Grundkurs Teil 1 - Warum ist eigentlich Rettung notwendig?

Wir wissen alle, was ein Rettungsdienst ist. Bei einem Unfall wählt man die Notrufnummer und fordert Hilfe an, weil jemand Rettung, medizinische Versorgung oder Befreiung aus einer Notlage, benötigt.
Wenn Errettung das Herausholen aus einem gefährlichen Zustand ist, sollten wir bei der Frage nach unserem Glauben zuerst untersuchen, warum wir Rettung brauchen. Sind wir denn in einen Zustand geraten, aus dem wir herausgeholt werden müssen?
Gott hat uns Menschen geschaffen als vollkommene Wesen. Die Bibel erklärt das so: Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bild, nach dem Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie. Und es geschah so. Und Gott sah alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. (1. Mose 1, 27 und 31)
Der Mensch war von Anfang an selbst dafür verantwortlich, wie er mit seiner Fähigkeit, eigene Entscheidungen zu treffen, umgeht.
Freundschaft mit Gott
Gott schuf den Menschen, um Gemeinschaft mit ihm zu haben. Er wollte Freund der Menschen sein. Einen Freund erkennt man oft erst dann als Freund, wenn es um wichtige Fragen geht. Wenn du einen Freund hast, mit dem du öfter Bummeln gehst, Sport treibst oder sonst die Freizeit gestaltest, ist es leicht, befreundet zu sein. Ob dieser Freund es aber ernst meint, entdeckst du, wenn du krank bist oder in andere ernsthafte Situationen gerätst. Geht er dann mit jemand anderem zum Sport, oder opfert er seine Zeit und Energie, um Dich zu besuchen, Dir beizustehen?
Ein Freund wird Dich auch vor Gefahren warnen, versuchen, Dich vor Schaden zu bewahren, den er kommen sieht - sonst wäre er kaum Dein Freund.
Die Bibel berichtet, dass die ersten Menschen in einem Garten lebten, der Eden genannt wird. Wenn Gott in diesem Bereich alles erlaubt hätte, wäre die Fähigkeit des Menschen, eigene Entscheidungen zu treffen, gar nicht notwendig oder von Belang gewesen.
Gott sagte zu Adam: Von jedem Baum des Gartens darfst du essen; aber vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, davon darfst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon isst, musst du sterben! (1. Mose 2, 16-17)
Lange davor hatte Gott einen Engel geschaffen, der eine sehr hohe Position hatte, er war über alle anderen Engel als Lobpreisleiter Gottes tätig. Er wurde stolz und überheblich, lehnte sich gegen Gottes Herrschaft auf und wollte Gott, der ihn geschaffen hatte, gleich sein - oder am besten noch höher steigen. Sein Name war Luzifer (Engel des Lichts).
Luzifer wurde aus der Gegenwart Gottes verbannt und auf die Erde geworfen. Dabei hat er ein Heer von Engeln mit sich gerissen - daraus wird deutlich, dass auch die Engel eine freie Entscheidung treffen können, ob sie ihrem Schöpfer gehorsam sein wollen oder nicht.
Der Teufel, so wird Luzifer seit seinem Sturz genannt, hat das erklärte Ziel, alles zu zerstören, was Gott geschaffen hat. Dazu ist ihm jedes Mittel recht. Er konnte Adam und Eva, die ersten Menschen, jedoch nichts antun, sie nicht verletzten, mit Krankheit quälen oder ihr Leben beenden, da sie in einen Zustand der Reinheit, des Gehorsam und in inniger Gemeinschaft mit Gott waren.
Der Mensch war nicht angreifbar. Er war ohne Sünde, und daher natürlich auch ohne alle Folgen der Sünde wie Krankheit, Verzweiflung, Hass, Tod. Adam und Eva hatten das Leben Gottes in sich.
Gott hatte den Menschen als höchste Autorität über die Erde eingesetzt. Die Bibel sagt dazu: Du machst ihn zum Herrscher über die Werke deiner Hände; alles hast du unter seine Füße gestellt. (Psalm 8, 7) Die Himmel sind die Himmel des HERRN, die Erde aber hat er den Menschenkindern gegeben. (Psalm 115, 16)
Der Teufel war zwar aus dem unmittelbaren Bereich der Gegenwart Gottes auf die Erde verbannt worden, der Mensch war aber auf der Erde die höchste Autorität und der Teufel musste sich dieser Herrschaft unterordnen.
Sünde - was ist das eigentlich?
Die meisten Menschen denken, wenn sie das Wort Sündenfall hören, an zwei nackte Gestalten, von denen die weibliche einen Apfel in der Hand hält, während eine Schlange sich um einen Ast windet. Viele Künstler haben das so dargestellt. Was aber war wirklich geschehen?
Der Sündenfall war kein Unfall, er war eine bewusste Entscheidung gegen Gott. Es ging nicht um die verbotene Frucht (von einem Apfel ist in der Bibel nicht die Rede). Die Sünde war etwas anderes: Der Mensch, und zwar sowohl Adam als auch Eva, entschied sich, das ausdrückliche Verbot Gottes - aufgrund der Lügen des Teufels - zu missachten.
Gott hatte gesagt: "
vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, davon darfst du nicht essen
" Gott wollte, dass der Mensch die Möglichkeit hat, sich freiwillig zu entscheiden, ihm zu vertrauen. Er wollte, dass auch der Mensch sich als Freund erweisen würde. Gott schuf keine Sklaven, sondern er schuf Menschen mit freiem Willen, weil er Freunde wollte.
Hatte Gott gelogen? Er sagte auch: "
an dem Tag, da du davon isst, musst du sterben!" Weder Adam noch Eva starben nach dem Genuss der verbotenen Frucht.
Hier ist der geistliche Tod gemeint, der den natürlichen Tod mit sich brachte, darauf kommen wir noch genauer im Verlauf dieses Kurses zu sprechen.
Wie hatte es der Teufel fertig gebracht, die Entscheidung der Menschen gegen Gott auszulösen? Er hatte gesagt: "Keineswegs werdet ihr sterben! Sondern Gott weiß, dass an dem Tag, da ihr davon esst, eure Augen aufgetan werden und ihr sein werdet wie Gott, erkennend Gutes und Böses." (1. Mose 3, 4-5)
Der Teufel log dem Menschen vor, dass er ohne Unterordnung, besser dastehen würde, dass er, so sein würde wie Gott. Genau das war das Ziel der gescheiterten Revolution Luzifers gewesen.
Eva, und dann auch Adam, trafen die freie Entscheidung, den Worten des Teufels mehr Glauben zu schenken als denen ihres Schöpfers. Sie stellten damit Gott automatisch als Lügner hin, der ihnen etwas vorenthalten wollte und deshalb mit dem Tod gedroht hatte.
Dies führte zur zwangsläufigen Trennung zwischen Mensch und Gott. Gott kann keine Gemeinschaft haben mit Sünde, selbst wenn er es wollte. Dazu wird mehr in dem Kapitel über Gott gesagt.
Durch die Sünde ist die Menschheit also getrennt von der direkten Gegenwart Gottes. Das deutsche Wort Sünde kommt übrigens von Sund, das ist das Trenngewässer zwischen einer Insel und dem Festland.
Der Tod, von dem Gott gesprochen hatte, bedeutet, dass unser Geist nicht mehr befähigt ist, mit Gottes Geist in Verbindung zu treten. Er ist tot, und somit ist die direkte Verbindung zu Gott nicht mehr vorhanden. Durch diese Trennung zwischen Mensch und Gott wurde der Mensch für Krankheit und den körperlichen Tod überhaupt erst verfügbar. Die Folge, der Sold, wie es an einer Stelle in der Bibel heißt, ist der Tod.
In dem Moment, als Adam und Eva dem Teufel folgten statt Gott zu gehorchen, haben sie zwangsläufig ihre Herrschaft über die Erde und über alles, was darauf lebt, dem Teufel übergeben müssen. Ihre Autorität war von Gott verliehen und wurde "in seinem Namen", also als seine Stellvertreter, ausgeübt. Der Gehorsam einer anderen Stimme gegenüber war die Unterwerfung unter die Herrschaft dieses anderen, des Teufels. Das Prinzip wird auch in dieser Bibelstelle deutlich: Wisst ihr nicht, dass, wem ihr euch zur Verfügung stellt als Sklaven zum Gehorsam, ihr dessen Sklaven seid, dem ihr gehorcht? Entweder Sklaven der Sünde zum Tod oder Sklaven des Gehorsams zur Gerechtigkeit? (Römer 6, 16)
Was ist also passiert? Der geistliche Tod, die Trennung von Gott, trat in dem Augenblick ein, als der Mensch sich auf der Sünde eingelassen hat. Menschen mit einem toten Geist können nur Menschen mit einem toten Geist zeugen. Die Kinder und Enkel und alle weiteren Generationen von Menschen seither werden mit diesem toten Geist geboren.
Darum brauchen wir Errettung. Wir sind in einem Zustand, der uns von Gott trennt und der uns somit unseres eigentlichen Lebens beraubt. Ob wir nun, wären wir an der Stelle Adams oder Evas gewesen, anders gehandelt hätten, ändert nichts daran, dass die gesamte Menschheit aufgrund der Entscheidung der ersten Menschen in diese Situation gekommen ist.
Gott wäre nicht der Freund des Menschen, wenn es nicht einen Weg aus dieser Lage heraus gäbe.
Der Ausweg wird geöffnet
Weil auch wir mit einem toten Geist auf diese Welt gekommen sind, stehen wir unter der Herrschaft des Teufels. Wie könnte ein Besiegter über den Sieger herrschen? Das geht nicht. Der Teufel ist der Fürst dieser Welt, der die Menschheit niemals freiwillig aus seiner Knechtschaft entlassen würde. Also musste Gott selbst eingreifen.
Gott ist von Recht und Gerechtigkeit nicht zu trennen, genau so, wie er mit Sünde einfach nichts Gemeinsames haben kann. Der Teufel hatte mit freiwilliger Einwilligung der Menschen die Herrschaft erhalten, somit bestand ein Recht für ihn. Gott konnte, eben weil er gerecht ist, nicht einfach dem Teufel seine Herrschaft wieder aberkennen.
Gott musste als Mensch zu den Menschen kommen, um sie dort abzuholen, wo sie steckten.
Weil Gott ohne die Dimension der Zeit existiert, konnte er schon zur Zeit von Adam und Eva dem Satan, der Schlange, sagen: Und ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen; er wird dir den Kopf zermalmen, und du, du wirst ihm die Ferse zermalmen. (1. Mose 3, 15)
Notwendig war ein Erlöser, der nicht mit dem menschlichen Erbgut der Sünde behaftet war. Darum kam Gott selbst auf der Erde, als Mensch ohne Sünde, aber von einer Frau geboren, um den Herrschaftsanspruch des Teufels legal zu zerstören. Da der Teufel nicht allwissend und auch nicht allgegenwärtig ist, wusste er nur, dass Gott irgendetwas vorhatte. Er war ja dabei, als Gott Adam und Eva die eben zitierte Verheißung gab.
Jesus lebte und starb ohne jegliche Sünde und war somit, wie Adam und Eva vor dem Sündefall, mit dem Geist ausgestattet, der mit Gott ungestört in Verbindung stehen kann. Jesus war daher auch unsterblich. Er sagte diesbezüglich: "Darum liebt mich der Vater, weil ich mein Leben lasse, um es wiederzunehmen. Niemand nimmt es von mir, sondern ich lasse es von mir selbst. Ich habe Vollmacht, es zu lassen , und habe Vollmacht, es wiederzunehmen." (Johannes 10, 17-18)
Jesus ging freiwillig den Weg durch die grausame Folter der Kreuzigung in den Tod, weil er alle Sünde der ganzen Welt (nicht nur symbolisch) auf sich geladen hatte. Er war durch diese Entscheidung aus freiem Willen voller Sünde. Darum konnte Gott keine Gemeinschaft mehr mit ihm haben, Jesus rief am Kreuz "Warum hast du mich verlassen!" - und er war wirklich von Gott verlassen. Der Teufel war überzeugt, ein gutes Recht zu haben, Jesus in das Totenreich hinein nehmen zu dürfen.
Als Jesus dann im Totenreich war, fiel die Sünde von ihm ab wie Staub unter der Dusche. Die Schuld war durch den Tod bezahlt.
Das beendete den Autoritätsanspruch des Teufels auf legale Weise. Nun war der Weg zu Gott wieder eröffnet. Tod und Auferstehung Jesu sind sozusagen der Sündenfall im Rückwärtsgang.
Adam und Eva aßen unter Missachtung des Wortes Gottes vom Baum der Erkenntnis. Sofort gingen sie von einem Leben in der Beziehung mit Gott in das Leben unter der Knechtschaft des Teufels über.
Wenn wir vom "Brot des Lebens essen" (ein symbolischer Ausdruck für die Annahme der Erlösung durch Jesus Christus), gehen wir sofort vom Leben unter der Knechtschaft des Teufels in das Leben in der Beziehung mit Gott über.
In der Bibel wird das zum Beispiel so ausgedrückt: Aber wie sah euer Leben früher aus? Ihr seid Gott ungehorsam gewesen und habt gegen ihn rebelliert. Für ihn wart ihr tot. Die Sünden dieser Welt waren eure Sünden, und ihr wart dem Satan verfallen. Sein böser Geist beherrscht auch heute noch das Leben aller Menschen, die Gott nicht gehorchen.
Doch er hat uns so sehr geliebt, dass er uns mit Christus neues Leben schenkte. Haben wir das verdient? Niemals! Das verdanken wir allein der Gnade Gottes. Durch den Glauben an Christus sind wir dem Tod entrissen und haben einen Platz in Gottes Reich. (Epheser 2, 1-6)
Jesus hat zwar für alle Menschen, zu ihrer Errettung, sein Leben gelassen, aber das heißt nicht, dass damit die Herrschaft des Teufels ein für allemal erledigt ist. Jeder einzelne Mensch muss eine bewusste Entscheidung treffen, dieses Angebot anzunehmen. Noch immer zwingt Gott niemanden zu irgend etwas. Er bietet Errettung an - aber er respektiert unseren freien Willen.
Wenn jemand sagt: "Ich war doch ein guter Mensch, ich bin unschuldig" oder "Ich brauche keine Erlösung, mir geht es hier doch gut", dann gibt es für Gott keine legale Möglichkeit, diesen Menschen von der Autorität des Teufels zu befreien. Auch ein "guter Mensch" braucht einen Geist, der nicht tot ist, sondern von Gott wieder zum Leben erweckt wurde.
Zum Weiterlesen in der Bibel
Erlösung
Matthäus 20, 28; Römer 5, 8; Hebräer 2, 14; 2. Petrus 1, 18; Galater 3, 13; 1. Mose 3, 15; Hebräer 9, 15; 1. Korinther15, 3-4; 1.Timotheus 2, 5; Jesaja 53, 5
Erretten / Retten
Matthäus 16, 25; Markus 3, 4; Apostelgeschichte 27, 43; Lukas 19, 10; Römer 7, 24; 1. Timotheus 1, 15; 1. Timotheus 4, 16; 2. Timotheus 4, 18; Jakobus 1, 21; Jakobus 2, 14; Jakobus 4, 12; Jakobus 5,15; Hebräer 7, 25
Geburt / Geboren
Johannes 1, 13; Johannes 3, 4-6 ; Johannes 3, 16-18; 1. Korinther 15, 8; Jakobus 1, 18; 1. Johannes 5, 18; 1. Johannes 2, 29; 1. Johannes 5, 1; 1. Johannes 5, 4
Erlösung
Römer 3, 24: 1. Korinther 1, 30; Epheser 1, 7; Kolosser 1, 14; Epheser 1, 14; Hebräer 9, 15
nächsten Montag folgt: Grundkurs Teil 2: Neues Leben - was heißt das konkret?
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Ein Artikel von www.glaube.de
Autoren: Cornelius Berghout, Berlin corneliusb@glaube.de
Günter J. Matthia, Berlin, guenter@glaube.de
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