir nicht als Konkurrenz zu den Gemeinden kommen, wir wollen uns ergänzen, wir wollen an der Herrlichkeit Gottes teilhaben.
Wir bitten nicht um Mitarbeit, wir bitten um die Bereitschaft, den Preis zu bezahlen. Als Gebets-Armee kämpfen wir gemeinsam für Gott: Der Tag kommt, wo das Licht in der Mitte Europas durchbricht, Gott wird es zustande bringen.
Bitte betet für die Entwicklung der Ministry Base, jeder Widerstand des Feindes wird überwunden werden. Gott wird Seinen Plan durchsetzen, Mittel und Mitarbeiter bringen und in Herrlichkeit durchbrechen.
Amen.
Anmerkung von Hagen Gretzmacher, dem Manager für die Missionare aus Uganda:
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John Mulinde war vom 17.-20. Mai 04 in Berlin, um vor der Errichtung einer Ministry Base /Entsendung von Gebetsmissionaren im September 04, mit befreundeten Pastoren über die Ministry Base auszutauschen und ebenfalls vor Freunden der Ministry Base zu sprechen (18.5. im CZB). Im September werden 2 Gebetsmissionare aus Uganda zunächst für 3 Monate nach Berlin kommen. Hagen Gretzmacher, der Koordinator für die Ministry Base von John Mulinde (seit Juli 03), vom LPT (Leiter und Pastoren Treff, seit Dez.03), soll Manager für die Missionare sein und sie z.B. auch zu Gebetstreffen und Gemeinden begleiten. Kontakt: wh.gr@t-online.de
Die Missionare sollen die </FONT><FONT face="Courier New" size=2>"</FONT><FONT size=2>geistige Atmosphäre" in Berlin erfassen, dies wollen sie anschließend in der Trumpet Mission in Uganda auswerten und den HERRN für eine Strategie für Berlin suchen. Voraussichtlich Ende Februar kommen dann mehrere Gebetsmissionare (nach Berlin u. Sachsen), später evt. auch in andere deutsche Städte. Die Berliner Ministry Base soll die künftigen Dienste in Deutschland koordinieren.
Es gibt ab sofort ein monatliches, übergemeindliches Gebetstreffen für die Einrichtung der Ministry Base, Berlin und Deutschland: 15.6. um 19:00 Uhr im Gebetshaus/Spenerstr. 15, am 14.7. um 19:00 Uhr in der Südsternkirche/Seiteneingang rechts.
Bitte bereitet diesen Dienst im Gebet vor, so wie John Mulinde es am Schluss des Vortrages erbeten hat.
Hagen Gretzmacher
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Ein Artikel von www.glaube.de</FONT><FONT face=Arial>
Quelle: Kassettenmitschnitt im Südstern vom 18.5.,
Abschrift bearbeitet von Günter J. Matthia, Redaktionsmitarbeiter Glaube.de
Der Text steht auch als PDF-Dokument zum Download bereit: Gebet für Berlin (auf Material klicken)
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