Dr. Joseph Tkach: Wie Gott uns geistliche Wahrheiten mitteilt

Vor kurzem war ich erstaunt festzustellen, dass dieses Büchlein immer noch herausgegeben wird. Das ist gut, weil ich der Meinung bin, dass wir es mehr als je zuvor brauchen. So viel von unserer verbalen Kommunikation scheint aus Grunzern, vulgären Ausdrücken und salopper Umgangssprache zu bestehen. Das ist eine Schande, weil wir eine reiche Sprache und genügend Wörter zur Auswahl haben, um die meisten Dinge klar und kurz und bündig auszudrücken.
Die meisten, aber nicht alle Dinge. Einige Ideen übersteigen unsere Fähigkeit, sie auszudrücken.
Das ist die Herausforderung, die Gott hat, wenn er unserem limitierten menschlichen Verstand die Fülle seiner geistlichen Wahrheit mitteilen möchte. In Jesaja 55,8-9 lesen wir:
"Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR, sondern so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken."
Wie erklärt also Gott Konzepte, die über menschliches Begriffsvermögen hinausgehen und Ideen, die wir uns überhaupt niemals vorgestellt haben? Nun, Gott tut es auf eine Art und Weise, wie wir es bei einem kleinen Kind tun würden - er benutzt Bilder und Erklärungen, die wir verstehen können.
Das ist der Grund, warum Jesus Themen, die das Reich Gottes betrafen, in Gleichnissen, Metaphern und verschiedenen verbalen Erläuterungen beschrieben hat. Er sagte: "Das Reich Gottes gleicht?", worauf dann eine praktische Erklärung folgte. Aber sogar diese können missverstanden werden, wenn wir den Denkfehler machen, dass Jesus exakte und buchstäbliche Beschreibungen gab. Jesus wirkte innerhalb der Begrenzungen der menschlichen Sprache, um uns zu helfen, bestimmte Aspekte zu verstehen, was sonst über unser Verständnis hinausgeht.
So erinnerte Petrus beispielsweise Jesus einmal daran, dass die Jünger eine Menge aufgegeben hatten, um ihm nachzufolgen. Darauf antwortete Jesus: "Wahrlich, ich sage euch: Es ist niemand, der Haus oder Brüder oder Schwestern oder Mutter oder Vater oder Kinder oder Äcker verlässt um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der nicht hundertfach empfange: jetzt in dieser Zeit Häuser und Brüder und Schwestern und Mütter und Kinder und Äcker mitten unter Verfolgungen - und in der zukünftigen Welt das ewige Leben" (Mk 10,29-30).
Wenn wir diese Aussage wortwörtlich nehmen, begreifen wir das Wesentliche nicht. Jesus meinte nicht, dass wir buchstäblich mit 100 Müttern oder 100 neuen Äckern gesegnet werden. Was er meinte ist, dass die Dinge, die wir in diesem Leben empfangen, 100 Mal wertvoller sind als die Dinge, die wir aufgeben. E meinte auch nicht, dass sie buchstäblich oder exakt 100 Mal wertvoller sind, im Gegensatz sagen wir mal 99 Mal oder 101 Mal. Es ist eine Redewendung, die weitaus wertvoller bedeutet.
In mehreren Gleichnissen deutete Jesus darauf hin, dass die ewige Belohnung in mancher Hinsicht wie Herrschaft [ein Regierungsamt] sein würde. Wiederum, dies sollte nicht als eine buchstäbliche Position von Macht und Prestige, interpretiert werden, um uns in die Lage zu versetzen, über andere zu herrschen, oder unser Gefühl von persönlicher Bedeutung zu vergrößern. Es bezieht sich vielmehr darauf, eine größere Gelegenheit zu empfangen, anderen zu dienen und zu helfen. Das ist wirklich - oder sollte es wenigstens sein - der größte Wert einer Führungspo¬sition.
Diese Analogien sollen uns helfen, unsichtbare Wirklichkeiten zu verstehen, und wir sollten sorgfältig darauf achten, dass wir den wirklichen Punkt nicht verpassen, indem wir sie auf eine Weise interpretieren, die Jesus nicht beabsichtigte. Er weiß, dass wir nicht die Fähigkeit oder überhaupt das Vokabular haben, um eine Existenz, die wir niemals erfahren haben, völlig zu verstehen, geschweige denn sie zu beschreiben. Aber Jesus möchte, dass wir wissen, dass unsere geistlichen Segnungen weitaus besser sein werden als die physischen Dinge, die wir in diesem Leben sehen können.
Paulus schrieb: "Sondern es ist gekommen, wie geschrieben steht: Was kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben" (1Kor 2,9). Alle physischen Dinge, egal wie schön, erfreulich oder wertvoll, sind im Vergleich nur wie schwache Schatten von unendlich besseren himmlischen Belohnungen. Was immer wir in dieser physischen Welt am meisten wertschätzen, kann sich nicht mit dem, was Gott für uns vorgesehen hat, vergleichen. Wie Paulus sagte: "Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin" (1Kor 13,12). Zur Zeit des Paulus wurden Spiegel aus poliertem Kupfer oder aus Bronze gemacht und gaben eine ziemlich verzerrte Reflektion. Man konnte in diesen Spiegeln nie die Wirklichkeit sehen - alles, was man erhielt, war ein Eindruck.
So ist es auch mit einigen der tiefsten Wahrheiten unseres christlichen Glaubens. Es geht nicht darum, dass wir ein schlagkräftigeres Vokabular haben. Aber Gott hat uns genug mitgeteilt, um uns zu inspirieren, zu ermutigen und erkennen zu lassen, dass wir ihm unser Leben in völliger Zuversicht hingeben können, mit dem sicheren Wissen, dass das Beste noch kommt.
Eure treuen Spenden und euer persönlicher Dienst sind ein wichtiger Teil davon, anderen Menschen die gute Nachricht echter Hoffnung zu verkündigen. Vielen Dank, dass Ihr ein Werkzeug von Gottes Liebe und Gnade seid.
Mit Liebe, in Christus
Dr. Joseph Tkach
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Ein Artikel von www.glaube.de
Veröffentlichungen bedürfen der vorherigen Genehmigung der Autoren.
Autor: Dr. Joseph Tkach, mit freundlicher Genehmigung:
Stiftung Weltweite Kirche Gottes in Deutschland
Foto: Stiftung WKG
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