G.J.Matthia: Einen Schritt weiter - Benny Hinn in Berlin

Berlin wurde in diesem Jahr mit einer Kette von Großveranstaltungen beschenkt, wie noch nie in der Geschichte der Stadt. Damit meine ich Events, bei denen der Name Jesu Christi im Mittelpunkt stand. Die war weder Zufall noch von Menschen geplant. Es war vielmehr Gottes Wille, dieser Stadt, von der so viel Krieg und Leid ausgegangen ist, mit Nachdruck Seine Liebe und Seinen Plan deutlich zu machen.
Die Miracle Crusade mit Benny Hinn war ein weiterer Schritt auf dem Weg in das hinein, was Gott mit Berlin und Deutschland vorhat. Hier einige wichtige Eindrücke, die ich mitgenommen habe:
Prophetische Worte
Suzette Hatting und Gwen Shaw (zwei international anerkannte Prophetinnen) sprachen auf der Bühne aus, was auch schon bei der PEC 2003 und bei The Call Berlin deutlich geworden ist: Wir stehen nicht mehr vor sondern bereits mit einem Fuß in einer Erweckung, die alles bisher gesehene in den Schatten stellen wird. Die geistliche Ebbe in Deutschland und Europa wird zu einer geistlichen Flut und die Gezeitenwende liegt hinter uns, wir sind schon in der Aufwärtsbewegung.
Gott hat in den letzten 2 bis 3 Jahren Gebetsbewegungen ins Leben gerufen und Fürbitte in einem vorher unbekannten Maße entstehen lassen, um das vorzubereiten, was Er jetzt tut. Schon lange wurde in der Gemeinde Jesu Christi nicht so viel gebetet wie jetzt. Fasten und Gebet als Schlüssel für Erweckung wurden von Gott neu ins Bewusstsein gerufen mit Erfolg.
Einheit im Leib Christi mit Schwierigkeiten
Das Publikum bei den Veranstaltungen mit Benny Hinn war so bunt wie das Leben eben sein kann. Aus allen Kontinenten kamen Besucher und aus wohl den meisten europäischen Ländern. Ich hatte persönliche Gespräche mit Menschen aus Russland, Tschechien, Ungarn, Holland, Dänemark, Amerika, Korea, England, Iran und der Türkei soweit ich die Nationalität überhaupt erfragt habe.
Es waren katholische Franziskerinnen dabei, evangelische Pfarrer, Pastoren aus allen möglichen Freikirchen und Pfingstgemeinden sowie natürlich die Bandbreite der charismatischen Bewegung.
Nicht verschweigen möchte ich, dass diese Veranstaltungen von einem Teil der Gemeinde Jesu Christi abgelehnt und kritisiert wurden. Sicher gab es Fehler bei der Vorbereitung, zum Beispiel der typisch amerikanische Stil: Wir kommen nach Berlin am 29. und 30. August, wer mitmachen will, soll sich uns gefälligst anschließen. So sollte man eine Großveranstaltung in Europa eigentlich nicht bekannt machen.
Im Vorfeld habe ich auch von verschiedenen Seiten herbe Kritik an Benny Hinn selbst gehört und gelesen (das war anlässlich der PEC bezüglich Reinhard Bonnke übrigens nicht anders). Ich halte es aber immer für besser, selbst etwas in Augenschein zu nehmen als mich der Meinung anderer Leute anzuschließen, die meist irgend etwas vom Hörensagen übernommen haben und es ohne sich selbst ein Bild zu machen weiterverbreiten.
Ich habe von Benny Hinn mehrere Bücher gelesen und sie für gut befunden. Ihn selbst hatte ich vorher nie gehört, seine TV-Sendungen sind mir unbekannt. An diesen beiden Abenden jedenfalls habe ich einen Benny Hinn erlebt, der von sich selbst weg auf Jesus Christus hinweist. Er stellte das Evangelium von Jesus Christus als dem einzigen Sohn Gottes und alleinigen Erlöser in den Vordergrund und sprach mit keinem einzigen Wort über die Taten des Benny Hinn oder irgendetwas, was er erreicht hat. Immer wieder, vor allem auch bezüglich der Wunder, machte er sehr deutlich, dass es nicht um ihn sondern ausschließlich um Jesus ging.
Es muss niemand den Stil und das Drumherum solcher Veranstaltungen mögen. Aber wir sollten uns hüten, jemanden aufgrund von Gerüchten und Unterstellungen, die meist aus Quellen stammen, die dem Christentum feindlich gesinnt sind, zu verurteilen. Wenn Gott offensichtlich durch den Dienst dieses Mannes Menschen errettet, Gebundene frei macht und Kranke heilt, dann kann ich dem Herrn für diesen Dienst in unserer Stadt nur dankbar sein.
Bekehrungen
Ich hatte von meinem Standort an der Bühne keinen allzu guten Überblick, aber ich würde vorsichtig schätzen, dass an jedem Abend etwa 2.000 Menschen nach dem Aufruf zur Bekehrung signalisiert haben, dass sie diesen Schritt tun wollten. Am ersten Abend wurden sie nach vorne gerufen, am zweiten Abend meldeten sie sich auf den Plätzen. Ob es nun 4.000 oder 5.000 oder vielleicht nur 3.000 waren wichtig ist, dass der Herr eine große Zahl Menschen aus dem Verderben herausreißen konnte, und darüber bin ich sehr glücklich und dankbar.
Heilungen
Bemerkenswert fand ich, dass Benny Hinn selbst nicht mit den Kranken betete, sondern diejenigen segnete, die vom Herrn Heilung empfangen hatten. Vermutlich will er damit deutlich machen, dass nicht er jemanden heilen kann, sondern dass jeder sein Wunder von Gott empfängt.
Ich hatte das Vorrecht, mit jemandem aus dem amerikanischen Team den Kranken zu dienen. Dabei empfand ich zweierlei: Große Freude und tiefen Schmerz.
Große Freude: Mehrere Wunder, die man nicht wegdiskutieren kann, sozusagen unter den eigenen Händen zu sehen. Ich weiß nicht, mit wie vielen Menschen ich gebetet habe, wir gingen an den Abenden jeweils über eine Stunde lang von Mensch zu Mensch und beteten mal kürzer mal länger. Fünf Beispiele will ich zur Ehre Gottes nennen, fünf von vielen mehr, die ich miterlebt habe.
Ein Fußballprofi war aus Österreich angereist, weil er in beiden Füßen Bänderrisse und einen kaputten Wirbel hatte die Operation war für die kommende Woche vorgesehen. Er glühte fast unter der Kraft Gottes und sprang, tanzte und machte die verrücktesten Verrenkungen mit seinen geheilten Füßen und dem Rücken.
Ein Mann, bei dem 1987 Multiple Sklerose diagnostiziert worden war, stand aus seinem Rollstuhl auf und begann, zuerst noch gestützt, dann alleine, den Gang auf und ab zu laufen. Wir baten seine Betreuerin, die ihn in die Halle gefahren hatte, ein wenig darauf zu achten, dass er nicht übermütig wurde
Eine junge Frau aus Tschernobyl, die sich seit drei Jahren nur auf Krücken und unter Schmerzen fortbewegt hatte, weil sie an einer Skoliose litt, bewegte sich völlig ungehindert und frei ebenfalls fast schon übermütig. Sie erzählte, dass sie sich drei Wochen zuvor bekehrt hatte.
Da war ein Kind, vielleicht 3 Jahre alt, mit einer schlimmen Entzündung in den Augen, Sie waren voller Eiter und verklebt, es sah schlimm aus. Nach dem Gebet traute ich meinen Augen nicht, als ich in ein völlig verändertes Gesicht schaute. Es musste noch nicht einmal jemand Eiter und Schleim wegwischen
Eine 15jährige Amerikanerin fiel uns auf, weil sie tränenüberströmt neben ihren Eltern stand und dabei vor Glück strahlte. Wir erfuhren, dass an Lupus Erythematodes im fortgeschrittenen Stadium gelitten hatte und auf einen Schlag ihre Schmerzen und sonstige Symptome losgeworden war. Wir hatten sie nicht vor der Heilung gesehen, aber die Eltern bestätigten, dass dies zwar ihre Tochter sei, aber gleichzeitig ein völlig veränderter Mensch.
Bei anderen war das, was Gott tat, nicht so offensichtlich, wenn es etwa um Krebs oder Arthritis ging. Man kann es nicht sehen, aber diejenigen, die geheilt wurden, berichteten uns sehr überzeugt und glücklich, welche Veränderung sie fühlten.
Tiefer Schmerz: Wenn man Menschen in die Augen schaut, ihnen die Hände reicht oder auflegt und für sie betet, diese Verzweiflung sieht und die schlimmen Auswirkungen ihrer Krankheit und dieser Menschen werden nicht sichtbar angerührt, obwohl jemand zwei Stühle daneben gerade ein Wunder empfangen hat.
Es hat mich immer wieder zum Weinen gebracht und ich habe keine Antwort darauf, warum der eine und nicht der andere. Ich war zutiefst erschüttert und fühlte mich so hilflos. Mit manchen konnte ich wirklich nur weinen und sie segnen es tat weh und es machte mir den Mangel deutlich, den wir als Gemeinde Jesu Christi immer noch haben. Weil die Bibel nicht lügt, nehme ich an, dass wir noch einen Weg vor uns haben, bevor wir die Vollmacht, von der die Bibel spricht, tatsächlich wirklich empfangen und ausüben können. Aber ich habe aufgrund der Heilungen, die ich mit eigenen Augen gesehen habe, große Zuversicht.
Benny Hinn übrigens war diesbezüglich sehr ehrlich und direkt. Er sagte, dass in seinem Team einige Menschen durch sehr schreckliche Dinge (den Tod eines 16jährigen Sohnes eines Mitarbeiters zum Beispiel) gegangen sind. Und er verbot den Menschen sozusagen, von ihm, Benny Hinn, Wunder zu erwarten. E sagte, dass die Kraft Gottes nicht begrenzt sei und dass Gott niemanden bevorzugen oder zurückweisen würde, und dass es sein Auftrag sei, von diesem Gott Zeugnis abzulegen und Menschen mit Ihm bekannt zu machen. Alles andere empfängt der Mensch im Glauben vom Herrn, Errettung, Heilung, Versorgung
Und wieder: Die junge Generation
Es schien, als wäre Benny Hinn vor der Anreise nicht darüber informiert gewesen, was Gott bereits an der jungen Generation in Berlin und Deutschland getan hat. Er hatte wohl noch nichts über The Call vor zwei Wochen gehört. Er schien sichtlich überrascht, dass Tausende zu nichts anderem als zum Fasten und Beten für ihr Land zusammenkamen und dass über The Call hinaus bereits seit Monaten und Jahren eine so starke Gebets- und Fastenbewegung existiert.
Benny Hinn folgte am zweiten Abend dem spontanen Impuls, alle jungen Menschen vor und auf die Bühne zu rufen, um sie zu segnen für ihre Aufgabe in dieser Erweckung. Ich glaube, dass es spontan war, denn ich war zu diesem Zeitpunkt mit den Sicherheitsleuten zusammen, die angesichts der Aktion fast in Panik gerieten; nicht völlig unbegründet, wie sich dann zeigte. Wir hatten (acht kräftige Männer) alle Hände voll zu tun, etliche Erwachsene daran zu hindern, über Absperrungen zu klettern und sich einen Weg auf die Bühne zu bahnen
Ich bin überzeugt, dass viele von den Kids, Teens und jungen Erwachsenen an diesem Abend eine kräftige Portion Ausrüstung für ihren weiteren Weg mit Jesus Christus erhalten haben. Unsere 11jährige Tochter jedenfalls meinte, es sei wie ein kräftiger Windstoß gewesen, der alle reihenweise umwarf. (Ich staune immer wieder, dass sich niemand verletzt bei solchen Gelegenheiten. Da purzelten auf einen Schlag Hunderte Kids übereinander und durcheinander und stehen nach einer Weile glücklich und innerlich verändert wieder auf).
Resümee
Es hat sich für mich gelohnt, dabei zu sein. Mein Glaube ist enorm gestärkt worden, weil ich mit eigenen Augen gesehen habe, was Gottes Kraft fertig bringt.
Es hat sich auch insofern gelohnt, dass ich die von anderen gehörten und gelesenen Vorurteile selbst überprüfen und getrost in den Mülleimer werfen konnte. Wer Benny Hinn kritisieren und verurteilen möchte, der soll erst einmal die Werke tun, die dieser Mann Gottes (der sich weigert, Ehre dafür in Anspruch zu nehmen) vorzuweisen hat.
Ich bin persönlich einen wichtigen Schritt im Vertrauen auf Jesus Christus weiter gekommen und hoffe, dass dies vielen anderen Teilnehmern genauso geht.
Günter J. Matthia
Redaktionsmitarbeiter Glaube.de






