Druckversion
Dieser Text ist ein Artikel der Kategorien:
15-01-12

D.R. Reid: Neujahrsvorsätze

Nehemia 10; 13


Neh 10,1: Und auf all dieses hin schließen und schreiben wir einen festen Bund. Und auf der untersiegelten Schrift stehen die Namen unserer Obersten, unserer Leviten und unserer Priester.

Lies die Kapitel 10 und 13 aus dem Buch Nehemia.

Inhalt

Was wir uns klarmachen sollten!

Drei Bereiche in unserer Verantwortung

     Erster Zentralpunkt: „Verbindungen“

     Zweiter Zentralpunkt: Zeit

     Dritter Zentralpunkt: Besitztümer

Einleitung

Januar ist der Monat, in dem die meisten unserer guten Vorsätze zum Neuen Jahr gebrochen werden. Bevor der erste Monat des neuen Jahres vorüber ist, ist unser „neuer Anfang“ bereits Geschichte. Unser Vorsatz, zehn Minuten pro Tag zu joggen, wird korrigiert zu „zehn Minuten pro Woche“. Unser Vorsatz, pro Woche ein Pfund abzunehmen, wurde beschränkt auf „nicht wieder zunehmen“. Unseren Vorsatz, eine Stunde früher aufzustehen, um ein wenig mehr stille Zeit mit dem Herrn zu erleben, wurde modifiziert auf „fünf Minuten während des Tages“ und auch nur dann, wenn nichts „Wichtigeres“ vorliegt! Es liegt einfach im Menschen eine natürlich Tendenz, mit allen guten Vorsätze zu scheitern. Und als wachsende Christen sind wir auch nicht immun dagegen. Unsere gut gemeinten Pläne für mehr Disziplin und Effektivität in unserem Leben als Christen sind oft nicht mehr als „nur Pläne“! Wie entmutigend! Was ist die Antwort?

Was wir uns klarmachen sollten!

Die Antwort, welche uns die Schrift gibt, kann man in folgende Punkte zusammenfassen:

1. Wir müssen nicht in irgendeinem Punkt scheitern.

2. Aber es ist sehr leicht möglich, dass wir in einigen Punkten versagen.

3. Deshalb sollten wir uns intensiv mit dem beschäftigen, was zu Zentralproblemen des Versagens in unserem Leben werden kann.

Zu Punkt 1:
Die Bibel lehrt uns, dass ein Mensch, der Christ geworden ist, ein ganz neues Leben bekommen hat in Christus (2Kor 5,17). Die Kraft des neuen Lebens ist der Heilige Geist, der in jedem Gläubigen wohnt (1Kor 6,19). Deswegen ist der Christ auch in der Lage, nicht zu sündigen (Röm 6,11-13; 8,9-12). Wir wissen auch aus der Schrift, dass Gott uns nicht prüft über unser Vermögen. 1. Korinther 10,13 versichert uns, dass es keine Situation geben kann, die wir nicht beherrschen könnten. Es mag sehr schwierige Situationen geben, aber der Christ braucht in keiner Situation zu sündigen.

Zu Punkt 2:
Der zweite Teil der Antwort ist ebenso wahr für jeden Christen. Wir sind noch nicht perfekt! Viele von uns wollen das nicht wahrhaben!! Wenn wir auch nicht sündigen müssen, so ist es aber doch sehr leicht möglich. Jakobus sagt: „Wir alle straucheln oft.“ Obwohl wir in Christus neues Leben haben, ist noch die alte Natur in uns. Die Sünde ist immer noch in unseren sterblichen Körpern vorhanden, wenn sie auch ein besiegter Feind seit Golgatha ist. Wir können nicht sagen, dass wir völlig frei sind von Sünden, bis wir wirklich beim Herrn sind. Dann werden wir vollkommen sein (1Joh 3,2; Röm 8,23). In der Zwischenzeit sollten wir jede Anstrengung unternehmen, um nicht zu sündigen (Heb 12,1; Röm 6,15-19) und uns der Leitung des Heiligen Geistes zu unterwerfen (Gal 5,16-18; Röm 8,1-4). Und was ist mit den Sünden, die noch kommen werden? Wir bekennen sie dem Herrn. Bekenntnis bringt die verheißene Reinigung (1Joh 1,9; 2,1). [Dieser Absatz wurde von der Redaktion leicht geändert!]

Zu Punkt 3:
Der Grund für den dritten Teil der Antwort ist ein sehr praktischer Grund. Sünden haben einen Schneeballeffekt! Wenn wir in einem Bereich versagen, dann dauert es nicht lange, bis das wir auch in anderen Bereichen versagen. Deshalb müssen wir uns mit den Schlüsselbereichen beschäftigen — Bereiche, die zu Brennpunkten des Versagens gehören. Wenn Sünden und Versagen in diesen Hauptbereichen Platz gewinnen, dann besteht die Tendenz, dass es „explodiert“. Die Folge ist manchmal ein „Leben des Versagens“.

Drei Bereiche in unserer Verantwortung

Es gibt drei grundlegende Bereiche, in denen ein wachsender Christ ganz vor seinem Herrn stehen sollte. Wir wollen diese Bereiche unsere Verbindungen, unsere Zeit und unseren Schatz nennen. Das klingt wie ein banales Thema einer Kurzpredigt, ist aber ganz und gar nicht banal.

Die „Verbindungen“ haben zu tun mit unserem Freundeskreis bzw. unserer Verwandtschaft. Die „Zeit“ hat zu tun mit unseren Prioritäten, und der „Schatz“ hat zu tun mit unserem Besitztum. Wenn diese grundlegenden Bereiche nicht wirklich Hauptpunkte unserer Hingabe bleiben, dann können sie die Hauptpunkte des Versagens werden.

Die Schriftstellen, welche wir aus dem Buch Nehemia ausgewählt haben, betonen, wie wichtig es ist, in diesen drei Bereichen hingegeben zu sein. Nehemia zeichnete für uns die Ereignisse der Geschichte Israels auf, die am Ende der Periode des Alten Testamentes lag. Nehemia motivierte die jüdischen Menschen, die aus der Gefangenschaft in Babylon zurückgekehrt waren in ihr Heimatland, die Mauer von Jerusalem wieder aufzubauen (Kap. 1-6). Nach Beendigung des Mauerbaus war eine Zeit großer Freude und Erweckung unter dem Volk Gottes (Kap. 7-9). Die Erweckung trat nicht allein deswegen auf, weil sie in ihr Land zurückgekehrt waren, sondern weil auch eine geistliche Rückkehr zu dem Gott der Väter mit dieser Rückkehr verbunden war. In Nehemia 9,38 sehen wir, dass die Führer des Volkes Gottes einen „Neujahrvorsatz“ machten, indem sie dem Herrn treu folgen wollten, von jetzt an und auch in der Zukunft. In Kapitel 10 finden wir, dass nicht allein die Führer sich daran beteiligten, sondern das ganze Volk diesen Vorsatz beherzigen wollte — auch die Jugendlichen (V. 28-29)!

Wenn wir die letzte Hälfte des 10. Kapitels untersuchen, dann werden wir entdecken, dass die drei Bereiche, in denen sie Hingabe versprachen, ihre „Verbindungen“ (V. 30), ihre „Zeit“ (V. 31) und ihren „Schatz“ (V. 32-39) betrafen. Wenn wir zu Kapitel 13 kommen, dann waren wenigstens zwölf Jahre seit der Zeit dieser Weihe vergangenen. Während der zweiten Hälfte dieser Zeit, war Nehemia außerhalb von Jerusalem, um geschäftlichen Verpflichtungen nachzukommen. Als er zurückkehrte, hatte sich die Situation drastisch verschlechtert. Die drei Zentralpunkte der Weihe, waren zu Zentralpunkten des Versagens geworden.

Erster Zentralpunkt: „Verbindungen“

In Nehemia 10,30 verspricht Israel, keine Eheschließungen mit den benachbarten Heiden einzugehen. Sie wollten rein bleiben in ihren Beziehungen. In Nehemia 13,23-28 finden wir, dass das Volk sein Versprechen gebrochen hatte. Das Resultat war, das die Kinder dieser gemischten Ehen infiziert wurden von der sie umgebenden Kultur (V. 24). Selbst die hohepriesterliche Familie war nicht länger frei davon (V. 28).

Die Anwendung dieser Dinge auf einen wachsenden Christen ist ziemlich klar. 2. Korinther 6,14 sagt uns, dass wir nicht „in einem ungleichen Joch mit Ungläubigen“ sein sollen. Aus einer Ehe mit einem Ungläubigen resultieren jahrelange Probleme. Das Haus ist dann nicht christusorientiert und die Kinder werden infiziert von der sie umgebenden Welt. Ein „ungleiches Joch“ wird ein Hauptpunkt des Versagens. Gott kann in seiner wundervollen Güte in diese Situation eintreten und die Stücke zusammenflicken, aber eine Narbe wird bleiben.

Gottes Wort ist ganz klar in Bezug auf die Ehe, und wir sollten Ihm gehorchen. Sicherlich kann die Hingabe auf dem Gebiet der Beziehungen auch auf andere Gebiete als die Ehe angewandt werden, aber da die Ehe ein kritischer Teil unseres Lebens ist, lasst uns in diesem Punkt ganz klare Hingabe zeigen. Wenn wir hier versagen, kann unser ganzes Leben davon betroffen werden. Die drastische Aktion von Nehemia in Vers 25 zeigt uns den ganzen Ernst dieses Versagens. Die Andeutung in Vers 26 auf König Salomo und seinen Platz vor Gott sollte uns zeigen, dass auch der erwachsene Christ verwundbar ist. Sind deine eigenen Beziehungen heute und jetzt ein Zentralpunkt deiner Hingabe?

Zweiter Zentralpunkt: Zeit

In Nehemia 10,31 verspricht das Volk, dass es Gott an die erste Stelle in Bezug auf ihre Zeit stellen will. Jeder siebente Tag und sicher jeder Festtag sollte reserviert werden für die Anbetung und den Dienst für den Herrn. Diese Zeit sollte nicht benutzt werden zum Kaufen oder Verkaufen oder „für irgendwelche eigenen Dinge“. Der Herr sollte absolute Priorität haben. In Nehemia 13,15-22 sehen wir, dass Israel in diesem Punkt versagte. Der Sabbattag war wie jeder andere Tag geworden. Anstatt die Zeit zum Gottesdienst zu verwenden, gebrauchte das Volk diese Zeit für sich: zum Arbeiten und Kaufen und Verkaufen. Das war eine Umkehrung ihrer Prioritäten!

Aber was ist mit unseren Prioritäten? Ist Gott die erste Priorität im Bereich unserer Zeitplanung? Lasst uns ehrlich sein. Wenn wir dem Herrn nicht die oberste Priorität einräumen in Bezug auf unsere Zeit, dann werden wir Ihm nicht viel Zeit schenken. Ebenso wie es in Nehemias Tagen war, so wird es auch heute viele Aktivitäten geben, um die Zeit, die dem Herrn gehört, zu verschleudern. Nach und nach wird Er aus unserem vollen Terminkalender verschwinden. Falsche Prioritäten werden zu Brennpunkten unseres Versagens. Unser Herr Jesus hat uns versprochen, wenn wir Gott die oberste Priorität geben, dass Er für uns sorgen wird in Bezug auf alles, was wir unbedingt benötigen (Mt 6,25-34; speziell V. 33). Unser Problem ist, dass wir nicht zufrieden sind mit dem, was der Herr uns gibt. Viel zu viel Zeit wird verplempert mit „Kaufen und Verkaufen“ von Dingen, die wir nicht wirklich brauchen. Unsere Prioritäten müssen in Ordnung gebracht werden. Unsere Zeit muss ein wichtiger Bestandteil unserer Hingabe sein, weil sonst einfach nichts für den Herrn übrig bleibt.

Dritter Zentralpunkt: Besitztümer

In Nehemia 10,32-39 erklärt das Volk Israel, dass es kontinuierlich etwas von seinen Besitztümern für das Werk des Herrn geben will. Sie versprachen, treu den Zehnten von allem zurückzugeben, was der Herr ihnen gab. Diese Gabe sollte immer den ersten Teil des Einkommens beinhalten — nicht nur mal gerade das, was vom Taschengeld noch übrig blieb. In Nehemia 13,10-14 finden wir, dass das Volk Gottes gerade auch in diesem Bereich versagte. Der Zehnte und die Opfer wurden nicht zum Tempel gebracht noch den Priestern gegeben und den anderen Dienern des Herrn. Die Leviten, die für das meiste der Arbeit im Tempel zuständig waren, wurden gezwungen, in eine säkulare Erwerbstätigkeit zu wechseln (V. 10). Nachlässigkeit in diesem Bereich ihres „Schatzes“ hatte sie veranlasst, in diesem Bereich zu versagen.

Und das kann auch uns heute ebenso passieren. Der richtige Gebrauch unseres „Schatzes“ für den Herrn, muss ein Hauptpunkt unserer Hingabe sein. Wir sollten uns darin disziplinieren, für das „Werk des Herrn“ zu geben. Wir sollten dem Beispiel aus 1. Korinther 16,2 folgen. Die Korinther taten einen Teil ihres Geldes jede Woche für den Herrn beiseite. Das ist diszipliniertes und angemessenes Geben, und das sollte einen wachsenden Christen in Bezug auf seine Besitztümer charakterisieren. Es ist ein schlechter Ausrede für einen Christen, zu sagen: Ich gebe nichts anteilig dem Herrn, weil alles, was ich habe, dem Herrn gehört! Wenn wir nicht mit Bleistift und Papier zu rechnen anfangen, wird aus unserem christlichen Geben letztendlich gar nichts. Dann dauert es nicht lange und das Werk Gottes kümmert irgendwo. Möge Gott uns helfen, damit nicht unsere Besitztümer zu einem Brennpunkt des Versagens werden.

In Kapitel 13 finden wir Nehemia, wie er in einer drastischen Handlung all diese Bereiche des Versagens korrigierte. Diese Hinzufügung zur schönen Beschreibung des Charakters von Nehemia lehrt uns, dass wir drastische Handlungen „zum Guten“ in diesen drei grundlegenden Bereichen der Hingabe tätigen können.

Bevor der erste Monat des neuen Jahres vorbei ist, werden wir wahrscheinlich in einigen „kleinen Neujahrsvorsätzen“ versagen. Wir wollen aufpassen, dass nicht die großen drei zu Zentralpunkten unseres Versagens werden.  

 

--------------------------------------------------------------------------------------------------------

Ein Artikel von Glaube.de

Mit freundlicher Genehmigung von Sound Words

Autor: D.R. Reid, Textbearbeitung Jürgen Motzkus, Redakteur bei www.glaube.de

Foto: soundwords

-----------------------------------------------------------------------------------------------------

 

Nach oben



Name:
E-Mail: