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16-12-05

Martin Spreer: Unsere Berufung

Näher an Gott heran kommen - ist das Dein Wunsch? Es ist auf jeden Fall Gottes Wunsch, näher an uns heran zu kommen...

Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus! Er hat uns gesegnet mit jeder geistlichen Segnung in der Himmelswelt in Christus, wie er uns in ihm auserwählt hat vor Grundlegung der Welt, dass wir heilig und tadellos vor ihm seien in Liebe, und uns vorherbestimmt hat zur Sohnschaft durch Jesus Christus für sich selbst nach dem Wohlgefallen seines Willens, zum Preise der Herrlichkeit seiner Gnade, mit der er uns begnadigt hat in dem Geliebten.


In ihm haben wir die Erlösung durch sein Blut, die Vergebung der Vergehungen, nach dem Reichtum seiner Gnade, die er uns reichlich gegeben hat in aller Weisheit und Einsicht. (Epheser 1, 3-8)


Ist es unser Wunsch, dass wir näher an Jesus herankommen wollen? Wenn wir uns das Wort ansehen, stellen wir fest, dass das ein Wunsch ist, der nicht in erster Linie von uns ausgeht, sondern viel mehr ist unser Vater im Himmel daran interessiert, seine Liebe in der Gemeinschaft mit ihm auf uns strömen zu lassen.
Es ist ein zentraler Wendepunkt, wenn wir verstehen, wie sehr eigentlich der Vater im Himmel die Gemeinschaft mit uns wünscht.
Wenn wir uns Epheser 1, 3-4 ansehen, sehen wir, dass Gott und mit jeder geistlichen Segnung in der Himmelswelt gesegnet hat. An anderer Stelle sagt Paulus sogar: So rühme sich denn niemand im Blick auf Menschen, denn alles ist euer. Es sei Paulus oder Apollos oder Kephas, es sei Welt oder Leben oder Tod, es sei Gegenwärtiges oder Zukünftiges: alles ist euer, Alles ist Euer. 1. Korinther 3:21+22
Gott hat uns gesegnet mit jeder geistlichen Segnung in der Himmelswelt. Alles ist unser. Wenn wir das hören, fängt unser Verstand recht schnell an sich mit den möglichen Einschränkungen für diese kräftigen Aussagen zu beschäftigen. Aber anstatt uns damit zu beschäftigen, ist es für uns sinnvoll und wichtig die Grundlage zu verstehen, auf der Gott so zu uns spricht.
Das Wort ist voll mit Verheißungen, bei denen wir immer wieder verstandesmäßig dazu geneigt sind, die Gegenläufigkeit unserer gemachten Erfahrungen durch Erklärungsmodelle damit in Einklang zu bringen.

Ein bemerkenswertes Wort im 1 Johannesbrief:
Ich schreibe euch, Kinder, weil euch die Sünden vergeben sind um seines Namens willen. Ich schreibe euch, Väter, weil ihr den erkannt habt, der von Anfang an ist. Ich schreibe euch, ihr jungen Männer, weil ihr den Bösen überwunden habt. Ich habe euch geschrieben, Kinder, weil ihr den Vater erkannt habt. Ich habe euch, Väter, geschrieben, weil ihr den erkannt habt, der von Anfang an ist. Ich habe euch, ihr jungen Männer, geschrieben, weil ihr stark seid und das Wort Gottes in euch bleibt und ihr den Bösen überwunden habt. 1. Johannes 2, 12-14
Um es ein wenig abzukürzen: Johannes beschreibt hier drei (vielleicht vier) Wachstumsstadien des Christen. Es gibt das kleine Kind, welches sich dadurch auszeichnet, dass es erkennt, dass ihm die Sünden um Jesu Namens willen vergeben sind und das den Vater erkannt hat.
Die Kinder wachsen heran und werden zu jungen Männern, die sich dadurch auszeichnen, dass das Wort in ihnen bleibt und sie den Bösen überwunden haben. Zuletzt die Väter zeichnen sich dadurch aus, dass sie den erkannt haben, der von Anfang an ist.
Wir werden nicht das Wort bleibend in uns haben, wir werden immer wieder darüber nachdenken müssen, welche Einschränkungen die Verheißungen Gottes in unserem Leben haben, wenn wir nicht die Erfahrung seiner Vaterschaft gemacht haben. Wir brauchen in uns ein Verständnis, was es eigentlich ist, was unseren himmlischen Vater so motiviert uns all die guten Dinge zu geben, von denen er in seinem Wort gesprochen hat.
In Epheser 1:3 - 5 lesen wir: Er hat uns gesegnet mit jeder geistlichen Segnung in der Himmelswelt in Christus, wie er uns in ihm auserwählt hat vor Grundlegung der Welt, dass wir heilig und tadellos vor ihm seien in Liebe, und uns vorherbestimmt hat zur Sohnschaft durch Jesus Christus für sich selbst nach dem Wohlgefallen seines Willens.
Das kleine Wörtchen wie hier kann vielleicht am besten so übersetzt werden: "gemäß dem, wie". Der Satz würde dann also lauten:
Er hat uns gesegnet mit jeder geistlichen Segnung in der Himmelswelt in Christus Jesus, gemäß dem, wie er uns in ihm auserwählt hat vor Grundlegung der Welt.

Seine Segnungen an uns stehen in einer direkten Beziehung zu unserer eigentlichen Berufung. Sicherlich hat hier jeder schon einmal etwas davon gehört, dass Gott uns zur Sohnschaft berufen hat und wir alle wissen irgendwie, dass er sich nach uns sehnt. Aber dennoch ist es gut, sich immer wieder neu damit zu beschäftigen und vielleicht auch tiefere Erkenntnis darüber zu bekommen.
Wollen wir uns Epheser 1:4 dahingehend noch genauer ansehen: Es heißt hier, dass er uns in ihm auserwählt hat, vor Grundlegung der Welt. Das heißt, bevor diese Welt (oder dieses Zeitalter) überhaupt in Existenz kam, waren wir schon von ihm auserwählt zu dem Zweck, heilig und tadellos vor ihm zu sein, uns zur Sohnschaft vorherbestimmt.
Ich möchte diese Tatsache gerne ein wenig illustrieren: Noch bevor Gott in irgendeiner Form etwas erschaffen hatte, war eines klar; er hatte Sehnsucht nach einem Geschöpf, das er zu seinem Kind erheben wollte. Er sehnte sich nach vielen Söhnen und Töchtern. Er sehnte sich nach einer Familie.
Dieser Wunsch war nicht diffus, sondern dieser Wunsch war mit ganz konkreten Personen gefüllt; er sehnte sich nach Dir, er sehnte sich nach Heidrun, nach Horst, nach Gisela, nach Harald, nach Vic, er sehnte sich nach uns.
Wir waren vor Grundlegung der Welt an dazu bestimmt, seine Söhne und Töchter zu sein. Als Söhne und Töchter sollten wir Wesen sein, die mit dem Vater-Gott eine angemessene, befriedigende Gemeinschaft und Liebe teilen könnten. Er sehnte sich nicht nach Handpuppen, er sehnte sich nach Dir und mir. Er sehnte sich nach Söhnen und Töchtern, die auch einmal eine andere Meinung haben (und dann ganz sicher erkennen, dass der Papa mehr Weitblick hat), die mit ihm kommunizieren und die seine Freude (und auch das Leid) mit ihm teilen könnten.

Wir können die Sache betrachten wie wir wollen, eines steht fest: schon von Anfang an wusste Gott, dass er diese Gemeinschaft und diese Liebesbeziehung mit seinem Leben bezahlen müsste. Er wusste, noch vor Grundlegung der Welt, dass er selbst würde Mensch werden müssen, um die Menschheit wieder zurück zu erlösen, zu versöhnen mit ihm und die Söhne und Töchter aus ihnen zu machen, die wir als neue Kreaturen sein würden.
Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. ( Johannes 3, 16)
Das ist nicht bloß eine Liebe zu den armen Menschen. Das ist eine Liebe zu seinen Menschen, zu seiner Schöpfung, zu den Wesen, die er für sich selbst bestimmt hat. Wir sind seine Kinder. Wir waren vor Grundlegung der Welt dazu bestimmt. Der Feind hat sich auf widerwärtigste Weise daneben eingeschlichen um unserem Vater im Himmel seine Kinder zu rauben, und dennoch war es auf einer legalen Basis.
Es gab nur eine Möglichkeit seine Kinder wieder zu gewinnen: Er musste in Jesus Mensch werden. So sehr hat er uns geliebt, dass er noch vor Grundlegung der Welt beschlossen hatte, sich Kinder zu erschaffen, die als vollwertige Gegenüber mit ihm seine Liebe teilen würden. Er wusste, dass er selbst in Jesus sich würde involvieren müssen.
Das ist unser Vater und das ist unsere Berufung. Wir sind zur Sohnschaft berufen, wir sind Versöhnte und haben jetzt den Auftrag, andere zur Versöhnung zu rufen: Gott will seine Kinder zurück, er hat den Preis dafür bezahlt!
Verstehen wir es nun mit einem anderen Blickwinkel, wenn wir hören: Alles ist Euer. Es sei Paulus oder Apollos oder Kephas, es sei Welt oder Leben oder Tod, es sei Gegenwärtiges oder Zukünftiges: alles ist euer!
Wir sind seine Söhne und Töchter, dass ist unsere erste und heiligste Berufung. Wir könnten an dieser Stelle auch noch darauf eingehen, warum es in Epheser 1:4 heißt, dass wir heilig und tadellos vor ihm sein sollen. Unsere Berufung ist eine heilige Berufung, ein Sohn Gottes zu sein bedeutet ausgesondert zu sein von der Welt. Wir sind ausgesondert für Gott.

Wir können an Hand der biblischen Beispiele sehen, wie schwierig oder gefährlich es für einen Menschen war, sich Gott zu nahen. Im alten Bund war dies nur für den Hohenpriester einmal im Jahr möglich, wenn er in das Allerheiligste ging, um Sühnung für das Volk zu erwirken. Es war eine äußerst spannende Sache und man konnte nie wirklich sicher sagen, ob er das überleben würde, denn Gott ist heilig.
Aber die gute Botschaft ist: Wir sind seine Kinder, uns sind die Sünden vergeben, wir wurden zur "Gerechtigkeit Gottes" gemacht, wir wurden "passend" gemacht für ihn. Wir sind dazu in der Lage, die Sohnschaft zu leben, weil wir in Christus angenehm gemacht und angenommen sind.

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Ein Artikel von www.Glaube.de
Quelle/Autor: Martin Spreer, U-Turn Berlin
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